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Die Lehre

Die Lehre des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) Die Kampfkunst des Himmels und des Feuers entfaltet sich:

  • aus einer inneren Ordnung,
  • in der grundlegende Prinzipien,
  • Ordnungslehren,
  • Lehr- und Erscheinungsformen sowie
  • die unterschiedlichen Ausdrucksformen

aufeinander bezogen sind, ineinandergreifen und ein eng miteinander verflochtenes Gesamtgefüge bilden.

Ihre Wissensgrundlage bilden taoistische Wissenschaften und Erkenntnistraditionen, klassische Schriften und Werke, historische Lehren und Überlieferungen, mündliche Überlieferungen sowie moderne Wissenschaften, durch die überlieferte Erkenntnisse untersucht, eingeordnet und wissenschaftlich bestätigt werden.

Ihre Wissensgrundlage bilden taoistische Wissenschaften und Erkenntnistraditionen, klassische Schriften und Werke, historische Lehren und Überlieferungen, mündliche Überlieferungen sowie moderne Wissenschaften, durch die überlieferte Erkenntnisse untersucht, eingeordnet und wissenschaftlich bestätigt werden.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) werden diese Bereiche nicht als voneinander unabhängige Lehren verstanden, sondern als unterschiedliche Erscheinungsformen und Schwerpunktsetzungen eines geschlossenen Lehrsystems.

Dieselben grundlegenden Prinzipien wirken in allen Bereichen und treten, ihrem jeweiligen Zusammenhang entsprechend, in unterschiedlichen Formen und Anwendungen hervor.

So erschließt sich jener Grundgedanke, der das Verständnis der gesamten Lehre prägt:

„Alles hängt mit allem zusammen – Alles wirkt im Ganzen – Alles ist eins.“

Die vielfältigen Prozesse, Beziehungen und Wechselwirkungen, die aus dem Tao (道) hervorgehen, stehen miteinander in Verbindung und finden innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) auf unterschiedlichen Ebenen ihren Ausdruck.

Die einzelnen Bereiche bilden verschiedene, miteinander verbundene Erscheinungsformen desselben Systems, deren Bedeutung sich aus ihrem Zusammenwirken erschließt.

Tao (道)

Das Tao (道) bezeichnet in der chinesischen Philosophie jenes grundlegende Prinzip, innerhalb dessen Wirklichkeit, Ordnung, Veränderung und die Beziehungen des Bestehenden zueinander gedacht werden. Es steht nicht neben den weiteren Prinzipien und Lehren, sondern bildet den übergeordneten Zusammenhang, aus dem heraus diese verstanden werden.

Im Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) umfasst das Tao (道) daher nicht allein das Bestehende, sondern ebenso die Prozesse seines Wandels, die Beziehungen zwischen den einzelnen Erscheinungen und die Wechselwirkungen, durch die Veränderung hervorgebracht wird. Ordnung wird dabei nicht als etwas Starres verstanden, sondern als ein Zusammenhang, in dem Zustände entstehen, sich verändern, aufeinander wirken und neue Zustände hervorbringen.

Diese Stellung des Tao (道) erklärt zugleich die enge Verbindung des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) mit der taoistischen Wissenschafts- und Erkenntnistradition.

In ihr bildet das Tao (道) den übergeordneten Bezugsrahmen für die Betrachtung der Wirklichkeit, ihrer Ordnung, ihrer Prozesse, ihres Wandels und der Beziehungen, durch die das Bestehende miteinander verbunden ist.

Aus diesem Verständnis entwickelte sich über Jahrhunderte eine umfassende Lehre des Beobachtens, Ordnens, Erkennens und Anwendens.

Natur, Mensch, Bewegung, Veränderung und Wechselwirkung – Interaktionen wurden dabei als miteinander verbundene Bereiche einer gemeinsamen Wirklichkeit betrachtet.

Innerhalb dieses wissenschaftlich geprägten taoistischen Denkens stehen auch jene Prinzipien und Ordnungslehren, auf denen das Qian Li Wing Chun Chuan (乾 離 詠 春 拳) beruht.

Das Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) wird daher als taoistische Lehre verstanden, in der Erkenntnis, systematische Ordnung und praktische Anwendung zu einem zusammenhängenden Ganzen verbunden sind.

Das Tao (道) bildet den weitesten Bezugsrahmen der Lehre, innerhalb dessen sich ihre weiteren Prinzipien, Ordnungslehren sowie Lehr- und Erscheinungsformen entfalten und aufeinander beziehen.

Qi (氣)

Qi (氣) (ältere Umschrift „Chi“) ist wiederum etwas anderes: Es ist ein „Grundbegriff“, welcher die Prozesse, die Handlungen und die Wirkungen in der Welt konkret und außergewöhnlich (schon vor mehreren tausend Jahren), als eine Vektorgröße, vollzieht.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) bezeichnet Qi (氣) das Prozess-, Handlungs- und Wirkprinzip.

Während das Tao (道) den übergeordneten Zusammenhang der Wirklichkeit, ihrer Ordnung und ihres Wandels umfasst, beschreibt Qi (氣) jene Prozesse und Wirkungen, durch die sich Veränderungen innerhalb dieses Zusammenhangs konkret vollziehen.

Von besonderer Bedeutung ist dabei der Begriff der Vektorgröße.

Er wird im Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) ausdrücklich in seinem mathematisch-physikalischen Sinn verwendet.

Eine Vektorgröße besitzt Betrag und Richtung und lässt sich nach den Regeln der Vektorrechnung darstellen.

Auf das Qi (氣) bezogen bedeutet dies, dass eine Wirkung nicht allein durch ihre Stärke oder Intensität bestimmt wird, sondern ebenso durch ihre Richtung und den Zusammenhang, in dem sie wirkt.

Das Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) fasst Qi (氣) damit als eine gerichtete Wirkgröße, deren Intensität und Richtung bestimmt und deren Wirkungen erfassbar und messbar gemacht werden können.

Zugleich wird Qi (氣) als Informationsträger verstanden. (Im Westen unbekannte Eigenschaft eines Vektors.)

Es trägt Prozesse, Transformationen und Wirkzusammenhänge und vermittelt damit nicht lediglich Wirkung, sondern zugleich die Information darüber, wie, in welche Richtung und mit welcher Intensität sich diese Wirkung vollzieht.

Qi (氣) bildet auf diese Weise das verbindende Wirkprinzip zwischen Zustand und Veränderung, Ursache und Wirkung, Handlung und daraus hervorgehender Reaktion.

Im Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) werden Prozesse, wirksame Beziehungen sowie Veränderungen und Übergänge von Zuständen unter dem Gesichtspunkt der Wirkung des Qi (氣) betrachtet.

In diesem Zusammenhang werden Yin (陰) und Yang (陽) als unterschiedliche Ausprägungen beziehungsweise Zustände des Qi (氣) verstanden.

Die unterschiedlichen Zustände und Wirkungsweisen des Qi (氣) bilden zugleich eine Grundlage für das Verständnis jener Ordnungslehren, durch die ihre Beziehungen, Wandlungen und Gesetzmäßigkeiten innerhalb des Q.L.W.C.C.

(乾 離 詠 春 拳) erfasst werden.

So erhält Qi (氣) innerhalb der Lehre eine zentrale Stellung:

als Prozess-, Handlungs- und Wirkprinzip, durch das die im Tao (道) angelegten Zusammenhänge konkrete Richtung, Intensität, Veränderung, Multidimensionalität und Wirkung erfahren.

Die fünf Ordnungslehren

Innerhalb der Lehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) erschließen die fünf Ordnungslehren unterschiedliche Perspektiven auf dieselbe Wirklichkeit und ihre Gesetzmäßigkeiten:

  • Tai Chi (太極 ) – Das „höchste Äußerste“
  • Yin–Yang (陰陽) – komplementäre, polare Wirkprinzipien
  • Wu Xing (五行) – Die fünf Wandlungsphasen
  • Pa Kua (八卦) – Die acht Trigramme
  • I Ging (易經) – Der Klassiker der Wandlungen

Sie beschreiben Ordnung und Wandel, Beziehungen und Wechselwirkungen, Zustände, Prozesse und Handlungen innerhalb eines gemeinsamen Gefüges.

Jede dieser Lehren eröffnet dabei einen eigenen Zugang, ohne sich aus dem Zusammenhang der anderen zu lösen.

Erst in ihrem Zusammenspiel wird jene innere Ordnung sichtbar, aus der heraus Veränderungen entstehen, Beziehungen wirksam werden und Prozesse ineinandergreifen.

Die fünf Ordnungslehren stehen in einem fortwährenden Wirkungs- und Beziehungszusammenhang.

Sie greifen ineinander, ergänzen sich gegenseitig und erschließen unterschiedliche Aspekte derselben inneren Ordnung.

Erst in ihrem Zusammenwirken bilden sie ein zusammenhängendes Ganzes innerhalb des Systems.

Tai Chi (太極) bezeichnet dabei das übergeordnete Ordnungsprinzip der Einheit, aus der die Differenzierung in Yin (陰) und Yang (陽) hervorgeht.

Yin (陰) und Yang (陽) werden in der chinesischen Philosophie nicht als isolierte Gegensätze behandelt, sondern als dynamische, miteinander interagierende Prozesse.

Wu Xing (五行) bezeichnet ebenfalls keine fünf „Elemente“, sondern fünf dynamische Wandlungsphasen beziehungsweise Prozesse, durch die Veränderungen, Beziehungen und Übergänge beschrieben werden.

Auch Pa Kua (八卦) und I Ging (易經) sind unmittelbar in dieses Gefüge eingebunden.

Die acht Trigramme entstehen aus Kombinationen von Yin (陰)- und Yang (陽)-Entitäten und bilden zugleich eine wesentliche Grundlage des I Ging (易經).

Tai Chi (太極), Yin–Yang (陰陽), Wu Xing (五行), Pa Kua (八卦) und I Ging (易經) sind damit in ihrer Struktur und Wirkung eng miteinander verschränkt.

So stehen Tai Chi (太極), Yin–Yang (陰陽), Wu Xing (五行), Pa Kua (八卦) und I Ging (易經) in einem zusammenhängenden Ordnungsgefüge. Sie beschreiben Gesetzmäßigkeiten, durch die Ordnung, Wandel und Handlungen erfasst und in ihren Beziehungen zueinander verstanden werden können.

Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) ordnet dieses Gesamtgefüge in der Theorie und verwirklicht es in der Praxis durch Bewegung, Handlung und Anwendung unter Einhaltung aller Naturgesetzmäßigkeiten (regelmäßige, wiederkehrende Zusammenhänge und Ordnungen in der Natur).

Tai Chi (太極 )

Tai Chi (太極) bezeichnet ein philosophisch-kosmologisches Ordnungsprinzip und nimmt innerhalb der Lehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) eine grundlegende Stellung ein.

Der Begriff wird unter anderem mit „Höchstes Letztes“, „höchste Polarität“ oder im Englischen mit „Supreme Polarity“ wiedergegeben.

Im I Ging (易經) wird Tai Chi (太極) als ursprüngliche Einheit beschrieben, aus der die beiden Grundformen Yin (陰) und Yang (陽) hervorgehen.

Tai Chi (太極) bezeichnet eine Einheit, in der die Möglichkeit der Differenzierung bereits angelegt ist und aus der Polarität, Beziehung und Wandel hervortreten können.

Andere philosophische Traditionen der chinesischen Ideengeschichte rücken wiederum Qi (氣) stärker in den Mittelpunkt. Die chinesische Ideengeschichte kennt dabei keine einheitliche, für sämtliche Schulen und Epochen verbindliche Systematik dieser Begriffe. Ihre Beziehungen und Gewichtungen wurden in unterschiedlichen philosophischen und historischen Zusammenhängen verschieden akzentuiert.

Im Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) erhält Tai Chi (太極) innerhalb der fünf Ordnungslehren eine klar bestimmte Funktion.

Es beschreibt die Einheit, aus der Differenzierung hervorgehen kann, und damit eine grundlegende Ordnung des Übergangs vom Ganzen zu unterscheidbaren Zuständen, Beziehungen und Wirkungsweisen.

Aus dieser Perspektive erschließt sich unmittelbar seine Verbindung zu Yin–Yang (陰陽).

Während Tai Chi (太極) die Einheit bezeichnet, innerhalb derer Polarität hervortreten kann, beschreibt Yin–Yang (陰陽) die daraus hervorgehenden, aufeinander bezogenen Zustände und ihre dynamische Wechselwirkung.

Die Einheit erscheint damit nicht als statischer Endzustand, sondern als Ausgangspunkt fortwährender Differenzierung und Veränderung.

Die Verbindung Tai Chis (太極) zu den weiteren Ordnungslehren entfaltet sich aus dem Gedanken der dialektischen Differenzierung und des Wandels.

Aus der ursprünglichen Einheit des Tai Chi (太極) treten mit Yin (陰) und Yang (陽) zwei aufeinander bezogene Wirkungsformen hervor.

Aus deren „mathematischen“ Kombinationen entstehen die Strukturen des Pa Kua (八卦), dessen acht Trigramme unterschiedliche Konstellationen von Yin (陰) und Yang (陽) darstellen.

Im I Ging (易經) werden diese Konstellationen weitergeführt und in ihren möglichen Veränderungen und Übergängen betrachtet.

Auf diese Weise verbindet sich Tai Chi (太極) über die Entfaltung von Einheit in Differenzierung unmittelbar mit Yin–Yang (陰陽), Pa Kua (八卦) und I Ging (易經).

Wu Xing (五行) steht dazu in einer etwas anderen, ergänzenden Beziehung.

Die fünf Wandlungsphasen (五行) werden nicht unmittelbar aus Tai Chi (太極) abgeleitet, beschreiben jedoch jene dynamischen und immerwährenden Prozesse, Wechselwirkungen und Übergänge, die innerhalb einer sich wandelnden Ordnung hervortreten.

Während Tai Chi (太極) den Ausgangspunkt von Einheit und Differenzierung beschreibt, erschließt Wu Xing (五行) eine weitere Ordnungsebene des Wandels und der gegenseitigen Beeinflussung.

Tai Chi (太極) bildet innerhalb dieses Gefüges einen Ordnungsbegriff der Einheit und ihrer möglichen Differenzierung.

Es verbindet die Vorstellung des Ganzen mit dem Hervortreten von Polarität, Beziehung und Wandel und führt damit unmittelbar zur Ordnungslehre des Yin–Yang (陰陽).

An dieser Stelle ist eine begriffliche Unterscheidung von besonderer Bedeutung:

Tai Chi (太極) ist nicht mit Tai Chi Chuan gleichzusetzen.

Tai Chi (太極) gehört im Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) zu den fünf Ordnungslehren.

Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) hingegen ist eine der fünf Lehr- und Erscheinungsformen, in denen grundlegende Prinzipien des Systems praktisch zum Ausdruck kommen und angewendet werden.

Yin–Yang (陰陽 )

Yin–Yang (陰陽) bezeichnet innerhalb der fünf Ordnungslehren jene grundlegende Differenzierung, in der sich die Einheit des Tai Chi (太極) in zwei aufeinander bezogene Wirkungsformen entfaltet.

Yin (陰) und Yang (陽) stehen dabei nicht für voneinander losgelöste Gegensätze, sondern für dynamische Zustände, deren Bedeutung sich aus ihrer Beziehung und ihrem fortwährenden Wandel ergibt.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) werden Yin (陰) und Yang (陽) als unterschiedliche Ausprägungen beziehungsweise Zustände des Qi (氣) gedacht und gelebt.

Wird Qi (氣) als Vektorgröße verstanden, deren Wirkung durch Intensität und Richtung bestimmt ist, lassen sich Yin (陰) und Yang (陽) als unterschiedliche Zustände und Wirkungsrichtungen innerhalb dieses Zusammenhangs betrachten. Veränderungen ihres Verhältnisses zeigen sich entsprechend in Veränderungen von Stärke, Richtung und Wirkung innerhalb der vorgesehenen Multidimensionalität.

Yin (陰) und Yang (陽) bilden eine dynamische Ordnung des Wandels.

Sie bestimmen sich wechselseitig, stehen in fortwährender Beziehung zueinander und erhalten ihre konkrete Bedeutung erst innerhalb des jeweiligen Zusammenhangs. Entscheidend ist daher nicht die isolierte Betrachtung einzelner Zustände, sondern ihr Verhältnis zueinander und dessen Veränderung im Verlauf eines Prozesses.

Auf diese Weise ermöglicht Yin–Yang (陰陽), Zustände, Wechselwirkungen und Wandlungsprozesse zu erkennen, einzuordnen und in ihrer Entstehung und Entwicklung zu verstehen.

Die Lehre beschreibt die Beziehungsdialektik, Wirkungsphänomene und die daraus kausalitätsbezogen entstehende neue Realität.

Diese Ordnung bildet zugleich eine wesentliche Grundlage weiterer Ordnungslehren. Aus unterschiedlichen Kombinationen von Yin (陰)- und Yang (陽)-Entitäten entstehen die acht Trigramme des Pa Kua (八卦), die wiederum in die Strukturen des I Ging (易經) eingehen.

Yin–Yang (陰陽) ist tief in das gesamte Ordnungsgefüge der Lehre eingebunden.

Im Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) erhält diese Ordnungslehre ihren konkreten Ausdruck in der praktischen Anwendung.

Yin (陰) und Yang (陽) beschreiben unterschiedliche, aufeinander bezogene Zustände des Qi (氣), deren Wechselwirkung Wandel hervorbringt und Wirkungszusammenhänge ordnet.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Wu Xing (五行)

Wu Xing (五行) bezeichnet die Lehre der fünf Wandlungsphasen (五行) und beschreibt eine Ordnung, in der Veränderung als fortlaufender Prozess gegenseitiger Beziehungen, Übergänge und Wirkungen verstanden wird.

Die fünf Phasen (五行) stehen dabei für unterschiedliche Qualitäten und Verlaufsformen des Wandels, durch die sich Prozesse differenzieren, entwickeln und aufeinander einwirken können.

Die traditionelle Übersetzung des Wu Xing (五行) als „fünf Elemente“ wird der eigentlichen Bedeutung des Begriffs nicht gerecht, im Gegenteil.

Sie legt eine Vorstellung statischer, stofflicher Elemente nahe, während Wu Xing (五行) tatsächlich fünf dynamische Wandlungsphasen und Prozessqualitäten bezeichnet.

Ihre Bedeutung erschließt sich aus ihren Beziehungen zueinander, aus ihren Übergängen und aus den Gesetzmäßigkeiten ihrer gegenseitigen Wirkung.

Wu Xing (五行) richtet den Blick auf Bewegung, Veränderung und Transformation innerhalb eines fortlaufenden Prozesses.

Die fünf Wandlungsphasen des Wu Xing (五行):

Mu(木)Holz
Huo(火)Feuer
Tu(土)Erde
Jin(金)Metall
Shui(水)Wasser

Ihre eigentliche Bedeutung erschließt sich jedoch erst aus den Beziehungen, in denen sie zueinanderstehen.

Die fünf Wandlungsphasen (五行) bilden ein dynamisches Gefüge gegenseitiger Hervorbringung, Begrenzung und Regulierung.

Besonders grundlegend sind dabei zwei miteinander verbundene Zyklen.

Besonders grundlegend sind dabei zwei miteinander verbundene Zyklen.

Der Hervorbringungs- beziehungsweise Nährungszyklus – Sheng (生) beschreibt eine Ordnung, in der jede Wandlungsphase (五行) die folgende hervorbringt beziehungsweise fördert:

Holz (木) → Feuer (火) → Erde (土) → Metall (金) → Wasser (水) → Holz (木)

Holz (木) → Feuer (火) → Erde (土) → Metall (金) → Wasser (水) → Holz (木)

Der Kontroll- beziehungsweise Überwindungszyklus – Ke (克) beschreibt eine zweite Ordnung gegenseitiger Begrenzung und Regulierung:

Holz (木) → Erde (土) → Wasser (水) → Feuer (火) → Metall (金) → Holz (木)

Beide Zyklen stehen in enger Wechselwirkung und verdeutlichen besonders anschaulich den Prozesscharakter des Wu Xing (五行).

Die fünf Wandlungsphasen (五行) erhalten ihre Bedeutung nicht allein aus ihren jeweiligen Eigenschaften, sondern aus den multidimensionalen Beziehungen, Wechselwirkungen und Übergängen, die zwischen ihnen bestehen.

Hervorbringung und Regulierung wirken dabei als unterschiedliche Beziehungsformen innerhalb desselben dynamischen Ordnungsgefüges.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) erschließt Wu Xing (五行) eine weitere Ebene jener Ordnung, die bereits in Tai Chi (太極) und Yin–Yang (陰陽) sichtbar wird.

Tai Chi (太極) beschreibt die Einheit, aus der Differenzierung hervorgehen kann.

Yin–Yang (陰陽) erfasst die grundlegenden, aufeinander bezogenen Zustände und Wirkungsformen, die innerhalb dieser Differenzierung entstehen.

Wu Xing (五行) führt den Gedanken des Wandels weiter und beschreibt ihn als ein differenziertes Gefüge fünf dynamischer Prozessqualitäten.

Auch hier besteht eine unmittelbare Beziehung zum Qi (氣).

Wird Qi (氣) innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) multidimensional als Prozess-, Handlungs- und Wirkprinzip und zugleich als Vektorgröße mit Intensität und Richtung verstanden, können die Wandlungsphasen des Wu Xing (五行) als unterschiedliche Ordnungen und Verläufe solcher Wirkungsprozesse betrachtet werden.

Sie erfassen das Entstehen und die Wirkungen von Prozessen und erklären, wie sich diese verstärken oder abschwächen, ihre Richtung verändern, auf andere Prozesse einwirken und neue Zustände hervorbringen.

Wu Xing (五行) beschreibt nicht allein einzelne Zustände, sondern vor allem die Beziehungen zwischen ihnen.

Jede Phase erhält ihre Bedeutung innerhalb eines dynamischen Zusammenhangs.

Übergang, Wechselwirkung und Transformation stehen im Mittelpunkt.

Die Ordnung entsteht aus dem Zusammenspiel der Phasen (五行) und aus den Gesetzmäßigkeiten, nach denen sie sich gegenseitig beeinflussen.

Innerhalb des Gefüges der fünf Ordnungslehren ergänzt Wu Xing (五行) die grundlegende Polarität des Yin–Yang (陰陽) um eine differenziertere Betrachtung des Wandels.

Zugleich bestehen Beziehungen zu Pa Kua (八卦) und I Ging (易經), da auch dort Zustände, Konstellationen, Interaktionen, Übergänge und Veränderungen innerhalb einer umfassenderen Ordnung betrachtet werden.

Die jeweiligen Ordnungslehren erschließen dabei unterschiedliche Perspektiven desselben Wirkungs- und Wandlungsgeschehens.

Im Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) erhält Wu Xing (五行) seinen konkreten Ausdruck in der Anwendung.

Die fünf Wandlungsphasen (五行) dienen dazu, Prozesse, Beziehungen, Wechselwirkungen, Veränderungen und Interaktionen zu erkennen, einzuordnen und in ihrem Verlauf zu verstehen.

Auf diese Weise wird Wandel nicht als zufällige Abfolge einzelner Ereignisse betrachtet, sondern als geordneter Prozess gegenseitiger Wirkung.

Wu Xing (五行) erschließt die Gesetzmäßigkeiten eines Wandels, in dem unterschiedliche Prozessqualitäten miteinander in Beziehung treten, einander beeinflussen und fortwährend neue Zustände und Wirkungszusammenhänge hervorbringen.

Pa Kua (八卦)

Pa Kua (八卦) bezeichnet die Lehre der acht Trigramme und erschließt eine Ordnung, in der unterschiedliche Zustände, Beziehungen und Veränderungsmöglichkeiten durch festgelegte „mathematische“ Kombinationen von Yin (陰) und Yang (陽) dargestellt werden.

Jedes Trigramm besteht aus drei übereinander angeordneten Linien, von denen jede entweder als Yin (陰) oder als Yang (陽) ausgeprägt ist.

Mathematisch entsteht auf diese Weise eine binäre Struktur mit drei Positionen. Da jede Position zwei mögliche Zustände besitzt, ergeben sich V′(2, 3) = (2)³ = 8 geordnete Konstellationen.

Allgemein gilt für Variationen mit Wiederholung: V′(k, n) = kⁿ.

Dabei bezeichnet k die Anzahl der zur Verfügung stehenden Elemente und n die Anzahl der Stellen beziehungsweise die Klasse der Variation.

In diesem Fall gilt k = 2 und n = 3.

Die beiden Elemente sind (0) und (1), entsprechend Yin (陰) und Yang (陽).

Daraus folgt: V′(2, 3) = (2)³ = 8.

(Variationen 3. Klasse aus 2 Elementen „mit Wiederholung“ – wobei der kombinatorische Begriff der „Wiederholung“ hier ausschließlich die mathematische Struktur bezeichnet und nicht auf Qi (氣) als Vektorgröße übertragen werden kann).

Diese acht möglichen Anordnungen bilden die acht Trigramme des Pa Kua (八卦).

Qian(乾)(☰)Himmel
Dui(兌)(☱)See
Li(離)(☲)Feuer
Zhen(震)(☳)Donner
Xun(巽)(☴)Wind
Kan(坎)(☵)Wasser
Gen(艮)(☶)Berg
Kun(坤)(☷)Erde

Die „Linien“ eines Trigramms werden traditionell von unten nach oben gelesen.

Die innere Ordnung des Pa Kua (八卦) ist somit formal vollständig beschreibbar:

Sämtliche möglichen dreistelligen Konstellationen des Yin (陰) und Yang (陽) sind in den acht Trigrammen enthalten.

Die Reihenfolge der Linien ist wesentlich, denn eine veränderte Anordnung derselben Yin (陰)- und Yang (陽)-Entitäten erzeugt eine andere Konstellation.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) führt Pa Kua (八卦) jene Differenzierung weiter, die bereits in Tai Chi (太極) und Yin–Yang (陰陽) sichtbar wird.

Tai Chi (太極) beschreibt die Einheit, aus der Differenzierung hervorgehen kann.

Yin–Yang (陰陽) bezeichnet die beiden aufeinander bezogenen Wirkungsformen.

Pa Kua (八卦) ordnet deren mögliche dreistellige Kombinationen zu acht grundlegenden Konstellationen und erweitert die Betrachtung vom Verhältnis zweier Zustände zu einem differenzierten Gefüge möglicher Beziehungen.

Die acht Trigramme stehen nicht lediglich für acht voneinander getrennte Zeichen.

Jedes von ihnen verkörpert eine bestimmte Konstellation des Yin (陰) und Yang (陽) und erhält seine Bedeutung aus der inneren Anordnung seiner Linien ebenso wie aus seinem Verhältnis zu den anderen Trigrammen.

Pa Kua (八卦) erschließt auf diese Weise Struktur, Beziehung und Veränderungsmöglichkeit innerhalb eines geordneten Ganzen.

Auch zum Qi (氣) besteht eine unmittelbare Verbindung.

Wird Qi (氣) im Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) als Prozess-, Handlungs- und Wirkprinzip sowie als Vektorgröße mit Intensität und Richtung gedacht, lassen sich die acht Trigramme als unterschiedliche Konstellationen solcher Wirkungszustände und Wirkungsrichtungen betrachten.

Pa Kua (八卦) beschreibt nicht lediglich, welcher Zustand besteht, sondern eröffnet zugleich eine Ordnung dafür, wie unterschiedliche Zustände zueinanderstehen und welche Veränderungen aus ihren Beziehungen hervorgehen können.

Eine weitere Verbindung besteht zu Wu Xing (五行).

Während Pa Kua (八卦) unterschiedliche Konstellationen des Yin–Yang (陰陽) strukturiert, beschreibt Wu Xing (五行) die Dynamik von Wandlungsphasen und ihren gegenseitigen Wirkungen.

In traditionellen chinesischen Zuordnungssystemen werden die acht Trigramme zugleich den fünf Wandlungsphasen des Wu Xing (五行) zugeordnet. Dabei besteht keine einfache Eins-zu-eins-Beziehung:

Mehrere Trigramme können derselben Wandlungsphase entsprechen.

Auf diese Weise lassen sich Konstellation und Prozess miteinander verbinden – Pa Kua (八卦) beschreibt die Struktur eines Wirkungszusammenhangs, Wu Xing (五行) dessen Wandlungsqualitäten, Wechselwirkungen und Übergänge.

Besonders deutlich wird diese Verbindung in den traditionellen Zuordnungen des Pa Kua (八卦):

Kan(坎)(☵)zu Wasser(水)
Li(離)(☲)zu Feuer(火)
Zhen(震)(☳)zu Holz(木)
Xun(巽)(☴)zu Holz(木)
Qian(乾)(☰)zu Metall(金)
Dui(兌)(☱)zu Metall(金)
Gen(艮)(☶)zu Erde(土)
Kun(坤)(☷)zu Erde(土)

Die acht Trigramme und die fünf Wandlungsphasen bilden dadurch zwei unterschiedliche, miteinander verknüpfte Ordnungsebenen:

  • die eine strukturiert die Konstellationen,
  • die andere beschreibt die Dynamik ihres Wandels.

Eine besonders enge Verbindung besteht zwischen Pa Kua (八卦) und I Ging (易經).

Durch die „Verbindung“ zweier Trigramme entstehen die 64 Hexagramme (六十四卦) des I Ging (易經).

Mathematisch entsteht auf diese Weise eine binäre Struktur mit sechs Positionen.

Da jede Position zwei mögliche Zustände besitzt, ergeben sich V′(2, 6) = (2)⁶ = 64 geordnete Konstellationen.

Allgemein gilt für Variationen mit Wiederholung: V′(k, n) = kⁿ.

Dabei bezeichnet k die Anzahl der zur Verfügung stehenden Elemente und n die Anzahl der Stellen beziehungsweise die Klasse der Variation.

In diesem Fall gilt k = 2 und n = 6.

Die beiden Elemente sind (0) und (1), entsprechend Yin (陰) und Yang (陽).

Daraus folgt: V′(2, 6) = (2)⁶ = 64.

(Variationen 6. Klasse aus 2 Elementen „mit Wiederholung“ – wobei der kombinatorische Begriff der „Wiederholung“ hier ausschließlich die mathematische Struktur bezeichnet und nicht auf Qi (氣) als Vektorgröße übertragen werden kann).

Das I Ging (易經) führt die im Pa Kua (八卦) angelegte binäre Ordnung auf diese Weise zu einer wesentlich differenzierteren Struktur von Zuständen, Beziehungen und Wandlungsmöglichkeiten weiter.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) wird Pa Kua (八卦) als Ordnungslehre angewendet, um Konstellationen, Beziehungen, Richtungen und Veränderungsmöglichkeiten innerhalb komplexer Wirkungszusammenhänge zu erkennen und zu ordnen.

Aus der grundlegenden Differenzierung des Yin–Yang (陰陽) entsteht eine vielgestaltige Struktur, in der unterschiedliche Möglichkeiten des Wirkens und Wandels sichtbar werden.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Pa Kua (八卦) erschließt die acht grundlegenden Konstellationen des Yin–Yang (陰陽) und schafft eine Ordnung, durch die Beziehungen, Wirkungsrichtungen und Möglichkeiten der Veränderung innerhalb eines gemeinsamen Zusammenhangs differenziert erfasst werden.

I Ging (易經)

I Ging (易經), „Der Klassiker der Wandlungen“, erschließt eine umfassende Ordnung des Wandels.

Innerhalb der fünf Ordnungslehren des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) beschreibt es Zustände, Beziehungen und Veränderungsprozesse in einer hoch differenzierten Struktur und ermöglicht es, bestehende Konstellationen ebenso wie ihre möglichen Übergänge und Veränderungen innerhalb eines übergeordneten Zusammenhangs zu erfassen.

Seine innere Ordnung knüpft unmittelbar an Yin–Yang (陰陽) und Pa Kua (八卦) an.

Yin (陰) und Yang (陽) bilden die grundlegende binäre Differenzierung.

Aus ihren möglichen Anordnungen auf drei Positionen entstehen die acht Trigramme des Pa Kua (八卦).

Werden jeweils zwei dieser Trigramme miteinander verbunden, entstehen sechs Positionen und damit die 64 Hexagramme (六十四卦) des I Ging (易經).

„Mathematisch“ entsteht auf diese Weise eine binäre Struktur mit sechs Positionen.

Da jede Position zwei mögliche Zustände besitzt, ergeben sich V′(2, 6) = (2)⁶ = 64 geordnete Konstellationen.

Allgemein gilt für Variationen mit Wiederholung: V′(k, n) = kⁿ.

Dabei bezeichnet k die Anzahl der zur Verfügung stehenden Elemente und n die Anzahl der Stellen beziehungsweise die Klasse der Variation.

In diesem Fall gilt k = 2 und n = 6.

Die beiden Elemente sind (0) und (1), entsprechend Yin (陰) und Yang (陽).

Daraus folgt: V′(2, 6) = (2)⁶ = 64.

(Variationen 6. Klasse aus 2 Elementen „mit Wiederholung“ – wobei der kombinatorische Begriff der „Wiederholung“ hier ausschließlich die mathematische Struktur bezeichnet und nicht auf Qi (氣) als Vektorgröße übertragen werden kann).

Das I Ging (易經) führt die im Pa Kua (八卦) angelegte Ordnung zu einer wesentlich höheren Differenzierung weiter.

Die 64 Hexagramme (六十四卦) bilden unterschiedliche Konstellationen ab und eröffnen eine systematische Betrachtung der Gegenwart, Dialektik der Zustände, Beziehungen, Übergänge und Möglichkeiten des Wandels.

Der Unterschied zwischen Pa Kua (八卦) und I Ging (易經) liegt jedoch nicht allein in der Zahl ihrer möglichen Konstellationen.

Pa Kua (八卦) ordnet mit seinen acht Trigrammen grundlegende Strukturen des Yin–Yang (陰陽) und macht unterschiedliche Wirkungs- und Beziehungsverhältnisse sichtbar.

Das I Ging (易經) führt diese Ordnung weiter, indem es nicht nur differenziertere Zustände erfasst, sondern zugleich deren mögliche Veränderungen, Übergänge und Wandlungswege beschreibt.

Ein Zustand kann so in seiner gegenwärtigen Struktur betrachtet und zugleich daraufhin untersucht werden, wie er sich unter veränderten Bedingungen in eine andere Konstellation überführen kann.

Pa Kua (八卦) erschließt grundlegende Konstellationen und ihre Beziehungen, während das I Ging (易經) zusätzlich die möglichen Entwicklungs- und Wandlungswege dieser Konstellationen multidimensional sichtbar macht.

Wie die übrigen Ordnungslehren des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) besitzt auch das I Ging (易經) einen dialektischen Charakter.

Unter Dialektik wird in diesem Zusammenhang die Betrachtung der Wirklichkeit als ein Gefüge miteinander verbundener Konstanten, Zustände, Beziehungen, Prozesse und Wirkungen in ihrer Multidimensionalität verstanden, wobei diese mathematisch gedachten Wechselwirkungen die Veränderung hervorbringen.

Ein Zustand besteht nicht isoliert, sondern erhält seine Bedeutung aus seinen Beziehungen und aus den Möglichkeiten seiner Veränderung.

Bestehende Verhältnisse können sich verschieben, Wirkungen verändern und neue Konstellationen hervorbringen.

Gerade hierin liegt eine besondere Leistung des I Ging (易經):

Es betrachtet Wirklichkeit nicht nur als eine Ordnung verschiedener Zustände, sondern als fortlaufenden Prozess, in dem Zustände aus bestehenden Beziehungen hervorgehen und zugleich Möglichkeiten weiterer Veränderung in sich tragen.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) findet das I Ging (易經) ausschließlich aufgrund dieses Ordnungscharakters Anwendung.

Im Mittelpunkt stehen die strukturellen Gesetzmäßigkeiten, durch die Zustände und Beziehungen geordnet, Veränderungen nachvollzogen und Übergänge zwischen unterschiedlichen Konstellationen beschrieben werden können.

Ein bestehender Zustand wird dabei nicht isoliert betrachtet, sondern innerhalb jener Beziehungen und Wirkungszusammenhänge, aus denen er hervorgegangen ist und innerhalb derer weitere Veränderungen möglich werden.

Auf diese Weise fügt sich das I Ging (易經) unmittelbar in das Gefüge der übrigen Ordnungslehren ein.

  • Tai Chi (太極) – Das „höchste Äußerste“ – beschreibt Einheit und die Möglichkeit ihrer Differenzierung.
  • Yin–Yang (陰陽) – komplementäre, polare Wirkprinzipien – erschließt grundlegende, aufeinander bezogene Wirkungsformen.
  • Wu Xing (五行) – Die fünf Wandlungsphasen – beschreibt Wandlungsphasen, Wechselwirkungen und Übergänge.
  • Pa Kua (八卦) – Die acht Trigramme – ordnet unterschiedliche Konstellationen des Yin–Yang (陰陽) in acht grundlegenden Strukturen.
  • Das I Ging (易經) – Der Klassiker der Wandlungen – erweitert diese Ordnung auf 64 differenzierte Konstellationen und richtet den Blick auf deren Beziehungen, Veränderungen und Übergänge.

Auch die Verbindung zum Qi (氣) wird hier sichtbar.

Wird Qi (氣) im Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) als Prozess-, Handlungs- und Wirkprinzip sowie als Vektorgröße mit Intensität und Richtung gedacht, lassen sich die Strukturen des I Ging (易經) als Ordnungsmodelle unterschiedlicher Zustände und Wandlungsverläufe solcher Wirkungszusammenhänge betrachten.

Veränderungen einzelner Beziehungen können auf diese Weise als Übergänge innerhalb eines geordneten Gesamtgefüges erfasst werden.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Das I Ging (易經) erschließt innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) eine differenzierte Ordnung des Wandels, in der Zustände, Beziehungen und Veränderungen als miteinander verbundene Phasen eines fortlaufenden Prozesses betrachtet werden.

Die fünf Lehr- und Erscheinungsformen

Die grundlegenden Prinzipien und Ordnungslehren des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) erhalten ihre konkrete Gestalt in fünf Lehr- und Erscheinungsformen.

In ihnen werden die inneren Gesetzmäßigkeiten des Systems erfahrbar, vermittelbar und praktisch anwendbar.

Jede dieser Formen setzt eigene Schwerpunkte und eröffnet einen besonderen Zugang zur Lehre, bleibt jedoch in dieselbe übergeordnete Ordnung eingebunden.

Die fünf Lehr- und Erscheinungsformen:

  • Qi Kung (氣功) - „Arbeit mit Qi“
  • Nei Kung (內功) - „innere Arbeit“
  • Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) - „klassisches Tai Chi Chuan der Familie Chen“ | „klassische Traditionslinie Chen“
  • Xing Yi Chuan (形意拳) - „Faustkunst der Form und Intention“
  • Pa Kua Chang (八卦掌) - wörtlich „Handfläche der acht Trigramme“

bilden innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) besondere Betrachtungs-, Lehr- und Erscheinungsformen bestimmter Aspekte des Gesamtsystems.

Sie stehen auf der Grundlage derselben Prinzipien und Ordnungslehren und bringen diese – je nach Schwerpunktsetzung – in unterschiedlicher Weise zur Anschauung und Anwendung.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Die fünf Lehr- und Erscheinungsformen sind gleichwertige Ausprägungen eines gemeinsamen Systems.

Sie stehen in enger Beziehung zueinander, greifen ineinander und erschließen unterschiedliche Aspekte des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) in jeweils eigener Schwerpunktsetzung.

In ihnen treten die zuvor beschriebenen Zusammenhänge von:

  • Tao (道) – das oberste Prinzip
  • Qi (氣) – das Wirkprinzip
  • Tai Chi (太極 ) – Das „höchste Äußerste“
  • Yin–Yang (陰陽) – komplementäre, polare Wirkprinzipien
  • Wu Xing (五行) – Die fünf Wandlungsphasen
  • Pa Kua (八卦) – Die acht Trigramme
  • I Ging (易經) – Der Klassiker der Wandlungen

in unterschiedlicher Gewichtung und Ausprägung hervor.

Die theoretische Ordnung erhält auf diese Weise eine unmittelbar erfahrbare und anwendbare Form:

Prinzipien werden in Bewegung, Wahrnehmung, Entscheidung, Handlung und Wirkung überführt.

(Wahrnehmen → entscheiden → handeln → Wirkung erzeugen)

Qi Kung (氣功) und Nei Kung (內功) richten den Blick in besonderer Weise auf die Entwicklung und Anwendung innerer Prozesse und Wirkzusammenhänge.

Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳), Xing Yi Chuan (形意拳) und Pa Kua Chang (八卦掌) bringen dieselben grundlegenden Gesetzmäßigkeiten in jeweils eigener Bewegungs-, Handlungs- und Anwendungsstruktur zum Ausdruck.

Die Lehr- und Erscheinungsformen bilden die Brücke zwischen der inneren Ordnung des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) und ihrer konkreten Anwendung.

In ihnen wird aus Erkenntnis Handlung, aus Ordnung Bewegung und aus Prinzip gelebte Praxis.

Qi Kung (氣功) und Nei Kung (內功)

Qi Kung (氣功) und Nei Kung (內功) gehören innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) zu den fünf Lehr- und Erscheinungsformen.

Beide Bezeichnungen enthalten das Zeichen Kung (功), das für Arbeit, Entwicklung beziehungsweise eine durch fortgesetzte Praxis erworbene Fähigkeit steht und auch Bestandteil des Begriffs Kung Fu (功夫) ist.

Während Qi Kung (氣功) die Arbeit am und mit dem Qi (氣) in den Mittelpunkt stellt, richtet Nei Kung (內功) den Schwerpunkt auf die Entwicklung innerer Strukturen, Fähigkeiten und Wirkungszusammenhänge.

Die im Qian Li Wing Chun Chuan (乾 離 詠 春 拳) integrierten Qi Kung (氣功)- und Nei Kung (內功) Lehren werden in drei Hauptrichtungen entwickelt:

  • Qi Kung (氣功) und Nei Kung (內功) – I. – als Gesundheitslehre
  • Qi Kung (氣功) und Nei Kung (內功) – II. – als Kampfkunstlehre
  • Qi Kung (氣功) und Nei Kung (內功) – III. – als Philosophie und eine erweiterte Wahrnehmungs- und Erkenntnistheorie

Diese drei Hauptrichtungen erschließen unterschiedliche Schwerpunktsetzungen derselben Lehren und ihrer Anwendung innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳).

Je nach Ausrichtung treten gesundheitliche, kampfkunstbezogene oder philosophische Aspekte sowie Fragen der erweiterten Wahrnehmungs- und Erkenntnistheorie in den Vordergrund.

Die gemeinsamen Grundlagen bleiben dabei in das übergeordnete Lehrsystem des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) und seine Ordnungslehren eingebunden.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Qi Kung (氣功)

Qi Kung (氣功) ist innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) eine Lehr- und Erscheinungsform, in der die grundlegenden Prinzipien und Ordnungslehren des Systems unmittelbar in die Praxis überführt werden.

Im Mittelpunkt stehen die Schulung und Regulation des Körpers, der Atmung, der Aufmerksamkeit und des Qi (氣) sowie deren Zusammenwirken innerhalb eines gemeinsamen Wirkungszusammenhangs.

Der Begriff Qi Kung (氣功) lässt sich sinngemäß als „Arbeit am Qi (氣)“ verstehen. Qi (氣) bezeichnet innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) das Prozess-, Handlungs- und Wirkprinzip.

Qi Kung (氣功) bezeichnet folglich die systematische Arbeit mit jenen Prozessen und Wirkungen, die im Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unter Qi (氣) gefasst werden.

Im Qi Kung (氣功) finden die fünf Ordnungslehren des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) gemeinsam ihre praktische Anwendung.

Besonders unmittelbar tritt die Verbindung zum Qi (氣) hervor, das bereits im Namen dieser Lehrform enthalten ist.

Körper, Atmung, Aufmerksamkeit, Bewusstsein und Qi (氣) werden als miteinander verbundene Prozesse betrachtet, deren Zustände, Beziehungen, Wirkungen, Wechselwirkungen und Veränderungen innerhalb der übergeordneten Ordnung des Systems reguliert und entwickelt werden.

Die Bezeichnung Qi Kung (氣功) kennzeichnet einen besonderen Schwerpunkt dieser Lehrform.

Sie bedeutet keine ausschließliche Zuordnung zum Qi (氣).

Tai Chi (太極), Yin–Yang (陰陽), Wu Xing (五行), Pa Kua (八卦) und I Ging (易經) wirken ebenso in die Struktur, Regulation und Veränderung der Übungsprozesse hinein und erschließen unterschiedliche Aspekte desselben Wirkungszusammenhangs.

Im Qi Kung (氣功) werden diese Ordnungsprinzipien nicht lediglich theoretisch betrachtet, sondern angewendet.

Körperliche Zustände, Atmung, Aufmerksamkeit, Bewegung und Qi (氣) werden als miteinander verbundene Prozesse verstanden, deren Beziehungen reguliert, verändert und in ihrer Wirkung erfahren werden können.

Auf diese Weise erhält die innere Ordnung des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) eine konkrete, erfahrbare Form.

Qi Kung (氣功) macht auf diese Weise besonders sichtbar, wie die Prinzipien und Ordnungslehren des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) in der Arbeit mit Körper, Atmung, Aufmerksamkeit, Bewegung und Qi (氣) zu einer unmittelbar erfahrbaren und anwendbaren Praxis werden.

Nei Kung (內功)

Nei Kung (內功) bezeichnet die Kunst der „inneren Arbeit“ beziehungsweise der „inneren Fähigkeit“.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) umfasst Nei Kung (內功) Methoden zur Entwicklung der inneren Körperorganisation, der Koordination, der Atmung, der Wahrnehmung und der Kraftentfaltung.

Im Mittelpunkt steht das Zusammenwirken innerer Strukturen und Prozesse, aus dem Bewegung, Stabilität und Wirkung hervorgehen.

Das Zeichen Nei (內) bedeutet „innen“ beziehungsweise „innerlich“.

Nei Kung (內功) richtet den Blick entsprechend auf jene Vorgänge und Fähigkeiten, die einer äußerlich sichtbaren Bewegung oder Handlung zugrunde liegen.

Körperstruktur, Atmung, Koordination, Wahrnehmung und Kraft werden dabei als miteinander verbundene Bestandteile eines gemeinsamen Wirkungsprozesses entwickelt und aufeinander abgestimmt.

Auch im Nei Kung (內功) wirken die fünf Ordnungslehren des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) als zusammenhängendes Ordnungsgefüge.

Der Begriff Nei (內) weist bereits auf jene Schwerpunktsetzung hin, die innerhalb dieser Lehrform besonders hervortritt: die Entwicklung und Organisation innerer Strukturen, Koordination, Atmung, Wahrnehmung und Kraftentfaltung.

Die innere Körperorganisation wird als dynamischer Wirkungszusammenhang betrachtet.

Struktur, Spannung, Entspannung, Ausrichtung, Kraftentwicklung und Kraftübertragung stehen in gegenseitiger Beziehung, verändern sich fortwährend und müssen entsprechend der jeweiligen Handlung aufeinander abgestimmt werden.

Gerade hier werden die grundlegenden Gedanken von Ordnung, Polarität, Wandlung, Beziehung und Veränderung, wie sie durch Tai Chi (太極), Yin–Yang (陰陽), Wu Xing (五行), Pa Kua (八卦) und I Ging (易經) erschlossen werden, praktisch wirksam.

Die Bezeichnung Nei Kung (內功) kennzeichnet ebenfalls eine besondere Schwerpunktsetzung innerhalb des Gesamtsystems und keine isolierte Zuordnung zu einer einzelnen Ordnungslehre.

Alle fünf Ordnungslehren wirken gemeinsam in die innere Organisation, Koordination und Kraftentfaltung hinein und erschließen unterschiedliche Aspekte desselben Prozesses.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Nei Kung (內功) bringt auf diese Weise besonders jene Seite des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) zur Erscheinung, in der sich die innere Ordnung des Körpers zu koordinierter, gerichteter und veränderbarer Wirkung entwickelt.

Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳)

Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) ist innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) eine Lehr- und Erscheinungsform, in der insbesondere das Zusammenwirken komplementärer Zustände, die fortwährende Veränderung zwischen ihnen und die Verbindung fließender Bewegung mit dynamischer Kraftentfaltung hervortreten.

Bewegung und Wirkung entstehen aus dem Wechsel unterschiedlicher Qualitäten, die sich gegenseitig bedingen und innerhalb eines fortlaufenden Prozesses ineinander übergehen.

Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) bezeichnet die Chen-Tradition des Tai Chi Chuan. Sie verbindet „weiche“, fließende Bewegungen mit dynamischer Kraftentfaltung und dem Wechsel komplementärer Prinzipien.

Ruhe und Bewegung, Öffnen und Schließen, Nachgeben und Wirken, Sammeln und Freisetzen sowie weiche und kraftvolle Bewegungsqualitäten stehen dabei in fortwährender Beziehung zueinander.

Die lateinische Bezeichnung lautet Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳), während die chinesische Traditionsbezeichnung (陳氏太極拳) zusätzlich mit shì (氏) die Zugehörigkeit zur Chen-Familie beziehungsweise zur klassischen Chen-Traditionslinie ausdrückt, ohne dass dieses Zeichen im gebräuchlichen lateinischen Namen eigens wiedergegeben wird.

Charakteristisch für das klassische Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) ist die aus dem gesamten Körper organisierte, spiralförmig geführte Kraftentwicklung.

Bewegung entsteht aus einer verbundenen Körperstruktur, in der einzelne Bereiche nicht isoliert arbeiten, sondern Kraft aufnehmen, „speichern“, weiterleiten, transformieren und wieder freisetzen.

Eine besondere Bedeutung besitzt die multidimensionale Chan Si Jin (纏絲勁) bezeichnete als multidimensional spiralförmig organisierte Kraft.

Der Begriff setzt sich aus Chan (纏) – „winden beziehungsweise umwickeln“, Si (絲) – „Seide beziehungsweise Seidenfaden“ und Jin (勁) – „entwickelte beziehungsweise geschulte Kraft“ zusammen.

Er verweist auf das Bild des Auf- und Abwickelns eines Seidenfadens und beschreibt eine kontinuierliche, fein abgestimmte und zugleich spiralförmig, wachsende bzw. abnehmende, organisierte Kraftübertragung durch den verbundenen Körper, die sich in ihrer Spiralstruktur mit im Westen bekannten „fibonacciartigen Ordnungsstrukturen“ vergleichen lässt.

Ebenso kennzeichnend ist der Wechsel zwischen weichen, kontrollierten Bewegungen und plötzlich einsetzender dynamischer Kraftentfaltung.

In der als Fa Jin (發勁) bezeichneten explosiven Kraftfreisetzung verdichten sich Multidimensionalität, Struktur, Bewegung, Beschleunigung und Richtung zu einer kurzen, konzentrierten Wirkung.

„Langsame und schnelle“, „nachgebende und kraftvolle“ Bewegungsqualitäten stehen dadurch nicht nebeneinander, sondern gehen innerhalb eines fortlaufenden Prozesses ineinander über.

In kampf- und kriegskünstlerischen Auseinandersetzungen zeigt sich dies insbesondere im Wechsel zwischen „Aufnehmen und Abgeben“, „Nachgeben und Gegenwirken“, „Umleiten und unmittelbarer Kraftentfaltung“.

Eine einwirkende Kraft kann aufgenommen, verändert und in eine neue Wirkungsrichtung überführt werden.

Zugleich ermöglicht die geschlossene Körperorganisation, in geeigneten Momenten eine kurze und dynamische Kraft freizusetzen.

Im gesundheitlichen Bereich treten dieselben Grundprinzipien in anderer Gewichtung hervor.

Die kontinuierliche Verbindung des gesamten Körpers unterstützt Koordination, Gleichgewicht, Beweglichkeit, Körperwahrnehmung und eine kontrollierte Regulation von Spannung und Entspannung.

Die wechselnden Bewegungsqualitäten schulen zugleich die Fähigkeit, den Körper als zusammenhängende funktionale Einheit zu organisieren und an unterschiedliche Anforderungen anzupassen.

Auch aus wissenschaftlicher Perspektive bietet Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) einen anschaulichen Zugang zu Fragen der Ganzkörperkoordination, Kraftübertragung, Richtungsänderung, Stabilität und des Übergangs zwischen unterschiedlichen Bewegungs- und Wirkungszuständen.

Besonders deutlich wird, dass Wirkung nicht allein aus maximaler Muskelkraft entsteht, sondern aus dem koordinierten Zusammenspiel von Struktur, Bewegung, Beschleunigung, Geschwindigkeit, Masse, Richtung, Zeit und Kraftentfaltung in einer multidimensionalen Form der Energiefreisetzung.

Eine besonders enge begriffliche Verbindung besteht zur Ordnungslehre des Tai Chi (太極).

Tai Chi (太極) beschreibt die Einheit, aus der Differenzierung und komplementäre Wirkungsformen hervorgehen können.

Im Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) erhält dieser Gedanke eine unmittelbar körperliche und praktische Gestalt: unterschiedliche Zustände treten hervor, verändern ihr Verhältnis zueinander und gehen fortwährend ineinander über.

Dabei bleibt die bereits getroffene begriffliche Unterscheidung wesentlich: Tai Chi (太極) ist eine der fünf Ordnungslehren des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳), Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) hingegen eine seiner fünf Lehr- und Erscheinungsformen.

Die namentliche Verbindung kennzeichnet eine besonders hervortretende Beziehung, ohne Chen Tai Chi Chuan

(陳氏太極拳) ausschließlich dieser einen Ordnungslehre zuzuordnen.

Auch Yin–Yang (陰陽), Wu Xing (五行), Pa Kua (八卦) und I Ging (易經) wirken innerhalb des Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) als Bestandteile desselben Ordnungsgefüges.

Polarität und Wechselwirkung, Wandlungsprozesse, unterschiedliche Konstellationen sowie deren mögliche Übergänge finden in Bewegung und Anwendung ihren konkreten Ausdruck.

Alle fünf Ordnungslehren greifen auch hier ineinander und erschließen unterschiedliche Aspekte derselben Lehrform.

Besonders sichtbar wird im Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) der fortwährende Wechsel komplementärer Zustände.

Eine Bewegung kann sich öffnen und wieder schließen, Kraft kann aufgenommen und freigesetzt, Spannung aufgebaut und gelöst, Richtung verändert und eine bestehende Struktur in eine neue überführt werden.

Die Bewegung bleibt dadurch nicht in einer einzelnen Qualität gebunden, sondern entwickelt sich aus der fortwährenden Veränderung ihrer inneren Beziehungen.

Auch das Verständnis des Qi (氣) als Prozess-, Handlungs- und Wirkprinzip sowie als Vektorgröße mit Intensität und Richtung erhält im Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) eine unmittelbar praktische Bedeutung.

Wirkungen verändern sich in Stärke und Richtung, werden aufgenommen, umgeordnet, weitergeführt oder freigesetzt. Entscheidend ist die Fähigkeit, diese Veränderungen innerhalb eines zusammenhängenden Bewegungs- und Wirkungsprozesses zu organisieren.

Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) bringt auf diese Weise besonders jene Seite des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) zur Erscheinung, in der komplementäre Zustände, fließende Veränderung und dynamische Kraftentfaltung zu einem fortlaufenden, anpassungsfähigen Wirkungsprozess verbunden werden.

Xing Yi Chuan (形意拳)

Xing Yi Chuan (形意拳) ist innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) eine Lehr- und Erscheinungsform, in der insbesondere die Verbindung von körperlicher Struktur, Wahrnehmung, Intention, gerichteter Bewegung und explosiver Kraftentfaltung hervortritt.

Bewegung und Wirkung werden auf ein gemeinsames Ziel ausgerichtet und zu einer möglichst geschlossenen, unmittelbaren Handlung verbunden.

Der Name verweist bereits auf diesen Zusammenhang.

  • Xing (形) bezeichnet Form beziehungsweise körperliche Gestalt
  • Yi (意) die Intention, den Willen oder die geistige Ausrichtung
  • Chuan (拳) die Faust beziehungsweise Faustkunst

Sinngemäß lässt sich Xing Yi Chuan (形意拳) daher als „Faustkunst der Form und Intention“ verstehen.

Der Begriff bringt zum Ausdruck, dass körperliche Bewegung und innere Ausrichtung nicht getrennt voneinander wirken, sondern sich gegenseitig bestimmen.

Xing Yi Chuan (形意拳) ist durch direkte Bewegungswege, eine ausgeprägte Vorwärtsorientierung, geschlossene Ganzkörperkoordination, eine klare Kraftübertragung und eine besonders explosive Form der Kraftentfaltung geprägt.

Die Wirkung entsteht nicht aus der isolierten Kraft einzelner Muskeln, sondern aus dem koordinierten Zusammenwirken der Struktur, Bewegung, Beschleunigung, Richtung und Intention.

Kraft wird über den gesamten Körper organisiert und in einem möglichst kurzen Zeitraum auf eine klar bestimmte Wirkungsrichtung konzentriert und wird als Zeitfunktion gedacht.

Gerade diese Verbindung verleiht dem Xing Yi Chuan (形意拳) seine charakteristische Explosivität.

Eine Bewegung soll nicht nur schnell oder kräftig sein, sondern so konzipiert sein, dass die gerichtete Kraft in einer geschlossenen Form übertragen wird.

Körperstruktur, Bewegungsrichtung und Intention werden hierzu so miteinander verbunden, dass aus ihrer Einheit eine unmittelbare und konzentrierte Wirkung hervorgeht.

Im kampf- und kriegskünstlerischen Zusammenhang zeigt sich diese Ausrichtung vor allem in der Fähigkeit, Distanz unmittelbar zu überwinden, Initiative zu übernehmen, Kraft ohne unnötige Umwege in eine klar bestimmte Richtung zu übertragen und den Zeitpunkt der Wirkung gezielt zu bestimmen.

Direktheit, Entschlossenheit und explosive Ganzkörperkraft treten hier besonders deutlich hervor.

Im gesundheitlichen Bereich stehen dieselben Grundprinzipien in einem anderen Zusammenhang.

Die koordinierte Verbindung des gesamten Körpers fördert insbesondere Körperorganisation, Stabilität, Gleichgewicht, Koordination und die Fähigkeit, Kraft kontrolliert aufzubauen, zu übertragen und wieder zu lösen.

Die Verbindung von Bewegung und Intention schult zugleich die bewusste Steuerung komplexer Bewegungsabläufe.

Auch in der wissenschaftlichen Betrachtung des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) bietet Xing Yi Chuan (形意拳) einen besonders anschaulichen Zugang zu Fragen der Kraftübertragung, Beschleunigung, Richtung, Stabilität und Ganzkörperkoordination.

Die explosive Wirkung lässt sich als Ergebnis einer möglichst präzisen Abstimmung mehrerer gleichzeitig wirkender Faktoren betrachten.

Eine besondere Verbindung besteht zum Wu Xing (五行).

In der traditionellen Struktur des Xing Yi Chuan (形意拳) werden grundlegende Bewegungs- und Kraftprinzipien mit den fünf Wandlungsphasen (五行) in Beziehung gesetzt.

Die fünf Phasen (五行) beschreiben dabei unterschiedliche Qualitäten des Wirkens und Wandels und eröffnen einen Ordnungsrahmen, innerhalb dessen verschiedene Formen der Kraftentfaltung, Veränderung und Wechselwirkung betrachtet werden können.

Diese Verbindung kennzeichnet jedoch nur einen besonders hervortretenden Zusammenhang.

Tai Chi (太極), Yin–Yang (陰陽), Pa Kua (八卦) und I Ging (易經) wirken ebenso innerhalb des Xing Yi Chuan (形意拳) und erschließen weitere Aspekte der Einheit und Differenzierung, Wechselwirkung, Konstellation und Veränderung.

Alle fünf Ordnungslehren greifen auch hier als Bestandteile desselben Gesamtgefüges ineinander.

Besonders deutlich wird im Xing Yi Chuan (形意拳) zugleich die Bedeutung des Yi (意) – der Intention.

Die körperliche Form erhält ihre Richtung aus der geistigen Ausrichtung der Handlung.

Bewegung entsteht nicht unabhängig vom Willen, sondern wird durch diesen vorbereitet, geführt und auf ein konkretes Wirkungsziel ausgerichtet. Xing (形) und Yi (意) – Form und Intention – werden zu einem gemeinsamen Handlungsprozess verbunden.

Auch das Verständnis des Qi (氣) als Prozess-, Handlungs- und Wirkprinzip sowie als Vektorgröße mit Intensität und Richtung erhält im Xing Yi Chuan (形意拳) eine unmittelbar erkennbare Bedeutung.

Die charakteristische explosive Kraftentfaltung verbindet hohe Intensität mit einer präzisen Wirkungsrichtung.

Wirkung entsteht dort, wo Struktur, Intention, Bewegung, Beschleunigung und Richtung zu einer geschlossenen Handlung zusammenfinden.

Xing Yi Chuan (形意拳) bringt auf diese Weise besonders jene Seite des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) zur Erscheinung, in der Form, Intention, Struktur, Richtung und explosive Kraftentfaltung zu einer unmittelbaren und wirkungsvollen Einheit verbunden werden.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Pa Kua Chang (八卦掌)

Pa Kua Chang (八卦掌) ist innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) eine Lehr- und Erscheinungsform, in der insbesondere die Prinzipien der Veränderung, Ausrichtung, Beziehung, Positionierung und fortwährenden Anpassung in Bewegung und Handlung zur Anwendung gelangen.

Charakteristisch sind fließende Bewegungsfolgen, Veränderungen der Richtung und der Position sowie die Fähigkeit, bestehende Konstellationen fortlaufend neu zu ordnen.

Der Name verweist unmittelbar auf die Ordnungslehre des Pa Kua (八卦).

Pa Kua (八卦) bezeichnet die acht Trigramme (八卦), Chang (掌) bedeutet „Handfläche“ beziehungsweise „Hand“.

Der Begriff lässt sich daher sinngemäß als „Handflächenkunst der acht Trigramme“ wiedergeben.

Pa Kua Chang (八卦掌) ist durch kontinuierliche Bewegung, ausgeprägte Richtungs- und Positionswechsel, fließende Übergänge, spiralförmige Bewegungsprinzipien und den charakteristischen Einsatz offener Handtechniken geprägt.

Ein wesentliches Merkmal ist die Fähigkeit, die eigene Struktur und Bewegungsrichtung fortwährend an veränderte räumliche und situative Bedingungen anzupassen und dabei ohne Unterbrechung von einer Konstellation in die nächste überzugehen.

Im kampf- und kriegskünstlerischen Zusammenhang zeigt sich dies insbesondere im Verändern der Winkel (Einstellungen), Distanzen und Angriffslinien, im Umgehen und Neupositionieren sowie in der Fähigkeit, auf Veränderungen des Gegenübers unmittelbar mit einer neuen Bewegungs- und Wirkungsrichtung zu (re)-agieren.

Im gesundheitlichen Bereich treten dieselben Prinzipien insbesondere in der Schulung von Koordination, Gleichgewicht, Beweglichkeit, räumlicher Orientierung und zusammenhängender Ganzkörperbewegung hervor.

Die Verbindung zur Ordnungslehre des Pa Kua (八卦) tritt in dieser Lehrform besonders deutlich hervor.

Die acht Trigramme (八卦) beschreiben unterschiedliche Konstellationen des Yin–Yang (陰陽) und deren Beziehungen zueinander.

Im Pa Kua Chang (八卦掌) wird dieser Gedanke in Bewegung übertragen: Positionen, Richtungen und Wirkungsverhältnisse verändern sich fortwährend und werden entsprechend der jeweiligen Situation neu miteinander verbunden.

Entscheidend ist nicht das Festhalten an einer einzelnen Struktur, sondern die Fähigkeit, aus einer bestehenden Konstellation in eine andere überzugehen und dabei den Zusammenhang der Bewegung zu bewahren.

Die namentliche Verbindung mit Pa Kua (八卦) kennzeichnet eine besondere Schwerpunktsetzung, jedoch keine ausschließliche Zuordnung zu dieser einen Ordnungslehre.

Auch Tai Chi (太極), Yin–Yang (陰陽), Wu Xing (五行) und I Ging (易經) wirken innerhalb des Pa Kua Chang (八卦掌) als Bestandteile desselben Ordnungsgefüges.

Einheit und Differenzierung, Polarität, Wandlungsprozesse, Konstellationen und mögliche Übergänge greifen in der praktischen Anwendung ineinander.

Besonders sichtbar wird dabei der Gedanke des Wandels innerhalb bestehender Beziehungen.

Bewegung verändert Position, Position verändert Richtung, Richtung verändert Distanz, Distanz verändert Ausrichtung, Ausrichtung verändert das Verhältnis zum Gegenüber und aus dieser Veränderung entsteht eine neue Handlungsmöglichkeit.

Pa Kua Chang (八卦掌) macht diesen fortlaufenden Prozess körperlich und praktisch erfahrbar.

Auch das Verständnis des Qi (氣) als Prozess-, Handlungs- und Wirkprinzip sowie als Vektorgröße mit Intensität und Richtung erhält im Pa Kua Chang (八卦掌) eine unmittelbar räumliche Dimension.

Wirkung ist nicht allein eine Frage der Stärke, sondern ebenso der Richtung, der Position, der Distanz und des jeweiligen Beziehungsgefüges, innerhalb dessen sie entsteht.

Pa Kua Chang (八卦掌) bringt auf diese Weise besonders jene Seite des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) zur Erscheinung, in der Bewegung, Position, Richtung, Beziehung und Wandel zu einem fortlaufenden, anpassungsfähigen Wirkungsprozess verbunden werden.

Die acht Ausdrucksformen

Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) – Die Kampfkunst des Himmels und des Feuers entfaltet sich als geschlossenes System, dessen grundlegende Prinzipien und Ordnungslehren in unterschiedlichen Lebens-, Handlungs- und Erkenntnisbereichen wirksam werden.

Was sich verändert, ist nicht die Grundlage der Lehre, sondern der Zusammenhang, in dem ihre Gesetzmäßigkeiten hervortreten und zur Anwendung gelangen.

Aus diesem gemeinsamen Fundament entwickeln sich die acht Ausdrucksformen des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳):

  • Gesundheit und Heilkunde
  • Kampfkunst
  • Kriegskunst
  • Sicherheitslehre
  • Waffenlehre
  • Wissenschaft
  • Kunst
  • Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre

Jede dieser Ausdrucksformen eröffnet einen eigenen Zugang zum Gesamtsystem und richtet den Blick auf besondere Aufgaben, Anforderungen und Wirkungszusammenhänge.

Tao (道), Qi (氣) und die fünf Ordnungslehren bilden dabei die gemeinsame innere Grundlage.

Auch die fünf Lehr- und Erscheinungsformen – Qi Kung (氣功), Nei Kung (內功), Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳), Xing Yi Chuan (形意拳) und Pa Kua Chang (八卦掌) – durchziehen alle acht Ausdrucksformen und treten dort entsprechend der jeweiligen Zielsetzung mit unterschiedlicher Gewichtung hervor.

Keine Lehr- und Erscheinungsform gehört ausschließlich einem einzigen Bereich an; vielmehr erschließen sie innerhalb der verschiedenen Ausdrucksformen jeweils andere Seiten desselben Systems.

So können dieselben Bewegungs-, Ordnungs- und Wirkprinzipien im gesundheitlichen Zusammenhang der Regulation und Entwicklung dienen, in der Kampfkunst unmittelbare körperliche Wirkung entfalten, in der Sicherheitslehre Schutz und Handlungsfähigkeit unterstützen oder in Wissenschaft und Erkenntnis als Gegenstand systematischer Betrachtung und Analyse hervortreten.

Gerade in dieser Vielgestaltigkeit zeigt sich die innere Einheit des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳):

Dieselben Grundlagen tragen alle acht Ausdrucksformen, während sich ihre konkrete Bedeutung aus dem jeweiligen Zusammenhang erschließt.

Der tiefe Anspruch der Kampfkünste

Der Anspruch einer umfassenden Kampfkunst reicht weit über die Fähigkeit hinaus, sich in einer körperlichen Auseinandersetzung behaupten zu können.

Sie muss den Menschen als Ganzes erfassen und zugleich den Anforderungen von Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Wahrnehmung, Handlung und Wirkung gerecht werden.

Gerade dort, wo körperliche Entwicklung, Regeneration und Prävention mit den Erfordernissen einer wirksamen Kampfkunst zusammentreffen, zeigt sich, wie anspruchsvoll eine solche Verbindung tatsächlich ist.

Heute begegnet man einer kaum überschaubaren Vielzahl an Konzepten, Methoden und Verfahren, die Gesundheit, Leistungsfähigkeit und persönliche Entwicklung fördern sollen.

Viele betrachten einzelne Teilbereiche sehr differenziert, verlieren jedoch leicht den Zusammenhang aus dem Blick, in dem Körper, Bewegung, Wahrnehmung, Belastung, Regeneration und Handlung miteinander stehen.

Der tiefere Anspruch liegt daher nicht allein in der Entwicklung einzelner Fähigkeiten, sondern auch in ihrer geordneten Verbindung innerhalb eines übergreifenden Systems.

Kampfkunst und Gesundheit gleichen dabei bisweilen Schlange und Tiger, die umeinanderkreisen.

Beide stehen in enger Beziehung zueinander und folgen doch unterschiedlichen Anforderungen.

Eine Kampfkunst muss im entscheidenden Augenblick wirksam, unmittelbar und belastbar sein.

Eine Gesundheitslehre richtet sich auf Erhaltung, Regulation, Prävention, Regeneration und langfristige Entwicklung.

Die eigentliche Herausforderung besteht darin, beide Ansprüche so miteinander zu verbinden, dass Wirksamkeit und Gesundheit einander ergänzen und innerhalb derselben Lehre ihren Platz finden.

Im Qian Li Wing Chun Chuan (乾 離 詠 春 拳) bilden Gesundheit und Kampfkunst deshalb zwei Ausdrucksformen eines wesentlich umfassenderen Systems.

Dieselben Grundlagen, die im Bereich Gesundheit und Heilkunde der Regulation, Stabilisierung und Entwicklung dienen, erscheinen in der Kampfkunst unter den Bedingungen unmittelbarer körperlicher Auseinandersetzung und in der Kriegskunst innerhalb erweiterter strategischer, taktischer und situativer Zusammenhänge.

In der Sicherheitslehre richten sich dieselben Prinzipien auf Schutz, Gefahrenbeurteilung und angemessenes Handeln.

Die Waffenlehre erweitert ihre Anwendung auf Gegenstände, Waffen und Werkzeuge sowie auf die daraus entstehenden Bewegungs-, Richtungs- und Wirkungszusammenhänge.

In der Wissenschaft werden dieselben Gesetzmäßigkeiten beobachtet, geordnet, analysiert und in ihren Zusammenhängen untersucht.

In der Kunst treten sie als Gestaltung, Ausdruck, Wahrnehmung und schöpferischer Prozess hervor.

Die Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre richtet den Blick schließlich auf Wahrnehmung, Verarbeitung, Lernen, Erinnerung und die Entwicklung geistiger Fähigkeiten.

Der tiefe Anspruch des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) liegt daher gerade in der Verbindung dieser unterschiedlichen Ausdrucksformen.

Gesundheit, Kampf, Strategie, Schutz, Werkzeuggebrauch, Wissenschaft, Kunst und Erkenntnis erscheinen als verschiedene Wirkungsfelder derselben grundlegenden Ordnung.

Was sich verändert, sind Aufgabe, Schwerpunkt und konkrete Anwendung – die Prinzipien, aus denen sie hervorgehen, bleiben miteinander verbunden.

1. Gesundheit und Heilkunde

Gesundheit und Heilkunde bilden eine der acht Ausdrucksformen des Qian Li Wing Chun Chuan (乾 離 詠 春 拳).

In diesem Bereich richtet sich die Lehre auf die Erhaltung und Stärkung der Gesundheit sowie auf die Unterstützung von Heilungs-, Erholungs- und Regenerationsprozessen.

Gesundheit gehört zu den fundamentalen und unumgänglichen Voraussetzungen für Leistungsfähigkeit, Entwicklung und die erfolgreiche Gestaltung des eigenen Lebens.

Ein grundlegender Anspruch des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) liegt seit jeher im Vorrang der Gesunderhaltung gegenüber der Heilung.

Gesundheit soll möglichst erhalten und gefestigt werden, bevor Erkrankungen oder funktionelle Einschränkungen entstehen.

Wo gesundheitliche Beeinträchtigungen bereits bestehen, richtet sich die Lehre darauf, die vorhandenen Fähigkeiten und natürlichen Prozesse des Organismus bestmöglich zu unterstützen.

Dabei wird der Mensch nicht in voneinander getrennte Einzelbereiche aufgeteilt.

Körper, Atmung, Bewegung, Ernährung, Wahrnehmung, psychische Verfassung und die inneren Wirkungszusammenhänge des Organismus werden als miteinander verbundene Bestandteile eines gemeinsamen Ganzen betrachtet.

Wie in allen Ausdrucksformen des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) bilden Tao (道), Qi (氣) und die fünf Ordnungslehren – Tai Chi (太極), Yin–Yang (陰陽), Wu Xing (五行), Pa Kua (八卦) und I Ging (易經) – die gemeinsame Grundlage.

Ihre praktische Ausprägung findet die Gesundheits- und Heilkunde zugleich in den fünf Lehr- und Erscheinungsformen Qi Kung (氣功), Nei Kung (內功), Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳), Xing Yi Chuan (形意拳) und Pa Kua Chang (八卦掌), die innerhalb dieses Bereichs jeweils eigene gesundheitliche Schwerpunkte entfalten.

Innerhalb der Gesundheits- und Heilkunde erschließen sie insbesondere die Beziehungen zwischen Zustand und Veränderung, Belastung und Erholung, Gleichgewicht und Störung sowie den unterschiedlichen Prozessen, durch die Gesundheit erhalten oder wiederhergestellt werden kann.

Die diesem Verständnis zugrunde liegende traditionelle Auffassung wird in einer überlieferten Aussage taoistischer Meister zusammengefasst:

„Wenn man eine Krankheit hat, dann wird diese Kunst sie heilen – wenn nicht, dann will sie die Gesundheit kräftigen und das Leben verlängern.“

Klassische chinesische Medizin

Einen wesentlichen Bezugsrahmen der Ausdrucksform Gesundheit und Heilkunde bildet die klassische chinesische Medizin. Gemeint sind jene historisch überlieferten medizinischen Lehr- und Wissenstraditionen, die der umfassenden staatlichen Vereinheitlichung und Standardisierung chinesischer Medizin im 20. Jahrhundert vorausgingen.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) steht diese medizinische Tradition nicht außerhalb der übrigen Lehre.

Auch ihre spezifischen Modelle, Methoden und Anwendungen lassen sich auf dieselben fundamentalen Prinzipien zurückführen, auf denen das gesamte System beruht:

Tao (道), Qi (氣) sowie die fünf Ordnungslehren Tai Chi (太極), Yin–Yang (陰陽), Wu Xing (五行), Pa Kua (八卦) und I Ging (易經).

Dabei wirken diese Grundlagen nicht in jedem medizinischen Bereich in gleicher Unmittelbarkeit.

Besonders deutlich treten Qi (氣), Yin–Yang (陰陽) und Wu Xing (五行) in den klassischen medizinischen Lehren hervor. Andere Ordnungslehren erschließen übergeordnete Strukturen der Einheit und Differenzierung, Konstellation, Beziehung und Wandel.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) bilden sie gemeinsam jenen umfassenden Ordnungsrahmen, aus dem heraus auch gesundheitliche und heilkundliche Zusammenhänge betrachtet werden.

Aus diesen fundamentalen Prinzipien entwickeln sich innerhalb der chinesischen Medizin stärker spezialisierte medizinische Modelle.

Dazu gehören insbesondere die Zang Fu (臟腑) Lehre der funktionellen Organzusammenhänge, die Jing Luo (經絡) Lehre der Leitbahnen, die Lehren von Qi (氣), Xue (血) und Jin Ye (津液) – Qi, Blut und Körperflüssigkeiten – sowie die Differenzierung der Zustands- und Krankheitsmuster.

Einen umfassenderen Bezugsrahmen für das Verständnis des Menschen bildet zugleich die traditionelle Verbindung von Jing (精), Qi (氣) und Shen (神) – Essenz, Qi und geistig-seelischer Dimension.

Diese medizinischen Modelle bilden keine von den grundlegenden Prinzipien getrennte zweite Ordnung, sondern konkretisieren sie für die Betrachtung des menschlichen Organismus.

So lässt sich beispielsweise die funktionelle Beziehung körperlicher Bereiche über Yin–Yang (陰陽) und Wu Xing (五行) ordnen;

Veränderungen von Qi (氣), Blut und Körperflüssigkeiten werden als Prozesse und Wirkungszusammenhänge betrachtet;

Zang Fu (臟腑) und Jing Luo (經絡) beschreiben funktionelle Beziehungen innerhalb des Organismus;

die Differenzierung eines bestehenden Zustandes dient schließlich dazu, diese unterschiedlichen Zusammenhänge zu erfassen und in ihrer jeweiligen Konstellation zu beurteilen.

Die klassische chinesische Medizin betrachtet den Menschen als ein dynamisches Gefüge miteinander verbundener Zustände, Funktionen, Beziehungen, zeitlicher Rhythmen und Wandlungsprozesse.

Körperliche Vorgänge, Ernährung, Atmung, Bewegung, psychische Verfassung, Lebensweise und äußere Bedingungen können innerhalb dieses Verständnisses nicht vollständig voneinander getrennt betrachtet werden, weil Veränderungen eines Bereichs auch andere Bereiche beeinflussen.

Gerade hierin besteht die Verbindung zum übergeordneten Lehrverständnis des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳):

Die spezialisierten medizinischen Lehren beschreiben unterschiedliche Ausschnitte und Anwendungsebenen derselben grundlegenden Ordnung.

Je spezifischer die medizinische Betrachtung wird, desto stärker differenziert sich die Lehre aus; ihre fundamentalen Prinzipien bleiben jedoch dieselben.

Aus diesem Zusammenhang erschließen sich innerhalb der Gesundheits- und Heilkunde folgende Bereiche:

Diese Bereiche bilden unterschiedliche Zugänge zu demselben gesundheitlichen Lehrzusammenhang und werden innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) auf der Grundlage seiner gemeinsamen Prinzipien und Ordnungslehren betrachtet.

Jing (精) – Qi (氣) – Shen (神)

Jing (精) – Qi (氣) – Shen (神) bezeichnet einen grundlegenden Zusammenhang des traditionellen chinesischen Verständnisses des Menschen.

Die drei Begriffe beschreiben unterschiedliche, zugleich eng miteinander verbundene Seiten menschlicher Existenz und bilden gemeinsam einen Bezugsrahmen für körperliche Voraussetzungen, dynamische Wirkungsprozesse sowie mentale und psychische Vorgänge.

Jing (精) bezeichnet die Essenz und damit jene grundlegenden körperlichen und konstitutionellen Voraussetzungen, aus denen Entwicklung, Erhaltung und Erneuerung hervorgehen.

Im gesundheitlichen Zusammenhang steht Jing (精) insbesondere für die materielle und substanzielle Grundlage des Organismus.

Qi (氣) bezeichnet innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) das Prozess-, Handlungs- und Wirkprinzip.

Qi (氣) verbindet Zustände und Veränderungen miteinander, vermittelt Wirkungen und beschreibt die dynamische Seite jener Prozesse, durch die sich körperliche und geistige Vorgänge vollziehen.

Shen (神) bezeichnet die Dimension des Bewusstseins und der psychischen Verfassung des Menschen.

Dazu gehören insbesondere Bewusstsein, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, geistige Klarheit und emotionale Zustände.

Die Bedeutung von Jing (精), Qi (氣) und Shen (神) erschließt sich aus ihrem Zusammenwirken.

Körperliche Voraussetzungen, Wirkungsprozesse und geistige Zustände stehen in fortwährender Beziehung zueinander und können sich gegenseitig beeinflussen.

Veränderungen eines Bereichs können daher auch in den anderen Bereichen sichtbar werden.

Für die Gesundheits- und Heilkunde des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) eröffnet Jing (精) – Qi (氣) – Shen (神) einen besonders umfassenden Zugang zum Menschen.

Gesundheit erscheint dabei als Ergebnis des Zusammenwirkens körperlicher Voraussetzungen, dynamischer Wirkungsprozesse, mentaler Zustände, psychischer Zustände und sozialer Einflüsse.

Dieser Dreiklang ergänzt die zuvor beschriebenen medizinischen Modelle der klassischen chinesischen Medizin um eine weiter gefasste Perspektive auf den Menschen.

Während Zang Fu (臟腑), Jing Luo (經絡) sowie Qi (氣), Xue (血) und Jin Ye (津液) stärker bestimmte funktionelle und körperliche Zusammenhänge differenzieren, richtet

Jing (精) – Qi (氣) – Shen (神) den Blick auf die Beziehung zwischen körperlicher Grundlage, dynamischer Wirkung und geistiger Dimension.

Qi (氣) erscheint dabei in beiden Zusammenhängen, jedoch in unterschiedlicher systematischer Funktion: innerhalb von Qi (氣), Xue (血) und Jin Ye (津液) als eine der grundlegenden Wirkgrößen, innerhalb von Jing (精) – Qi (氣) – Shen (神) als verbindende dynamische Ebene zwischen Jing (精) und Shen (神).

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) bildet Jing (精) – Qi (氣) – Shen (神) deshalb einen wichtigen Bezugsrahmen für das Verständnis der Gesundheits- und Heilkunde und zugleich eine Verbindung zwischen körperlichen, energetischen und geistigen Aspekten derselben Lehre.

Die acht Bereiche der Gesundheits- und Heilkunde

Die folgenden Zuordnungen zeigen, welche Prinzipien, Ordnungslehren, Lehr- und Erscheinungsformen sowie medizinischen Modelle in den einzelnen Bereichen der Gesundheits- und Heilkunde besonders hervortreten.

Sie beschreiben Schwerpunktsetzungen innerhalb eines gemeinsamen Lehrgefüges, in dem die einzelnen Bereiche miteinander verbunden bleiben und sich gegenseitig ergänzen.

Die Gesundheitslehre befasst sich mit den Voraussetzungen und Zusammenhängen, die Gesundheit, Belastbarkeit, Erholungsfähigkeit und langfristige Funktionsfähigkeit des Menschen beeinflussen.

Sie berücksichtigt dabei körperliche Voraussetzungen, Lebensweise, Bewegung, Atmung, Ernährung, Wahrnehmung sowie dazugehörige mentale und psychische Zustände und betrachtet deren gegenseitige Beziehungen.

Besonders eng verbunden ist die Gesundheitslehre mit Qi (氣), Yin–Yang (陰陽), Wu Xing (五行) und Jing (精) – Qi (氣) – Shen (神).

Innerhalb der klassischen chinesischen Medizin werden diese Zusammenhänge unter anderem durch Zang Fu (臟腑), Jing Luo (經絡) sowie Qi (氣), Xue (血) und Jin Ye (津液) weiter ausdifferenziert.

Alle fünf Lehr- und Erscheinungsformen tragen zur Gesundheitslehre bei.

Besonders deutlich zeigen sich gesundheitliche Schwerpunktsetzungen in Qi Kung (氣功), Nei Kung (內功) und Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳), während Pa Kua Chang (八卦掌) und Xing Yi Chuan (形意拳) über ihre jeweiligen Formen der Körperorganisation, Bewegung und Kraftentwicklung gesundheitlich wirksam werden.

Die Atmungslehre befasst sich mit der Wahrnehmung, Schulung und gezielten Veränderung der Atmung in Ruhe, Bewegung und unter unterschiedlichen körperlichen und mentalen Anforderungen.

Dabei geht es nicht nur um die Atemtechnik selbst, sondern um ihr Zusammenwirken mit Körperhaltung, Bewegung, Aufmerksamkeit, Spannung, Entspannung und Leistungszustand.

Sie steht in besonders enger Verbindung mit Qi (氣), Yin–Yang (陰陽) und Jing (精) – Qi (氣) – Shen (神).

Der fortwährende Wechsel von Ein- und Ausatmung, Aktivierung und Beruhigung sowie Spannung und Entspannung lässt sich insbesondere im Zusammenhang mit Yin–Yang (陰陽) erfassen.

Unter den Lehr- und Erscheinungsformen sind vor allem Qi Kung (氣功) und Nei Kung (內功) eng mit der Atmungslehre verbunden.

Auch im Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) bildet die abgestimmte Verbindung von Atmung, Bewegung und Körperorganisation einen wesentlichen Bestandteil der Praxis.

Die Bewegungslehre gehört zu den grundlegenden Bereichen des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳), denn nahezu jede praktische Anwendung des Systems verwirklicht sich durch „Bewegung“.

Sie umfasst daher weit mehr als das Erlernen einzelner Bewegungsabläufe oder Techniken.

Gegenstand sind Körperorganisation, Haltung, Gleichgewicht, Achsen und Gelenkstellungen, Koordination, Bewegungsrichtung, Geschwindigkeit, Beschleunigung, Kraftübertragung, Belastung und Entlastung sowie der Übergang von einer Bewegung in die nächste.

Bewegung wird als zusammenhängender Wirkungsprozess betrachtet.

Eine Handlung entsteht aus dem Zusammenspiel von Körperstruktur, Wahrnehmung, Intention, Atmung, Richtung und Kraftentwicklung.

Entscheidend ist daher nicht allein, welche Bewegung ausgeführt wird, sondern ebenso, wie sie entsteht, wie sie durch den Körper geführt wird, welche Richtung und Wirkung sie besitzt und wie sie sich an veränderte Bedingungen anpassen lässt.

Hier greifen die grundlegenden Prinzipien des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unmittelbar ineinander.

Das Verständnis des Qi (氣) als Vektorgröße macht Intensität und Richtung einer Wirkung beschreibbar und übermittelt und trägt die Informationen.

Tai Chi (太極) erschließt die Beziehung von Einheit und Differenzierung innerhalb einer Bewegung, während Yin–Yang (陰陽) unter anderem im Wechsel von Spannung und Entspannung, Öffnen und Schließen, Stabilität und Beweglichkeit oder Aufnehmen und Abgeben sichtbar wird.

Wu Xing (五行) beschreibt Wandlung und Übergänge zwischen unterschiedlichen Bewegungs- und Wirkungsqualitäten.

Pa Kua (八卦) richtet den Blick besonders auf räumliche Beziehungen, Richtungen, Winkel, Distanzen und Positionsveränderungen, während das I Ging (易經) die Veränderung bestehender Konstellationen und den Übergang in neue Bewegungs- und Handlungssituationen erschließt.

In den fünf Lehr- und Erscheinungsformen erhält die Bewegungslehre jeweils eine andere Ausprägung.

Qi Kung (氣功) und Nei Kung (內功) entwickeln insbesondere die innere Organisation, Haltung und Verbindung des Körpers.

Pa Kua Chang (八卦掌) macht Richtungs-, Positions- und Beziehungswechsel besonders deutlich,

Xing Yi Chuan (形意拳) die Verbindung von Struktur, Intention, Koordination, gerichteter Bewegung und explosiver Kraftentfaltung und

Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) das kontinuierliche Zusammenspiel fließender, spiralförmig organisierter Bewegung mit wechselnden Kraft- und Spannungszuständen.

Die Bewegungslehre bildet deshalb innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) keinen isolierten Teilbereich.

Sie ist eines der zentralen Felder, in denen die grundlegenden Prinzipien und Ordnungslehren des Systems unmittelbar körperlich sichtbar, erfahrbar und anwendbar werden.

Die Energielehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) gründet auf dem besonderen Verständnis des Qi (氣) als Prozess-, Handlungs- und Wirkprinzip.

Qi (氣) wird dabei als Vektorgröße gedacht:

Eine Wirkung besitzt Intensität und Richtung, kann verändert, weitergeleitet und auf ein bestimmtes Ziel ausgerichtet werden. Zugleich wird Qi (氣) auch als Träger von Information innerhalb von Wirkungs- und Veränderungsprozessen verstanden.

Die Lehre bleibt nicht bei dieser theoretischen Bestimmung.

Der Praktizierende lernt zunächst:

  • Qi (氣) als reale Wirkung wahrzunehmen,
  • zwischen unterschiedlichen Zuständen zu unterscheiden und
  • Veränderungen bewusst hervorzurufen.
  • Im weiteren Verlauf werden die Führung des Qi (氣) durch den Körper,
  • die Veränderung seines Wirkungsniveaus und
  • die gezielte Ausrichtung auf einzelne Körperbereiche vermittelt.

Hier verbinden sich Energielehre, Atmungslehre und Körperorganisation unmittelbar miteinander.

Eine funktionell angemessene Körperhaltung und die taoistische Atmung schaffen innerhalb der Lehre die Voraussetzungen dafür, dass Qi (氣) ungehindert geführt und seine Wirkung gezielt verändert werden kann.

Besonders deutlich wird die Energielehre deshalb in Qi Kung (氣功) und Nei Kung (內功).

Der überlieferte Gesundheitslehrplan führt vom ersten bewussten Energiegefühl über die Führung des Qi (氣) durch den gesamten Körper bis zur gezielten Lenkung in einzelne Körperbereiche.

Innerhalb der klassischen chinesischen Medizin wird dieser Zusammenhang zusätzlich durch:

Jing Luo (經絡) – Lehre der Leitbahnen sowie

die Lehren von Qi (氣) – Qi, Xue (血) – Blut und Jin Ye (津液) – Körperflüssigkeiten (Qi, Blut und Körperflüssigkeiten) differenziert.

Die Ernährungslehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) betrachtet Nahrung nicht allein nach Menge, Nährstoffgehalt oder Energiezufuhr, sondern auch nach den funktionellen Wirkungen, die Nahrungsmittel innerhalb des Organismus entfalten können.

In der klassischen chinesischen Ernährungslehre werden dabei unter anderem ihre thermische Qualität, ihre Geschmacksrichtung, ihre Wirkungsrichtung, ihre Zuordnung zu den Wandlungsphasen (五行) sowie ihre Beziehung zu bestimmten funktionellen Organzusammenhängen berücksichtigt.

Hierzu äußern sich Yin–Yang (陰陽) und Wu Xing (五行) besonders deutlich.

Yin–Yang (陰陽) ermöglicht die Einordnung unterschiedlicher thermischer und funktioneller Qualitäten.

Wu Xing (五行) verbindet die fünf Geschmacksrichtungen – sauer, bitter, süß, scharf und salzig – mit unterschiedlichen Wandlungsphasen und funktionellen Zusammenhängen.

Über Zang Fu (臟腑) werden diese Beziehungen weiter auf die funktionellen Organsysteme bezogen, während Qi (氣), Xue (血) und Jin Ye (津液) zusätzliche Bezugspunkte für die Beurteilung von Versorgung, Umwandlung und Verteilung innerhalb des Organismus bilden.

Entscheidend ist deshalb nicht allein, was gegessen wird, sondern ebenso für wen, in welchem Zustand, zu welcher Zeit und unter welchen Bedingungen und mit welchem Informationsgehalt ein Nahrungsmittel eingesetzt wird.

Konstitution, aktuelle körperliche Verfassung, Jahreszeit, Belastung und Lebensweise können die Auswahl und Zusammenstellung der Nahrung beeinflussen.

Auch die Art der Zubereitung kann ihre innerhalb der klassischen chinesischen Ernährungslehre zugeschriebenen Eigenschaften verändern.

Die Ernährungslehre zeigt, wie sich die grundlegenden Ordnungsprinzipien des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) auch auf den Bereich der Ernährung übertragen lassen.

Nahrung wird dabei als veränderbarer Wirkungsfaktor innerhalb eines größeren Zusammenhangs von Körper, Gesundheit sowie physischen, psychischen und intellektuellen Handlungen verstanden.

Die Kräuterlehre umfasst die Auswahl, Aufbereitung, Kombination, Dosierung und Anwendung pflanzlicher Arzneimittel innerhalb der klassischen chinesischen Heilkunde.

Entscheidend ist dabei nicht nur die einzelne Pflanze, sondern ihre konkrete Funktion innerhalb einer Rezeptur, ihre Dosierung und ihr Zusammenwirken mit weiteren Bestandteilen.

Zur systematischen Einordnung werden unter anderem thermische Qualität, Geschmacksrichtung, Wirkungsrichtung sowie Beziehungen zu Zang Fu (臟腑) und Jing Luo (經絡) herangezogen.

Besonders eng steht die Kräuterlehre daher mit Yin–Yang (陰陽) und Wu Xing (五行) sowie mit Zang Fu (臟腑), Jing Luo (經絡) und Qi (氣), Xue (血) und Jin Ye (津液) in Verbindung.

Auf dieser Grundlage wird beurteilt, welche Veränderungen eine Arznei unterstützen und für welche Konstellation sie geeignet ist.

Eine besondere Bedeutung besitzt die Kombination verschiedener Heilpflanzen.

Die Bestandteile einer Rezeptur können einander ergänzen, verstärken, ausgleichen, begrenzen und modifizieren.

Die Wirkung einer Rezeptur ergibt sich deshalb nicht allein aus der Summe ihrer Bestandteile – im Sinne eines rein pharmazeutischen Verständnisses –, sondern auch aus deren abgestimmtem Verhältnis, ihrer gezielten Auswahl und ihrem Zusammenwirken.

Die Akupressur arbeitet mit gezieltem Druck auf ausgewählte Punkte des Körpers, die innerhalb der klassischen chinesischen Medizin dem System der Jing Luo (經絡) – Lehre der Leitbahnen, zugeordnet werden.

Durch den „manuellen Druck“ dieser Punkte sollen funktionelle Zusammenhänge beeinflusst und bestehende Zustände gezielt verändert werden.

Ihre theoretische Grundlage liegt insbesondere in Qi (氣), Yin–Yang (陰陽), Wu Xing (五行), Zang Fu (臟腑) und Jing Luo (經絡).

Die Auswahl der Punkte richtet sich daher nicht allein nach ihrer anatomischen Lage, sondern nach ihrer Funktion innerhalb des jeweiligen Leitbahn- und Wirkungszusammenhangs sowie nach dem Zustand, auf den eingewirkt werden soll.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) verbindet die Akupressur auf besonders unmittelbare Weise Wahrnehmung, Berührung und gezielte Einflussnahme auf funktionelle Zusammenhänge des Körpers.

Im Unterschied zur Akupunktur erfolgt die Behandlung ohne Nadeln ausschließlich durch „manuellen Druck“ – manuelle Techniken.

Die Akupunktur arbeitet mit der gezielten Einwirkung ausgewählter Punkte durch feine Nadeln.

Diese Punkte sind innerhalb der klassischen chinesischen Medizin in das System der Jing Luo (經絡) eingebunden und werden entsprechend ihrer funktionellen Beziehungen und ihrer Bedeutung für den jeweiligen gesundheitlichen Zustand ausgewählt.

Ihre theoretischen Grundlagen liegen insbesondere in Qi (氣), Yin–Yang (陰陽), Wu Xing (五行), Zang Fu (臟腑), Jing Luo (經絡) sowie Qi (氣), Xue (血) und Jin Ye (津液).

Welche Punkte miteinander kombiniert werden, richtet sich nach dem jeweiligen Zustands- und Beziehungsmuster sowie danach, welche Wirkung unterstützt, verändert, ausgeglichen, reguliert oder in eine bestimmte Richtung gelenkt werden soll.

Die Akupunktur ermöglicht dabei eine gezielte Einwirkung, deren Wirkung durch Auswahl und Kombination der Punkte sowie durch Einstichtiefe, Einstichrichtung und Art der Nadelbewegung beeinflusst werden kann.

Sie bildet innerhalb der Gesundheits- und Heilkunde des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) einen spezialisierten Anwendungsbereich, in dem die grundlegenden Ordnungs- und Wirkungszusammenhänge der klassischen chinesischen Medizin praktisch umgesetzt werden.

Qi Kung (氣功) und Nei Kung (內功) als Gesundheitslehre

Alle fünf Lehr- und Erscheinungsformen des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) wirken innerhalb der Gesundheits- und Heilkunde in unterschiedlicher Weise mit.

Ihre jeweiligen Schwerpunkte wurden in den einzelnen Bereichen bereits sichtbar.

Im Folgenden werden Qi Kung (氣功) und Nei Kung (內功) als Gesundheitslehre näher betrachtet.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) bilden Qi Kung (氣功) und Nei Kung (內功) einen gemeinsamen, stufenweise aufgebauten Zugang zur gesundheitlichen Praxis.

Im Mittelpunkt stehen zunächst die Wahrnehmung und bewusste Beeinflussung des Qi (氣), später zunehmend Körperorganisation, Atmung, Wirbelsäule, Führung des Qi (氣) und die Entwicklung weiterer innerer Fähigkeiten.

Die einzelnen Stufen bauen dabei aufeinander auf und erweitern den vorhergehenden Erfahrungs- und Anwendungsbereich.

Stufe 1 – Wahrnehmung, Regulation und Regeneration

In der ersten Stufe wird dem Praktizierenden ein reales Empfinden des Qi (氣) vermittelt.

  • Er lernt, sich gezielt zu beleben und zu entspannen.
  • Wahrnehmung, Harmonisierung und Regeneration stehen in Vordergrund.
  • Zugleich wird der Umgang mit Stress und Schmerzen einbezogen; das Ziel ist, Stress und Schmerzen zu beseitigen.

Stufe 2 – Körperhaltung und strukturelle Ausrichtung

Die zweite Stufe vermittelt eine physisch-anatomisch angemessene Körperhaltung.

Dadurch werden die Voraussetzungen für einen ungehinderten Fluss des Qi (氣) geschaffen und zugleich Bewegungen aus einer verbesserten Körperorganisation heraus leichter und geschmeidiger.

Stufe 3 – Führung des Qi (氣) und taoistische Atmung

In der dritten Stufe wird das Qi (氣) durch den gesamten Körper geführt.

Zugleich erfolgt die Einführung in die taoistische Atmung und deren Verbindung mit Körperorganisation und Qi (氣)-Führung.

Stufe 4 – Wirbelsäule und elastische Kraft

Die vierte Stufe richtet den Schwerpunkt auf die Wirbelsäule.

Durch eine besondere Form elastischer Kraft wird sie gestärkt und funktionell entwickelt. Diese Stufe wird insbesondere mit:

  • der Behebung chronischer Rückenschmerzen,
  • einer Verbesserung der Körperhaltung,
  • emotionalem Ausgleich,
  • der Regeneration des zentralen Nervensystems und
  • der daraus resultierenden Stärkung des gesamten Organismus

verbunden.

Stufe 5 – Erhöhung und gezielte Führung des Qi (氣)

In der fünften Stufe wird der Energiespiegel beziehungsweise das Wirkungsniveau des Qi (氣) deutlich angehoben.

Der Praktizierende lernt, Qi (氣) durch den gesamten Körper zu bewegen und es bewusst in einzelne Körperbereiche zu lenken.

Stufe 6 – Stabilisierung, Knochen und geistige Klarheit

Die sechste Stufe erweitert diese Arbeit nochmals.

Der Praktizierende lernt, die Energiekanäle zu reinigen und zu stabilisieren, die Knochen zu stärken sowie den Geist zu klären und zu erfrischen.

Der gesundheitliche Lehrweg von Qi Kung (氣功) und Nei Kung (內功) entwickelt sich somit von der Wahrnehmung und bewussten Veränderung innerer Zustände über Körperhaltung, Atmung und Qi (氣)-Führung bis zu weiterführenden Formen der strukturellen und inneren Entwicklung.

Dabei stehen die einzelnen Stufen nicht für voneinander unabhängige Fähigkeiten, sondern für eine fortschreitende Vertiefung derselben zusammenhängenden Lehre.

Gesundheit als zusammenhängender Wirkungsprozess

Gesundheit wird im Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) als Ergebnis des Zusammenwirkens zahlreicher körperlicher, mentaler und äußerer Einflussfaktoren betrachtet.

Ernährung, Bewegung, Körperhaltung, Atmung, Belastung, Erholung, physische und psychische Verfassung wirken nicht unabhängig voneinander, sondern können sich gegenseitig verstärken, ausgleichen oder beeinträchtigen.

Die acht Bereiche der Gesundheits- und Heilkunde erschließen unterschiedliche Seiten dieses Zusammenhangs.

  • Gesundheitslehre
  • Atmungslehre
  • Bewegungslehre
  • Energielehre
  • Ernährungslehre
  • Kräuterlehre
  • Akupressur
  • Akupunktur

setzen jeweils eigene Schwerpunkte, bleiben jedoch auf denselben Menschen und dieselben miteinander verbundenen Wirkungsprozesse bezogen.

Veränderte äußere und innere Bedingungen, eine angepasste Ernährung, geeignete Bewegungsabläufe sowie das Erkennen und Berücksichtigen natürlicher Regulationsmechanismen des Organismus können dazu beitragen, körperliche Prozesse günstig zu beeinflussen.

Entscheidend ist dabei nicht eine einzelne Maßnahme, sondern die Abstimmung verschiedener Einflussgrößen auf den jeweiligen Zustand des Menschen.

Die medizinische Forschung zeigt auf zellulärer und molekularer Ebene, dass der menschliche Organismus über weitreichende Mechanismen der Regeneration, Erneuerung und Wiederherstellung verfügt.

Das Ausmaß dieser Fähigkeiten unterscheidet sich jedoch erheblich zwischen den verschiedenen Geweben und Organsystemen.

Nach taoistischem Verständnis bestand bereits seit Langem das Bestreben, solche natürlichen Regulations- und Regenerationsprozesse nicht nur theoretisch zu erfassen, sondern durch entsprechende Praktiken gezielt zu unterstützen und praktisch nutzbar zu machen.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) verbindet sich dieser Gedanke mit dem Anspruch, Bedingungen zu fördern, unter denen die körpereigenen Regulations-, Erholungs- und Regenerationsprozesse möglichst günstig unterstützt werden können.

Auch die psychische Verfassung gehört zu diesem Wirkungszusammenhang.

Aufmerksamkeit, Wahrnehmung, emotionale Zustände, Belastungsverarbeitung und körperliche Reaktionen beeinflussen einander.

Ein stabiles Selbstwertgefühl sowie die Fähigkeit, Schwierigkeiten aktiv und lösungsorientiert zu bearbeiten, werden deshalb ebenfalls als Bestandteile gesundheitlicher Stabilität betrachtet.

Stütz- und Bewegungsapparat

Das Praktizieren des Qian Li Wing Chun Chuan (乾 離 詠 春 拳) trägt dazu bei, Stütz- und Bindegewebe funktionell zu kräftigen.

Belastungs- und Entlastungsphasen werden gezielt aufeinander abgestimmt.

Durch eine angemessene Reizsetzung sollen Muskulatur, Sehnen, Bänder, Gelenke und Bindegewebsstrukturen gestärkt und zugleich in ihrer funktionellen Beweglichkeit und Geschmeidigkeit gefördert werden.

Die Kraftentfaltung erfolgt gleichmäßig und funktionell von innen nach außen.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung und Festigung einer physisch-anatomisch angemessenen Körperhaltung. Dadurch können ungünstige Belastungsmuster reduziert, körperliche Strukturen entlastet sowie Bewegungsökonomie, Koordination und funktionelle Belastbarkeit verbessert werden.

Dies kann dazu beitragen, akute wie auch chronische Beschwerden und funktionelle Einschränkungen zu lindern.

Besondere Bedeutung besitzt dabei die Wirbelsäule.

Ihre Entlastung und Stabilisierung gehören ausdrücklich zu den gesundheitlichen Zielsetzungen des Q.L.W.C.C.

(乾 離 詠 春 拳)

Auch im Qi Kung (氣功) und Nei Kung (內功) wird die Wirbelsäule gezielt gestärkt und mit einer besonderen elastischen Kraft entwickelt; dies wird unter anderem mit einer Verbesserung der Körperhaltung und einer Unterstützung bei chronischen Rückenschmerzen verbunden.

Atmung und Herz-Kreislauf-System

Im Qian Li Wing Chun Chuan (乾 離 詠 春 拳) wird sowohl in Ruhe als auch in Bewegung ein differenziertes Bewusstsein für eine physiologisch angemessene Atmung entwickelt.

Die Atmung wird bewusst wahrgenommen, geschult und an die jeweilige körperliche Tätigkeit angepasst, sodass eine situationsgerechte Atemregulation zunehmend gefestigt wird.

Atmung, Bewegung und Körperhaltung stehen dabei in unmittelbarer Beziehung zueinander.

Eine funktionell abgestimmte Atmung unterstützt die Sauerstoffversorgung des Organismus und schafft günstige Voraussetzungen für körperliche und mentale Leistungsfähigkeit.

Zugleich kann sie dazu beitragen, körperliche Belastungs- und Erholungsprozesse angemessen zu begleiten.

Auch das Herz-Kreislauf- und Gefäßsystem wird in diesen Zusammenhang einbezogen.

Im Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) steht nicht eine möglichst hohe Belastung des Herzens im Vordergrund, sondern eine angemessen dosierte körperliche Beanspruchung, bei der Atmung, Bewegung und Kreislaufbelastung aufeinander abgestimmt werden.

Ziel ist es, die funktionelle Anpassungsfähigkeit des Herz-Kreislauf-Systems zu unterstützen und zugleich die Belastbarkeit und Regulationsfähigkeit des Gefäßsystems zu fördern.

Insbesondere Qi Kung (氣功) und Nei Kung (內功) verbinden Atemschulung, Körperhaltung, Bewegung, Aufmerksamkeit und die Führung des Qi (氣).

Die Atmung bildet dadurch innerhalb der Gesundheitslehre nicht nur eine eigenständige Funktion, sondern einen wesentlichen Bestandteil des Zusammenwirkens von Bewegung, Kreislauf, körperlicher Regulation, Spannungsregulation und innerer Wahrnehmung.

Unterstützung der Organfunktion

Qian Li Wing Chun Chuan (乾 離 詠 春 拳) kann über Atmung, Bewegung, Körperhaltung, Aufmerksamkeit und gezielte Regulationsprozesse dazu beitragen, günstige funktionelle Bedingungen für den Organismus zu schaffen.

Ziel ist es, körperliche Abläufe zu unterstützen, Belastungen zu reduzieren und natürliche Erholungs- und Regenerationsprozesse zu fördern.

Auf diese Weise können auch Organfunktionen mittelbar positiv beeinflusst und Erholungsprozesse nach Erkrankungen unterstützt werden.

Dies kann beispielsweise die Regeneration nach Erkrankungen mit Beeinträchtigung der Leberfunktion oder – im Rahmen einer medizinisch begleiteten Rehabilitation – die körperliche Erholung nach einem Herzinfarkt betreffen.

Auch nach einem Schlaganfall können gezielte Bewegungs- und Koordinationsübungen den Rehabilitationsprozess unterstützen, unter anderem indem sie neuroplastische Anpassungsprozesse fördern.

Stärkung und Regulation des Nervensystems

Qian Li Wing Chun Chuan (乾 離 詠 春 拳) kann dazu beitragen, die Regulationsfähigkeit des Nervensystems zu fördern und den Umgang mit akuten wie anhaltenden Belastungen zu verbessern.

Bewegung, Atmung, Aufmerksamkeit, koordinative Steuerung und Körperwahrnehmung werden dabei miteinander verbunden und gezielt geschult.

Diese Verbindung unterstützt Prozesse der körperlichen und mentalen Selbstregulation und kann dazu beitragen, Stressreaktionen früher wahrzunehmen, Spannungszustände abzubauen und die Erholungsfähigkeit zu verbessern.

Auch im Zusammenhang mit neurologischen Beeinträchtigungen kann gezielte Bewegungs- und Koordinationsarbeit von Bedeutung sein.

Nach einem Schlaganfall können entsprechende Übungen im Rahmen einer medizinisch begleiteten Rehabilitation neuroplastische Anpassungsprozesse unterstützen, durch die das Nervensystem Funktionen neu organisiert und teilweise kompensiert.

Umgang mit körperlichem und emotionalem Stress

Ein wesentlicher Bestandteil des gesundheitlichen Ansatzes des Qian Li Wing Chun Chuan (乾 離 詠 春 拳) liegt im Umgang mit körperlichem und emotionalem Stress.

Belastungen wirken sich nicht allein auf die psychische Verfassung aus, sondern können zugleich körperliche Spannungszustände, Schlafqualität, Erholung, Leistungsfähigkeit und das allgemeine Wohlbefinden beeinflussen.

Durch die Verbindung von Bewegung, Atmung, Aufmerksamkeit, Körperwahrnehmung und bewusster Selbstregulation werden bestehende Spannungszustände reduziert und die Fähigkeit gefördert, auf Belastungen angemessener zu reagieren.

Ziel ist es, emotionale Ausgeglichenheit, Gelassenheit und innere Stabilität zu entwickeln und langfristig zu festigen.

Körperliche Aktivität kann dabei einen wichtigen Beitrag leisten, reicht für eine nachhaltige emotionale Stabilisierung jedoch nicht in jedem Fall aus.

Ein hohes Maß an körperlicher Leistungsfähigkeit und regelmäßige intensive Bewegung führen nicht zwangsläufig zu Selbstregulation, emotionaler Ausgeglichenheit oder angemessener Verhaltenssteuerung.

Deshalb verbindet das Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) körperliche Praxis mit Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und der bewussten Auseinandersetzung mit eigenen Reaktionen und Verhaltensweisen.

Prävention, Regeneration und Leistungsfähigkeit

Qian Li Wing Chun Chuan (乾 離 詠 春 拳) kann präventiv zur Stabilisierung körperlicher und psychischer Prozesse beitragen und bestehende Erholungs- und Regenerationsprozesse unterstützen.

Durch die Förderung von Bewegungsökonomie, Körperwahrnehmung und funktioneller Belastbarkeit können günstige Voraussetzungen für eine schnellere Wiederherstellung körperlicher und mentaler Leistungsfähigkeit geschaffen werden.

Ziel ist es, die individuelle Belastbarkeit, Regenerationsfähigkeit und das allgemeine Leistungsvermögen nachhaltig zu verbessern.

Das regelmäßige Praktizieren und die Übertragung der zugrunde liegenden taoistischen Prinzipien auf den Alltag können darüber hinaus dazu beitragen, Stress zu reduzieren, die Entspannungsfähigkeit und Selbstregulation zu fördern sowie das körperliche und psychische Wohlbefinden zu stärken.

Qian Li Wing Chun Chuan (乾 離 詠 春 拳) für schwerkranke und bettlägerige Menschen

Auch bei schwerkranken oder bettlägerigen Menschen kann Qian Li Wing Chun Chuan (乾 離 詠 春 拳) gesundheitlich unterstützend eingesetzt werden.

Insbesondere die Gesundheitsanteile des Qi Kung (氣功) und Nei Kung (內功) lassen sich an eingeschränkte körperliche Voraussetzungen anpassen und können begleitend auf Erholung, Regulation und allgemeines Wohlbefinden ausgerichtet werden.

Im Vordergrund stehen dabei keine hohen körperlichen Anforderungen, sondern Atmung, Wahrnehmung, angepasste Bewegung, Körperorganisation und innere Regulation.

Umfang und Intensität richten sich nach dem jeweiligen gesundheitlichen Zustand und den individuellen Möglichkeiten des Praktizierenden.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Allgemeine Gesundheitsthemen

Stressabbau und Emotionsausgleich

Ein wesentlicher Bestandteil individuellen Stresserlebens liegt im Bereich der emotionalen Regulation.

Körperliche Aktivität kann grundsätzlich dazu beitragen, Spannungszustände zu reduzieren und den Umgang mit belastenden Emotionen zu unterstützen.

Für eine nachhaltige emotionale Stabilisierung reicht körperliche Betätigung allein jedoch nicht in jedem Fall aus.

Dies zeigt sich beispielsweise darin, dass selbst ein hohes Maß an körperlicher Leistungsfähigkeit und regelmäßige intensive Bewegung nicht zwangsläufig mit emotionaler Ausgeglichenheit, Selbstregulation oder angemessener Verhaltenssteuerung einhergehen.

Auch im Profisport zeigen öffentlich bekannt gewordene Fälle von aggressivem, impulsivem oder anderweitig unangemessenem Verhalten, dass außergewöhnliche körperliche Leistungsfähigkeit nicht automatisch mit psychischer Stabilität, Selbstkontrolle oder sozial angemessenem Verhalten verbunden ist.

Qian Li Wing Chun Chuan (乾 離 詠 春 拳) verbindet körperliche Aktivität deshalb mit Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, bewusster Selbstregulation und der Auseinandersetzung mit eigenen Reaktionen und Verhaltensweisen.

Ziel ist es, Belastungen nicht nur körperlich abzubauen, sondern auch einen zunehmend bewussten und konstruktiven Umgang mit emotionalen Zuständen zu entwickeln.

Stressmanagement

Für Menschen mit hohen beruflichen Belastungen

Stress entsteht nicht allein durch äußere Belastungen, sondern wesentlich durch die Art und Dauer ihrer körperlichen und psychischen Verarbeitung.

Entscheidend ist insbesondere, ob ausreichende Phasen der Regulation und Erholung stattfinden oder ob Belastungsreaktionen über längere Zeit bestehen bleiben.

Die Wirkungsweise anhaltenden Stresses lässt sich bildhaft mit Zement vergleichen:

Zu Beginn ist er noch flüssig und veränderbar, beginnt jedoch mit der Zeit auszuhärten.

Entsprechend können sich körperliche und psychische Belastungsreaktionen zunehmend verfestigen, wenn ihnen keine ausreichenden Phasen der Entlastung und Erholung gegenüberstehen.

Der Stress des Morgens kann bis in den Mittag hineinwirken;

Belastungen des Nachmittags können noch am Abend fortbestehen.

Wiederholt sich dieser Prozess fortlaufend, können sich Spannungs- und Belastungsmuster zunehmend stabilisieren.

Ein wirksames Stressmanagement sollte deshalb möglichst frühzeitig ansetzen, bestehende Spannungszustände abbauen und einer zunehmenden Verfestigung wiederkehrender Belastungsreaktionen entgegenwirken.

Osteoporose

Osteoporose ist eine systemische Stoffwechselerkrankung des Skeletts, bei der die Knochenmasse abnimmt und sich zugleich die Struktur des Knochengewebes verändert.

Der Knochen verliert zunehmend an Stabilität, wird poröser und weist eine erhöhte Bruchanfälligkeit auf.

Osteoporose zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Skelettsystems.

Besonders Frauen sind mit zunehmendem Alter und insbesondere im Zusammenhang mit den Wechseljahren einem erhöhten Erkrankungsrisiko ausgesetzt.

Die Entwicklung einer Osteoporose ist jedoch nicht zwangsläufig.

Präventive Maßnahmen, frühzeitige Erkennung sowie geeignete medizinische, therapeutische, sportliche, ernährungsbezogene und lebensstilbezogene Interventionen können dazu beitragen, das Erkrankungsrisiko zu reduzieren beziehungsweise den Verlauf günstig zu beeinflussen und die Knochengesundheit möglichst weitgehend zu erhalten oder wieder zu stabilisieren.

Arthrose

Schmerzen durch Verschleiß

Arthrose kann grundsätzlich in jedem Gelenk des Körpers auftreten.

Besonders häufig betroffen sind die großen tragenden Gelenke, insbesondere Hüfte und Knie, die hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind.

Dies kann beispielsweise auch bei langjährig intensiv trainierenden Karateka, Taekwondo-Sportlern und vielen anderen Sportlern – etwa Skifahrern, Radfahrern, Fußballern, Basketballern, Handballern, … – von Bedeutung sein, wenn wiederholte Stoß-, Sprung-, Dreh- und Abfangbewegungen über viele Jahre zu einer erhöhten Belastung der Gelenkstrukturen führen.

Die Erkrankung betrifft Gelenkstrukturen innerhalb des gesamten Stütz- und Bewegungsapparates und steht daher auch in funktioneller Beziehung zu Knochen, Muskulatur, Sehnen, Bändern und Bindegewebe.

Mit zunehmendem Lebensalter steigt die Häufigkeit arthrotischer Veränderungen deutlich an.

Besonders häufig ist dabei die Kniegelenkarthrose.

Verschiedene Einflussfaktoren können jedoch dazu führen, dass bereits in jüngeren Lebensjahren ein Missverhältnis zwischen mechanischer Belastung und individueller Belastbarkeit der Gelenkstrukturen entsteht und sich entsprechend frühzeitig arthrotische Veränderungen entwickeln.

Überlastungen durch Achsenfehlstellungen

Ein Missverhältnis zwischen Belastung und Belastbarkeit kann insbesondere bei Sportarten mit hohen dynamischen, rotatorischen oder stoßartigen Belastungen auftreten. Dazu zählen beispielsweise alpiner Skilauf, Fußball, Boxen, Basketball und Judo.

Vergleichbare Belastungsmuster können teilweise auch in einzelnen Wing-Chun-Systemen auftreten, insbesondere dort, wo ausgeprägte Achsenfehlstellungen der unteren Extremitäten – vor allem eine X-Beinstellung – als Grund- oder Kampfstellung eingenommen werden.

Ein solches Missverhältnis kann sowohl vorübergehend als auch dauerhaft bestehen.

Achsenfehlstellungen können zu einer ungleichmäßigen Druck- und Lastverteilung innerhalb des Kniegelenks führen.

Bei einer O-Beinstellung – Genu varum verlagert sich die mechanische Belastung verstärkt auf den medialen, also inneren Anteil des Kniegelenks.

Dadurch werden insbesondere die inneren Kniegelenksstrukturen stärker beansprucht.

Die veränderte Lastverteilung kann degenerative Veränderungen und erhöhten Gelenkverschleiß begünstigen sowie zur Entstehung oder zum Fortschreiten einer Arthrose im medialen Gelenkabschnitt beitragen.

Bei einer X-Beinstellung – Genu valgum verlagert sich die mechanische Belastung verstärkt auf den lateralen, also äußeren Anteil des Kniegelenks.

Entsprechend werden vor allem die äußeren Kniegelenksstrukturen stärker beansprucht.

Auch hier kann die veränderte Lastverteilung degenerative Veränderungen und erhöhten Gelenkverschleiß begünstigen sowie die Entstehung oder das Fortschreiten einer Arthrose im lateralen Gelenkabschnitt fördern.

Eine dauerhaft erhöhte mechanische Beanspruchung einzelner Gelenkbereiche kann degenerative Veränderungen begünstigen und den Verschleiß der betroffenen Strukturen beschleunigen.

Bei den genannten Sportarten besteht zum einen ein erhöhtes Risiko akuter Verletzungen.

Zum anderen können wiederholt erhebliche mechanische Belastungen auf das Kniegelenk einwirken, die auch bei zuvor intakten Gelenkstrukturen die physiologische Belastbarkeit überschreiten und langfristig zu strukturellen Schädigungen beitragen können.

Cholesterin

Welche Funktionen erfüllt Cholesterin im menschlichen Organismus?

Cholesterin ist ein lebenswichtiger Bestandteil des menschlichen Stoffwechsels.

Da es im Blut nicht frei löslich ist, wird es mithilfe sogenannter Lipoproteine transportiert.

Diese aus Lipiden und Proteinen aufgebauten Transportpartikel ermöglichen den Transport von Cholesterin und anderen Fetten durch den Blutkreislauf und deren Verteilung im Organismus.

Cholesterin ist ein wesentlicher Bestandteil der Zellmembranen und trägt zu deren Stabilität, Struktur und funktioneller Beweglichkeit bei.

Darüber hinaus dient es als Ausgangssubstanz für die Bildung verschiedener Steroidhormone, unter anderem in den Nebennieren und Keimdrüsen, sowie für die körpereigene Synthese von Vitamin D.

Eine weitere zentrale Funktion besteht in der Bildung von Gallensäuren.

Diese sind für die Verdauung und Aufnahme von Nahrungsfetten im Dünndarm von wesentlicher Bedeutung.

Der Cholesterinstoffwechsel unterliegt komplexen Regulationsmechanismen.

Der Organismus bildet einen erheblichen Teil des benötigten Cholesterins selbst und passt diese körpereigene Synthese unter anderem an die Cholesterinzufuhr über die Nahrung an.

Aufnahme, Transport, Speicherung, Rücktransport zur Leber, Umwandlung in Gallensäuren und Ausscheidung wirken zusammen, um den Cholesterinhaushalt des Körpers zu regulieren.

Störungen dieser Regulationsmechanismen können zu ungünstigen Veränderungen des Lipidstoffwechsels führen.

Dabei ist nicht allein die Höhe des Gesamtcholesterins von Bedeutung, sondern insbesondere die Konzentration und Verteilung der verschiedenen Lipoproteine im Blut.

Von besonderer Bedeutung ist das LDL-Cholesterin beziehungsweise die Gesamtheit der ApoB-haltigen Lipoproteine.

Eine dauerhaft erhöhte Konzentration dieser Lipoproteine fördert die Ablagerung von Cholesterin in der Gefäßwand und ist ein wesentlicher kausaler Faktor für die Entstehung und das Fortschreiten der Atherosklerose.

Dadurch steigt langfristig das Risiko atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Diabetes mellitus – Typ 1 und Typ 2

Diabetes mellitus bezeichnet eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen, die durch eine chronisch erhöhte Glukosekonzentration im Blut gekennzeichnet sind.

Dabei ist grundsätzlich zwischen verschiedenen Diabetesformen zu unterscheiden.

Beim Typ-1-Diabetes kommt es durch eine autoimmune Zerstörung der insulinproduzierenden Betazellen der Bauchspeicheldrüse zu einem zunehmenden beziehungsweise vollständigen Insulinmangel.

Betroffene sind daher auf eine dauerhafte Insulintherapie angewiesen.

Typ-1-Diabetes tritt häufig bereits im Kindes- oder Jugendalter auf, kann sich jedoch grundsätzlich in jedem Lebensalter entwickeln.

Der Typ-2-Diabetes entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel aus verminderter Insulinwirkung, Veränderungen der Insulinsekretion sowie weiteren metabolischen Einflussfaktoren.

Auch diese Diabetesform ist nicht auf ein bestimmtes Lebensalter beschränkt.

Die Behandlung kann – abhängig von Ausprägung und individuellem Krankheitsverlauf – Veränderungen der Ernährung und körperlichen Aktivität, Gewichtsreduktion, medikamentöse Therapien sowie gegebenenfalls eine Insulinbehandlung umfassen.

Eine konsequente und individuell abgestimmte Behandlung kann das Risiko diabetischer Folgeerkrankungen deutlich reduzieren.

Hierzu gehören insbesondere Veränderungen und Schädigungen der Augen, der Nieren, des Nervensystems und des Gefäßsystems sowie ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Beim Typ-2-Diabetes kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Remission erreicht werden, bei der die Blutzuckerwerte auch ohne blutzuckersenkende Medikamente über einen längeren Zeitraum unterhalb des Diabetesbereichs liegen.

Medizinisch wird hierbei nicht von einer endgültigen oder unumkehrbaren Heilung gesprochen.

Prophylaxe, Prävention und die nachhaltige Förderung der Gesundheit gehören seit den Anfängen zu den angestrebten Zielen des Qian Li Wing Chun Chuan (乾 離 詠 春 拳).

Bewegung, Atmung, Körperwahrnehmung, Regulation und ein bewusster Umgang mit den eigenen körperlichen Voraussetzungen bilden wesentliche Bestandteile dieses Ansatzes.

Kinder und Jugendliche

Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Bei Kindern mit ADHS können unter anderem ein ausgeprägter Bewegungsdrang, Impulsivität sowie Schwierigkeiten der Aufmerksamkeits- und Selbstregulation auftreten.

Unterschiedliche pädagogische, therapeutische und – bei entsprechender Indikation – medikamentöse Ansätze können auf diese Symptomatik einwirken.

Qian Li Wing Chun Chuan (乾 離 詠 春 拳) verfolgt ergänzend den Ansatz, die vorhandene körperliche und geistige Aktivität der Kinder gezielt aufzunehmen, zu strukturieren und in konstruktive Handlungs- und Entwicklungsprozesse zu überführen.

Was früher teilweise als „Energieüberschuss“ bezeichnet wurde, wird dabei nicht lediglich begrenzt oder unterdrückt, sondern als vorhandene Aktivität verstanden, die bewusst gelenkt und genutzt werden kann.

Durch strukturierte Bewegungssequenzen, die Schulung bewusster Wahrnehmungsprozesse, gezielte Konzentrationsanforderungen, die Entwicklung von Körperkontrolle sowie die schrittweise Bearbeitung klar definierter Aufgabenstellungen soll das Training insbesondere Selbstregulation, Aufmerksamkeitssteuerung, Körperwahrnehmung und Handlungskontrolle fördern und die individuelle Entwicklung des Kindes unterstützen.

Die vorhandenen Ressourcen sollen nicht lediglich kontrolliert, sondern bewusst genutzt werden, um Konzentrationsfähigkeit, Aufmerksamkeitssteuerung, Selbstregulation, Körperwahrnehmung und Handlungskompetenz weiterzuentwickeln.

HOCHBEGABTE KINDER

Eine besondere Aufgabe des Qian Li Wing Chun Chuan (乾 離 詠 春 拳) liegt darin, individuelle Begabungen und Entwicklungspotenziale von Kindern möglichst früh wahrzunehmen, gezielt zu fördern und in ihrer weiteren Entfaltung zu unterstützen.

Im Mittelpunkt steht dabei die Anerkennung und Wahrung der individuellen Persönlichkeit.

Kinder und Jugendliche sollen darin bestärkt werden:

  • sich ihrer besonderen Fähigkeiten und Talente bewusst zu werden,
  • diese systematisch weiterzuentwickeln,
  • ihre sozialen, persönlichen und charakterlichen Kompetenzen auszubilden,
  • ihre Talente zur Entfaltung zu bringen und
  • Eigenverantwortung und Selbstständigkeit zu entwickeln.

Auf diese Weise kann ein Entwicklungsraum entstehen, der individuelle Exzellenz ermöglicht, ohne die Einzigartigkeit des Einzelnen zu relativieren oder Gefühle sozialer Ausgrenzung und des Nichtverstandenwerdens zusätzlich zu verstärken.

Kinder und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen

Kinder und Jugendliche können in ihrer körperlichen, psychischen und sozialen Entwicklung durch eine Vielzahl individueller, familiärer, schulischer, gesundheitlicher und gesellschaftlicher Einflussfaktoren belastet werden.

Ungünstige Entwicklungsbedingungen können unter anderem Selbstwertgefühl, emotionale Stabilität, soziale Integration, Leistungsfähigkeit und die Fähigkeit zur Selbstregulation beeinträchtigen und mit unterschiedlichen Verhaltens- und Anpassungsschwierigkeiten einhergehen.

Auch Auffälligkeiten in den Bereichen Bewegung, Koordination, Sprache, Aufmerksamkeit und Körperwahrnehmung können Bestandteil komplexer Entwicklungsverläufe sein.

Weitere körperliche oder gesundheitliche Auffälligkeiten können parallel auftreten und bedürfen einer entsprechenden fachlichen beziehungsweise medizinischen Abklärung.

Qian Li Wing Chun Chuan (乾 離 詠 春 拳) versteht sich in diesem Zusammenhang als Ansatz, der durch strukturierte Bewegung, Konzentration, Wahrnehmungsschulung, Koordinationsanforderungen sowie die bewusste Regulation von Körper und Verhalten Entwicklungsprozesse unterstützen kann.

Training und Unterricht zielen darauf ab, vorhandene Fähigkeiten und Ressourcen zu stärken, körperliche und psychische Regulationsprozesse zu fördern und zusätzliche Möglichkeiten zu eröffnen, Sicherheit, Selbstwirksamkeit und Handlungskompetenz zu entwickeln und zu stabilisieren.

Verzögertes Wachstum

Viele Eltern sind besorgt, wenn ihr Kind im Vergleich zu Gleichaltrigen kleiner oder leichter erscheint.

Auch in Fällen, in denen keine erkennbare Erkrankung zugrunde liegt, ist es sinnvoll, mögliche Ursachen bestehender Wachstumsstörungen oder auffälliger Wachstumsverläufe frühzeitig abzuklären.

Eine kontinuierliche Beobachtung von Wachstum und körperlicher Entwicklung ermöglicht es, individuelle Entwicklungsverläufe besser einzuschätzen, Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und das Kind durch geeignete Maßnahmen gezielt in seiner körperlichen und allgemeinen Entwicklung zu fördern.

Lernschwierigkeiten und schulische Probleme

Schwache schulische Leistungen können unterschiedliche Ursachen haben. Dazu zählen unter anderem:

  • anlagebedingte oder entwicklungsbezogene Lernschwierigkeiten
  • körperliche oder psychische Erkrankungen
  • psychosoziale Belastungen im schulischen oder familiären Umfeld
  • psychisch-vegetative Reaktionen infolge anhaltenden Schulstresses
  • Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme

Werden die zugrunde liegenden Ursachen frühzeitig erkannt und angemessen berücksichtigt, können bestehende Lern- und Leistungsprobleme häufig deutlich reduziert und die schulische Entwicklung nachhaltig unterstützt werden.

Pubertät und verzögerte Pubertätsentwicklung

Die Pubertät umfasst komplexe körperliche, hormonelle, neurologische, psychische und soziale Reifungsprozesse, die den Übergang vom Kindes- zum Erwachsenenalter begleiten.

Diese Entwicklungsphase ist häufig mit tiefgreifenden Veränderungen verbunden und kann sowohl für die Heranwachsenden selbst als auch für ihr soziales Umfeld erhebliche Herausforderungen mit sich bringen.

Die zunehmende hormonelle Aktivität beeinflusst nicht nur die körperliche Entwicklung, sondern kann auch das emotionale Erleben, die Wahrnehmung des eigenen Körpers sowie zwischenmenschliche Beziehungen verändern.

Gleichzeitig beginnt eine intensive Auseinandersetzung mit Nähe, persönlichen Grenzen und der eigenen Identität.

Eine angemessene Begleitung dieser Entwicklung setzt voraus, dass Bedürfnisse und Empfindungen der Jugendlichen ernst genommen, weder tabuisiert noch unterdrückt und zugleich vor Grenzüberschreitungen und Ausnutzung geschützt werden.

Die Suche nach der eigenen Identität, die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Rollenerwartungen sowie das zunehmende Bedürfnis nach Selbstständigkeit und Selbstbestimmung können mit Unsicherheit, Überforderung, Motivationsproblemen, Zukunftsängsten und konflikthaftem Verhalten einhergehen.

Gleichzeitig entwickeln sich kritisches Denken, Selbstreflexion und das Bedürfnis nach Selbstbehauptung weiter.

Konflikte können insbesondere dann entstehen, wenn Eltern, Lehrkräfte oder andere Bezugspersonen weiterhin Verhaltensweisen erwarten, die der zunehmenden Eigenständigkeit der Jugendlichen nicht mehr entsprechen.

Eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung psychosozialer Selbstständigkeit bildet daher ein familiäres und soziales Umfeld, das Orientierung und Verlässlichkeit bietet, zugleich aber ausreichende Freiräume für eigenständige Entscheidungen, persönliche Erfahrungen und die Entwicklung einer individuellen Identität ermöglicht.

Junge Heranwachsende sollten zunehmend als eigenständige Persönlichkeiten wahrgenommen und entsprechend ihrem Entwicklungsstand in Entscheidungen und Verantwortungsprozesse einbezogen werden.

Ein unterstützendes, wertschätzendes und zugleich strukturgebendes Umfeld kann dazu beitragen, problematischen Entwicklungen vorzubeugen und Jugendliche bei bereits bestehenden emotionalen, sozialen oder verhaltensbezogenen Schwierigkeiten zu stabilisieren.

Ziel ist die konstruktive Begleitung pubertätsbedingter Veränderungen und die Förderung einer möglichst selbstständigen und verantwortungsbewussten Persönlichkeitsentwicklung.

Von der normalen individuellen Variationsbreite der Pubertätsentwicklung sind ausgeprägte Verzögerungen oder andere Auffälligkeiten der körperlichen Reifung zu unterscheiden.

Eltern, pädagogische Fachkräfte und andere beteiligte Personen sollten für entsprechende Auffälligkeiten sensibilisiert sein.

Bei Hinweisen auf eine deutlich verzögerte oder atypische Entwicklung sollte eine fachärztliche Abklärung erfolgen, da unter anderem hormonelle, genetische oder chromosomale Ursachen zugrunde liegen können.

Die frühzeitige Erkennung solcher Besonderheiten ermöglicht es, mögliche Auswirkungen auf die körperliche, psychische und soziale Entwicklung angemessen zu berücksichtigen und erforderliche medizinische, psychologische oder pädagogische Maßnahmen rechtzeitig einzuleiten.

Übergewicht und Adipositas

Übergewicht und Adipositas im Kindes- und Jugendalter können sich bis in das Erwachsenenalter fortsetzen, stellen jedoch keine zwangsläufige Entwicklung dar.

Frühzeitig einsetzende Maßnahmen können dazu beitragen, ungünstige Entwicklungsverläufe zu unterbrechen und eine langfristige Stabilisierung des Körpergewichts zu unterstützen.

Regelmäßige körperliche Aktivität kann dabei einen wichtigen Beitrag leisten.

In Verbindung mit weiteren geeigneten Maßnahmen kann sie dazu beitragen, das Körpergewicht günstig zu beeinflussen, die körperliche Leistungsfähigkeit zu verbessern und eine gesundheitsfördernde Entwicklung zu unterstützen.

Bereits im Kindesalter können ausgeprägtes Übergewicht und insbesondere Adipositas mit gesundheitlichen Risiken sowie psychosozialen Belastungen verbunden sein.

Diese können sich auf körperliches Wohlbefinden, Selbstwertgefühl, soziale Integration, schulische Leistungsfähigkeit und die weitere Entwicklung des Kindes auswirken.

Entsprechende Auffälligkeiten und Belastungen sollten von Eltern, pädagogischen Fachkräften sowie allen weiteren unmittelbar oder mittelbar an Entwicklung und Erziehung beteiligten Personen ernst genommen werden.

Ziel sollte es sein, betroffene Kinder frühzeitig, wertschätzend und ohne Stigmatisierung zu unterstützen und Bedingungen zu schaffen, die eine nachhaltige körperliche, psychische und soziale Entwicklung fördern.

Schlafstörungen

Schlafprobleme können sich als relevante Störfaktoren auf Wachstums-, Regenerations- und Entwicklungsprozesse im Kindes- und Jugendalter auswirken.

Eine ausreichende Schlafdauer und Schlafqualität sind insbesondere für körperliche Erholung, kognitive Leistungsfähigkeit, Gedächtnisbildung, emotionale Regulation und eine altersgemäße Entwicklung von Bedeutung.

Bewegungsstörungen

Auffälligkeiten der Bewegung und Bewegungskoordination können unterschiedliche Bereiche der kindlichen Entwicklung betreffen.

Von besonderer Bedeutung sind dabei die Förderung koordinativer Fähigkeiten, der Körperkontrolle, der Gleichgewichtsfähigkeit, der Fein- und Grobmotorik sowie der manuellen Geschicklichkeit.

Durch geeignete Bewegungsangebote können vorhandene Fähigkeiten gezielt entwickelt und erweitert werden.

Kognitive Beeinträchtigungen und Störungen der Informationsverarbeitung

Kognitive Beeinträchtigungen können unter anderem im Zusammenhang mit Erkrankungen oder Schädigungen des zentralen Nervensystems auftreten.

Sie können sich in Beeinträchtigungen von Orientierung, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis oder geordneter Informationsverarbeitung äußern und bedürfen einer sorgfältigen Abklärung ihrer jeweiligen Ursachen.

Sprachstörungen

Sprachliche Auffälligkeiten wie eine verzögerte Sprachentwicklung, Lautbildungsstörungen oder Stottern sollten frühzeitig erkannt und angemessen behandelt beziehungsweise therapeutisch begleitet werden.

Eine rechtzeitige und gezielte Förderung kann dazu beitragen, bestehende Beeinträchtigungen zu reduzieren und die weitere sprachliche und kommunikative Entwicklung des Kindes zu unterstützen.

Verhaltensstörungen

Ob bei einem Kind eine Verhaltensstörung vorliegt, kann nicht allein von der subjektiven Einschätzung einzelner Eltern, Lehrkräfte oder anderer Bezugspersonen abhängig gemacht werden.

Auffälliges Verhalten sollte vielmehr im Zusammenhang mit der individuellen Entwicklung, dem sozialen Umfeld, den familiären Bedingungen und möglichen inneren oder äußeren Belastungsfaktoren betrachtet werden.

Passive oder aktive Konflikte mit dem sozialen Umfeld frühzeitig wahrzunehmen, deren Ursachen möglichst differenziert zu erkennen und auf dieser Grundlage geeignete Unterstützungs- und Lösungsansätze zu entwickeln, bildet einen wesentlichen Bestandteil eines angemessenen Umgangs mit entsprechenden Verhaltensauffälligkeiten.

Sehstörungen

Sehstörungen können die psychische und soziale Entwicklung eines Kindes beeinflussen und beispielsweise Unsicherheit, Überforderung oder Einschränkungen im schulischen und sozialen Alltag begünstigen.

Umgekehrt können psychische Belastungen in bestimmten Fällen auch die subjektive Wahrnehmung visueller Beschwerden beeinflussen.

2. Kampfkunst

Die Kampfkunst bildet:

eine der acht Ausdrucksformen des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳).

In ihr werden:

  • die grundlegenden zwei Prinzipien und
  • fünf Ordnungslehren des Systems

unter den Bedingungen einer kämpferischen Auseinandersetzung praktisch wirksam.

Wahrnehmung, Bewegung, Körperstruktur, Kraft, Richtung, Distanz, Zeit, Strategie, Taktik und Technik greifen dabei ineinander und bilden einen zusammenhängenden Handlungsprozess.

Nach dem taoistischen Verständnis, das dem Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) zugrunde liegt, stehen:

  • Kampfkunst
  • Kriegskunst
  • Gesundheit und Heilkunde
  • Sicherheitslehre
  • Waffenlehre
  • Wissenschaft
  • Kunst
  • Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre

als Ausdrucksformen des Systems in wechselseitiger Beziehung.

Die im Kampf wirksamen Prinzipien gehören daher nicht ausschließlich dem Kampf an.

Körperorganisation, Bewegungsökonomie, Wahrnehmung, Selbstregulation und der bewusste Umgang mit Kraft und Wirkung besitzen ebenso Bedeutung für Gesundheit, Erkenntnis und andere Bereiche der Lehre.

Ein wesentlicher Anspruch der Kampfkunst des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) besteht darin, ihre Wirksamkeit möglichst weitgehend von körperlicher Überlegenheit unabhängig zu machen, was den Verlauf einer Auseinandersetzung erheblich beeinflussen kann. Hierzu zählen:

  • Körpergröße
  • Reichweite
  • Kraft
  • Körpermasse
  • Athletik
  • Geschwindigkeit
  • Beweglichkeit
  • Ausdauer
  • psychische Verfassung
  • physische Verfassung

Die Prinzipien des Systems sind deshalb darauf ausgerichtet, solche Vorteile eines Gegners nicht durch den Versuch zu beantworten, ihn in denselben Eigenschaften zu übertreffen, sondern ihre Wirkung durch folgende Handlungen möglichst weitgehend aufzuheben:

  • Struktur
  • Bewegung
  • Richtung
  • Manövrieren
  • Kraftaufnahme und Kraftumleitung
  • Schnelligkeit
  • ökonomisches Handeln

Die Kampfkunst richtet sich dabei nicht allein auf die einzelne Technik.

Entscheidend ist das Zusammenwirken von Strategie, Taktik und Technik sowie die Fähigkeit, unter wechselnden und nicht vollständig vorhersehbaren Bedingungen handlungsfähig zu bleiben.

Fließende und unmittelbar aufeinander bezogene Bewegungen sollen kraft- und zeitraubende Leerbewegungen vermeiden und eine direkte, situationsgerechte Reaktion ermöglichen.

Auch die mentale und psychische Handlungsfähigkeit gehört zu diesem Verständnis.

Eine kämpferische Situation stellt hohe Anforderungen an Wahrnehmung, Entscheidungsfähigkeit und Selbstkontrolle.

Ziel ist daher, auch unter erheblicher körperlicher und psychischer Belastung möglichst klar, kontrolliert und zweckmäßig handeln zu können, anstatt die eigene Wirksamkeit von Aggression oder einer unnötig gesteigerten Stressreaktion abhängig zu machen.

Kampfkunst wird im Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) auf diese Weise als Verbindung von Erkenntnis und Anwendung, körperlicher Fähigkeit und geistiger Kontrolle, Ordnung und unmittelbarer Wirkung verstanden.

Wie in der gesamten Lehre findet auch hier die Theorie ihre entscheidende Bewährung in der Praxis.

Klassisches Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳)

Das klassische Qian Li Wing Chun Chuan (乾 離 詠 春 拳) bezeichnet Wing Chun Chuan in seiner ursprünglichen und authentischen Form.

Wing Chun Chuen Jing Tung – (詠 春 傳 正 統)

„Wing Chun in seiner authentischen Tradition bewahren und weitergeben.“

„Klassisch“ steht dabei für die Bewahrung jener grundlegenden Prinzipien, Ordnungszusammenhänge und Handlungsweisen, aus denen die Kunst hervorgegangen ist und die ihre innere Geschlossenheit bestimmen.

Der Entwicklung dieser Kampfkunst (乾 離 詠 春 拳) ging eine umfassende Betrachtung und Analyse bereits bestehender Kampf- und Kriegskünste voraus.

Dabei wurden unterschiedliche Stärken und Schwächen sogenannter harter und weicher Systeme untersucht.

Harte Kampfkünste zeichneten sich insbesondere durch Kraft, Schlagwirkung und Explosivität aus, konnten durch den starken Einsatz von Körpermasse und Dynamik jedoch zugleich Situationen erzeugen, in denen Beweglichkeit und unmittelbare Anpassungsfähigkeit eingeschränkt wurden.

Weiche Kampfkünste verfügten demgegenüber über Beweglichkeit, Geschmeidigkeit und Anpassungsfähigkeit, besaßen nach damaliger Einschätzung jedoch nicht immer die erforderliche unmittelbare Durchsetzungskraft, um eine kämpferische Auseinandersetzung konsequent zu beenden.

Aus dieser Analyse entstand der Anspruch, die Vorzüge beider Richtungen innerhalb einer gemeinsamen Kunst zu verbinden: Schlagkraft und Explosivität mit Beweglichkeit und Geschmeidigkeit, unmittelbare Wirkung mit der Fähigkeit zur fortwährenden Anpassung.

Die Wirksamkeit einer Handlung sollte deshalb weder ausschließlich auf Härte noch ausschließlich auf Nachgiebigkeit beruhen, sondern auf der Fähigkeit, entsprechend der jeweiligen Situation zwischen unterschiedlichen Wirkungsweisen zu wechseln.

Ein wesentliches Prinzip dieser Struktur ist das Interruptionsprinzip.

Eine Handlung wird auf direktem und möglichst effizientem Weg auf ihr Ziel ausgerichtet.

Tritt ein Hindernis auf, wird die begonnene Bewegung nicht zwangsläufig abgebrochen oder vollständig neu angesetzt. Stattdessen soll unmittelbar eine andere Handlungsmöglichkeit entstehen, durch die die ursprüngliche Aktion verändert, weitergeführt oder auf anderem Wege abgeschlossen werden kann.

Die Bewegungen werden entsprechend als kontinuierliche, unmittelbar miteinander verbundene Handlungsabläufe organisiert.

Bereits der erste Kontakt mit einem Gegner kann genutzt werden, um Informationen über dessen Struktur, Bewegung und Reaktion aufzunehmen und daraus die weitere Handlung zu entwickeln.

Der Kontakt dient dabei zugleich dazu, Gleichgewicht und Struktur des Gegners zu beeinflussen und – entsprechend der jeweiligen Situation – die Auseinandersetzung weiterzuführen oder schon in dieser Phase zu beenden.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Die Entwicklung des klassischen Systems stützte sich dabei nicht allein auf kämpferische Erfahrung.

Als Wissensgrundlage wurden chinesische Philosophie, Medizin (醫學), Alchemie (丹道) sowie Kampf- und Kriegskunst miteinander verbunden; darüber hinaus wurden Erkenntnisse aus Natur-, Sozial- und Geisteswissenschaften sowie aus den Künsten (藝) herangezogen.

Diese Synthese unterschiedlicher Wissensgebiete entspricht jenem umfassenden Ordnungsverständnis, das auch die heutige Systemarchitektur des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) bestimmt.

Die Traditionslinie des klassischen Wing Chun Chuan wird innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) über Ng Mui, Yim Wing Chun, Leung Bok Chau und die nachfolgenden Generationen weitergeführt.

Die ausführliche Geschichte dieser Überlieferung wird im Bereich „Über Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) – Geschichte und Überlieferung“ behandelt.

Entscheidend ist die Erhaltung jener grundlegenden Gesetzmäßigkeiten und Prinzipien, durch die die Kunst ihre innere Geschlossenheit, Anpassungsfähigkeit und praktische Wirksamkeit erhält.

Effizienz jenseits physischer Überlegenheit

Körpergröße und Reichweite, Kraft und Körpermasse, Athletik, Geschwindigkeit, Beweglichkeit und Ausdauer sowie die mentale Verfassung können den Ausgang einer kämpferischen Auseinandersetzung erheblich beeinflussen.

Dies zeigt sich im leistungsorientierten Boxen und Ringen ebenso wie in weniger stark reglementierten Kampfformen wie MMA.

Selbst bei differenzierter Trainingsplanung, umfassender Leistungsdiagnostik sowie gezielter taktischer und technischer Vorbereitung bleibt das Ergebnis von zahlreichen individuellen und situativen Faktoren abhängig.

Reaktionsfähigkeit, körperliche Voraussetzungen, physische und psychische Verfassung, taktische Entscheidungen und unvorhersehbare Veränderungen der Situation können den Verlauf jederzeit entscheidend verändern.

Gerade darin liegt ein grundlegendes Problem für eine Kampfkunst, die auch dann wirksam bleiben soll, wenn der Gegner körperlich überlegen ist.

Ein System, dessen Erfolg wesentlich davon abhängt, stärker, größer, schneller, athletischer oder ausdauernder als das Gegenüber zu sein, kann diese Voraussetzungen nicht in jeder realen Auseinandersetzung gewährleisten.

Das Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) verfolgt deshalb einen anderen Ansatz.

Seine Prinzipien und Techniken sind darauf ausgerichtet, körperliche Vorteile des Gegners möglichst weitgehend aufzuheben beziehungsweise für die eigene Handlung bedeutungslos werden zu lassen.

Die Lösung besteht nicht darin, eine größere gegnerische Kraft mit noch größerer eigener Kraft zu beantworten (letztendlich kann man nicht kräftiger als jeder Gegner sein – auf jeden Fall nicht dauerhaft), sondern die Bedingungen der Auseinandersetzung so zu verändern, dass dieser Vorteil seine Wirkung verliert.

Eine vom Angreifer eingebrachte Kraft wird deshalb nicht primär durch direkte Gegenkraft beantwortet.

Abhängig von Richtung, Struktur, Dynamik, Distanz und Situation kann sie aufgenommen, umgeleitet, weitergeführt oder gegen den Angreifenden zurückgeführt werden.

Der direkte Kräftezusammenstoß wird dort vermieden, wo Bewegung, Winkel, Position, Distanz oder Richtung eine günstigere Lösung ermöglichen.

Mit diesem Prinzip verbindet sich eine ausgeprägte Bewegungsökonomie.

Fließende und unmittelbar aufeinander bezogene Bewegungsabläufe sollen kraft- und zeitraubende Leerbewegungen vermeiden.

Eine Handlung soll auf direktem und zweckmäßigem Weg aus der bestehenden Situation hervorgehen und sich ohne unnötige Unterbrechung an deren Veränderung anpassen.

Beweglichkeit und Schnelligkeit erhalten dabei eine besondere Bedeutung, werden jedoch nicht als isolierte athletische Eigenschaften verstanden.

Entscheidend ist vielmehr, Bewegung zum richtigen Zeitpunkt, in die richtige Richtung und innerhalb einer günstigen räumlichen Beziehung einzusetzen.

Struktur, Wahrnehmung, Richtung, Distanz und zeitliche Abstimmung bestimmen die Wirksamkeit einer Handlung ebenso wie ihre Geschwindigkeit.

Ein weiterer Bestandteil dieses Effizienzverständnisses ist die psychische Selbstregulation.

Kämpferische Handlungsfähigkeit soll möglichst ohne Aggression und ohne eine unnötige Steigerung der Stressreaktion erhalten bleiben.

Eine starke Stressaktivierung kann Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Feinmotorik, Koordination und die differenzierte Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit beeinträchtigen.

Das Training richtet sich daher auch darauf, unter hoher körperlicher und psychischer Belastung Wahrnehmung, Entscheidungsfähigkeit und kontrolliertes Handeln möglichst weitgehend aufrechtzuerhalten.

Der Effizienzanspruch des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) entsteht aus dem Zusammenwirken dieser Prinzipien:

  • geringere Abhängigkeit von körperlicher Überlegenheit
  • Nutzung und Veränderung gegnerischer Kräfte
  • Manövrieren
  • Bewegungsökonomie
  • Schnelligkeit
  • strukturelle Kontrolle
  • psychische Selbstregulation
  • situative Anpassungsfähigkeit

Entscheidend ist nicht die Überlegenheit in einer einzelnen Eigenschaft, sondern die Fähigkeit, die Bedingungen einer Auseinandersetzung so zu verändern, dass vorhandene Nachteile möglichst wenig und die eigenen Handlungsmöglichkeiten möglichst stark zur Wirkung kommen.

Frauen und Kampfkunst

Warum ausgerechnet diese Kunst?

Die Frage körperlicher Überlegenheit besitzt für Frauen in der Kampfkunst eine besondere Bedeutung.

Im realen Konfliktfall kann nicht vorausgesetzt werden, dass ein Gegner hinsichtlich Körpergröße, Reichweite, Kraft, Geschwindigkeit oder Ausdauer vergleichbare Voraussetzungen besitzt.

Gerade deshalb muss eine Kampfkunst, die für Frauen einen ernsthaften Anspruch auf Wirksamkeit erhebt, Lösungen anbieten, die nicht auf körperlicher Gleichwertigkeit beruhen.

Das Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) geht grundsätzlich davon aus, dass ein Kämpfer oder eine Kämpferin mit einem größeren, schwereren, kräftigeren, schnelleren oder ausdauernderen Gegenüber konfrontiert werden kann.

Die Kunst wird deshalb nicht unter der Voraussetzung körperlicher Gleichheit entwickelt, sondern gerade unter der Annahme möglicher körperlicher Unterlegenheit.

Ein wesentliches Prinzip besteht im Manövrieren als Alternative zum direkten Kräftezusammenstoß.

Position, Winkel, Distanz, Bewegungsrichtung und zeitliche Abstimmung werden so verändert, dass die körperlichen Vorteile des Gegners möglichst wenig zur Wirkung kommen können.

Kraft soll nicht dort bekämpft werden, wo sie am stärksten ist, sondern durch Bewegung, Struktur und Richtung in eine für die eigene Handlung günstigere Situation überführt werden.

Besondere Bedeutung besitzt dabei die Beinarbeit.

Schnelle, leichte und präzise Bewegungen ermöglichen es, Distanz und Winkel fortlaufend zu verändern, sich kontrolliert anzunähern und ebenso kontrolliert wieder zu lösen.

Die Fähigkeit, sicher zum Gegner zu gelangen, innerhalb einer günstigen Position zu handeln und sich anschließend wieder aus dessen unmittelbarem Wirkungsbereich zu entfernen, bildet daher einen wesentlichen Bestandteil der Kampfkunst.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Gerade für eine leicht gebaute Person liegt die Lösung nicht darin, die körperlichen Eigenschaften eines schwereren Gegners nachzuahmen oder übertreffen zu wollen.

Entscheidend ist vielmehr, Reichweite, Kraft und Masse durch Bewegung, Struktur, Richtung und Zeit möglichst weitgehend zu neutralisieren.

Dieser Gedanke unterscheidet sich grundlegend von Kampfsportmodellen, in denen körperliche Unterschiede unter anderem durch Gewichts- und Leistungsklassen ausgeglichen werden.

Solche Regelungen erfüllen innerhalb des sportlichen Wettbewerbs eine wichtige Funktion; eine reale Auseinandersetzung bietet jedoch keine entsprechende Vorauswahl des Gegners.

Die Kampfkunst des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) setzt sich deshalb gerade mit jener Situation auseinander, in der diese Gleichheit nicht gegeben ist.

Ebenso wenig soll die Lösung in gesteigerter Aggressivität oder einem grundsätzlich vorweggenommenen Angriff liegen.

Das Ziel besteht vielmehr darin, auch bei körperlicher Unterlegenheit kontrolliert, beweglich, rational, zielgerichtet und situationsgerecht handeln zu können.

Der zugrunde liegende Gedanke findet in einer klassischen Formulierung einen besonders treffenden Ausdruck:

„Dass Schwaches das Starke besiegt und Weiches das Harte überwindet, weiß jedermann auf Erden – aber wer ist in der Lage danach zu handeln?“

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) erhält dieser Gedanke eine unmittelbar praktische Bedeutung:

Körperliche Unterlegenheit soll nicht durch noch größere Kraft kompensiert, sondern durch ein anderes Verständnis von Bewegung, Struktur, Dynamik, Richtung und Wirkung überwunden werden.

„Wir unterscheiden uns weniger durch die Kräfte, die wir haben, als durch den Mut, von ihnen Gebrauch zu machen.“

Waffenlose Kampfkunst und Waffenkampfkunst im Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳)

Die Kampfkunst des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) umfasst sowohl die waffenlose Auseinandersetzung als auch den Kampf mit Waffen.

Beide Bereiche beruhen auf denselben grundlegenden Prinzipien.

Mit dem Einsatz einer Waffe verändern sich jedoch Reichweite, Distanz, Bewegungsraum, Geschwindigkeit, Kraftübertragung und die möglichen Wirkungsrichtungen einer Handlung.

Die zugrunde liegende Ordnung bleibt bestehen, während sich ihre praktische Umsetzung den veränderten Bedingungen anpasst.

Waffenlose Kampfkunst im Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳)

Die waffenlose Kampfkunst bildet die unmittelbare kämpferische Anwendung der zuvor beschriebenen Prinzipien des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳).

Körper, Wahrnehmung und Bewegung selbst werden zum Mittel der Handlung; zusätzliche Waffen oder Hilfsmittel stehen nicht zur Verfügung.

Ihre Besonderheit liegt daher nicht in einer eigenständigen, von der übrigen Lehre getrennten Methodik, sondern in der konsequenten Umsetzung des gesamten Systems unter den Bedingungen einer unmittelbaren körperlichen Auseinandersetzung.

Strategie, Taktik und Technik, Distanz und Position, Wahrnehmung und Reaktion sowie die unterschiedlichen Formen von Kraft und Bewegung müssen dabei in einem einzigen Handlungszusammenhang zusammenwirken.

Waffenkampfkunst im Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳)

Die Waffenkampfkunst des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) folgt denselben grundlegenden Prinzipien wie die waffenlose Kampfkunst, führt diese jedoch unter den veränderten Bedingungen einer Waffe weiter.

  • Drachenstock | Lung Kun (龍棍)
  • Schmetterlings-Doppelmesser | Hu Tie Shuang Tao (蝴蝶雙刀)
  • Speer | Chiang (槍)
  • Bogen | Kung (弓)

Diese bilden die traditionellen Waffen des Qian Li Wing Chun Chuan (乾 離 詠 春 拳).

Sie sind Bestandteil der überlieferten Lehre und stellen jeweils eigene Anforderungen an den Praktizierenden.

Reichweite, Distanz, Hebelwirkung, Präzision, Geschwindigkeit und mögliche Wirkungsrichtungen verändern sich und stellen entsprechend besondere Anforderungen an Wahrnehmung, Zeit, Kontrolle, Koordination und Führung.

Die Waffe wird dabei nicht losgelöst vom Körper geführt.

Körperorganisation, Bewegung und Waffe müssen zu einem zusammenhängenden Handlungsgefüge verbunden werden.

Die unterschiedlichen Waffen des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) stellen jeweils eigene Anforderungen und kultivieren besondere Fähigkeiten.

Ihre Charakterisierungen bringen diese jeweiligen Schwerpunkte in verdichteter Form zum Ausdruck.

Drachenstock | Lung Kun (龍棍)

Drachenstock (龍棍) - oder das ewige Rätsel, wie und weshalb der Geist die rohe Körperkraft überwindet

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Im Mittelpunkt steht das Verhältnis von geistiger Führung und körperlicher Kraft.

Die Wirkung soll nicht aus roher Muskelkraft entstehen, sondern aus der präzisen Verbindung von Struktur, Richtung, Distanz, Bewegung und bewusster Steuerung.

Schmetterlings-Doppelmesser | Hu Tie Shuang Tao (蝴蝶雙刀)

Schmetterlings-Doppelmesser (蝴蝶雙刀) - Mut und Entschlossenheit, Stolz, aber Zurückhaltung, Klarheit und Sicherheit.

Diese Kunst gehört zu den taktisch und technisch effektivsten Werken der Kampf- und Kriegskunstgeschichte.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Diese Waffenkunst verbindet Entschlossenheit und Handlungsbereitschaft mit Kontrolle und Zurückhaltung.

Das gleichzeitige Führen zweier Waffen stellt hohe Anforderungen an Koordination, Präzision, taktisches Verständnis und die Fähigkeit, Wahrnehmung und Handlung unmittelbar miteinander zu verbinden.

Speer | Chiang (槍)

Speer (槍) - oder der Weg, Kraft und Eleganz, Geschicklichkeit und Schnelligkeit, Präzision und Sicherheit, Geduld und Wahrnehmungsfähigkeit zu kultivieren.

Die Speerkunst verbindet Kraft und Eleganz, Schnelligkeit und Geduld, Präzision und Wahrnehmung.

Richtung, Distanz und zeitliche Abstimmung sind so zu koordinieren, dass Bewegung und Wirkung unmittelbar ineinandergreifen.

Der Grundgedanke verdichtet sich in der Formel:

Eine Bewegung - ein Treffer!

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Bogen | Kung (弓)

Bogen (弓) - oder die Kunstwaffe des Meisters!

Der Bogen verlangt in besonderem Maße Ruhe, Konzentration, Präzision, Wahrnehmung und geistige Ausrichtung. Körperliche Organisation und mentale Fokussierung müssen sich in einer klaren, kontrollierten und zielgerichteten Handlung verbinden.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Innerhalb der Ausdrucksform Kampfkunst steht die kämpferische Anwendung dieser Waffen im Mittelpunkt.

Ihre darüber hinausgehende Bedeutung, ihre Eigenschaften und Wirkungsweisen sowie der umfassendere Zusammenhang von Waffen, Werkzeugen und menschlichem Handeln werden in der eigenständigen Ausdrucksform Waffenlehre behandelt.

Die fünf Lehr- und Erscheinungsformen als Kampfkunstlehre

Die fünf Lehr- und Erscheinungsformen des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) wirken auch innerhalb der Ausdrucksform Kampfkunst:

  • Qi Kung (氣功) – Arbeit mit dem Qi / Kultivierung des Qi:
  • Qi (氣) = Qi, Atem, Lebens- bzw. Wirkenergie;
  • Kung (功) = Arbeit, Bemühung, Können, erworbene Fähigkeit, durch Praktizieren erreichte Meisterschaft.
  • Nei Kung (內功) – innere Arbeit / innere Übung:
  • Nei (內) = innen, inneres;
  • Kung (功) = Arbeit, Bemühung, Können, erworbene Fähigkeit, durch Praktizieren erreichte Meisterschaft.
  • Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) – Tai-Chi-Faustkunst der Familie Chen:
  • Chen (陳) = Familienname Chen;
  • Shi (氏) = Familie, Clan bzw. Geschlecht;
  • Tai Chi (太極) = das „höchste“, „äußerste“ Prinzip;
  • Chuan (拳) = Faust, Faustkunst bzw. Kampfkunst.
  • Xing Yi Chuan (形意拳) – Faustkunst der Form und Intention:
  • Xing (形) = Form, Gestalt;
  • Yi (意) = Absicht, Intention, Vorstellung, das Gedachte, geistige Ausrichtung;
  • Chuan (拳) = Faust, Faustkunst bzw. Kampfkunst.
  • Pa Kua Chang (八卦掌) – Handflächenkunst der acht Trigramme:
  • Pa (八) = acht;
  • Kua (卦) = Trigramm bzw. Ordnungszeichen;
  • Chang (掌) = Handfläche

Sie bilden dabei keine voneinander getrennten Kampfsysteme neben dem Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳), sondern erschließen unterschiedliche Seiten derselben Lehre und setzen jeweils andere Schwerpunkte in der kämpferischen Anwendung.

Gemeinsam entwickeln sie Fähigkeiten, die für die Kampfkunst unmittelbar bedeutsam sind:

  • Körperorganisation und Kraftentwicklung
  • Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit
  • Beweglichkeit und Manövrieren
  • Richtung und Distanz
  • Schnelligkeit und Explosivität
  • die Fähigkeit, Kräfte zu generieren, zu transformieren und wirkungsvoll einzusetzen

Ihre unterschiedlichen Schwerpunkte ergänzen sich innerhalb des Gesamtsystems.

Qi Kung (氣功) als Kampfkunstlehre

Als Kampfkunstlehre richtet sich Qi Kung (氣功) auf die bewusste Verbindung von Qi (氣), Körper, Atmung, Wahrnehmung und Bewegung.

Dabei geht es um die Fähigkeit, Wirkungsprozesse nicht nur wahrzunehmen, sondern ihre Intensität und Richtung gezielt zu beeinflussen und in einer kämpferischen Handlung nutzbar zu machen.

Eine besondere Ausprägung bildet das Harte Qi Kung (氣功).

Hier steht die kämpferische Entwicklung des Körpers und seiner Wirkungsfähigkeit im Vordergrund.

Kraft soll nicht als isolierte Muskelkraft entstehen, sondern aus dem koordinierten Zusammenwirken von Körperstruktur, Atmung, Konzentration, Bewegung und Qi (氣).

Innerhalb der Kampfkunst unterstützt Qi Kung (氣功) damit insbesondere die Entwicklung einer bewusst geführten, körperlich organisierten und zielgerichteten Kraftwirkung.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Nei Kung (內功) als Kampfkunstlehre

Nei Kung (內功) richtet den Blick stärker auf die innere Organisation des Körpers.

Körperstruktur, Haltung, Atmung, Spannung und Entspannung, Koordination sowie eine multidimensionale Übertragung und Entwicklung von Kraft werden so miteinander verbunden, dass der gesamte Körper an einer Bewegung beteiligt werden kann.

Auch hier besitzt das Harte Nei Kung (內功) eine besondere kampfkunstbezogene Bedeutung.

Es dient der Entwicklung jener inneren körperlichen Voraussetzungen, durch die Kraft aufgenommen, übertragen und freigesetzt werden kann, ohne dass die Bewegung allein aus lokaler Muskelarbeit hervorgeht.

Für die Kampfkunst des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) bildet Nei Kung (內功) eine wesentliche Grundlage für strukturelle Stabilität, koordinierte Ganzkörperbewegung und differenzierte Kraftentwicklung.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) als Kampfkunstlehre

Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) verbindet fließende Bewegung mit dynamischer Kraftentwicklung.

Kontinuierliche Übergänge, Veränderungen zwischen Spannung und Entspannung, Öffnen und Schließen sowie unterschiedliche Formen des Aufnehmens, Führens und Freisetzens von Kraft bilden wesentliche Merkmale seiner kämpferischen Anwendung.

Eine besondere Bedeutung besitzt das Chan Si Jin (纏絲勁), die spiralförmig organisierte Kraft.

Bewegungen werden dabei nicht ausschließlich geradlinig geführt, sondern über miteinander verbundene Rotations- und Spiralstrukturen durch den Körper organisiert.

Hinzu tritt das Fa Jin (發勁), die explosive Freisetzung entwickelter Kraft.

Dabei geht es nicht lediglich um Schnelligkeit oder Muskelkraft, sondern um die Fähigkeit, eine zuvor organisierte Ganzkörperbewegung in einem bestimmten Augenblick konzentriert zur Wirkung zu bringen.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Als Kampfkunstlehre macht Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) besonders die Verbindung von Kontinuität und Explosivität, Nachgeben und Wirkung, Veränderung und struktureller Einheit praktisch erfahrbar.

Xing Yi Chuan (形意拳) als Kampfkunstlehre

Xing Yi Chuan (形意拳) – Faustkunst der Form und Intention

richtet sich besonders auf direkte, zielgerichtete Bewegung, klare Vorwärtsorientierung und die Verbindung des gesamten Körpers in einer Handlung.

Form und Intention werden so miteinander verbunden, dass eine Bewegung ohne unnötige Umwege unmittelbar zur Wirkung gelangen kann.

Eine besondere Rolle spielt dabei die explosive Kraftentwicklung.

Die Wirkung geht aus einer koordinierten Ganzkörperbewegung hervor, in der Richtung, Struktur, Geschwindigkeit, Beschleunigung und Intention zusammenwirken.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) besitzt Xing Yi Chuan (形意拳) außerdem eine besonders enge Beziehung zu Wu Xing (五行).

Die fünf Wandlungsphasen bilden dabei nicht lediglich ein theoretisches Ordnungsschema, sondern eröffnen unterschiedliche Bewegungs-, Wirkungs- und Veränderungsprinzipien, die in der Kampfkunst praktisch umgesetzt werden.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Pa Kua Chang (八卦掌) als Kampfkunstlehre

Pa Kua Chang (八卦掌) – Handflächenkunst der acht Trigramme

bringt innerhalb der Kampfkunst besonders die räumliche und bewegungsbezogene Dimension der Lehre zur Geltung.

Kontinuierliche Bewegung, Veränderungen von Richtung und Position, fließende Übergänge, spiralförmige Bewegungsprinzipien und das Arbeiten mit offenen Händen prägen diese Lehr- und Erscheinungsform.

In kämpferischer Hinsicht besitzt insbesondere das Manövrieren eine zentrale Bedeutung.

Der Gegner wird nicht ausschließlich auf einer geraden Linie konfrontiert; Winkel, Positionen und Bewegungsrichtungen werden fortlaufend verändert.

Dadurch entstehen neue Möglichkeiten des Zugangs, der Kontrolle und der Wirkung.

Die enge Verbindung mit Pa Kua (八卦) wird hier unmittelbar sichtbar: Räumliche Beziehungen, Richtungen und Veränderungen werden erfasst, durch Bewegung praktisch und multidimensional erfahren und auf charakteristische Weise für alle Ausdrucksformen nutzbar gemacht.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Die fünf Lehr- und Erscheinungsformen erschließen auf diese Weise unterschiedliche Aspekte der Kampfkunst des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳).

  • Qi Kung (氣功) und Nei Kung (內功) vertiefen insbesondere die Entwicklung und innere Organisation von Kraft und Wirkung,
  • Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) verbindet kontinuierliche Veränderung, spiralförmige Kraftorganisation und Fa Jin (發勁) (die explosive Freisetzung entwickelter Kraft) miteinander.
  • Xing Yi Chuan (形意拳) schult Direktheit und explosive Ganzkörperwirkung, während
  • Pa Kua Chang (八卦掌) die räumliche Bewegungs- und Manövrierfähigkeit erweitert.

Erst in ihrem Zusammenwirken werden diese unterschiedlichen Fähigkeiten innerhalb der Kampfkunst zu Bestandteilen desselben Systems.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Selbstschutz, Selbstverteidigung, Kampfsport und Kampfkunst

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) werden Selbstschutz, Selbstverteidigung, Kampfsport und Kampfkunst klar voneinander unterschieden.

Die Begriffe bezeichnen unterschiedliche Zielsetzungen, Handlungsverständnisse und Voraussetzungen.

Für das System besitzt insbesondere der Selbstschutz eine grundlegende Bedeutung.

Selbstschutz

Selbstschutz ist ein systemimmanenter Bestandteil des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳).

Er beginnt nicht erst in dem Augenblick, in dem ein Angriff bereits erfolgt ist, sondern umfasst die aktive Gestaltung der Bedingungen, unter denen Gefährdungen erkannt, vermieden, beeinflusst, entschärft oder beherrscht werden.

Selbstschutz tritt hier als Ausdruck individueller und kollektiver Sicherheit in Erscheinung.

Dazu gehören:

  • Wahrnehmung
  • Aufmerksamkeit
  • Einschätzung von Situationen
  • Distanz
  • Position
  • Bewegung
  • Verhalten
  • Entscheidungsfähigkeit
  • kontrolliertes Handeln

Selbstschutz bedeutet daher, die eigene Handlungsfähigkeit frühzeitig zu erhalten und nicht erst dann tätig zu werden, wenn die Situation bereits vollständig durch das Handeln eines anderen bestimmt wird.

Der Selbstschutz ist damit grundsätzlich aktiv und vorausschauend.

Er richtet sich darauf, Entwicklungen wahrzunehmen, Handlungsmöglichkeiten zu erkennen und die Situation so zu gestalten, dass eine Gefährdung vermieden, begrenzt oder unter kontrollierbaren Bedingungen bewältigt werden kann.

Diese Auffassung entspricht dem umfassenden Verständnis des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳):

Wirkung entsteht nicht erst am Ende einer Handlungskette.

Bereits Wahrnehmung, Positionierung, Ausrichtung, Bewegung und Entscheidung verändern den weiteren Verlauf einer Situation.

Selbstverteidigung

Die klassische Vorstellung der Selbstverteidigung gehört nicht zum Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳).

Sie setzt gewöhnlich voraus, dass eine gegnerische Handlung bereits stattgefunden hat und darauf anschließend reagiert wird. Die eigene Handlung wird damit wesentlich durch ein vorausgegangenes Ereignis bestimmt.

Für das Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) ist dieses Verständnis zu passiv und zu reaktiv.

Das System richtet sich nicht darauf, einen bereits vollzogenen Angriff abzuwarten und anschließend eine festgelegte Abwehrhandlung auszuführen.

Entscheidend ist vielmehr, früher in den entstehenden Handlungszusammenhang einzutreten, Wahrnehmung und Entscheidung mit der eigenen Bewegung zu verbinden und die weitere Entwicklung der Situation aktiv mitzugestalten und zu bestimmen.

Der Unterschied liegt deshalb nicht lediglich in der Wahl anderer Techniken, sondern in einem grundsätzlich anderen Handlungsverständnis.

Selbstverteidigung reagiert auf eine bereits entstandene Situation.

Selbstschutz beeinflusst ihre Entwicklung aktiv.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) tritt deshalb der Begriff Selbstschutz an die Stelle eines reinen Selbstverteidigungsverständnisses.

Kampfsport

Kampfsport folgt einem anderen Zweck. Er findet innerhalb eines geregelten sportlichen Rahmens statt, in dem Wettkampfregeln, Gewichtsklassen, Zeitbegrenzungen, erlaubte und verbotene Techniken, Schiedsrichterentscheidungen und sportliche Zielsetzungen die Bedingungen der Auseinandersetzung bestimmen.

Innerhalb dieses Rahmens können körperliche Leistungsfähigkeit, Schnelligkeit, Kraft, Ausdauer, technische Präzision, taktische Planung und psychische und physische Belastbarkeit auf hohem Niveau entwickelt und miteinander verglichen werden.

Der entscheidende Unterschied zur Kampfkunst des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) liegt jedoch darin, dass der Kampfsport auf festgelegte und für beide Seiten bekannte Bedingungen angewiesen ist.

Eine reale Gefährdung oder kämpferische bzw. kriegerische Auseinandersetzung unterliegt solchen Voraussetzungen nicht.

Kampfsport besitzt deshalb innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) seinen eigenen Stellenwert, ist jedoch nicht mit Kampfkunst gleichzusetzen.

Kampfkunst

Die Kampfkunst des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) reicht über den sportlichen Vergleich und über eine rein reaktive Selbstverteidigung hinaus.

Sie verbindet:

  • Wahrnehmung
  • Orientierung
  • Strategie
  • Taktik
  • Technik
  • Körperorganisation
  • Kraftführung
  • Selbstkontrolle

zu einem umfassenden Handlungsverständnis.

Ihr Ziel besteht nicht darin, innerhalb eines festgelegten Regelwerks einen Gegner sportlich zu besiegen.

Ebenso wenig reduziert sie sich auf das Erlernen einzelner Reaktionen auf bestimmte Angriffe.

Entscheidend ist die Fähigkeit, unterschiedliche Situationen zu erkennen, ihre Entwicklung zu verstehen und innerhalb veränderlicher Bedingungen angemessen und wirksam zu handeln.

Damit schließt sich dieser Bereich unmittelbar an den zuvor beschriebenen Effizienzanspruch des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) an.

Körperliche Fähigkeiten bleiben bedeutsam, werden jedoch in einen größeren Zusammenhang aus Wahrnehmung, Entscheidung, Bewegung, Strategie und Kontrolle eingeordnet.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) lassen sich die vier Begriffe daher klar voneinander abgrenzen:

  • Selbstschutz ist aktiv, vorausschauend sowie multidimensional gedacht und Bestandteil des Systems.
  • Selbstverteidigung beschreibt ein aggressives – reaktives Verständnis und gehört in dieser Form nicht zur Lehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳)
  • Kampfsport findet innerhalb vereinbarter Regeln und sportlicher Vergleichsbedingungen statt und gehört ebenfalls in dieser Form nicht zur Lehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳)
  • Kampfkunst umfasst den übergeordneten Zusammenhang, in dem kämpferisches Können, Erkenntnis, Strategie, Selbstschutz und praktische Handlungsfähigkeit miteinander verbunden werden.

Strategie – Taktik – Technik

Innerhalb der Kampfkunst des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) bilden Strategie, Taktik und Technik drei miteinander verbundene Ebenen des Handelns. Sie erfüllen unterschiedliche Aufgaben, greifen jedoch unmittelbar ineinander.

Eine Technik erhält ihre Bedeutung erst innerhalb einer taktischen Situation, während taktische Entscheidungen wiederum einer übergeordneten strategischen Zielsetzung folgen.

Strategie

Die Strategie bestimmt die grundlegende Ausrichtung des Handelns.

Sie beantwortet die Frage, welches Ziel unter den gegebenen Bedingungen erreicht werden soll und auf welchem grundsätzlichen Weg dies geschehen kann.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) beginnt strategisches Denken deshalb nicht erst mit dem körperlichen Kampf. Bereits die Wahrnehmung einer Situation, die Einschätzung möglicher Entwicklungen und die Entscheidung, ob, wann, wo und unter welchen Bedingungen überhaupt gehandelt wird, gehören zur strategischen Ebene.

Strategie richtet den Blick auf den gesamten Handlungszusammenhang.

Sie berücksichtigt unter anderem die eigene Position, die Möglichkeiten des Gegenübers, räumliche Bedingungen, Distanz, Bewegungsrichtungen, verfügbare Handlungswege sowie mögliche Veränderungen der Situation. Ihr Ziel ist es, die Bedingungen möglichst so zu gestalten, dass die eigenen Handlungsmöglichkeiten erweitert und gegnerische Vorteile eingeschränkt werden.

Der strategische Anspruch des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) besteht nicht allein darin, auf eine bereits entstandene Lage möglichst geschickt zu reagieren. Vielmehr wird die Entwicklung der Situation frühzeitig erkannt und aktiv beeinflusst.

Taktik

Die Taktik überführt die strategische Zielsetzung in konkrete Entscheidungen innerhalb einer bestimmten Situation.

Sie beantwortet die Frage, wie unter den augenblicklichen Bedingungen gehandelt werden soll.

Dabei können sich die Bedingungen innerhalb kürzester Zeit verändern. Distanz, Position, Richtung, Gleichgewicht, Bewegung, Reaktion und Verhalten des Gegenübers verlangen fortlaufende Anpassungen. Taktisches Handeln bedeutet deshalb, die vorhandenen Möglichkeiten wahrzunehmen, gegeneinander abzuwägen und jene Handlung zu wählen, die innerhalb des jeweiligen Augenblicks den größten Vorteil verspricht.

Zum taktischen Bereich gehören insbesondere Manövrieren, Positions- und Winkelveränderungen, die Wahl der Distanz, die Nutzung gegnerischer Bewegungen und Kräfte sowie die Entscheidung über Zeitpunkt, Art und Richtung des eigenen Handelns.

Taktik ist ein dialektischer Ablauf. Sie muss sich verändern können, sobald sich die Situation verändert.

Gerade hier zeigt sich die Bedeutung des im Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) grundlegenden Prinzips, Bewegungen und Entscheidungen nicht starr an einen zuvor festgelegten Plan zu binden.

Technik

Die Technik bildet die konkrete körperliche Umsetzung einer taktischen Entscheidung. Sie umfasst die tatsächliche Bewegung und deren Ausführung hinsichtlich Struktur, Richtung, Geschwindigkeit, Kraft, Intensität als Vektorgröße, Zeit, Distanz und Präzision.

Eine Technik besitzt innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) deshalb keinen absoluten Wert für sich allein.

Dieselbe Bewegung kann unter bestimmten Bedingungen zweckmäßig und unter anderen Bedingungen wirkungslos oder sogar nachteilig sein. Entscheidend ist, ob sie im richtigen Augenblick, aus einer geeigneten Position, in der richtigen Richtung und mit einer der Situation entsprechenden Wirkung eingesetzt wird.

Technisches Können bedeutet daher mehr als das exakte Reproduzieren einer vorgegebenen Bewegungsform. Es besteht in der Fähigkeit, erlernte Prinzipien so zu beherrschen, dass eine Bewegung situationsgerecht angepasst, verändert oder durch eine andere Handlung ersetzt werden kann.

Das Verhältnis der drei Ebenen

Strategie, Taktik und Technik stehen innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) in einer eindeutigen Beziehung:

  • Strategie bestimmt das übergeordnete Ziel und die grundsätzliche Handlungsrichtung.
  • Taktik entscheidet, wie dieses Ziel unter den jeweiligen Bedingungen verfolgt wird.
  • Technik setzt die taktische Entscheidung konkret in Bewegung und Wirkung um.

Eine technisch hervorragend ausgeführte Bewegung kann taktisch falsch sein. Eine taktisch sinnvolle Handlung kann ihr Ziel verfehlen, wenn die technische Umsetzung mangelhaft ist. Und auch eine gute taktische Entscheidung bleibt begrenzt, wenn sie einer ungeeigneten strategischen Ausrichtung folgt.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Die Qualität der Kampfkunst zeigt sich deshalb im Zusammenwirken aller drei Ebenen.

Strategie schafft Orientierung,

Taktik ermöglicht Anpassung und

Technik verwirklicht die Handlung.

Erst ihre Verbindung macht aus einzelnen Bewegungen ein bewusst geführtes kämpferisches Handeln.

Harte und weiche – äußere und innere Prinzipien

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) werden harte und weiche sowie äußere und innere Prinzipien unterschieden.

Diese Begriffe bezeichnen jedoch keine starren, voneinander abgeschlossenen Kategorien. Sie beschreiben unterschiedliche Arten, Kraft zu entwickeln und zu übertragen, Bewegung zu organisieren, auf äußere Einwirkungen zu reagieren und die verschiedenen Strukturen des Körpers für eine kämpferische Handlung einzusetzen.

Bereits die Entwicklung des klassischen Wing Chun Chuan beruhte auf der Auseinandersetzung mit den Stärken und Schwächen unterschiedlicher harter und weicher Kampf- und Kriegskünste (武藝 und 兵法).

Der daraus hervorgegangene Ansatz bestand gerade darin, ihre Vorzüge miteinander zu verbinden: Kraft und Explosivität mit Beweglichkeit und Geschmeidigkeit, unmittelbare Wirkung mit Anpassungsfähigkeit.

Entscheidend ist daher nicht die ausschließliche Zugehörigkeit zu einer Seite, sondern die Fähigkeit, unterschiedliche Wirkungsweisen entsprechend der jeweiligen Situation miteinander zu verbinden.

Harte und weiche Prinzipien

Harte Prinzipien treten insbesondere dort hervor, wo Kraft unmittelbar und deutlich nach außen zur Wirkung gebracht wird. Stabilität, Widerstand, Durchsetzung, Beschleunigung und explosive Kraftentfaltung können dabei eine besondere Bedeutung besitzen.

Weiche Prinzipien arbeiten stärker mit Anpassung, Nachgeben, Bewegung, Umlenkung und der Veränderung bestehender Kraft- und Richtungsverhältnisse. Eine einwirkende Kraft muss dabei nicht durch eine größere Gegenkraft beantwortet werden. Abhängig von Richtung, Stärke, Geschwindigkeit, Angriffspunkt und zeitlichem Verlauf kann sie aufgenommen, geführt, weitergeleitet, umgelenkt oder in ihrer Wirkung verändert werden.

Für das Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) bilden Härte und Weichheit keine Gegensätze, zwischen denen grundsätzlich gewählt werden müsste. Ihre Bedeutung entsteht vielmehr aus ihrem situationsgerechten Wechsel und ihrem Zusammenwirken. Eine Handlung kann zunächst Nachgeben, Führen oder Umlenken verlangen und unmittelbar darauf in eine harte, direkte oder explosive Wirkung übergehen.

Äußere und innere Prinzipien

Die Unterscheidung zwischen äußeren und inneren Systemen reicht im Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) über die äußerlich sichtbare Form einer Bewegung hinaus.

Ein wesentliches Kriterium besteht darin, jene Strukturen des Körpers, die vornehmlich der Entwicklung, Organisation, Aufnahme, Übertragung und Freisetzung von Kraft dienen, im Einklang mit natürlichen Gesetzmäßigkeiten einzusetzen.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Bei äußeren Systemen liegt der Schwerpunkt stärker auf der unmittelbar erzeugten Muskelkraft, insbesondere auf der Arbeit der großen Bewegungsmuskulatur.

Muskelkraft, Konditionierung, Geschwindigkeit, Explosivität und athletische Leistungsfähigkeit können entsprechend einen erheblichen Anteil an der kämpferischen Wirkung besitzen. Leider können diese Fähigkeiten nicht bis ins hohe Alter zufriedenstellend erhalten bleiben.

Innere Systeme beziehen dagegen verstärkt die tiefer liegenden und strukturell verbindenden Bereiche des Körpers in die Bewegungs- und Kraftorganisation ein.

Dazu gehören insbesondere die tiefe Muskulatur, Sehnen, Faszien, Gelenke und Knochen sowie deren koordinierte Zusammenarbeit.

Die Körperstruktur wird dadurch als zusammenhängendes Ganzes genutzt, über das Kräfte aufgenommen, weitergeleitet, gebündelt, transformiert und schließlich zur Wirkung gebracht werden können.

Die Gesunderhaltung bis ins hohe Alter gehört zu einer der Prioritäten dieser Lehre.

Auch Atmung, Wahrnehmung, Intention, Körperhaltung und neuromuskuläre Koordination wirken an dieser inneren Organisation mit.

Kraft entsteht dadurch weniger als isolierte Wirkung einer einzelnen Muskelgruppe, sondern aus dem koordinierten Zusammenwirken der gesamten Körperstruktur.

Dabei bedeutet „inneres System“ selbstverständlich nicht, dass keine Muskulatur eingesetzt wird.

Jede aktive menschliche Bewegung benötigt muskuläre Arbeit.

Der Unterschied liegt vielmehr in der Gewichtung und Organisation:

  • Äußere Systeme stützen ihre Wirkung stärker auf unmittelbar entwickelte Muskelkraft
  • Innere Systeme ordnen die Muskulatur stärker in ein umfassendes Zusammenspiel mit Sehnen, Faszien, Gelenken, Knochen und tiefer liegenden Stabilisierungsstrukturen ein

Die beiden Unterscheidungen dürfen deshalb auch nicht miteinander gleichgesetzt werden:

hart ist nicht automatisch äußerlich – und weich ist nicht automatisch innerlich.

Ein inneres System kann ausgesprochen harte und explosive Wirkungen hervorbringen, während ein äußerlich orientiertes System ebenso weiche, nachgebende oder umlenkende Prinzipien verwenden kann.

Einordnung anderer Systeme

Die Beschäftigung mit anderen Kampfkünsten und Kampfsportarten ist innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) Bestandteil der Kampfkunstlehre.

Sie dient nicht allein dem Vergleich verschiedener Systeme, sondern vor allem dazu, unterschiedliche Formen kämpferischen Handelns kennenzulernen, ihre Prinzipien zu verstehen und mit ihren typischen Möglichkeiten vertraut zu sein.

Ein Gegner wird nicht notwendigerweise nach den Bewegungs-, Kraft- und Handlungsprinzipien des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) agieren.

Er kann schlagen, treten, greifen, werfen, ringen, hebeln, Distanz halten, die Nähe suchen oder andere Formen der Bewegung und Kraftentwicklung einsetzen.

Die Beschäftigung mit unterschiedlichen Kampfkünsten und Kampfsportarten erweitert deshalb das Verständnis möglicher gegnerischer Strategien, Taktiken, Techniken, Distanzen, Bewegungsmuster und Formen der Kraftentwicklung.

Auf diese Weise soll der Praktizierende nicht nur die eigene Kunst kennen, sondern auch lernen, unterschiedliche kämpferische Handlungsweisen zu erkennen, einzuordnen und sich auf sie einzustellen.

Die Begriffe hart, weich, äußerlich und innerlich bilden zugleich ein Instrument, mit dem sich solche unterschiedlichen Wirkungsweisen untersuchen und vergleichen lassen.

Sie dienen dabei nicht dazu, Kampfkünste in unveränderliche Kategorien einzuteilen.

Vielmehr beschreiben sie bestimmte Prinzipien und Schwerpunkte, die innerhalb eines Systems unterschiedlich stark hervortreten können.

Harte und äußere Prinzipien treten beispielsweise in:

  • Muay Thai
  • Ringen
  • Boxen
  • Judo
  • Kickboxen
  • Jiu-Jitsu
  • Taekwondo
  • Karate

deutlich hervor.

Muskelkraft, körperliche Konditionierung, Widerstand, Geschwindigkeit, unmittelbare Kraftübertragung und explosive Wirkung können dort einen hohen Stellenwert besitzen.

Auch:

  • Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) – „klassisches Tai Chi Chuan der Familie Chen“ | „klassische Traditionslinie Chen“
  • Xing Yi Chuan (形意拳) – „Faustkunst der Form und Intention“
  • Pa Kua Chang (八卦掌) – wörtlich „Handfläche der acht Trigramme“

können jedoch harte und explosive Wirkungen hervorbringen.

Gerade dies zeigt, dass „hart“ nicht mit „äußerlich“ gleichgesetzt werden darf.

Xing Yi Chuan (形意拳) kann ausgesprochen direkt und explosiv wirken, während Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) fließende und nachgebende Bewegungen mit der explosiven Freisetzung entwickelter Kraft verbindet.

Weiche und innere Prinzipien treten besonders deutlich in:

  • Aikido
  • Judo
  • Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) – „klassisches Tai Chi Chuan der Familie Chen“ | „klassische Traditionslinie Chen“
  • Xing Yi Chuan (形意拳) – „Faustkunst der Form und Intention“
  • Pa Kua Chang (八卦掌) – wörtlich „Handfläche der acht Trigramme“

hervor.

Nachgeben, Umlenken, Gleichgewichtsveränderung, die Nutzung gegnerischer Bewegung, strukturelle Ganzkörperorganisation und eine differenzierte Kraftführung besitzen hier eine besondere Bedeutung.

Dass Judo bewusst in beiden Zusammenhängen erscheint, verdeutlicht die Grenzen jeder starren Einteilung.

Einerseits spielen Kraft, Dynamik, Konditionierung und unmittelbare Durchsetzung eine erhebliche Rolle. Andererseits gehören Gleichgewichtsbrechung, Hebelwirkung, Nachgeben sowie die Nutzung gegnerischer Bewegung und Kraft zu seinen charakteristischen Prinzipien. Dasselbe System kann somit unterschiedliche harte und weiche Wirkungsweisen miteinander verbinden.

Auch bei Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳), Xing Yi Chuan (形意拳) und Pa Kua Chang (八卦掌) wird diese Überschneidung besonders deutlich.

Sie werden traditionell den inneren chinesischen Kampfkünsten zugerechnet, ihre innere Körperorganisation schließt jedoch harte, schnelle und explosive Wirkungen keineswegs aus, im Gegenteil.

Prüfung, Authentizität und Weiterentwicklung

Fernöstliche Lehren beruhen häufig auf subtil ausbalancierten und außerordentlich präzise definierten Strukturen.

Wird dieses Gleichgewicht nachhaltig gestört, kann die innere Geschlossenheit solcher Systeme verloren gehen.

Infolge zahlreicher Missverständnisse und Fehlinterpretationen, der Reduktion auf die reine Kunst des Kampfes sowie fortwährender Veränderungen und vermeintlicher „Verbesserungen“ authentischer Überlieferungen existieren heute Hunderte unterschiedlicher Methoden und Systeme.

Nicht selten werden diese von selbsternannten „Meistern“ und „Großmeistern“ weiter verändert, ergänzt oder neu interpretiert.

Es gibt Formen, die man nicht mehr verbessern kann!

Wie aber soll sich ein durchschnittlicher Bürger oder ein an Kampfkunst interessierter beziehungsweise von ihr begeisterter Mensch in diesem Geflecht aus Begriffen, Methoden, Systemen, Traditionen und vermeintlich „ultimativen Künsten“ noch verlässlich orientieren?

Das ist keineswegs so schwierig, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag.

Wissenschaft und praktische Prüfung

Heute verfügen wir über Erkenntnis- und Prüfungsmöglichkeiten, die früheren Generationen nicht in annähernd vergleichbarer Weise zur Verfügung standen.

Ein gewaltiges Wissenschaftsinstrumentarium steht uns zur Verfügung.

Moderne Forschungsmethoden, überlieferte und erhaltene Dokumentationen, überprüfbare Aussagen sowie authentische Berichte verschiedener Autoritäten aus diesen und angrenzenden Bereichen liefern die notwendigen Erkenntnisse.

Auch die jeweilige Kunst selbst muss, sofern sie einen seriösen Anspruch erhebt, sowohl theoretisch als auch praktisch in ihren grundlegenden Aussagen überprüfbar sein.

Letztendlich jedoch, ein Grundsatz, der in dialektisch ausgerichteten Lehren immer wieder hervorgehoben wird, bestimmt die Realität:

Jede philosophische Diskussion findet ihre entscheidende Prüfung in der Praxis.

Für eine erste Annäherung an eine möglichst objektive Bewertung können Erkenntnisse aus den Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften ebenso herangezogen werden wie aus unterschiedlichen Bereichen der Künste.

Die grundlegenden Prinzipien, auf denen die authentische Kunst beruht, finden in diesen Wissensgebieten wiederholt Entsprechungen und Bestätigungen.

Von später modifizierten Systemen lässt sich dies hingegen nicht in gleicher Weise behaupten.

Im Gegenteil können einzelne Lehren oder Methoden mit grundlegenden naturgesetzlichen Zusammenhängen in Konflikt geraten und dadurch mitunter unerwartete, nachteilige oder sogar gesundheitlich schädigende Auswirkungen hervorrufen.

Darüber hinaus sollte eine eigenständige Analyse unter Berücksichtigung der grundlegenden Prinzipien und Doktrinen der Kampf- und Kriegskunst erfolgen.

Zu guter Letzt jedoch nochmal:

Die letztgültige Prüfung jeder philosophischen Diskussion erfolgt in der Praxis.

Weiterentwicklung und fachliche Verbesserung

In bestimmten kampfkunstphilosophischen Strömungen wird die Auffassung vertreten und die Kritik geäußert, dass Techniken und Systeme, die über Jahrhunderte hinweg überliefert wurden, keiner weiteren Verbesserung oder Weiterentwicklung offenstehen.

Diese Hypothese hat in der Vergangenheit eine große Anzahl von Kampfkünsten in eine Sackgasse geführt und viele von ihnen bis in die Selbstvernichtung getrieben.

Man muss unterscheiden können - zwischen einer ungelehrten Improvisation und einer fachlichen Verbesserung!

Jede Veränderung ist nicht unbedingt eine Verbesserung.

Naturgesetze und Kausalität

Beruht ein System tatsächlich auf Naturgesetzmäßigkeiten, ergibt sich daraus eine klare logisch-kausale Konsequenz:

  • Naturgesetzmäßigkeiten verändern ihre grundlegende Wirkungsweise im Laufe der Zeit nicht.
  • Gesetzmäßigkeiten, die zu einem früheren Zeitpunkt wirksam waren, gelten grundsätzlich auch in der Gegenwart und werden unter vergleichbaren Bedingungen ebenso in der Zukunft gelten.
  • Praktiken, die tatsächlich auf diesen Naturgesetzmäßigkeiten beruhen und unter den entsprechenden Bedingungen wirksam waren, müssen daher auch heute und künftig nach denselben grundlegenden Prinzipien ihre Funktionalität beweisen.
  • Dem Prinzip der Kausalität folgend - Erweisen sich solche Praktiken unter vergleichbaren Bedingungen heute als unwirksam, ergeben sich im Wesentlichen zwei mögliche Schlussfolgerungen:
  • Sie wurden ursprünglich nicht tatsächlich auf der Grundlage der behaupteten Naturgesetzmäßigkeiten entwickelt.
  • Die zugrunde liegenden Gesetzmäßigkeiten wurden von ihren Begründern nicht hinreichend verstanden beziehungsweise nicht fehlerfrei in die Praxis übertragen.

Bewahren, prüfen und weiterentwickeln

Die Bewahrung einer überlieferten Kampfkunst bedeutet innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) nicht, jede überkommene Form lediglich unverändert zu reproduzieren.

Ebenso wenig bedeutet Weiterentwicklung, Bestehendes beliebig zu verändern.

Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen dem, was die innere Ordnung und Funktionsfähigkeit einer Kunst erhält, und Veränderungen, durch die ihre grundlegenden Prinzipien verloren gehen.

Wahres Wissen und Können kennt keine Grenzen!

Gleichzeitig gilt:

Es gibt Formen, die man nicht mehr verbessern kann!

Eine vollendete Form lässt sich mit einem Kunstwerk vergleichen.

Man kann sie reinigen und polieren und ihr dadurch neuen Glanz und neue Schönheit verleihen.

Beginnt man jedoch, an ihr zu schleifen und zu feilen, verändert man ihre Gestalt und kann gerade jene Eigenschaften zerstören, die ihre besondere Qualität ausmachen.

Für die Kampfkunst ergibt sich daraus ein wesentlicher Unterschied zwischen fachlicher Weiterentwicklung und willkürlicher Veränderung.

Neue Erkenntnisse, bessere Möglichkeiten der Untersuchung und ein vertieftes Verständnis können dazu beitragen, eine Kunst genauer zu verstehen, ihre Prinzipien deutlicher zu erkennen, ihre Vermittlung zu verbessern und vorhandenes Wissen weiterzuentwickeln.

Die grundlegenden Gesetzmäßigkeiten, auf denen ihre Funktionsfähigkeit beruht, dürfen dabei jedoch nicht durch Veränderungen ersetzt werden, die ihnen widersprechen.

Gerade dort, wo Techniken eines veränderten Systems ihre Funktion nicht mehr zuverlässig erfüllen, entsteht häufig der Versuch, sie erneut zu „modernisieren“ oder „zu verbessern“, um die zuvor entstandenen Schwächen auszugleichen.

Daraus kann eine fortlaufende Veränderung entstehen, bei der sich die Kunst immer weiter von ihren ursprünglichen Prinzipien entfernt.

Ein typisches Beispiel ist der Versuch, ein bestehendes Problem allein durch größere Geschwindigkeit zu lösen. Wer versucht, grundsätzlich schneller als sein Gegner zu sein, macht den Erfolg seiner Handlung von einer Voraussetzung abhängig, die sich niemals sicherstellen lässt: Es wird immer Menschen geben, die schneller sind. Auch der Versuch, eine höhere Masse zu haben als der Gegner wird früher oder später scheitern. Es gibt unzählige Beispiele.

Aus diesem Problem kann der nächste vermeintliche Ausweg entstehen – selbst zuerst anzugreifen.

Geschwindigkeit, Angriff, Aggression, rohe Kraft und körperliche Überlegenheit werden dann zunehmend zu Voraussetzungen des Erfolgs.

Wo Aggression das Handeln bestimmt, verliert die Kunst ihre Grundlage.

Auf diese Weise hat sich teilweise ein Bild des Wing Chun entwickelt, das durch Aggressivität, Angriffshaltung und geringe Toleranz gegenüber anderen Systemen geprägt ist.

Das klassische Verständnis, auf dem das Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) beruht, steht einer solchen Entwicklung grundsätzlich entgegen.

Die authentische Kunst verfolgt einen anderen Anspruch.

Sie soll innerlich organisiert, wirksam, rational, kraftökonomisch und praktisch sein.

Ihre Funktionsfähigkeit soll gerade nicht davon abhängen, immer stärker, schneller oder aggressiver als das Gegenüber zu sein.

Obwohl die verschiedenen heutigen Richtungen des Wing Chun letztlich auf gemeinsame historische Ursprünge zurückgeführt werden, haben über längere Zeit vorgenommene Veränderungen dazu geführt, dass sich daraus grundlegend unterschiedliche kampfkünstlerische Richtungen entwickelt haben und heute von teilweise diametral unterschiedlichen Lehren gesprochen werden kann.

Der gemeinsame Ursprung allein gewährleistet daher noch nicht, dass Prinzipien, Struktur und Funktionsweise der ursprünglichen Kunst erhalten geblieben sind.

Bewahren und Weiterentwickeln bilden deshalb keinen Widerspruch.

Bewahrt werden müssen die grundlegenden Prinzipien und Gesetzmäßigkeiten der Kunst.

Geprüft werden müssen ihre theoretischen Aussagen und ihre praktische Wirksamkeit.

Weiterentwickelt werden Verständnis, Erkenntnis, Methodik, Vermittlung und Anwendung dort, wo eine fachlich begründete Verbesserung tatsächlich möglich ist.

Die entscheidende Grenze liegt dort, wo eine Veränderung nicht mehr zur Vertiefung der Kunst beiträgt, sondern ihre tragenden Prinzipien verändert oder aufhebt.

Nicht jede Veränderung ist eine Verbesserung – und nicht jede Bewahrung bedeutet Stillstand.

3. Kriegskunst

Die Kriegskunst bildet eine der acht Ausdrucksformen des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) – Die Kampfkunst des Himmels und des Feuers.

Während sich die Kampfkunst vor allem mit der unmittelbaren kämpferischen Auseinandersetzung befasst, erweitert die Kriegskunst den Blick auf den übergeordneten Zusammenhang einer Auseinandersetzung auf:

  • ihre Voraussetzungen und Ziele
  • Kräfteverhältnisse
  • mögliche Entwicklungen
  • Planung
  • Entscheidung
  • die zweckmäßige Verbindung unterschiedlicher Handlungen

Im Mittelpunkt steht deshalb nicht allein die Frage, wie gehandelt wird, sondern ebenso, warum, wann und unter welchen Bedingungen eine bestimmte Handlung sinnvoll ist.

Die Kriegskunst verlangt:

  • die eigene Situation ebenso zu erkennen wie die des Gegners,
  • vorhandene Kräfte und Möglichkeiten realistisch einzuschätzen,
  • daraus eine angemessene Handlungsweise abzuleiten,
  • mögliche Entwicklungen und Folgen vorauszuplanen und
  • Selbstkenntnis und Gegnerkenntnis zu entwickeln.

Diese gehören damit zu den grundlegenden Voraussetzungen, um die Kriegskunst zu verstehen und diese erfolgreich anzuwenden.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) gliedert sich die Kriegskunst in die Bereiche:

  • Philosophie
  • Führung
  • Strategie
  • Taktik
  • Technik

Die Philosophie bestimmt das grundlegende Verständnis und die Maßstäbe des Handelns.

Die Führung ordnet Menschen, Aufgaben und Entscheidungen auf ein gemeinsames Ziel hin und schafft die Voraussetzungen für koordiniertes Handeln.

Die Strategie richtet den Blick auf das übergeordnete Ziel und den Weg dorthin.

Die Taktik berücksichtigt die konkrete Lage und ihre Veränderungen, während die Technik die daraus hervorgehenden Entscheidungen praktisch verwirklicht.

Wie in den übrigen Ausdrucksformen bilden auch hier Tao (道), Qi (氣) und die fünf Ordnungslehren die gemeinsame Grundlage.

In der Kriegskunst werden ihre Zusammenhänge insbesondere dort sichtbar, wo Verhältnisse erkannt, Veränderungen vorausgesehen, Kräfte eingeschätzt, Ziele bestimmt und Handlungen so miteinander verbunden werden müssen, dass aus einzelnen Entscheidungen ein übergeordnetes Vorgehen entsteht.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Philosophie der Kriegskunst

Die Philosophie der Kriegskunst des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) beginnt mit der Fähigkeit, die eigene Position, den Gegner und das zwischen beiden bestehende Kräfteverhältnis zu erkennen.

Handeln setzt Erkenntnis voraus:

  • Wer weder die eigenen Möglichkeiten und Grenzen noch die Fähigkeiten und Absichten des Gegenübers einschätzen kann, besitzt keine verlässliche Grundlage für Strategie und Taktik.

Ein grundlegender Gedanke findet sich bereits bei Sun Tzu:

知彼知己,百戰不殆。

Wenn Du den Feind kennst

und Dich selbst, musst Du auch hundert Schlachten nicht fürchten.

不知彼而知己,一勝一負。

Wenn Du Dich selbst

kennst, aber den Feind nicht, wirst Du für jeden Sieg auch eine Niederlage einstecken.

不知彼不知己,每戰必殆。

Wenn Du weder den Feind

kennst, noch Dich selbst, wirst Du in jeder Schlacht unterliegen.

- Sun Tzu -

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) wird dieser Grundsatz Sun Tzus konkretisiert und auf drei mögliche Verhältnisse zwischen den Beteiligten bezogen:

Die Kenntnis des Gegners und die Kenntnis der eigenen Voraussetzungen ermöglichen es, das jeweilige Kräfteverhältnis möglichst realistisch einzuschätzen. Auf dieser Grundlage können bereits im Vorfeld Rückschlüsse auf den möglichen Verlauf und Ausgang eines Kampfes gezogen und Strategie, Taktik und Handlungsweise entsprechend ausgerichtet werden.

Damit wird der von Sun Tzu formulierte Zusammenhang zwischen Selbstkenntnis, Gegnerkenntnis und dem voraussichtlichen Ausgang einer Auseinandersetzung innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unmittelbar in eine praktische Beurteilung des jeweiligen Gegnerverhältnisses überführt.

Diese Unterscheidung betrifft nicht allein das Kräfteverhältnis.

Aus ihr ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an das eigene Verhalten und damit zugleich eine strategische und menschliche Verantwortung.

(01) Der Gegner, dem man gleich ist

  • Der Gegner, dem man gleich ist, stellt „keine“ Gefahr dar.
    Wie zwei gleichartige Pole stoßen sich beide ab und kommen sich nicht zu nah.
    So entsteht kein Konflikt.
  • Der Ausgang der Auseinandersetzung ist offen und hängt wesentlich von Strategie, Taktik, Entscheidung und Ausführung ab.

    Gleichwertigkeit erzeugt hier ein Verhältnis gegenseitiger Begrenzung.
    Beide Seiten besitzen vergleichbare Möglichkeiten und müssen mit entsprechenden Folgen ihres Handelns rechnen.
    Das bestehende Gleichgewicht kann dadurch selbst zu einem Faktor werden, der eine unmittelbare Auseinandersetzung verhindert.

(02) Der Gegner, dem man überlegen ist

Die ethisch geprägte Kriegskunst des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) fordert vom Praktizierenden, einen deutlich unterlegenen Gegner ebenso zu schützen wie sich selbst.

  • Überlegenheit begründet innerhalb dieses Verständnisses nicht das Recht, vorhandene Stärke ungehemmt einzusetzen.
    Sie erzeugt vielmehr Verantwortung. Wer eine Situation aufgrund seiner Fähigkeiten beherrschen kann, besitzt zugleich die Möglichkeit, unnötigen Schaden zu vermeiden und den Unterlegenen zu schützen.
  • Bei richtiger Einschätzung und angemessenem Handeln ist ein günstiger Ausgang wahrscheinlicher.

Die Beherrschung einer Kampf- oder Kriegskunst zeigt sich damit nicht allein darin, welche Wirkung ein Mensch hervorbringen kann, sondern ebenso darin, wie bewusst und verantwortungsvoll er mit seinen Möglichkeiten umgeht.

Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) lehrt, lernt und befähigt den Praktizierenden, sich vor dem Gegner zu schützen.

(Der Praktizierende lernt, Gefahren und Angriffe abzuwehren und die eigene körperliche und psychische Unversehrtheit zu bewahren.)

Andererseits

Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) lehrt, lernt und befähigt den Praktizierenden, den Gegner vor sich selbst zu schützen.

(Der Praktizierende soll zugleich lernen, seine eigene Wirkung auf den Gegner zu beherrschen. Er soll also nicht mehr Kraft, Gewalt oder Schädigung einsetzen, als die Situation tatsächlich erfordert.)

(03) Der Gegner, dem man unterlegen ist

Bei eigener Unterlegenheit verändert sich die Reihenfolge: Die eigene Unterlegenheit, die Stärke des Gegners und die daraus notwendigen strategischen und taktischen Konsequenzen müssen erkannt werden.

Damit verfolgt die Lehre zwei miteinander verbundene Ziele:

1. Förderung eines menschlichen Verhaltens.

2. Handeln.

Das Kräfteverhältnis

Somit stellt sich ein zentrales Dilemma der Kriegskunst:

Wie kann man erkennen, ob der Gegner überlegen, gleichwertig oder unterlegen ist?

Eine solche Einschätzung kann sich nicht allein auf Körpergröße oder Muskelkraft stützen.

Sie muss das gesamte Verhältnis der vorhandenen Fähigkeiten und Bedingungen berücksichtigen:

  • körperliche Voraussetzungen
  • Erfahrung und Können
  • Strategie und Taktik
  • Wahrnehmung und Entscheidungsfähigkeit
  • psychische Verfassung
  • physische Verfassung
  • Informationsstand und Kenntnis des Gegners
  • die jeweiligen situativen Bedingungen

Ein Gegner kann körperlich überlegen und zugleich taktisch oder technisch unterlegen sein.

Ebenso kann eine zunächst bestehende Überlegenheit durch Veränderungen der Situation verloren gehen.

Überlegenheit und Unterlegenheit sind deshalb keine unveränderlichen Eigenschaften, sondern ergeben sich aus dem konkreten Verhältnis der Beteiligten unter den jeweils bestehenden Bedingungen.

Selbstkenntnis, Gegnerkenntnis und die fortwährende Beurteilung dieses Verhältnisses bilden damit eine wesentliche Grundlage der Philosophie der Kriegskunst des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳)

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Grundlagen der Kriegskunst

Die Kriegskunst des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) betrachtet eine Auseinandersetzung nicht als Folge isolierter Einzelhandlungen, sondern als zusammenhängenden Wirkungsprozess, in dem Kräfte, Möglichkeiten, Entscheidungen, Beziehungen und Veränderungen fortwährend aufeinander einwirken.

Entscheidend ist deshalb nicht nur, was in einem einzelnen Augenblick geschieht, sondern wie sich eine Situation entwickelt und welche Folgen aus einer Handlung für den weiteren Verlauf entstehen.

Eine wesentliche Grundlage bildet die Fähigkeit, Zusammenhänge frühzeitig zu erkennen.

Kräfteverhältnisse, räumliche Bedingungen, verfügbare Mittel, Handlungsmöglichkeiten und mögliche Reaktionen müssen ebenso berücksichtigt werden wie Veränderungen, die sich aus dem eigenen Handeln oder dem Handeln des Gegners ergeben.

Kriegskunst verlangt deshalb ein Denken in Beziehungen, Entwicklungen und Folgen.

Eine Entscheidung wird nicht ausschließlich danach beurteilt, ob sie unmittelbar erfolgreich erscheint, sondern auch danach, welche weiteren Möglichkeiten sie eröffnet, welche sie einschränkt und welche neuen Bedingungen durch sie entstehen.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) finden dabei die grundlegenden Prinzipien und Ordnungslehren des Systems auch auf dieser Ebene Anwendung.

Tao (道) bildet den übergeordneten Zusammenhang, innerhalb dessen unterschiedliche Prozesse und Veränderungen verstanden werden.

Qi (氣) beschreibt Handlung und Wirkung als gerichteten Prozess, dessen Intensität und Richtung für den Verlauf einer Situation entscheidend sein können.

Die fünf Ordnungslehren eröffnen zusätzliche Perspektiven:

Tai Chi (太極) richtet den Blick auf das Ganze und auf die Entstehung unterschiedlicher Zustände innerhalb einer gemeinsamen Ordnung.

Yin–Yang (陰陽) verdeutlicht wechselnde Verhältnisse wie Überlegenheit und Unterlegenheit, Aktivität und Zurückhaltung, Vorstoß und Rückzug oder Konzentration und Öffnung.

Wu Xing (五行) beschreibt Veränderungs- und Wirkungsbeziehungen, in denen unterschiedliche Handlungen einander hervorbringen, unterstützen, begrenzen oder überwinden können.

Pa Kua (八卦) eröffnet insbesondere die räumliche Dimension von Richtung, Position und Veränderung.

I Ging (易經) richtet den Blick auf Zustände, Übergänge und mögliche Entwicklungswege einer Situation.

Auf diese Weise wird die Kriegskunst im Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) zu einer Lehre des Erkennens, Beurteilens und Gestaltens komplexer Handlungssituationen.

Ihre Grundlage ist nicht die bloße Anhäufung einzelner Techniken, sondern die Fähigkeit, das Verhältnis zwischen Ausgangslage, Ziel, verfügbaren Mitteln, möglichen Entwicklungen und den Folgen des eigenen Handelns zu verstehen.

Die daraus gewonnenen Erkenntnisse bilden die Grundlage für die nächsthöhere praktische Ordnung der Kriegskunst: Strategie, Taktik und Technik.

Strategie – Taktik – Technik

Strategie, Taktik und Technik bilden auch innerhalb der Kriegskunst des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) eine zusammenhängende Ordnung.

Ihre grundlegende Beziehung entspricht jener der Kampfkunst, ihr Bezugsrahmen ist jedoch umfassender.

Während sich Strategie, Taktik und Technik in der Kampfkunst unmittelbar auf eine konkrete kämpferische Auseinandersetzung beziehen, betrachtet die Kriegskunst größere Handlungszusammenhänge, längere Entwicklungen und das Verhältnis mehrerer aufeinander einwirkender Faktoren.

Entscheidend ist nicht allein die einzelne Handlung, sondern deren Bedeutung für den gesamten Verlauf einer Auseinandersetzung.

Strategie

In der Kriegskunst richtet sich die Strategie auf das übergeordnete Ziel und auf die Bedingungen, unter denen dieses Ziel erreicht werden soll.

Dazu gehört die Einschätzung des eigenen Kräfteverhältnisses ebenso wie die des Gegners, die Bewertung vorhandener Möglichkeiten und die Frage, welche Entwicklungen durch das eigene Handeln hervorgerufen werden können.

Strategisches Denken betrachtet deshalb nicht nur den gegenwärtigen Zustand.

Es versucht vorauszusehen, wie sich eine Situation unter unterschiedlichen Bedingungen entwickeln kann und welche Entscheidungen langfristig günstig oder nachteilig wirken.

Ein unmittelbarer Erfolg besitzt dabei nicht zwangsläufig den größten strategischen Wert.

Eine Handlung kann kurzfristig einen Vorteil bringen und zugleich die eigene Lage im weiteren Verlauf verschlechtern.

Ebenso kann Zurückhaltung, Ausweichen oder die Veränderung der Ausgangsbedingungen strategisch sinnvoller sein als eine unmittelbare Konfrontation.

Taktik

Die Taktik bewegt sich innerhalb der durch die Strategie bestimmten Richtung und bezieht sich auf die konkrete Lage.

Sie entscheidet darüber, wie vorhandene Möglichkeiten unter den jeweils gegebenen Bedingungen eingesetzt und miteinander verbunden werden.

Dabei muss sie Veränderungen fortwährend berücksichtigen.

Das Verhalten des Gegners, neue Informationen und veränderte Kräfteverhältnisse können dazu führen, dass eine zunächst zweckmäßige Vorgehensweise angepasst werden muss.

Die Taktik verbindet damit die übergeordnete strategische Planung mit der jeweiligen Wirklichkeit der Situation.

Technik

Die Technik stellt die Mittel und Verfahren bereit, mit denen taktische Entscheidungen praktisch umgesetzt werden können.

In der Kriegskunst wird besonders deutlich, dass technische Möglichkeiten niemals für sich allein stehen.

Ihre Bedeutung ergibt sich daraus, ob, wann und in welchem Zusammenhang sie eingesetzt werden.

Eine technisch mögliche Handlung kann taktisch ungeeignet oder strategisch nachteilig sein.

Technik schafft daher Möglichkeiten;

Taktik ordnet ihren Einsatz,

Strategie bestimmt ihren übergeordneten Zweck.

Der wesentliche Unterschied zur Kampfkunst liegt somit im Maßstab der Betrachtung.

Die Kampfkunst richtet Strategie, Taktik und Technik vor allem auf die unmittelbare kämpferische Situation.

Die Kriegskunst erweitert diesen Zusammenhang auf Entwicklung, Kräfteverhältnisse, Planung, Folgen und die Verbindung mehrerer Handlungen zu einem übergeordneten Vorgehen.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Führung, Entscheidung und Koordination

Kriegskunst verlangt mehr als die Fähigkeit, eine einzelne Handlung richtig auszuführen.

Sobald mehrere Krieger, unterschiedliche Aufgaben oder aufeinander abgestimmte Maßnahmen beteiligt sind, treten Führung, Entscheidung und Koordination in den Mittelpunkt.

Aus einzelnen Fähigkeiten muss ein gemeinsames, zielgerichtetes Handeln entstehen.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) bedeutet Führung zunächst, eine Situation zutreffend einzuschätzen, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen so zu treffen, dass sie dem übergeordneten Ziel dienen.

Dazu gehört ebenso die Fähigkeit, die eigenen Möglichkeiten und Grenzen wie auch die Fähigkeiten, Belastbarkeit und Handlungsmöglichkeiten anderer realistisch zu beurteilen.

Eine Entscheidung besitzt dabei immer Folgen.

Sie kann Handlungsmöglichkeiten eröffnen oder schließen, Kräfte binden oder freisetzen, Sicherheit schaffen oder Risiken erhöhen.

Kriegskunst verlangt deshalb, Entscheidungen nicht isoliert, sondern innerhalb ihres gesamten Wirkungszusammenhangs zu betrachten.

Besondere Bedeutung besitzt die Koordination.

Unterschiedliche Handlungen müssen zeitlich, räumlich und funktional so aufeinander abgestimmt werden, dass sie sich gegenseitig unterstützen und nicht behindern.

Dies betrifft die Verteilung von Aufgaben ebenso wie Bewegung, Positionierung, Zeitpunkt, Kommunikation und die Anpassung an Veränderungen der Lage.

Führung setzt deshalb auch Kommunikationsfähigkeit voraus.

Informationen müssen wahrgenommen, richtig eingeordnet und so weitergegeben werden, dass aus ihnen eindeutige und zweckmäßige Handlungen entstehen können.

Missverständnisse, unklare Zuständigkeiten oder widersprüchliche Entscheidungen können selbst dann die Wirksamkeit eines Vorgehens erheblich mindern, wenn die einzelnen Beteiligten über große Fähigkeiten verfügen.

In diesem Zusammenhang gewinnen auch Psychologie, Menschenführung, Rhetorik und Dialektik Bedeutung.

Sie erweitern das Verständnis dafür, wie Menschen Situationen wahrnehmen, Entscheidungen treffen, auf Belastung reagieren, miteinander kommunizieren und durch Sprache, Verhalten und Führung beeinflusst werden können.

Innerhalb der umfassenden Ausbildung des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) stehen diese Wissensbereiche deshalb in Beziehung zur Kriegskunst, ohne mit ihr gleichgesetzt zu werden.

Eine wesentliche Fähigkeit besteht darin, auch unter Unsicherheit, Zeitdruck und wechselnden Bedingungen handlungsfähig zu bleiben.

Nicht jede Information wird vollständig vorliegen, und nicht jede Entwicklung lässt sich vorausberechnen.

Führung verlangt daher die Fähigkeit, mit begrenztem Wissen zu entscheiden, neue Informationen aufzunehmen und eine bereits getroffene Entscheidung zu verändern, wenn sich die Voraussetzungen wesentlich geändert haben.

Kriegskunst verbindet auf dieser Ebene Erkenntnis, Verantwortung und gemeinsames Handeln.

Führung gibt Orientierung, Entscheidung bestimmt den nächsten Schritt, und Koordination verbindet unterschiedliche Handlungen so, dass sie einem gemeinsamen Ziel dienen.

Bewegungs- und Waffenkünste innerhalb der Kriegskunst

Innerhalb der Kriegskunst des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) werden neben Philosophie, Führung, Strategie, Taktik und Technik auch Fähigkeiten berücksichtigt, die den eigenen Bewegungsraum, die Fortbewegung, die Orientierung, die Ausdauer und den Umgang mit Waffen erweitern. In diesem Zusammenhang sind insbesondere

  • Reiten (御)
  • Schwimmen (泳)
  • Laufen (走)
  • Bogenschießen (射)
  • Schwertkampf (劍)

zu nennen.

Diese Bereiche stehen nicht isoliert nebeneinander.

Aus der Perspektive der Kriegskunst erhalten sie ihre Bedeutung dadurch, dass sie die Handlungsfähigkeit unter unterschiedlichen räumlichen, körperlichen und situativen Bedingungen erweitern.

Reiten (御)

Reiten (御) verbindet Fortbewegung mit Gleichgewicht, Koordination, Wahrnehmung, Steuerung und der Fähigkeit, Bewegung nicht ausschließlich aus der eigenen unmittelbaren Körperbewegung heraus zu organisieren. Zugleich verändert sich durch das Pferd der verfügbare Raum, die Geschwindigkeit und die Reichweite des Handelns.

Im Zusammenhang der Kriegskunst steht weniger das Reiten als sportliche Disziplin im Mittelpunkt als die Fähigkeit, Bewegung, Richtung und Kontrolle unter veränderten Bedingungen zu beherrschen und diese dauerhaft zu halten.

Schwimmen (泳)

Schwimmen (泳) erweitert die Handlungsfähigkeit auf einen Bewegungsraum, in dem die gewohnten Bedingungen des festen Bodens nicht gegeben sind.

Körperorganisation, Atmung, Orientierung, Ausdauer und Bewegungsökonomie müssen entsprechend angepasst werden.

Für die Kriegskunst verdeutlicht dieser Bereich einen grundlegenden Gedanken: Handlungsfähigkeit muss sich an unterschiedliche Umgebungen und Bedingungen anpassen können.

Laufen (走)

Laufen (走) gehört zu den elementaren Formen menschlicher Fortbewegung.

Innerhalb der Kriegskunst besitzt es Bedeutung für Mobilität, Ausdauer, Geschwindigkeit, Wendigkeit und die Fähigkeit, Distanzen zu überwinden.

Dabei geht es nicht allein um maximale Geschwindigkeit.

Je nach Situation können auch Ausdauer, ökonomischer Krafteinsatz, Regenerationsfähigkeit, Anpassung an Gelände und die richtige Einteilung der eigenen Leistungsfähigkeit entscheidend sein.

Bogenschießen (射)

Bogenschießen (射) verbindet Distanz, Wahrnehmung, Zielerfassung, Konzentration und Präzision.

Zwischen dem eigenen Standort und dem Ziel liegt ein räumlicher Zusammenhang, der hinsichtlich Entfernung, Richtung und Zeitpunkt der Handlung richtig beurteilt werden muss.

Damit besitzt das Bogenschießen (射) innerhalb der Kriegskunst eine andere Perspektive als innerhalb der reinen Waffenkunst.

Im Vordergrund steht hier seine Bedeutung innerhalb eines größeren räumlichen und taktischen Zusammenhangs.

Schwertkampf (劍)

Der Schwertkampf (劍) verbindet unmittelbare Waffenführung mit Distanz, Bewegung, Zeit, Präzision und taktischer Entscheidung.

Im Unterschied zum Bogenschießen (射) bewegt sich die Handlung in einem wesentlich engeren Raum, wodurch Veränderungen von Position, Richtung und Abstand unmittelbar wirksam werden.

Auch hier steht innerhalb der Kriegskunst nicht die umfassende Lehre des Schwertes als Waffe im Mittelpunkt, sondern seine Bedeutung als kämpferisches Mittel innerhalb strategischer und taktischer Zusammenhänge.

Unterschiedliche Räume – dieselben Anforderungen an Handlungsfähigkeit

Reiten (御), Schwimmen (泳), Laufen (走), Bogenschießen (射) und Schwertkampf (劍) stellen sehr unterschiedliche Anforderungen.

Gemeinsam ist ihnen jedoch, dass der Handelnde lernen muss, seine Fähigkeiten an veränderte Bedingungen anzupassen und Bewegung, Wahrnehmung, Kraft, Raum und Entscheidung miteinander zu verbinden.

Gerade darin liegt ihre Bedeutung für die Kriegskunst des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳):

Nicht eine einzige Form der Bewegung oder des Kampfes soll beherrscht werden, sondern die Fähigkeit entwickelt werden, unter unterschiedlichen Bedingungen Handlungsfähigkeit zu fördern und langfristig handlungsfähig zu bleiben.

Die weitergehende Beschäftigung mit den Eigenschaften, der Entwicklung und dem umfassenden Verständnis von Waffen und Werkzeugen gehört dagegen zur eigenständigen Ausdrucksform Waffenlehre.

Innerhalb der Kriegskunst werden diese Mittel hinsichtlich ihrer strategischen, taktischen und praktischen Bedeutung innerhalb einer Auseinandersetzung betrachtet.

Verbindung zu anderen Ausdrucksformen

Die Kriegskunst steht innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) nicht isoliert, sondern ist eng mit mehreren anderen Ausdrucksformen verbunden.

Ihr eigener Schwerpunkt liegt auf der übergeordneten Planung, Beurteilung und Gestaltung komplexer Auseinandersetzungen.

Andere Ausdrucksformen erschließen dabei jeweils angrenzende Bereiche.

Zur Kampfkunst besteht die unmittelbarste Verbindung.

Während die Kampfkunst vor allem die konkrete kämpferische Handlung des Einzelnen beziehungsweise die unmittelbare Auseinandersetzung betrachtet, richtet die Kriegskunst den Blick stärker auf größere Zusammenhänge, Kräfteverhältnisse, Entwicklungen, Planung, Führung und die Verbindung mehrerer Handlungen zu einem übergeordneten Vorgehen.

Mit der Sicherheitslehre verbindet sie die Beschäftigung mit Gefahren, Risiken und dem frühzeitigen Erkennen möglicher Entwicklungen.

Die Kriegskunst betrachtet solche Zusammenhänge vor allem aus strategischer und taktischer Perspektive; die Sicherheitslehre richtet ihren Schwerpunkt stärker auf Schutz, Gefährdungsanalyse, Prävention, Intervention und die Sicherung von Menschen, Räumen und Strukturen.

Auch zur Waffenlehre bestehen enge Berührungspunkte.

Waffen und Werkzeuge können innerhalb der Kriegskunst als Mittel strategischen und taktischen Handelns auftreten.

Ihre Eigenschaften, ihre Entwicklung, ihre Anwendung, ihre Wirkungsweisen und ihr umfassender Zusammenhang mit menschlichem Handeln werden jedoch in der eigenständigen Ausdrucksform Waffenlehre vertieft.

Darüber hinaus bestehen Beziehungen zur Wissenschaft.

Strategie und Kriegskunst verlangen die Untersuchung von:

  • Ursache und Wirkung,
  • Kräften und Gegenkräften,
  • räumlichen und zeitlichen Bedingungen,
  • menschlichem Verhalten sowie
  • der Entwicklung komplexer Systeme.

Erkenntnisse unterschiedlicher Wissenschaftsbereiche können deshalb dazu beitragen, strategische und taktische Zusammenhänge genauer zu verstehen und zu prüfen.

Auch zur Kunst bestehen historische und systematische Verbindungen.

In den Inhalten des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) erscheinen Kampf- und Kriegskünste (武藝 und 兵法) ausdrücklich auch im Zusammenhang mit:

  • Reiten (御),
  • Schwimmen (泳),
  • Laufen (走),
  • Bogenschießen (射),
  • Literatur und Schriftkultur (文),
  • Malerei (畫),
  • Musik (樂),
  • Kalligraphie (書法) und
  • Schwertkampf (劍).

Der Begriff der Kunst bezeichnet hier nicht bloß ästhetische Gestaltung, sondern die kultivierte Beherrschung einer Fähigkeit, in der Können, Wahrnehmung, Präzision, Disziplin und Ausdruck miteinander verbunden sind.

Die Kriegskunst bildet eine eigenständige Ausdrucksform, zugleich aber einen wichtigen Verbindungspunkt innerhalb des Gesamtsystems.

Sie führt Erkenntnisse aus unterschiedlichen Bereichen dort zusammen, wo:

  • komplexe Situationen verstanden,
  • Kräfteverhältnisse beurteilt,
  • Folgen erkannt,
  • Entscheidungen vorbereitet und
  • Handlungen auf ein übergeordnetes Ziel ausgerichtet

werden müssen.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

4. Sicherheitslehre

Die Sicherheitslehre bildet eine der acht Ausdrucksformen des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C.

(乾 離 詠 春 拳). Sicherheit wird dabei als eine grundlegende Voraussetzung verstanden, um in den unterschiedlichen Bereichen des Lebens menschenwürdig, selbstbestimmt und handlungsfähig sein zu können.

Sie schafft Stabilität,

erweitert persönliche Handlungsmöglichkeiten und

bildet damit zugleich eine wesentliche Grundlage für Freiheit und Entwicklung.

Sicherheit entsteht innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) aus dem Zusammenwirken äußerer Schutzbedingungen und eigener Handlungskompetenz.

Verlässliche soziale und gesellschaftliche Strukturen können Sicherheit vermitteln; ebenso entscheidend ist jedoch die Fähigkeit des Einzelnen, Situationen wahrzunehmen, mögliche Gefährdungen frühzeitig zu erkennen, sie angemessen einzuschätzen, eigenständig geeignete Entscheidungen zu treffen und entsprechend zu handeln.

Die Sicherheitslehre folgt deshalb einem aktiven und vorausschauenden Verständnis.

Sie setzt nicht erst ein, wenn eine Gefahr bereits eingetreten ist.

  • Wahrnehmung,
  • Aufmerksamkeit,
  • Einschätzung,
  • Vorbereitung und
  • situationsgerechtes Handeln

müssen dazu beitragen, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und den weiteren Verlauf bewusst mitzugestalten.

Damit knüpft die Sicherheitslehre unmittelbar an den im Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) verankerten Gedanken des aktiven Selbstschutzes an.

Auf der Grundlage des Tao (道), des Qi (氣) und der fünf Ordnungslehren werden Gesetzmäßigkeiten und Wirkungszusammenhänge auf konkrete Lebens- und Gefährdungssituationen übertragen.

Auch die fünf Lehr- und Erscheinungsformen:

  • Qi Kung (氣功) – „Arbeit mit Qi“
  • Nei Kung (內功) – „innere Arbeit“
  • Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) – „klassisches Tai Chi Chuan der Familie Chen“ | „klassische Traditionslinie Chen“
  • Xing Yi Chuan (形意拳) – „Faustkunst der Form und Intention“
  • Pa Kua Chang (八卦掌) – wörtlich „Handfläche der acht Trigramme“

wirken innerhalb der Sicherheitslehre und tragen mit ihren unterschiedlichen Schwerpunkten zur Entwicklung von Wahrnehmung, Körper- und Handlungskontrolle, Bewegungsfähigkeit, Reaktionsvermögen und situationsgerechtem Handeln bei.

Ziel ist es, Sicherheit nicht ausschließlich als Schutz vor einer unmittelbaren körperlichen Bedrohung zu verstehen, sondern als umfassende Fähigkeit, die eigene Person, andere Menschen sowie anvertraute Güter und Werte verantwortungsvoll zu schützen und zugleich die eigene Handlungsfreiheit zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Die Sicherheitslehre bildet den theoretischen und methodischen Rahmen des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) für Fragen des Schutzes und der Sicherheit.

Ihre professionelle und einsatzbezogene Umsetzung wird später im eigenständigen Bereich Schutz und Sicherheit innerhalb der

8 Schutz und Sicherheit

Ultima International (UI) (至 極 寰 宇 衛)
Strategy (戰 略) | Security (安 全) | Protection (防 護)

behandelt.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Sicherheit als Grundbedürfnis menschlichen Lebens

Sicherheit gehört zu den grundlegenden Bedürfnissen, unter denen ein Mensch sein Leben würdig, selbstbestimmt und entwicklungsfähig gestalten kann.

Sie betrifft nicht nur den Schutz vor unmittelbaren Gefahren, sondern ebenso die Stabilität jener Bedingungen, die es ermöglichen, zu handeln, Entscheidungen zu treffen, Beziehungen zu gestalten und persönliche wie gesellschaftliche Entwicklung zu verfolgen.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) wird Sicherheit deshalb nicht als isolierter Zustand verstanden.

Sie steht in enger Beziehung zu Freiheit, Stabilität, Selbstbestimmung, persönlicher Entwicklung und gesellschaftlicher Teilhabe.

Wo Sicherheit dauerhaft fehlt, werden Handlungsspielräume eingeschränkt, Entscheidungen stärker durch äußeren Druck bestimmt und Entwicklungsmöglichkeiten begrenzt.

Sicherheit schafft demgegenüber einen Rahmen, innerhalb dessen der Mensch denken, planen, entscheiden, handeln und sich weiterentwickeln kann.

Sie bildet damit eine wesentliche Voraussetzung dafür, vorhandene Fähigkeiten zu entfalten, Verantwortung zu übernehmen und das eigene Leben aktiv mitzugestalten.

Dieser Zusammenhang betrifft sowohl die äußeren Lebensbedingungen als auch die innere Handlungssicherheit.

Äußere Strukturen können Schutz, Verlässlichkeit und Orientierung bieten.

Ebenso wichtig ist jedoch die Fähigkeit, die eigene Situation wahrzunehmen, Risiken einzuschätzen, Prioritäten zu setzen, Entscheidungen zu treffen und auch unter veränderten oder belastenden Bedingungen handlungsfähig zu bleiben.

Die Sicherheitslehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) verbindet deshalb Schutz und Eigenständigkeit.

Sicherheit soll nicht ausschließlich durch äußere Absicherung entstehen, sondern ebenso durch die Entwicklung jener Fähigkeiten, die den Menschen befähigen, mit Unsicherheit, Gefährdungen und Veränderungen bewusst und verantwortungsvoll umzugehen.

Aus diesem Verständnis ergibt sich eine enge Verbindung zur Freiheit: Je größer die Sicherheit der eigenen Person und der eigenen Lebensbedingungen ist, desto größer kann auch der Raum werden, in dem der Mensch selbstbestimmt denken, sprechen, entscheiden, sich bewegen und handeln kann.

Sicherheit, Freiheit und Entwicklung

Sicherheit gewinnt innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) ihre besondere Bedeutung auch dadurch, dass sie den Raum für Freiheit und Entwicklung erweitert.

Wer dauerhaft unter Unsicherheit, Abhängigkeit oder Bedrohung steht, kann seine Entscheidungen nur eingeschränkt treffen und vorhandene Möglichkeiten nicht vollständig nutzen.

Sicherheit schafft dagegen Voraussetzungen, unter denen der Mensch sein Leben bewusster und selbstbestimmter gestalten kann.

Freiheit bedeutet in diesem Zusammenhang insbesondere die Möglichkeit:

  • frei denken
  • frei sprechen
  • sich frei bewegen
  • frei handeln
  • sich frei entfalten

zu können

Diese Freiheit ist nicht als völlige Unabhängigkeit von äußeren Bedingungen zu verstehen.

Sie bezeichnet vielmehr einen möglichst großen persönlichen Handlungsspielraum, innerhalb dessen Entscheidungen eigenständig getroffen, Ziele verfolgt und die eigene Entwicklung gestaltet werden können.

Auch materielle und wirtschaftliche Stabilität kann dazu beitragen, diesen Handlungsspielraum zu erweitern.

Anhaltende finanzielle Unsicherheit kann Entscheidungen stark beeinflussen, psychisch belasten und persönliche Entwicklungsmöglichkeiten einschränken.

Wohlstand wird innerhalb dieses Zusammenhangs deshalb nicht ausschließlich als Besitz verstanden, sondern als eine Form von Stabilität und Verfügungsmöglichkeit, die

  • Wachstum,
  • kontinuierliche Entwicklung und
  • eine größere Unabhängigkeit

ermöglichen kann.

Sicherheit, Freiheit und Entwicklung stehen damit in einem wechselseitigen Verhältnis.

Sicherheit schafft Handlungsmöglichkeiten,

Freiheit ermöglicht deren selbstbestimmte Nutzung, und

Entwicklung erweitert wiederum die Fähigkeiten und Ressourcen,

mit denen Sicherheit erhalten und gestaltet werden kann.

Die Lehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) richtet sich deshalb nicht allein auf die Bewältigung unmittelbarer Gefährdungen.

Sie soll den Menschen dazu befähigen, äußere und innere Begrenzungen bewusster wahrzunehmen, bestehende Handlungsmöglichkeiten zu erkennen und die Voraussetzungen für ein selbstbestimmtes Leben schrittweise zu erweitern.

In diesem Sinne erhält auch der Unterschied zwischen bloßer Freizeit und tatsächlicher Freiheit eine besondere Bedeutung. Freie Zeit besitzt ihren eigentlichen Wert dort, wo der Mensch auch über die Möglichkeit verfügt, diese Zeit selbstbestimmt zu gestalten – für Erholung, persönliche Weiterentwicklung, kreative Entfaltung, gesellschaftliches Engagement oder andere selbst gewählte Ziele.

Äußere Sicherheit und persönliche Handlungskompetenz

Sicherheit entsteht innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) aus dem Zusammenspiel zweier Bereiche:

  • aus äußeren Schutzbedingungen und
  • aus der Fähigkeit des Menschen, selbstständig wahrzunehmen, zu beurteilen und zu handeln.

Beide Seiten ergänzen sich, können einander jedoch nicht vollständig ersetzen.

Äußere Sicherheit kann durch verlässliche soziale Strukturen, klare Verantwortlichkeiten, rechtliche Rahmenbedingungen, funktionierende Schutzsysteme und ein Umfeld entstehen, das Gefährdungen begrenzt und Orientierung bietet.

Solche Bedingungen schaffen Stabilität und können den Menschen entlasten.

Gleichzeitig bleibt Sicherheit verletzlich, wenn sie ausschließlich von äußeren Strukturen abhängig ist.

Die Sicherheitslehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) legt deshalb besonderen Wert auf die Entwicklung persönlicher Handlungskompetenz.

Dazu gehören:

  • eigenverantwortliches Denken,
  • eine differenzierte Wahrnehmung der eigenen Umgebung,
  • die Fähigkeit zur Einschätzung von Situationen,
  • die Bereitschaft, Entscheidungen zu treffen und diese konsequent umzusetzen sowie
  • die Fähigkeit, auch unter veränderten oder belastenden Bedingungen handlungsfähig zu bleiben.

Ein wesentlicher Bestandteil ist dabei, mögliche Schwierigkeiten oder Gefährdungen frühzeitig wahrzunehmen, anstatt erst auf bereits eingetretene Entwicklungen zu reagieren.

Wahrnehmung und Aufmerksamkeit sollen dazu befähigen, Veränderungen zu erkennen, ihre mögliche Bedeutung einzuschätzen und den eigenen Handlungsspielraum möglichst lange zu erhalten.

Diese Handlungskompetenz richtet sich nicht ausschließlich auf körperliche Gefahrensituationen.

Auch im Umgang mit anderen Menschen, gesellschaftlichen Strukturen und der eigenen Person können Situationen entstehen, in denen Wahrnehmungsmuster, Abhängigkeiten, Unsicherheiten, Beeinflussungen oder äußere Zwänge die eigene Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit einschränken.

Die Lehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) fördert deshalb die Fähigkeit, solche Zusammenhänge kritisch zu hinterfragen und konstruktiv zu bearbeiten.

Probleme sollen weder verdrängt noch ausschließlich als unveränderbare äußere Bedingungen hingenommen werden. Entscheidend ist vielmehr, vorhandene Einflussmöglichkeiten zu erkennen und schrittweise zu nutzen.

  • Ein stabiles Selbstwertgefühl,
  • die Bereitschaft, Schwierigkeiten aktiv anzunehmen, sowie
  • die Fähigkeit, auch unter Belastung überlegt zu handeln,

stärken diese Form persönlicher Sicherheit.

Sie erweitern die Möglichkeit, sich nicht vollständig durch äußere Umstände bestimmen zu lassen, sondern die eigene Position innerhalb einer Situation bewusst mitzugestalten.

Sicherheit bedeutet im Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) weder vollständige Unabhängigkeit von äußeren Schutzstrukturen noch ausschließlich individuelle Stärke.

Sie entsteht aus der Verbindung von verlässlichen äußeren Bedingungen und einer entwickelten persönlichen Handlungsfähigkeit.

Aktiver Selbstschutz

Der aktive Selbstschutz bildet einen zentralen Bestandteil der Sicherheitslehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳)

Er beginnt nicht erst mit einer unmittelbar eingetretenen Gefahr, sondern setzt wesentlich früher an:

bei der Wahrnehmung einer Situation,

der Einschätzung möglicher Entwicklungen und

der bewussten Gestaltung des eigenen Handelns.

Selbstschutz bedeutet innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) deshalb, den eigenen Schutz nicht ausschließlich von äußeren Maßnahmen oder von einer nachträglichen Reaktion abhängig zu machen.

Entscheidend ist vielmehr, Gefährdungen in der frühesten Phase zu erkennen, den eigenen Handlungsspielraum zu erhalten und die Entwicklung einer Situation aktiv mitzubestimmen.

Dazu gehört zunächst eine geschulte Aufmerksamkeit für Veränderungen und Auffälligkeiten.

  • Verhalten,
  • Umgebung,
  • räumliche Bedingungen,
  • Bewegungen,
  • soziale Konstellationen und
  • andere Einflussfaktoren

können Hinweise darauf geben, dass sich eine Situation verändert oder eine Gefährdung entwickelt.

Je früher solche Veränderungen erkannt werden, desto größer ist in der Regel die Zahl der noch verfügbaren Handlungsmöglichkeiten.

Der aktive Selbstschutz verbindet deshalb Wahrnehmung, Beurteilung und Handlung.

Eine erkannte Gefahr allein schafft noch keine Sicherheit.

Sie muss hinsichtlich ihrer Bedeutung eingeschätzt und in eine zweckmäßige Entscheidung überführt werden.

Je nach Situation kann dies bedeuten, Abstand zu schaffen, den eigenen Standort zu verändern, eine Entwicklung zu vermeiden, Unterstützung hinzuzuziehen, Schutzmaßnahmen einzuleiten oder auf andere Weise aktiv Einfluss zu nehmen.

Dieses Verständnis unterscheidet sich grundlegend von einem rein reaktiven Modell der Selbstverteidigung.

Selbstverteidigung setzt typischerweise eine bereits erfolgte gegnerische Handlung voraus, auf die anschließend reagiert wird. In anderen Fällen wird versucht, dem Gegner durch einen eigenen frühzeitigen Angriff zuvorzukommen.

Beides kann situationsabhängig sinnvoll sein, stellt jedoch nicht unbedingt die angemessene oder sicherste Lösung dar, im Gegenteil.

Das Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) richtet sich demgegenüber darauf, vor diesem Zeitpunkt handlungsfähig zu werden und nicht erst dann zu handeln, wenn der Ablauf bereits wesentlich durch eine fremde Handlung bestimmt wurde.

Aktiver Selbstschutz ist damit zugleich eine Form der Vorbereitung.

Wer mögliche Entwicklungen beobachtet, Risiken einschätzt und eigene Handlungsoptionen bewusst erweitert, kann einer Gefahr mit größerer Klarheit und weniger Abhängigkeit vom Zufall begegnen.

Dabei geht es nicht um permanente Alarmbereitschaft oder Misstrauen gegenüber der Umwelt.

Ziel ist vielmehr eine wache, differenzierte und situationsgerechte Wahrnehmung, die Gefahren weder unterschätzt noch vorschnell überall vermutet.

Innerhalb der Sicherheitslehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) bedeutet Selbstschutz daher, frühzeitig wahrzunehmen, eigenständig zu beurteilen und rechtzeitig zu handeln.

Diese aktive Haltung schafft die Grundlage dafür, die eigene Sicherheit selbst gestalten zu können.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Wahrnehmung – Kontextualisierung – Auswertung – Entscheidung – Handlung

Ein zentrales Element der Sicherheitslehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) ist die Fähigkeit, mögliche Gefährdungen nicht nur wahrzunehmen, sondern sie systematisch einzuordnen und in angemessenes Handeln zu überführen.

Sicherheit entsteht dabei aus einer Abfolge miteinander verbundener Schritte:

erkennen – einordnen – auswerten – entscheiden – handeln.

Erkennen

Am Anfang steht die Wahrnehmung. Veränderungen einer Situation, ungewöhnliches Verhalten, räumliche Bedingungen, Spannungen innerhalb sozialer Konstellationen oder andere störende Einflüsse können darauf hinweisen, dass sich ein Risiko entwickelt.

Entscheidend ist, solche Hinweise möglichst frühzeitig zu erfassen. Dabei soll Wahrnehmung weder durch Gleichgültigkeit noch durch vorschnelle Interpretation verzerrt werden. Ziel ist eine aufmerksame und differenzierte Beobachtung, die relevante Veränderungen erkennt, ohne jede Abweichung unmittelbar als Gefahr zu deuten.

Einordnen

Wahrgenommene Hinweise müssen anschließend in ihren jeweiligen Zusammenhang eingeordnet werden. Einzelne Beobachtungen erhalten ihre Bedeutung häufig erst durch die Bedingungen, unter denen sie auftreten.

Dabei sind insbesondere die beteiligten Personen, räumliche und zeitliche Bedingungen, vorausgegangene Entwicklungen, bestehende Beziehungen sowie weitere situative Einflussfaktoren zu berücksichtigen.

Die Einordnung dient dazu, einzelne Wahrnehmungen nicht isoliert zu betrachten, sondern sie innerhalb des gesamten situativen Gefüges zu verstehen. Derselbe Hinweis kann unter unterschiedlichen Bedingungen eine völlig andere Bedeutung besitzen.

Auswerten

Auf Grundlage dieser Einordnung werden die vorhandenen Informationen systematisch ausgewertet.

Nicht jede Auffälligkeit besitzt dieselbe Bedeutung, und nicht jede mögliche Gefährdung weist dasselbe Maß an Wahrscheinlichkeit, Dynamik oder möglichen Folgen auf.

Die Auswertung berücksichtigt deshalb unter anderem die Art und mögliche Entwicklung einer Gefährdung, vorhandene Kräfteverhältnisse, verfügbare Ressourcen, mögliche Folgen sowie die eigenen Handlungsmöglichkeiten.

Dabei geht es nicht allein um die Frage, ob eine Gefahr besteht, sondern auch darum, wie wahrscheinlich eine weitere Eskalation ist, welche Entwicklungen zu erwarten sind, welche Folgen entstehen können und welche Handlungsmöglichkeiten noch offenstehen.

Entscheiden

Aus der Auswertung folgt die Entscheidung über das weitere Vorgehen.

Dabei müssen unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten gegeneinander abgewogen und hinsichtlich ihrer möglichen Wirkung, Folgen, Risiken, Verhältnismäßigkeit und Durchführbarkeit beurteilt werden.

Eine angemessene Entscheidung richtet sich nicht allein danach, was grundsätzlich möglich ist, sondern danach, welche Handlung unter den konkreten Bedingungen den größtmöglichen Schutz bei möglichst geringem zusätzlichen Risiko erwarten lässt.

Entscheidungen müssen dabei nicht endgültig sein.

Verändert sich die Situation oder treten neue Informationen hinzu, kann eine bereits getroffene Entscheidung angepasst oder durch eine andere ersetzt werden.

Handeln

Die getroffene Entscheidung wird schließlich in eine geeignete Handlung überführt.

Diese soll der Situation entsprechen und rechtzeitig, zweckmäßig und mit einem angemessenen Verhältnis von Aufwand, Wirkung und Risiko erfolgen.

Je nach Lage kann Handeln sehr Unterschiedliches bedeuten: eine Situation zu vermeiden, Abstand zu schaffen, den eigenen Standort zu verändern, Unterstützung hinzuzuziehen, andere zu warnen, Schutzmaßnahmen einzuleiten oder unmittelbar tätig zu werden.

Dabei gilt innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) nicht das Prinzip maximaler Aktion, sondern das Prinzip angemessener Wirkung. Entscheidend ist, mit den verfügbaren Mitteln jene Handlung zu wählen, die den Schutz erhöht und zugleich unnötige Risiken vermeidet.

Die fünf Schritte bilden keinen starren Ablauf. Neue Informationen können eine Situation jederzeit verändern und dazu führen, dass einzelne Schritte erneut durchlaufen werden müssen:

  • Wahrnehmung,
  • Kontextualisierung,
  • Auswertung,
  • Entscheidung und
  • Handlung

stehen deshalb in einem fortlaufenden Zusammenhang.

So wird aus Aufmerksamkeit konkrete Sicherheitskompetenz: Gefährdungen werden rechtzeitig erkannt, in ihren tatsächlichen Zusammenhang eingeordnet, systematisch ausgewertet, in eine bewusste Entscheidung überführt und durch situationsgerechtes Handeln beantwortet.

Personen- und Güterschutz als umfassende Sicherheitsaufgabe

Die Sicherheitslehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) richtet sich nicht ausschließlich auf die eigene Person.

Schutz kann ebenso Verantwortung für andere Menschen sowie für anvertraute Güter, Werte und Eigentum umfassen.

Damit erweitert sich die Perspektive vom individuellen Selbstschutz auf ein umfassenderes Sicherheitsverständnis.

Der Schutz der eigenen Person bildet dabei die erste Voraussetzung.

Nur wer die eigene Lage wahrnehmen, Risiken einschätzen und die eigene Handlungsfähigkeit erhalten kann, ist in der Lage, auch für andere, auf dieser Ebene, Verantwortung zu übernehmen.

Persönliche Sicherheit und der Schutz Dritter stehen deshalb nicht gegeneinander, sondern müssen innerhalb der jeweiligen Situation aufeinander abgestimmt werden.

Beim Schutz anderer Menschen verändert sich zugleich die Aufgabenstellung.

Die gefährdete oder zu schützende Person verfügt möglicherweise über andere körperliche, psychische oder situative Voraussetzungen als der Handelnde selbst.

Alter, Gesundheitszustand, Beweglichkeit, Wahrnehmung, Erfahrung und Verhalten können die Möglichkeiten des Schutzes wesentlich beeinflussen.

Sicherheitsbezogenes Handeln muss deshalb nicht nur die Gefahr, sondern ebenso die Bedürfnisse und Handlungsmöglichkeiten der zu schützenden Person berücksichtigen.

Auch der Schutz anvertrauter Güter verlangt eine differenzierte Bewertung.

Nicht jeder materielle Wert rechtfertigt dasselbe Risiko.

Entscheidend ist, welche Bedeutung ein Gut besitzt, welchen Gefährdungen es ausgesetzt ist und welche Schutzmaßnahmen unter den gegebenen Bedingungen angemessen sind.

Wahrnehmung, Planung, Vorbereitung, Koordination des Einsatzes und die Auswahl geeigneter Maßnahmen erhalten dadurch ebenso Gewicht wie das unmittelbare Eingreifen.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) verbinden sich dabei Strategie, Taktik und Technik.

Strategie bestimmt, was geschützt werden soll und welches Sicherheitsziel verfolgt wird.

Taktik berücksichtigt die konkrete Lage und entscheidet über das zweckmäßige Vorgehen.

Technik stellt die Mittel bereit, mit denen die jeweiligen Schutzmaßnahmen praktisch umgesetzt werden können.

Der grundlegende Anspruch bleibt derselbe: Schutz soll möglichst vorausschauend, angemessen und wirksam organisiert werden.

Je früher mögliche Gefährdungen erkannt und berücksichtigt werden, desto größer ist die Möglichkeit, Situationen so zu gestalten, dass eine unmittelbare Konfrontation oder ein Schaden vermieden werden kann.

Diese Verbindung aus Selbstschutz, Schutz anderer Menschen und Schutz anvertrauter Güter bildet zugleich eine wichtige Schnittstelle zur später behandelten

Ultima International (UI) (至 極 寰 宇 衛)

Strategy (戰 略) | Security (安 全) | Protection (防 護)

bzw.

Royal Protection Group | R.P.G. (至 尊 護 衛 團)

Supreme Protection Group | S.P.G. (至 高 護 衛 團).

Dort werden diese Grundsätze auf professionelle und konkrete Sicherheitsaufgaben übertragen.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Individuelle vs. soziale Sicherheit

Sicherheit besitzt innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) neben der körperlichen und situationsbezogenen auch eine individuelle und soziale Dimension.

Menschen entwickeln Sicherheit nicht ausschließlich aus den eigenen Fähigkeiten, sondern ebenso aus verlässlichen Beziehungen, klaren sozialen Strukturen und dem Bewusstsein, innerhalb einer Gemeinschaft eingebunden zu sein.

Individuelle Sicherheit entsteht unter anderem aus der Fähigkeit, die eigene Position realistisch einzuschätzen, Entscheidungen eigenständig zu treffen und auch unter schwierigen Bedingungen langfristig handlungsfähig zu bleiben.

Ein stabiles Selbstwertgefühl sowie die Bereitschaft, auftretende Schwierigkeiten aktiv anzunehmen und konstruktiv zu bearbeiten, können diese Sicherheit stärken.

Dabei geht es nicht darum, Probleme oder belastende äußere Bedingungen zu relativieren.

Vielmehr sollen jene Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsmuster erkannt werden, die den eigenen Handlungsspielraum unnötig einschränken können.

Ebenso gilt es, soziale Bedingungen und Abhängigkeiten kritisch wahrzunehmen und dort, wo Einflussmöglichkeiten bestehen, schrittweise Veränderungen herbeizuführen.

Soziale Sicherheit entsteht dagegen wesentlich durch Verlässlichkeit, Zugehörigkeit und gegenseitige Verantwortung.

Stabile soziale Strukturen können Schutz, Orientierung und Unterstützung vermitteln und damit die individuelle Handlungsfähigkeit ergänzen.

Innerhalb der Gemeinschaft des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) erhält dieser Gedanke eine besondere Bedeutung.

Die Bezeichnung International World Qian Li Wing Chun Chuan Martial Arts Family | I.W.Q.L.W.C.C.M.A.F.

(世 界 乾 離 詠 春 拳 武 術 家 族) verweist dabei nicht allein auf Tradition oder Symbolik, sondern auf eine Form sozialer Verbundenheit, in der Menschen durch gemeinsame Inhalte, Prinzipien, Werte, Ziele und Verantwortlichkeiten miteinander verbunden sind.

Eine solche Gemeinschaft kann einen stabilen Bezugsrahmen schaffen, in dem Zugehörigkeit, Vertrauen, gegenseitige Unterstützung, Verbindlichkeit und gemeinschaftliche Entwicklung erfahrbar werden.

Sie ersetzt dabei keine persönlichen oder familiären Beziehungen, sondern ergänzt die individuelle Sicherheit im erweiterten Rahmen um eine soziale Ebene.

Individuelle und soziale Sicherheit stehen somit in wechselseitiger Beziehung.

Eigenständigkeit stärkt die Fähigkeit, innerhalb einer Gemeinschaft Verantwortung zu übernehmen; verlässliche Gemeinschaft wiederum kann dem Einzelnen Rückhalt, Orientierung und zusätzliche Handlungsmöglichkeiten geben.

Die Sicherheitslehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) verbindet deshalb individuelle Selbstständigkeit mit sozialer Einbindung.

Sicherheit entsteht dort besonders nachhaltig, wo der Mensch sowohl über eigene Handlungskompetenz verfügt als auch Teil verlässlicher sozialer Zusammenhänge ist.

Sicherheit als Erweiterung des Handlungsspielraums

Ein hohes Maß an persönlicher Sicherheit erweitert innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) den individuellen Handlungsspielraum.

Wer Situationen differenziert wahrnehmen, Risiken einschätzen und auch unter Belastung handlungsfähig bleiben kann, verfügt über mehr Möglichkeiten, Entscheidungen bewusst zu treffen und eigene Ziele zu verfolgen.

Sicherheit bedeutet deshalb nicht nur Schutz vor Gefährdungen.

Sie schafft zugleich die Voraussetzung, bestehende persönliche Grenzen zu erkennen, Handlungsmöglichkeiten abzuwägen und den eigenen Einfluss auf eine Situation gezielt zu erweitern.

Je größer die eigene Sicherheit in Wahrnehmung, Entscheidung und Handlung ist, desto weniger muss Verhalten ausschließlich durch Unsicherheit, Angst oder äußeren Druck bestimmt werden.

Damit verbindet sich auch die Fähigkeit, Ziele klarer zu definieren und unterschiedliche Wege zu ihrer Verwirklichung zu prüfen.

Die Sicherheitslehre fördert deshalb nicht allein Reaktionsfähigkeit, sondern ebenso Orientierung, Entscheidungsfähigkeit und die bewusste Wahl zwischen verschiedenen Handlungsalternativen.

Der erweiterte Handlungsspielraum betrifft dabei unterschiedliche Lebensbereiche.

Er kann sich in der körperlichen Sicherheit ebenso zeigen wie im sozialen Umfeld, im beruflichen Handeln, in persönlichen Entscheidungen oder im Umgang mit schwierigen und unübersichtlichen Situationen.

Sicherheit wird damit zu einer Voraussetzung für größere Selbstständigkeit und bewusstes Handeln.

Sie versetzt den Menschen in die Lage, nicht lediglich auf äußere Bedingungen zu reagieren, sondern die eigenen Möglichkeiten innerhalb dieser Bedingungen besser zu erkennen und gezielt zu nutzen.

In diesem Sinne verbindet die Sicherheitslehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) Schutz und Entwicklung: Die Fähigkeit, Gefahren und Belastungen zu bewältigen, dient nicht nur der Erhaltung des Bestehenden, sondern schafft zugleich Freiräume für weitere persönliche und gesellschaftliche Entwicklung.

Von der Sicherheitslehre zur praktischen Anwendung – Ultima International (UI) (至 極 寰 宇 衛)

Die Sicherheitslehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) bildet den theoretischen und methodischen Rahmen für Fragen des Schutzes, der Gefährdungsbeurteilung und des sicherheitsbezogenen Handelns.

Sie vermittelt grundlegende Prinzipien, nach denen Risiken erkannt, Situationen eingeschätzt, Prioritäten gesetzt, Entscheidungen vorbereitet und Schutzmaßnahmen entwickelt werden.

Ihre professionelle und einsatzbezogene Umsetzung erfolgt innerhalb der

Ultima International (UI) (至 極 寰 宇 衛)

Strategy (戰 略) | Security (安 全) | Protection (防 護)

bzw.

Royal Protection Group | R.P.G. (至 尊 護 衛 團)

Supreme Protection Group | S.P.G. (至 高 護 衛 團)

Dort werden die Grundsätze der Sicherheitslehre auf konkrete Aufgaben und reale Schutzsituationen übertragen.

Im Mittelpunkt stehen dabei nicht mehr die allgemeinen Grundlagen der Sicherheit, sondern deren praktische Anwendung unter professionellen Anforderungen.

Dazu gehören insbesondere der:

  • Schutz von Personen,
  • Schutz von Objekten,
  • Schutz von Transporten,
  • Schutz von Werten sowie
  • Schutz von Daten und Informationen

und die dafür erforderliche Verbindung von Wahrnehmung, Planung, Strategie, Taktik, Technik und Handlungskompetenz.

Auch hier bleibt der Grundgedanke des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) erhalten: Sicherheit soll rechtzeitig, vorausschauend und aktiv hergestellt werden.

Professionelles Sicherheitshandeln beginnt deshalb nicht erst mit dem Eintritt einer Gefährdung, sondern bereits mit ihrer Analyse, der Vorbereitung geeigneter Maßnahmen und der Fähigkeit, Veränderungen rechtzeitig wahrzunehmen und angemessen darauf einzuwirken.

Die Ultima International (UI) (至 極 寰 宇 衛) bildet die Schnittstelle zwischen der Sicherheitslehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) und ihrer konkreten beruflichen beziehungsweise einsatzbezogenen Anwendung.

Die ausführliche Darstellung ihrer Aufgabenbereiche, Ausbildungsinhalte, Schutzkonzepte, Einsatzgrundsätze und praktischen Methoden erfolgt im eigenständigen Bereich Schutz und Sicherheit.

Ultima International (UI) (至 極 寰 宇 衛)

Strategy (戰 略) | Security (安 全) | Protection (防 護)

bzw.

Royal Protection Group | R.P.G. (至 尊 護 衛 團)

Supreme Protection Group | S.P.G. (至 高 護 衛 團)

lehren und praktizieren:

  • Personenschutz
  • Bewaffneter Personenschutz
  • Unbewaffneter Personenschutz
  • Objektschutz
  • Bewaffneter Objektschutz
  • Unbewaffneter Objektschutz
  • Werkschutz
  • Bewaffneter Werkschutz
  • Unbewaffneter Werkschutz
  • Transportschutz
  • Bewaffneter Transportschutz
  • Unbewaffneter Transportschutz
  • Daten- und Informationsschutzsysteme
  • Bewachung, bewaffneter und unbewaffneter Schutz von:
  • Industrieanlagen,
  • Logistikzentren,
  • Militäranlagen,
  • kritischen Infrastrukturen und
  • öffentlichen Einrichtungen

Ultima International (UI) | 至 極 寰 宇 衛Sicherheitsakademie | Tešanj (BiH)

Ein zentrales Ausbildungs- und Kompetenzzentrum für professionelle Schutz- und Sicherheitsaufgaben.

5. Waffenlehre

Die Waffenlehre bildet eine der acht Ausdrucksformen des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) – Die Kampfkunst des Himmels und des Feuers.

Sie richtet den Blick auf Waffen als Mittel, durch die der Mensch seine natürlichen Möglichkeiten erweitert, Kräfte und Wirkungen verändert und seine Umwelt gezielt gestaltet.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) werden Mensch, Werkzeug und Waffe in einem gemeinsamen Wirkungs- und Entwicklungszusammenhang betrachtet.

Werkzeuge und Waffen stehen dabei nicht unabhängig nebeneinander: Ihre Entstehung, ihre Funktionen und ihre Formen der Beherrschung haben sich gegenseitig beeinflusst und stehen zugleich in enger Beziehung zu den Fähigkeiten des Menschen, der sie entwickelt und verwendet.

Die Waffenlehre untersucht deshalb nicht allein einzelne Gegenstände, sondern insbesondere deren Eigenschaften, Funktionen, Wirkungsprinzipien und Beherrschung sowie das Verhältnis zwischen Mensch und äußerem Mittel.

Sie reicht damit über den Waffenkampf hinaus.

Während innerhalb der Ausdrucksform Kampfkunst die konkrete kämpferische Anwendung einer Waffe im Mittelpunkt steht und die Kriegskunst Waffen in größere strategische und taktische Zusammenhänge einordnet, betrachtet die Waffenlehre den umfassenderen Zusammenhang von Mensch, Werkzeug, Waffe, Entwicklung und Wirkung.

Einordnung in die Lehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳)

Die Waffenlehre ist innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) in dieselbe innere Ordnung eingebunden wie die übrigen Ausdrucksformen.

Tao (道), Qi (氣) und die fünf Ordnungslehren bilden auch hier die Grundlage für das Verständnis von Handlung, Bewegung, Richtung, Kraft, Veränderung und Wirkung.

Das Tao (道) bildet den übergeordneten Zusammenhang, innerhalb dessen Mensch, Ziel, Mittel, Handlung und Wirkung betrachtet werden.

Qi (氣) erhält in der Waffenlehre eine besonders anschauliche Bedeutung als gerichteter Wirkungsprozess: Kraft besitzt Intensität und Richtung, wird aufgenommen, übertragen, verändert und über ein äußeres Mittel zur Wirkung gebracht.

Auch die fünf Ordnungslehren lassen sich im Umgang mit Werkzeugen und Waffen unmittelbar wiederfinden.

Tai Chi (太極) richtet den Blick auf den Gesamtzusammenhang von Mensch, Gegenstand und Handlung.

Yin–Yang (陰陽) zeigt sich beispielsweise in wechselnden Verhältnissen von Spannung und Lösung, Aufnahme und Abgabe, Belastung und Entlastung.

Wu Xing (五行) beschreibt Veränderungs- und Wirkungsbeziehungen.

Pa Kua (八卦) eröffnet insbesondere die räumliche Multidimensionalität von Richtung, Winkel, Position, Distanz und Bewegung.

I Ging (易經) richtet den Blick auf Zustände, Übergänge und die Anpassung an veränderte Bedingungen.

Gerade Waffen und Werkzeuge machen damit sichtbar, wie sich abstrakte Ordnungsprinzipien in konkrete körperliche, räumliche und mechanische Wirkungszusammenhänge übertragen lassen.

Auch die fünf Lehr- und Erscheinungsformen

  • Qi Kung (氣功) – „Arbeit mit Qi“
  • Nei Kung (內功) – „innere Arbeit“
  • Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) – „klassisches Tai Chi Chuan der Familie Chen“ | „klassische Traditionslinie Chen“
  • Xing Yi Chuan (形意拳) – „Faustkunst der Form und Intention“
  • Pa Kua Chang (八卦掌) – wörtlich „Handfläche der acht Trigramme“

stehen mit der Waffenlehre in Verbindung.

Ihre unterschiedlichen Schwerpunkte tragen zur Entwicklung jener Voraussetzungen bei, die für den kontrollierten Umgang mit einem äußeren Mittel wesentlich sind: Körperorganisation, Kraftführung, Wahrnehmung, Koordination, räumliche Orientierung, Bewegung und Präzision.

Die Waffenlehre bildet keinen eigenständigen Bereich außerhalb der übrigen Lehre.

Sie ist eine weitere praktische Ausdrucksform derselben Prinzipien und Ordnungszusammenhänge – angewendet auf das Verhältnis zwischen Individuum, Gesellschaft, Werkzeug, Waffe und Wirkung.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Interaktion zwischen Mensch, Werkzeug und Waffe

Innerhalb der Waffenlehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) stehen Mensch, Werkzeug und Waffe in einem fortwährenden Entwicklungs- und Wirkungszusammenhang.

Der Mensch:

  • entwickelt Werkzeuge und Waffen,
  • verändert ihre Form und Funktion und
  • erweitert durch sie seine eigenen Handlungsmöglichkeiten und Charaktereigenschaften.

Zugleich bestimmen die Eigenschaften dieser äußeren Mittel, welche Formen ihrer Handhabung und Beherrschung erforderlich werden.

Werkzeuge entstanden auch aus dem Bedürfnis, die natürlichen Möglichkeiten des Körpers zu erweitern: etwa zu schneiden, zu schlagen, zu heben, zu tragen, zu bearbeiten oder Entfernungen und Kräfte zu überwinden.

Aus Werkzeugen und ihren Funktionsprinzipien konnten unter veränderten Anforderungen Waffen hervorgehen.

Waffen entstanden auch aus dem Bedürfnis, den eigenen Körper zu schützen, Gefahren abzuwehren, Gegner zu überwinden, Macht und Herrschaft auszuüben und diese zu sichern sowie die eigene Wirkung über die natürlichen Möglichkeiten des Körpers hinaus zu erweitern.

Umgekehrt wirkten Erkenntnisse aus der Entwicklung, Konstruktion und Handhabung von Waffen wiederum auf Werkzeuge und andere technische Lösungen zurück.

Zwischen beiden besteht damit eine wechselseitige Entwicklung, die durch menschliche Bedürfnisse, Erkenntnisse und Fähigkeiten bestimmt wird.

Die Grenze zwischen Werkzeug und Waffe ist dabei nicht immer allein durch die Form eines Gegenstandes festgelegt.

Auch Zweck, Situation und Art der Verwendung bestimmen seine Funktion.

Ein Werkzeug kann unter bestimmten Bedingungen als Waffe eingesetzt werden; konstruktive oder funktionale Prinzipien einer Waffe können wiederum in Werkzeugen und anderen technischen Anwendungen Verwendung finden.

Der Mensch bildet innerhalb dieser Interaktion das verbindende Element.

Erst durch sein Wissen, seine Wahrnehmung und seine Handlung werden die Eigenschaften eines Gegenstandes gezielt nutzbar.

Gewicht, Masse, Schwerpunkt, Länge, Material, Reichweite, Hebelwirkung, Trägheit, Bewegungsrichtung und Kraftübertragung bestimmen dabei wesentlich, wie ein Werkzeug oder eine Waffe geführt und optimal eingesetzt werden kann.

Die Beherrschung eines Gegenstandes verlangt deshalb, dessen Eigenschaften mit der eigenen Körperorganisation und Bewegung in Einklang zu bringen.

Werkzeug beziehungsweise Waffe und Mensch bilden im Gebrauch einen gemeinsamen Handlungszusammenhang, in dem die Möglichkeiten des Körpers durch ein äußeres Mittel erweitert und verändert werden.

Die Waffenlehre betrachtet das wechselseitige Verhältnis zwischen Mensch, Werkzeug und Waffe:

  • Der Mensch entwickelt und verändert seine Mittel,
  • deren Eigenschaften bestimmen wiederum die Möglichkeiten und Anforderungen ihres Gebrauchs, und
  • aus dieser Wechselwirkung entstehen fortlaufend neue Formen menschlichen Handelns.

Die bildende Rolle der Waffen

Innerhalb der Waffenlehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) werden Waffen nicht ausschließlich unter dem Gesichtspunkt ihrer kämpferischen oder zerstörerischen Wirkung betrachtet.

Ihre Bedeutung liegt ebenso in den Fähigkeiten und Eigenschaften, die durch ihre sachgerechte und fortgesetzte Beherrschung entwickelt und verfeinert werden können.

Die bildende Rolle der Waffen wurde unterschätzt.

Häufig wurde diese bildende Funktion mit der Gewaltrolle der Waffen verwechselt.

Beide Bereiche sind jedoch voneinander zu unterscheiden.

Eine Waffe kann eine erhebliche Wirkung entfalten; gerade deshalb stellt ihre Beherrschung hohe Anforderungen an den Menschen.

Präzision, Disziplin, Konzentration, Wahrnehmungsfähigkeit, Koordination, Geduld, Selbstkontrolle und Verantwortungsbewusstsein gewinnen dabei besondere Bedeutung.

Die „Arbeit mit einer Waffe“ verlangt eine größere Genauigkeit des Handelns.

Bewegungen müssen kontrolliert, Distanzen und Richtungen richtig eingeschätzt und die Folgen einer Handlung bewusst berücksichtigt werden.

Je größer die mögliche Wirkung eines Mittels ist, desto größer wird zugleich die Verantwortung, diese Wirkung kontrollieren, begrenzen und zielgerichtet einsetzen zu können.

In den traditionellen östlichen Kampf- und Kriegskünsten (武藝 und 兵法) erhielten Waffen deshalb einen besonderen Stellenwert.

Ihre Beherrschung wurde nicht allein als technische Fertigkeit verstanden, sondern zugleich als Möglichkeit, körperliche, mentale und psychische Fähigkeiten zu schulen und miteinander zu verbinden.

Die Waffen besitzen aufgrund ihrer Form, Konstruktion, Materialität, Wirkungsweise und der besonderen Anforderungen ihrer Führung einen eigenen Charakter.

Ihre Beherrschung verlangt deshalb nicht nur unterschiedliche körperliche und technische Fähigkeiten, sondern fördert zugleich unterschiedliche charakterliche Eigenschaften und innere Haltungen.

Eine Waffe kann beispielsweise in besonderem Maße Entschlossenheit und Zielgerichtetheit, eine andere Geduld, Ruhe und das Erfassen des richtigen Augenblicks, eine weitere Koordination, Anpassungsfähigkeit oder kontrollierte Kraftentfaltung verlangen.

Die Eigenschaften der Waffen stellen den Praktizierenden vor jeweils andere Anforderungen und konfrontieren ihn zugleich mit den eigenen Stärken, Schwächen und Verhaltensmustern.

Die Ausbildung mit unterschiedlichen Waffen wird dadurch zugleich zu einer Form der Charakterbildung.

Der Praktizierende lernt nicht nur, die Waffe zu beherrschen, sondern muss auch jene eigenen Eigenschaften entwickeln und kontrollieren, die für ihre Beherrschung erforderlich sind.

Die Waffe wird auf diese Weise zu einem Mittel der Selbsterkenntnis und Selbstentwicklung.

Eine Waffe zu meistern bedeutet daher innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) immer auch, sich selbst zu meistern.

Gerade hierin liegt ihre bildende Bedeutung: Die Waffe macht unmittelbar erfahrbar, dass Kraft allein noch keine Beherrschung bedeutet.

Erst die Fähigkeit, Wirkung hinsichtlich Absicht, Richtung, Zeitpunkt, Maß und Intensität kontrollieren zu können, verwandelt bloßes Wirkungspotenzial in entwickeltes Können.

Dieser Zusammenhang findet in einem überlieferten Bild seinen prägnanten Ausdruck:

„Gebeugt zeigt der Bogen seine Kraft!“

Der Bogen verdeutlicht, dass Wirkung nicht allein aus äußerlich sichtbarer Härte hervorgeht.

Kraft kann aufgebaut, gespeichert, transformiert, multidimensional kontrolliert und im geeigneten Augenblick freigesetzt werden.

Damit wird die Waffe zugleich zu einem Mittel, an dem sich das Verhältnis von Kraft und Kontrolle unmittelbar erfahren lässt.

Die bildende Rolle der Waffen liegt innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) darin, dass ihre Beherrschung stets auch Anforderungen an die Beherrschung der eigenen Fähigkeiten stellt.

Mit wachsendem Wirkungspotenzial müssen Genauigkeit, Kontrolle und Verantwortungsbewusstsein gleichermaßen wachsen.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Waffenkunst als unausweichlicher Weg zur Erkenntnis und zur Meisterschaft (功夫)

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) reicht die Waffenkunst über die technische Beherrschung einzelner Waffen hinaus.

Mit zunehmender Erfahrung verändert sich auch das Verständnis der Kunst: Aus der praktischen Handhabung entwickelt sich die Fähigkeit, jene Prinzipien, Gesetzmäßigkeiten und Zusammenhänge zu erkennen, die sich in einer Waffe und ihrer Anwendung ausdrücken.

Da jede Waffe andere Anforderungen an Körper, Geist und Charakter stellt, führt auch der Weg zu ihrer Meisterschaft (功夫) über unterschiedliche Formen der Selbstentwicklung.

Die Meisterschaft (功夫) der Waffe und die Meisterschaft (功夫) der eigenen Person sind deshalb innerhalb der Waffenkunst nicht voneinander zu trennen.

Spezifische Waffenarten zu perfektionieren, ihre philosophische, künstlerische, taktisch-technische und strategische Botschaft zu entnehmen, ihre physischen und mental-psychischen Fähigkeiten zu meistern, bedeutet, den leuchtenden Weg des Kung Fu (功夫) zu beschreiten!

Die Waffe wird damit zum Träger des Wissens.

Ihre Form, ihre Konstruktion und ihre Wirkungsweise eröffnen bestimmte Möglichkeiten und setzen zugleich Grenzen.

Wer sie zunehmend beherrscht, erschließt deshalb nicht nur einzelne Techniken, sondern auch die Prinzipien, nach denen die Multidimensionalität der Bewegung, der Kraft, des Raumes, der Zeit und der Wirkung miteinander verbunden sind.

Ihre philosophische Bedeutung liegt in den Gesetzmäßigkeiten und Beziehungen, die durch ihre Anwendung erfahrbar werden.

Ihre künstlerische Bedeutung zeigt sich in der Kultivierung einer Fähigkeit bis zu einem Grad, an dem Funktion, Form und Ausdruck miteinander übereinstimmen.

Ihre strategische und taktisch-technische Bedeutung erschließt sich aus dem Verständnis dessen, was eine bestimmte Waffe aufgrund ihrer besonderen Eigenschaften ermöglicht und welche Konsequenzen sich daraus für das Handeln ergeben.

Meisterschaft (功夫) bedeutet in diesem Zusammenhang daher nicht lediglich, eine große Zahl von Techniken zu beherrschen.

Sie entsteht aus einem immer tieferen Verständnis der Prinzipien hinter den Techniken und aus der Fähigkeit, dieses Verständnis selbstständig und situationsgerecht anzuwenden.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Der Begriff Kung Fu (功夫) erhält hier seine umfassende Bedeutung als eine durch langandauernde Arbeit entwickelte Fähigkeit.

Der Weg der Waffenkunst führt vom Gebrauch über das Verständnis zur Beherrschung – und von der Beherrschung zur Erkenntnis jener grundlegenden Zusammenhänge, auf denen die Kunst beruht.

Die traditionellen Waffen des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳)

Zu den traditionellen Waffen des Qian Li Wing Chun Chuan (乾 離 詠 春 拳) gehören:

  • Drachenstock | Lung Kun (龍棍)
  • Schmetterlings-Doppelmesser | Hu Tie Shuang Tao (蝴蝶雙刀)
  • Speer | Chiang (槍)
  • Bogen | Kung (弓)

Innerhalb der Waffenlehre werden sie nicht in erster Linie hinsichtlich ihrer konkreten kämpferischen Anwendung betrachtet, sondern als überlieferte Waffenformen mit jeweils eigenen konstruktiven Eigenschaften, Wirkungsprinzipien, Bewegungsprinzipien, Anforderungen und Lehrinhalten.

Jede dieser Waffen stellt andere Anforderungen an das Verhältnis von Mensch, Bewegung, Raum, Kraft und äußerem Mittel. Aus diesen unterschiedlichen Anforderungen ergeben sich zugleich verschiedene physische, mentale, psychische, ethische und charakterliche Entwicklungsaufgaben.

Die Beherrschung einer Waffe verlangt daher nicht nur das Erlernen bestimmter Techniken, sondern die Entwicklung jener Eigenschaften, die ihrer besonderen Wirkungsweise entsprechen.

Die traditionellen Waffen bilden auf diese Weise unterschiedliche Wege der Schulung und Selbstentwicklung.

Jede von ihnen stellt den Praktizierenden vor andere Aufgaben, macht andere Stärken und Schwächen sichtbar und verlangt eine jeweils spezifische Form der Selbstkontrolle und Selbstkultivierung.

Der Weg zur Meisterschaft (功夫) der Waffe und die Meisterschaft (功夫) der eigenen Person stehen in einem untrennbaren Zusammenhang.

Drachenstock | Lung Kun (龍棍)

Der Drachenstock | Lung Kun (龍棍) ist eine traditionelle Langwaffe des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳)

Seine Länge, Masse und Hebelwirkung verändern die Möglichkeiten menschlicher Kraftübertragung erheblich und verlangen eine entsprechend präzise Verbindung von Körperorganisation und Waffenführung.

Innerhalb der Waffenlehre macht der Drachenstock | Lung Kun (龍棍) insbesondere das Verhältnis von:

  • Körper
  • Struktur
  • Bewegung
  • Richtung
  • Wirkung

im Sinne einer Vektorgröße erfahrbar.

Seine besonderen Eigenschaften stellen den Praktizierenden vor die Aufgabe, die Waffe nicht durch rohe Muskelkraft zu bewegen, sondern ihre Möglichkeiten durch eine präzise Organisation des Körpers und der Bewegung nutzbar zu machen.

Wird der Drachenstock | Lung Kun (龍棍) „richtig geführt“, entsteht eine multidimensionale Interaktion nicht aus angestrengter Kraftentfaltung, sondern als Ausdruck:

  • der Struktur
  • der Ausrichtung
  • der Koordination
  • der Zeit
  • einer zweckmäßigen Organisation der Bewegung

Seine bildende Rolle bzw. die Fähigkeit zu kultivieren, liegt nicht nur in der Entwicklung größerer körperlicher Kraft, sondern in der Überwindung der Abhängigkeit von roher Körperkraft.

Der Praktizierende lernt, unnötige Anspannung aufzugeben, den eigenen Körper zu ordnen und die Eigenschaften der Waffe so zu nutzen, dass Wirkung entsteht, ohne rohe Körperkraft zum bestimmenden Mittel des Handelns zu machen.

Im Drachenstock | Lung Kun (龍棍) verbirgt sich eines der alten Rätsel der Kampfkünste:

die Überwindung roher Körperkraft durch Geist und Ordnung.

Seine Meisterung bedeutet, dieses Geheimnis zu erkennen und in der Bewegung sichtbar werden zu lassen.

Schmetterlings-Doppelmesser | Hu Tie Shuang Tao (蝴蝶雙刀)

Die Schmetterlings-Doppelmesser | Hu Tie Shuang Tao (蝴蝶雙刀) stellen durch das gleichzeitige Führen zweier Waffen besondere Anforderungen an die Verbindung beider Körperseiten.

Beide Waffen müssen nicht lediglich einzeln kontrolliert, sondern innerhalb eines gemeinsamen Bewegungs- und Wirkungszusammenhangs geführt werden.

In ihrer Beherrschung begegnet der Praktizierende einem besonderen Verhältnis von:

  • Einheit und Zweiheit
  • Selbstständigkeit und Verbundenheit,
  • Symmetrie und Asymmetrie

Zwei voneinander unabhängige Erscheinungsformen müssen gleichzeitig wahrgenommen, geführt und aufeinander abgestimmt werden, ohne dass die Einheit der Handlung verloren geht.

Gerade hierin zeigt sich die dialektische Struktur der Waffe.

Die scheinbaren Gegensätze werden nicht aufgehoben, indem eine Seite die andere verdrängt, sondern indem beide innerhalb einer übergeordneten Einheit wirksam bleiben.

  • Trennung und Verbindung,
  • Eigenständigkeit und Gemeinsamkeit,
  • Gleichzeitigkeit und Differenzierung

stehen in einem fortwährenden Wechselverhältnis und bedingen sich gegenseitig.

Die Schmetterlings-Doppelmesser | Hu Tie Shuang Tao (蝴蝶雙刀) verlangen deshalb nicht nur Koordination, sondern insbesondere:

  • geistige Beweglichkeit
  • Aufmerksamkeit
  • die Fähigkeit, mehrere unterschiedliche Prozesse simultan zu denken, zu erfassen, zu ordnen, zu strukturieren und nutzbar zu machen

„Die Hände“ können unterschiedliche Aufgaben erfüllen, ihre Bewegungen müssen sich jedoch zu einer gemeinsamen Absicht und einer einheitlichen Handlung verbinden.

Ihre bildende Bedeutung liegt in der Fähigkeit, Verschiedenheit zu beherrschen, ohne Einheit zu verlieren.

Der Praktizierende lernt, unterschiedliche und auch gegensätzliche Handlungsmöglichkeiten gleichzeitig zuzulassen, miteinander zu verbinden und situationsgerecht zu verändern.

Die Meisterung der Schmetterlings-Doppelmesser | Hu Tie Shuang Tao (蝴蝶雙刀) bedeutet, zwei eigenständige Waffen zu einer einzigen Handlung werden zu lassen.

Zwei Klingen werden multidimensional durch einen Geist geführt.

Speer | Chiang (槍)

Der Speer | Chiang (槍) verbindet große Reichweite mit einer stark gerichteten Wirkungsweise.

Seine Konstruktion macht das Verhältnis von Länge, Linie, Schwerpunkt, Präzision und Kraftübertragung besonders deutlich.

In der chinesischen Waffentradition wird der Speer | Chiang (槍) vielfach als „König der Waffen“ bezeichnet.

Seine charakteristische Grundbewegung richtet sich auf „die Linie“ und „den Punkt“.

Die traditionelle Formel „Der Speer folgt einer einzigen Linie.“ (槍扎一線) verdichtet dieses Prinzip:

Absicht, Botschaft, Richtung, Bewegung und die Wirkung müssen sich in einer klaren Handlung verbinden.

Gerade hierin liegt seine besondere bildende Bedeutung.

Der Speer | Chiang (槍) verlangt:

  • Klarheit der Absicht
  • Konzentration auf das Wesentliche
  • Ruhe
  • Präzision
  • Entschlossenheit

Unentschlossenheit, unnötige Bewegung oder eine unklare Ausrichtung widersprechen seinem Charakter.

Der Praktizierende muss lernen, eine Situation zu erfassen, sich auf einen entscheidenden Punkt auszurichten und die begonnene Handlung konsequent zu vollenden.

Seine überlieferte Charakterisierung:

„Eine Bewegung - ein Treffer!“

bringt diesen Gedanken in äußerster Verdichtung zum Ausdruck.

Sie bezeichnet nicht bloß das Treffen eines Zieles, sondern eine Haltung: eine klare Entscheidung, eine eindeutige Richtung und eine Handlung ohne Zerstreuung.

Damit stellt der Speer | Chiang (槍) auch charakterlich eine besondere Forderung.

Er schult die Fähigkeit, nicht zwischen Möglichkeiten zu schwanken, sondern im richtigen Augenblick eine Entscheidung zu treffen und ihr vollständig zu folgen.

Präzision entsteht dabei nicht allein aus technischer Genauigkeit, sondern aus der Übereinstimmung von Wahrnehmung, Absicht, Ausrichtung, Bewegung und Handlung.

Die Meisterung des Speers | Chiang (槍) bedeutet, Zerstreuung in Klarheit, Unentschlossenheit in Entscheidung und Bewegung in eine einzige gerichtete Handlung zu verwandeln.

Ein Ziel – eine Linie – ein Treffer.

Bogen | Kung (弓)

Der Bogen | Kung (弓) nimmt unter den traditionellen Waffen des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) eine besondere Stellung ein.

Seine Wirkung entsteht nicht unmittelbar aus einer fortgesetzten Bewegung der Waffe.

Energie wird zunächst aufgebaut, in potenzielle Energie überführt und gespeichert, anschließend kontrolliert freigegeben und über den Pfeil auf „ein entferntes Ziel“ übertragen.

Der Bogen | Kung (弓) verbindet in besonderer Weise:

  • Spannung und Lösung
  • Ruhe und Bewegung
  • Sammlung und Freigab
  • Nähe und Distanz
  • Vorbereitung und Wirkung

Zwischen dem Aufbau der Spannung und dem Augenblick des Lösens liegt ein Moment, in dem Körper, Wahrnehmung, Ruhe, Absicht und Entscheidung zu einer Einheit werden müssen.

Bereits im historischen China besaß das Bogenschießen (射) deshalb eine Bedeutung, die weit über seine Verwendung als Waffe hinausging.

Es gehörte zu den klassischen Sechs Künsten (六藝) und wurde insbesondere als Mittel der Selbstkultivierung, Charakterbildung und Selbstprüfung verstanden.

Wissen, Verhalten und innere Verfassung des Schützen spiegelten sich in der Ausführung seiner Kunst wider.

Gelang die Handlung nicht, wurde die Ursache zunächst bei sich selbst gesucht und die eigene Haltung entsprechend weiter kultiviert.

Gerade darin liegt eine besondere bildende Kraft des Bogens | Kung (弓).

Der Praktizierende kann das Ergebnis nach dem Lösen nicht mehr unmittelbar verändern.

Was anschließend geschieht, ist die Folge dessen, was zuvor geordnet, vorbereitet, wahrgenommen, entschieden und ausgeführt wurde.

Der Bogen | Kung (弓) zwingt somit zu einer außergewöhnlichen Klarheit gegenüber dem eigenen Handeln: Fehler lassen sich nicht durch nachträgliche Kraft, zusätzliche Bewegung oder unmittelbare Korrektur verdecken.

Der überlieferte Satz

„Gebeugt zeigt der Bogen seine Kraft!“

verdichtet einen weiteren wesentlichen Zusammenhang.

Die Kraft des Bogens | Kung (弓) entsteht gerade durch seine Verformung und Spannung.

Was äußerlich nach Nachgeben und Beugung erscheint, trägt bereits das Potenzial der späteren Wirkung in sich.

Seine charakterbildende Bedeutung liegt daher insbesondere in:

  • Ruhe
  • Geduld
  • Selbstbeherrschung
  • innerer Sammlung
  • Verantwortungsbewusstsein
  • der Bereitschaft zur Selbstprüfung

Der Praktizierende lernt, nicht vorschnell zu handeln, Spannung auszuhalten, die eigene Reaktion zu kontrollieren, den richtigen Augenblick zu erkennen und nach einer misslungenen Handlung die Ursache zunächst bei sich selbst zu suchen.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) wird der Bogen | Kung (弓) als

Kunstwaffe des Meisters behandelt.

Seine Meisterung verlangt mehr als die Beherrschung einer äußeren Waffe: Der Praktizierende muss zunächst sich selbst ordnen, bevor er Wirkung nach außen entfalten kann.

„Der Pfeil“ offenbart schließlich nur, was längst vor seinem Lösen im Menschen entschieden worden ist.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Die traditionellen Waffen erschließen unterschiedliche Seiten derselben Waffenlehre.

Drachenstock (龍棍),

Schmetterlings-Doppelmesser (蝴蝶雙刀),

Speer (槍) und

Bogen (弓)

unterscheiden sich in Konstruktion, Reichweite, Handhabung, Wirkungsweise sowie in den Anforderungen, die sie an den Praktizierenden stellen.

Gemeinsam zeigen sie, wie unterschiedlich ein äußeres Mittel die menschlichen Möglichkeiten von:

  • Wahrnehmung
  • Einstellung
  • Bewegung
  • Handlung
  • Wirkung

erweitern und verändern kann.

Zugleich verlangt jede dieser Waffen eine andere Form der inneren Entwicklung und Selbstmeisterung.

Ihre Beherrschung schult daher nicht nur unterschiedliche Fähigkeiten, sondern auch unterschiedliche charakterliche Eigenschaften und Haltungen.

Ihre konkrete Anwendung als Waffen der Kampfkunst sowie ihre überlieferten Charakterisierungen werden im Abschnitt „Waffenkampfkunst im Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳)“ behandelt.

Hier steht dagegen ihre Bedeutung innerhalb der umfassenderen Waffenlehre im Mittelpunkt.

Waffen, Werkzeuge und die kognitive Entwicklung des Menschen

Waffen und Werkzeuge haben die Entwicklung menschlicher Gesellschaften in grundlegender Weise geprägt.

Sie erweiterten die natürlichen Möglichkeiten des Menschen, ermöglichten neue Formen der Arbeit, der Fortbewegung, der Jagd, des Schutzes und der Auseinandersetzung und beeinflussten damit technische, wirtschaftliche, gesellschaftliche, machtpolitische und kulturelle Entwicklungen.

Innerhalb der Waffenlehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) wird dieser Zusammenhang in einem umfassenden Sinn betrachtet:

„Die Menschheit hat sich so entwickelt, wie sie ihre Waffen, ihre Werkzeuge und ihr Verständnis für diese – sowie ihren Umgang mit denselben – kultiviert hat!“

Entscheidend ist dabei nicht allein, dass Menschen Werkzeuge und Waffen hervorbrachten.

Mit ihrer Entwicklung entstanden zugleich neue Kenntnisse über Materialien, Konstruktion, Mechanik, Kraftübertragung, Reichweite, Präzision und kontrollierte Wirkung.

Solche Erkenntnisse konnten wiederum in andere technische und gesellschaftliche Bereiche einfließen und dort neue Möglichkeiten eröffnen.

Werkzeuge bildeten eine wesentliche Grundlage menschlicher Gestaltungskraft.

Mit ihnen konnten natürliche Materialien bearbeitet, Lebensräume verändert, Nahrung gewonnen, Bauwerke errichtet und immer komplexere technische Verfahren entwickelt werden.

Waffen erweiterten demgegenüber insbesondere die Möglichkeiten des Schutzes, der Jagd, der Durchsetzung und der kriegerischen Handlung und beeinflussten dadurch ebenfalls die Entwicklung von Technik, Organisation und gesellschaftlichen Strukturen.

Die Rolle der Waffen innerhalb dieser Entwicklung wurde jedoch häufig vor allem unter dem Gesichtspunkt ihrer zerstörerischen Wirkung betrachtet.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) wird darauf hingewiesen, dass damit ein wesentlicher Teil ihrer historischen und technischen Bedeutung unberücksichtigt bleibt.

Die Rolle, die Waffen in der Entwicklung der Zivilisation gespielt haben, wurde vielfach unzureichend wahrgenommen.

Ihre Entwicklung stellte hohe Anforderungen an Materialkenntnis, Konstruktion, Herstellung, Präzision und Beherrschung. Verbesserungen in diesen Bereichen konnten zugleich technische Entwicklungen hervorbringen, die weit über den unmittelbaren Gebrauch einer Waffe hinaus Bedeutung erhielten.

Dabei ist jedoch zwischen der zivilisatorischen Bedeutung von Waffen und ihrer bereits zuvor behandelten bildenden Wirkung auf den einzelnen Menschen zu unterscheiden.

An dieser Stelle steht nicht die persönliche Schulung durch die Waffenbeherrschung im Mittelpunkt, sondern ihre Bedeutung innerhalb größerer historischer, technischer und gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse.

Werkzeuge und Waffen erscheinen somit als zwei eng miteinander verbundene Ausdrucksformen menschlicher Fähigkeit, äußere Mittel zu entwickeln, ihre Wirkung zu verstehen und die eigenen Handlungsmöglichkeiten dadurch zu erweitern. Ihre Geschichte ist zugleich ein Teil der Geschichte menschlicher Erkenntnis, Technik und gesellschaftlicher Entwicklung.

Grundformen der Waffen und Werkzeuge

Innerhalb der Waffenlehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) werden Waffen und Werkzeuge auch nach ihren grundlegenden Funktions- und Wirkungsprinzipien betrachtet.

Dabei geht es nicht darum, einzelne Gegenstände ausschließlich einer starren Kategorie zuzuordnen.

Form, Konstruktion und vorgesehene Funktion bestimmen zwar bestimmte Möglichkeiten, zugleich können sich verschiedene Wirkungsprinzipien innerhalb eines Gegenstandes überschneiden.

Die Einteilung dient deshalb vor allem dazu, grundlegende Unterschiede zu erkennen:

Wie wird eine Wirkung erzeugt?

Wie wird Kraft übertragen?

Welche Rolle spielen Form, Material, Richtung, Reichweite und die Verbindung zwischen Mensch und äußerem Mittel?

Schlagwaffen

Bei Schlagwaffen steht die Übertragung von Wirkung durch eine geführte Bewegung und den anschließenden Kontakt im Vordergrund.

Masse, Bewegung und die konstruktiven Eigenschaften des Gegenstandes bestimmen dabei wesentlich, wie eine eingebrachte Kraft weitergegeben wird.

Innerhalb der Waffenlehre ist dieses Prinzip besonders interessant, weil es keineswegs ausschließlich Waffen betrifft.

Auch zahlreiche Werkzeuge beruhen auf dem Grundgedanken, eine menschliche Bewegung über ein äußeres Mittel zu übertragen oder zu verstärken.

Hiebwaffen

Hiebwaffen verbinden Bewegung mit einer entsprechend geformten Wirkfläche beziehungsweise Schneide.

Ihre Funktionsweise macht deutlich, dass die Wirkung eines Gegenstandes nicht allein von der eingesetzten Kraft abhängt, sondern ebenso von Form, Material, Ausrichtung, Angriffspunkt und Bewegungsführung.

Auch hier bestehen unmittelbare Beziehungen zur Werkzeugwelt.

Schneidende und trennende Prinzipien gehören seit frühester Zeit zu den grundlegenden Funktionen menschlicher Werkzeuge und zeigen besonders anschaulich die historische Nähe zwischen Werkzeug und Waffe.

Stichwaffen

Bei Stichwaffen konzentriert sich die Wirkung stärker auf eine gerichtete Linie beziehungsweise einen begrenzten Wirkungsbereich.

Konstruktion und Form richten die Bewegung auf eine vergleichsweise klar definierte Richtung aus.

Aus Sicht der Waffenlehre zeigt sich daran besonders deutlich, wie stark die Gestalt eines Gegenstandes seine mögliche Funktion vorgibt.

Auch bei Werkzeugen finden sich entsprechende Prinzipien, wenn Kräfte gezielt auf einen kleinen Bereich konzentriert werden sollen.

Schusswaffen

Schusswaffen markieren eine andere Form des Verhältnisses zwischen Mensch, Mittel und Wirkung.

Die unmittelbare körperliche Bewegung des Menschen und der Ort der Wirkung liegen räumlich voneinander getrennt; ein technisches System übernimmt einen wesentlichen Teil der Übertragung.

Damit wird besonders deutlich, wie technische Entwicklung die menschliche Reichweite und Wirkungsmöglichkeit verändern kann.

Innerhalb der Waffenlehre steht hier vor allem das Verständnis dieser zunehmenden technischen Vermittlung zwischen menschlicher Handlung und äußerer Wirkung im Mittelpunkt.

Werkzeuge | Theorie und Praxis

Werkzeuge bilden einen besonders umfassenden Bereich der Waffenlehre.

Sie erweitern menschliche Fähigkeiten beim Bearbeiten, Formen, Trennen, Verbinden, Messen, Bewegen, Heben und bei zahlreichen weiteren Tätigkeiten.

Ihre theoretische Betrachtung richtet sich auf Funktion, Konstruktion, Material, Form und Wirkungsprinzipien.

Die praktische Seite betrifft die sachgerechte Beherrschung des jeweiligen Mittels und die Fähigkeit, dessen Eigenschaften mit der eigenen Bewegung und Tätigkeit sinnvoll zu verbinden.

Damit schließt sich zugleich der Kreis zur zuvor beschriebenen Interaktion zwischen Mensch, Werkzeug und Waffe.

Viele grundlegende mechanische Prinzipien – etwa das Übertragen, Bündeln, Transformieren, Umlenken oder Verstärken einer Kraft – begegnen sowohl bei Werkzeugen als auch bei Waffen.

Die jeweilige Bedeutung eines Gegenstandes ergibt sich daher nicht allein aus seinem Wirkungsprinzip, sondern ebenso aus seinem Zweck, seiner Konstruktion und seinem konkreten Verwendungszusammenhang.

Die Grundformen dienen innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) nicht nur der Einordnung verschiedener Gegenstände.

Sie ermöglichen es, wiederkehrende Funktions- und Wirkungsprinzipien zu erkennen und deren Bedeutung für das Verhältnis zwischen Mensch, Werkzeug und Waffe systematisch zu verstehen.

Verbindung zu Kampfkunst und Kriegskunst

Die Waffenlehre steht innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) in enger Beziehung zur Kampfkunst und zur Kriegskunst, besitzt jedoch einen eigenen Schwerpunkt.

Dieselben Waffen und Mittel können in mehreren Ausdrucksformen erscheinen, werden dort jedoch aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet.

In der Kampfkunst steht die konkrete kämpferische Anwendung im Vordergrund.

Dort geht es darum, wie eine Waffe unter den Bedingungen einer unmittelbaren Auseinandersetzung geführt und eingesetzt wird und welche Anforderungen sich daraus an Bewegung, Distanz, Zeit, Wahrnehmung und Kontrolle ergeben.

Die traditionellen Waffen des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳)

Drachenstock | Lung Kun (龍棍),

Schmetterlings-Doppelmesser | Hu Tie Shuang Tao (蝴蝶雙刀),

Speer | Chiang (槍) und

Bogen | Kung (弓)

Kanon der Waffen (兵器經)

werden deshalb innerhalb der Kampfkunst vor allem hinsichtlich ihrer kämpferischen Bedeutung behandelt.

Die Kriegskunst erweitert den Bezugsrahmen.

Waffen erscheinen dort als Mittel innerhalb größerer strategischer und taktischer Zusammenhänge.

Entscheidend ist nicht nur die Beherrschung einer einzelnen Waffe, sondern ihre Einordnung in Zielsetzung, Kräfteverhältnisse, Planung, Raum, Zeit, vorhandene Mittel und die Entwicklung einer gesamten Situation.

Die Waffenlehre richtet den Blick dagegen auf den Gegenstand selbst und auf sein Verhältnis zum Menschen.

Im Mittelpunkt stehen Entwicklung, Konstruktion, Funktion, Wirkungsprinzipien, Beherrschung und die Wechselwirkung zwischen Mensch, Werkzeug und Waffe.

Sie untersucht damit jene Grundlagen, auf denen sowohl die kämpferische Anwendung als auch die strategische und taktische Einordnung aufbauen können.

Die drei kanonisierten Ausdrucksformen lassen sich daher klar unterscheiden:

  • Waffenlehre fragt nach den Eigenschaften, Prinzipien und der Beherrschung des Mittels.
  • Kampfkunst fragt nach seiner unmittelbaren kämpferischen Anwendung.
  • Kriegskunst fragt nach seiner Bedeutung innerhalb eines übergeordneten strategischen und taktischen Zusammenhangs.

Gerade ihre Verbindung zeigt, dass eine Waffe innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) nicht nur als einzelner Gegenstand verstanden wird. Ihre Eigenschaften müssen erkannt, ihre Handhabung beherrscht, ihre unmittelbare Anwendung verstanden, ihre Wirkung bekannt und ihre Bedeutung innerhalb größerer Handlungszusammenhänge eingeordnet werden.

6. Wissenschaft

Die Wissenschaft bildet eine der acht Ausdrucksformen des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) – Die Kampfkunst des Himmels und des Feuers.

Sie richtet sich auf die systematische Erkenntnis, Beschreibung, Ordnung, Untersuchung und Überprüfung von Gesetzmäßigkeiten und Wirkungszusammenhängen.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) wird Wissenschaft nicht als ein von der übrigen Lehre getrennter Bereich verstanden.

Die grundlegenden Prinzipien und Ordnungslehren des Systems richten den Blick auf Strukturen, Beziehungen, Veränderungen, Ursachen und Wirkungen und schaffen damit einen Bezugsrahmen, innerhalb dessen Zusammenhänge untersucht und nachvollziehbar beschrieben werden.

Die Ausdrucksform Wissenschaft steht dabei sowohl mit historischen chinesischen Erkenntnistraditionen als auch mit modernen Wissenschaften in Verbindung.

Überlieferte Modelle, Beobachtungen und Erfahrungen können dadurch historisch eingeordnet, genauer beschrieben und mit heutigen Erkenntnissen in Beziehung gesetzt werden.

Wissenschaft bedeutet innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) zugleich Erkenntnisgewinn und kritische Auseinandersetzung mit Erkenntnis.

Aussagen sollen nicht allein übernommen, sondern hinsichtlich ihrer Voraussetzungen, Zusammenhänge und Gültigkeit untersucht werden.

Der wissenschaftliche Blick richtet sich dabei auf unterschiedliche Bereiche des Systems.

Mensch, Natur, Bewegung, Gesundheit, Wahrnehmung, Technik, Gesellschaft und Handlung können jeweils unter verschiedenen Fragestellungen betrachtet werden.

Dadurch steht die Ausdrucksform Wissenschaft in enger Beziehung zu allen anderen Ausdrucksformen des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳)

Der Schwerpunkt liegt hier nicht auf der Darstellung einzelner Schriften, Quellen oder überlieferter Wissensbestände.

Diese werden im eigenständigen Bereich Wissen behandelt.

Innerhalb der Ausdrucksform Wissenschaft steht vielmehr die Frage im Mittelpunkt, wie Erkenntnisse gewonnen, geordnet, untersucht, überprüft und zu einem nachvollziehbaren Verständnis von Zusammenhängen entwickelt werden können.

Einordnung in die Lehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳)

Die Ausdrucksform Wissenschaft ist innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) in dieselbe innere Ordnung eingebunden wie die übrigen Bereiche des Systems.

  • Tao (道) – das oberste Prinzip
  • Qi (氣) – das Wirkprinzip und
  • die fünf Ordnungslehren

bilden auch hier den grundlegenden Bezugsrahmen für die Betrachtung von Wirklichkeit, Veränderung, Beziehung, Ursache und Wirkung.

Das Tao (道) bezeichnet den übergeordneten Zusammenhang, innerhalb dessen Prozesse, Entwicklungen und ihre Beziehungen zueinander verstanden werden.

Für die wissenschaftliche Betrachtung richtet sich der Blick damit nicht allein auf einzelne Erscheinungen, sondern auf deren Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten.

Qi (氣) beschreibt innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) Prozesse, Handlungen und Wirkungen konkret als Vektorgröße und zugleich als Informationsträger.

Eine Wirkung besitzt nicht nur Intensität und Richtung, sondern vermittelt zugleich Informationen über Zustände, Veränderungen und Beziehungen innerhalb eines Systems.

Qi (氣) eröffnet eine Perspektive auf das Zusammenspiel von Wirkung, Richtung, Dynamik, Veränderung und Information.

Die fünf Ordnungslehren erschließen unterschiedliche Seiten solcher Zusammenhänge:

Tai Chi (太極) richtet den Blick auf die Einheit eines Gesamtzusammenhangs und auf die Entstehung unterschiedlicher Zustände innerhalb dieser Einheit.

Yin–Yang (陰陽) beschreibt Beziehungen, Gegensätze und wechselnde Zustände, deren Bedeutung sich aus ihrem Verhältnis zueinander ergibt.

Wu Xing (五行) erschließt dynamische Veränderungs-, Hervorbringungs- und Begrenzungsprozesse und damit komplexe Wirkungsbeziehungen.

Pa Kua (八卦) ordnet unterschiedliche Konstellationen, Richtungen und Beziehungen und eröffnet insbesondere räumliche und strukturelle Perspektiven.

I Ging (易經) richtet den Blick auf Zustände, Übergänge und mögliche Veränderungswege.

Auch die fünf Lehr- und Erscheinungsformen:

  • Qi Kung (氣功) – „Arbeit mit Qi“
  • Nei Kung (內功) – „innere Arbeit“
  • Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) – „klassisches Tai Chi Chuan der Familie Chen“ | „klassische Traditionslinie Chen“
  • Xing Yi Chuan (形意拳) – „Faustkunst der Form und Intention“
  • Pa Kua Chang (八卦掌) – wörtlich „Handfläche der acht Trigramme“

stehen mit der Ausdrucksform Wissenschaft in Verbindung.

In ihnen werden grundlegende Zusammenhänge des Systems praktisch erfahrbar und sichtbar, vor allem in den Bereichen Bewegung, Körperorganisation, Kraftentwicklung, Wahrnehmung, Koordination und Wirkung.

Die Ausdrucksform Wissenschaft verbindet Prinzip, Ordnungsmodell und praktische Erscheinung.

Sie schafft einen Rahmen, in dem unterschiedliche Zusammenhänge des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) systematisch beschrieben, miteinander in Beziehung gesetzt und als Gegenstand weiterer Untersuchung betrachtet werden.

Erkenntnis und Wissenschaft im historischen China

Die Entwicklung systematischer Erkenntnis im historischen China vollzog sich über lange Zeiträume in enger Verbindung mit der Beobachtung und Erforschung der Natur, des Menschen und der Gesellschaft.

Wissensgebiete, die heute unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen zugeordnet werden, waren dabei häufig enger miteinander verbunden und wurden innerhalb gemeinsamer Ordnungs- und Wirkungszusammenhänge betrachtet.

Zu diesen Bereichen gehörten insbesondere:

  • Astronomie (天文) und Kalenderkunde (曆法),
  • Mathematik (算學),
  • Medizin (醫學),
  • Kosmologie (宇宙),
  • Alchemie (丹道),
  • Beobachtung der Natur (觀物),
  • Philosophie (諸子之學) und Geschichtsschreibung (史學).

Ihre Entwicklung war vielfach mit konkreten praktischen Aufgaben verbunden.

Die „Beobachtung des Himmels“ stand beispielsweise mit Zeitrechnung und Kalenderordnung in Beziehung;

mathematische Verfahren dienten unter anderem der Berechnung und Vermessung;

medizinische Erkenntnisse richteten sich auf Vorgänge des Organismus;

Kenntnisse natürlicher Prozesse fanden in Landwirtschaft, Handwerk und Technik Anwendung.

Kennzeichnend war dabei das Bestreben, Regelmäßigkeiten, Beziehungen und Veränderungen zu erkennen und in übergeordnete Ordnungszusammenhänge einzuordnen.

Naturerscheinungen, körperliche Vorgänge, stoffliche Veränderungen, zeitliche Abläufe und räumliche Verhältnisse wurden beobachtet und miteinander in Beziehung gesetzt, um daraus nachvollziehbare Strukturen und wiederkehrende Muster abzuleiten – Naturgesetzmäßigkeiten zu erkennen.

Die Grenzen zwischen Philosophie (諸子之學), Naturbeobachtung (觀物), Medizin (醫學), Mathematik (算學), Astronomie (天文) und Kalenderkunde (曆法) sowie praktischer Anwendung entsprachen dabei nicht der heutigen Einteilung wissenschaftlicher Fachdisziplinen.

Kosmologische Vorstellungen konnten mit astronomischen und numerischen Ordnungen (數) verbunden sein;

medizinische Modelle griffen auf umfassendere Vorstellungen von Veränderung und Beziehung zurück;

alchemistische Traditionen verbanden die Beschäftigung mit Stoffen und Transformationen mit weiterreichenden Fragen über Natur und menschliche Entwicklung.

In diesem historischen Erkenntnisumfeld entstanden und entwickelten sich auch jene Denk- und Ordnungsmodelle, die für das Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) von grundlegender Bedeutung sind.

  • Tai Chi (太極 ) – Das „höchste Äußerste“
  • Yin–Yang (陰陽) – komplementäre, polare Wirkprinzipien
  • Wu Xing (五行) – Die fünf Wandlungsphasen
  • Pa Kua (八卦) – Die acht Trigramme
  • I Ging (易經) – Der Klassiker der Wandlungen

erschließen jeweils unterschiedliche Aspekte von Einheit, Beziehung, Veränderung, räumlicher Ordnung und Übergang.

Sie sind dabei nicht als moderne wissenschaftliche Fachtheorien zu verstehen, sondern als Bestandteile historischer (alter) chinesischer Erkenntnis- und Ordnungstraditionen.

Für die Ausdrucksform Wissenschaft des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) ist dieser historische Zusammenhang deshalb bedeutsam, weil er ein Verständnis von Erkenntnis erkennen lässt, in dem Beobachtung, Ordnung, Systematisierung, theoretische Deutung und praktische Anwendung eng miteinander verbunden waren.

Dabei bezeichnet Ordnung die Strukturierung des Beobachteten, während Systematisierung dessen Einordnung in ein übergeordnetes Erkenntnisgefüge meint.

Die einzelnen Wissensgebiete bildeten kein bloßes Nebeneinander, sondern standen in vielfältigen Beziehungen zueinander und konnten sich gegenseitig ergänzen.

Klassische Erkenntnistraditionen als Wissensgrundlage

Die Ausdrucksform Wissenschaft des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) gründet nicht allein auf modernen wissenschaftlichen Verfahren.

Einen wesentlichen historischen Bezugsrahmen bilden auch klassische chinesische Erkenntnistraditionen, in denen Beobachtungen, Ordnungsmodelle, philosophische Überlegungen, mathematische Strukturen und praktische Erfahrungen über lange Zeiträume bewahrt, systematisiert und weiterentwickelt wurden.

Diese Erkenntnistraditionen wurden sowohl mündlich als auch schriftlich überliefert und in unterschiedlichen praktischen Zusammenhängen angewendet.

Dadurch entstanden Wissensbestände, die nicht nur einzelne Beobachtungen festhielten, sondern zugleich Begriffe, Modelle und Ordnungsvorstellungen bereitstellten, mit denen Zusammenhänge beschrieben und vermittelt werden konnten.

Eine besondere Bedeutung besitzen dabei die klassischen Schriften und Werke.

Sie fungieren als Träger überlieferter Erkenntnisse und bewahren Denkmodelle, Ordnungssysteme und methodische Zugänge, die über Generationen hinweg aufgenommen, interpretiert und weiterentwickelt wurden.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) bilden diese klassischen Erkenntnistraditionen deshalb einen Teil der Wissensgrundlage des Systems. Dazu gehören insbesondere jene Traditionen, die mit

  • Tao (道) – das oberste Prinzip
  • Qi (氣) – das Wirkprinzip
  • Tai Chi (太極 ) – Das „höchste Äußerste“
  • Yin–Yang (陰陽) – komplementäre, polare Wirkprinzipien
  • Wu Xing (五行) – Die fünf Wandlungsphasen
  • Pa Kua (八卦) – Die acht Trigramme
  • I Ging (易經) – Der Klassiker der Wandlungen

verbunden sind, ebenso wie

  • medizinische (醫學),
  • kosmologische (宇宙),
  • astronomische (天文),
  • mathematische (算學),
  • alchemistische (丹道)

Erkenntnistraditionen.

Ihre Bedeutung liegt dabei nicht darin, historische Aussagen allein aufgrund ihres Alters oder ihrer Überlieferung als gültig vorauszusetzen.

Entscheidend ist vielmehr, welche Ordnungs- und Erkenntnisstrukturen sie enthalten, welche Zusammenhänge sie beschreiben und welchen Beitrag sie zum Verständnis der Lehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) leisten.

Klassische Erkenntnistraditionen bilden einen historischen und systematischen Erkenntnisrahmen, aus dem grundlegende Begriffe, Modelle und Zusammenhänge des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) hervorgegangen sind und innerhalb dessen sie bis heute in dieser Form bestehen.

Kosmologie (宇宙), Astronomie (天文) und Mathematik (算學)

Kosmologie (宇宙), Astronomie (天文) und Mathematik (算學) standen im historischen China in enger Beziehung zueinander.

Die Beobachtung des Himmels, die Ordnung zeitlicher Abläufe, die Berechnung von Bewegungen und Positionen sowie die Beschreibung räumlicher und zahlenmäßiger Verhältnisse bildeten miteinander verbundene Bereiche systematischer Erkenntnis.

Aus der Beobachtung wiederkehrender Vorgänge entstanden Modelle, mit denen Zeit, Raum, Bewegung, Veränderung und Ordnung beschrieben werden konnten.

Die Kosmologie (宇宙) richtete den Blick auf den Gesamtzusammenhang der Welt und auf die Frage, nach welchen Prinzipien sich Ordnung und Veränderung vollziehen. Vorstellungen wie:

  • Tai Chi (太極) – das oberste Prinzip,
  • Yin–Yang (陰陽) – komplementäre, polare Wirkprinzipien und
  • Wu Xing (五行) – Die fünf Wandlungsphasen

ermöglichten es, Einheit und Differenzierung, wechselnde Zustände sowie zyklische und gegenseitig wirkende Prozesse in ein übergeordnetes Ordnungssystem einzuordnen.

Die Astronomie (天文) beruhte auf der systematischen Beobachtung von Sonne, Mond, Sternen und anderen Himmelserscheinungen.

Solche Beobachtungen waren insbesondere für Zeitrechnung, Kalenderwesen (曆法) und die Bestimmung wiederkehrender Zyklen von großer Bedeutung.

Dadurch wurden Veränderungen nicht nur qualitativ beschrieben, sondern zunehmend auch hinsichtlich ihrer zeitlichen Abfolge, Dauer, Wiederkehr und ihres Rhythmus geordnet.

Die Rechenkunst und die mathematischen Verfahren (算術) stellten Methoden bereit, mit denen Größen, Mengen, räumliche Beziehungen, zeitliche Verhältnisse und regelmäßige Strukturen erfasst und berechnet werden konnten.

Sie besaßen praktische Bedeutung für Vermessung, Bauwesen, Kalenderberechnung, Handel und zahlreiche weitere Bereiche und eröffneten zugleich Möglichkeiten, komplexe Ordnungen durch Zahlen (數), Verhältnisse und Kombinationen darzustellen.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) wird diese Verbindung besonders deutlich bei:

  • Pa Kua (八卦) – Die acht Trigramme
  • I Ging (易經) – Der Klassiker der Wandlungen

Die acht Trigramme des Pa Kua (八卦) beruhen auf den möglichen Kombinationen dreier Yin-Linien (陰爻) beziehungsweise Yang-Linien (陽爻).

Jedes Trigramm besteht aus drei übereinander angeordneten Linien – Yao (爻), von denen jede entweder als Yin (陰) (0) oder als Yang (陽) (1) ausgeprägt ist.

Mathematisch entsteht auf diese Weise eine binäre Struktur mit drei Positionen.

Da jede Position zwei mögliche Zustände besitzt, ergeben sich V′(2, 3) = (2)³ = 8 geordnete Konstellationen.

Allgemein gilt für Variationen „mit Wiederholung“: V′(k, n) = kⁿ.

Dabei bezeichnet k die Anzahl der zur Verfügung stehenden Elemente und n die Anzahl der Stellen beziehungsweise die Klasse der Variation.

In diesem Fall gilt k = 2 und n = 3.

Die beiden Elemente sind (0) und (1), entsprechend Yin (陰) und Yang (陽).

Daraus folgt: V′(2, 3) = (2)³ = 8 geordnete Konstellationen.

(Variationen 3. Klasse aus 2 Elementen „mit Wiederholung“ – wobei der kombinatorische Begriff der „Wiederholung“ hier ausschließlich die mathematische Struktur bezeichnet und nicht auf Qi (氣) als Vektorgröße übertragen werden kann).

Eine besonders enge Verbindung besteht zwischen Pa Kua (八卦) und I Ging (易經).

Durch naturgemäße Variationen zweier Trigramme entstehen die 64 Hexagramme (六十四卦) des I Ging (易經).

Mathematisch entsteht auf diese Weise eine binäre Struktur mit sechs Positionen.

Da jede Position zwei mögliche Zustände besitzt, ergeben sich V′(2, 6) = (2)⁶ = 64 geordnete Konstellationen.

Allgemein gilt für Variationen „mit Wiederholung“: V′(k, n) = kⁿ.

Dabei bezeichnet k die Anzahl der zur Verfügung stehenden Elemente und n die Anzahl der Stellen beziehungsweise die Klasse der Variation.

In diesem Fall gilt k = 2 und n = 6.

Die beiden Elemente sind (0) und (1), entsprechend Yin (陰) und Yang (陽).

Daraus folgt: V′(2, 6) = (2)⁶ = 64 geordnete Konstellationen.

(Variationen 6. Klasse aus 2 Elementen „mit Wiederholung“ – wobei der kombinatorische Begriff der „Wiederholung“ auch hier ausschließlich die mathematische Struktur bezeichnet und nicht auf Qi (氣) als Vektorgröße übertragen werden kann).

Damit verbinden sich qualitative Ordnungsmodelle mit einer klaren kombinatorischen und zahlenmäßigen Struktur.

Richtung, Position, Zustand, Zeitpunkt und Veränderungsmöglichkeit werden innerhalb eines geordneten Systems miteinander in Beziehung gesetzt.

Auch die traditionellen Zuordnungen von Himmelsrichtungen, Zahlen (數), Wandlungsphasen (五行), Trigrammen (八卦) und weiteren Ordnungskategorien zeigen, wie eng räumliche, numerische und kosmologische Vorstellungen miteinander verbunden wurden.

Zahlen (數) erscheinen dabei nicht lediglich als Mengenangaben, sondern können innerhalb solcher historischen Ordnungssysteme zugleich bestimmte Positionen und Beziehungen kennzeichnen.

Für die Ausdrucksform Wissenschaft des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) liegt die Bedeutung dieser Bereiche deshalb vor allem in ihrem gemeinsamen Bestreben, komplexe Erscheinungen durch beobachtbare Beziehungen, räumliche und zeitliche Ordnungen sowie zahlenmäßig strukturierbare Verhältnisse verständlich zu machen.

Kosmologie (宇宙) eröffnet den Blick auf das Ganze,

Astronomie (天文) auf beobachtbare zyklische Vorgänge und

Mathematik (算學) auf deren multidimensionale, formale und qualitativ-quantitative Ordnung.

Medizin (醫學) und Alchemie (丹道)

Medizin (醫學) und Alchemie (丹道) gehörten im historischen China zu jenen Erkenntnisfeldern, in denen die Beobachtung natürlicher und körperlicher Prozesse mit der Frage verbunden wurde, wie Zustände entstehen, sich verändern und gezielt beeinflusst werden können.

Beide Bereiche entwickelten unterschiedliche Methoden und Zielsetzungen, standen jedoch in einem gemeinsamen Interesse an Transformation, Regulation und der Veränderbarkeit natürlicher Prozesse.

Die Medizin (醫學) richtete sich auf den menschlichen Organismus, auf Gesundheit und Krankheit sowie auf die Bedingungen, unter denen körperliche Funktionen erhalten, gestärkt oder wiederhergestellt werden können.

Dabei entstanden differenzierte Modelle zur Beschreibung funktionaler Zusammenhänge, zu denen unter anderem:

  • Zang Fu (臟腑) – funktionelle Organzusammenhänge,
  • Jing Luo (經絡) – Leitbahnen,
  • Qi (氣) – Wirkprinzip,
  • Xue (血) – Blut,
  • Jin Ye (津液) – Körperflüssigkeiten sowie
  • Jing (精) – Qi (氣) – Shen (神) – Essenz – Qi – geistig-seelische Dimension.

gehören.

Für die Ausdrucksform Wissenschaft des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) ist dabei weniger die erneute Darstellung dieser medizinischen Modelle entscheidend – sie werden innerhalb der Ausdrucksform Gesundheit und Heilkunde ausführlicher behandelt –, sondern ihre Funktion als systematisch entwickelte Beschreibungs- und Ordnungsmodelle des menschlichen Organismus.

Sie zeigen das historische Bestreben, körperliche Vorgänge zu beobachten, zu differenzieren, zu systematisieren, miteinander in Beziehung zu setzen und daraus Möglichkeiten gesundheitlichen Handelns abzuleiten.

Die Alchemie (丹道) richtete sich ebenfalls auf Prozesse der Veränderung, allerdings zunächst in einem anderen Gegenstandsbereich.

In der chinesischen Alchemie (丹道) wurden Stoffe, ihre Eigenschaften, Kombinationen, Wirkungen und Veränderungen untersucht.

Solche Verfahren verbanden praktische Arbeit mit Materialien mit weiterreichenden Vorstellungen über Transformation, Langlebigkeit und die Veränderbarkeit natürlicher Zustände.

Historisch ist dabei zwischen unterschiedlichen alchemistischen Entwicklungen zu unterscheiden.

Die sogenannte äußere Alchemie (外丹) arbeitete unmittelbar mit Stoffen und Substanzen.

Spätere innere alchemistische Traditionen (內丹) übertrugen den Gedanken der Transformation zunehmend auf den Menschen selbst und verbanden ihn mit Praktiken der Atmung, Körperorganisation, Wahrnehmung, Aufmerksamkeit und inneren Kultivierung.

Medizin (醫學) und Alchemie (丹道) besitzen damit trotz ihrer unterschiedlichen Gegenstände einen gemeinsamen erkenntnistheoretischen Kern: Beide fragen danach, wie bestehende Zustände aufgebaut sind, durch welche Prozesse sie sich verändern und unter welchen Bedingungen solche Veränderungen beeinflusst werden können.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) ist gerade dieser Gedanke von Bedeutung.

Gesundheit, Bewegung, Atmung, Stoffwechsel, Kraftentwicklung und innere körperliche Prozesse werden nicht als unveränderliche Gegebenheiten betrachtet, sondern als dynamische Wirkungszusammenhänge, deren Bedingungen erkannt und – innerhalb natürlicher und biologischer Grenzen – gezielt beeinflusst werden können.

Die wissenschaftliche Bedeutung von Medizin (醫學) und Alchemie (丹道) liegt daher nicht in einer Gleichsetzung historischer Lehren mit heutiger Medizin, Chemie oder Biochemie.

Sie liegt vielmehr darin, dass beide Bereiche zu jenen chinesischen Erkenntnistraditionen gehören, in denen Beobachtung, Systematisierung, Auswertung, Transformation und praktische Anwendung eng miteinander verbunden waren.

Beobachtung der Natur (觀物) und Naturwissenschaften

Die systematische Beobachtung der Natur (觀物) bildete im historischen China eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung unterschiedlicher Erkenntnisfelder.

  • Pflanzen
  • Tiere
  • Klima
  • Wasser
  • Böden
  • Materialien
  • Bewegungen
  • Kräfte
  • wiederkehrende Veränderungen

wurden untersucht, beschrieben und in praktische Zusammenhänge eingeordnet.

Aus solchen Beobachtungen entstanden Kenntnisse, die unter anderem in Landwirtschaft, Medizin (醫學), Handwerk, Bauwesen, Technik und Materialbearbeitung Anwendung fanden.

Der historische Begriff der Naturwissenschaften darf dabei nicht einfach mit der heutigen Fachsystematik gleichgesetzt werden.

Vielmehr entwickelten sich unterschiedliche Formen praktischer und theoretischer Naturerkenntnis, die häufig eng mit Beobachtung, Erfahrung, Systematisierung, handwerklicher Praxis und technischen Anwendungen verbunden waren.

Von besonderer Bedeutung war das Erkennen von Ursache und Wirkung.

Veränderungen natürlicher Zustände wurden nicht nur beschrieben, sondern auch daraufhin betrachtet, unter welchen Bedingungen sie entstehen und wie sie sich beeinflussen lassen.

Damit verbindet sich ein grundlegendes wissenschaftliches Interesse an Regelmäßigkeit, Veränderung und Kausalität.

Auch die Untersuchung von Materialien und ihren Eigenschaften spielte eine wichtige Rolle.

  • Härte
  • Elastizität
  • Gewicht
  • Masse
  • Bruchverhalten
  • Wärme
  • Feuchtigkeit
  • Formbarkeit
  • andere Eigenschaften

bestimmten, wie Stoffe eingesetzt und verändert werden konnten.

Solche Erkenntnisse standen in unmittelbarer Beziehung zu Werkzeugen, Waffen, Bauweisen, medizinischen Anwendungen und technischen Verfahren.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) besitzt diese naturbezogene Erkenntnisperspektive eine unmittelbare Bedeutung.

  • Bewegung,
  • Kraftübertragung,
  • Gleichgewicht,
  • Beschleunigung,
  • Hebelwirkung,
  • Elastizität,
  • Belastung,
  • Widerstand und
  • Richtung

lassen sich als physikalische und mechanische Zusammenhänge betrachten.

Ebenso können körperliche Vorgänge, Regeneration, Wahrnehmung, Regulation und Anpassung unter biologischen und physiologischen Fragestellungen untersucht werden.

Die Ausdrucksform Wissenschaft verbindet historische Naturbeobachtung mit der Möglichkeit, solche Zusammenhänge heute durch moderne Naturwissenschaften differenzierter zu beschreiben.

  • Physik
  • Biologie
  • Chemie
  • Physiologie
  • weitere Disziplinen

eröffnen jeweils eigene Zugänge zu Prozessen, die innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktisch erfahren und systematisch betrachtet werden.

Entscheidend ist dabei die gemeinsame Grundfrage:

Welche Gesetzmäßigkeiten bestimmen einen Vorgang, unter welchen Bedingungen verändert er sich und welche Wirkungen entstehen daraus?

Beobachtung der Natur (觀物) und Naturwissenschaften bilden einen zentralen Bezugsrahmen für das Verständnis jener Prozesse, auf denen zahlreiche praktische Bereiche des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) beruhen.

Philosophie und Erkenntnis

Philosophie und Wissenschaft stehen innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) in enger Beziehung, erfüllen jedoch unterschiedliche Aufgaben.

Wissenschaft richtet sich auf die systematische Untersuchung von Erscheinungen, Zusammenhängen und Gesetzmäßigkeiten;

Philosophie fragt darüber hinaus nach den Voraussetzungen, Begriffen und Grenzen des Erkennens und danach, wie Beobachtungen sinnvoll gedeutet und miteinander in Beziehung gesetzt werden können.

Philosophische Erkenntnis beginnt deshalb nicht erst bei der Suche nach Antworten.

Sie setzt bereits bei der Formulierung der richtigen Fragen an:

Was wird tatsächlich beobachtet?

Welche Voraussetzungen liegen einer Aussage zugrunde?

Was ist Ursache, was Wirkung?

Welche Beziehungen bestehen zwischen einzelnen Erscheinungen?

Welche Schlussfolgerungen sind aus einer Beobachtung tatsächlich zulässig – und welche beruhen bereits auf Interpretation?

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) besitzt dabei die Betrachtung von Beziehung, Veränderung und Kausalität besondere Bedeutung.

Erscheinungen werden nicht ausschließlich als isolierte Zustände verstanden, sondern innerhalb jener Bedingungen betrachtet, unter denen sie entstehen, sich verändern und auf andere Prozesse einwirken.

Der Erkenntniswert einer Aussage hängt damit wesentlich davon ab, ob ihre Zusammenhänge nachvollziehbar beschrieben werden können.

Die philosophische Grundlage des Systems ist eng mit den taoistischen Erkenntnistraditionen verbunden.

Das Tao (道) richtet den Blick auf den übergeordneten Zusammenhang des Bestehenden, während die

Ordnungslehren unterschiedliche Möglichkeiten eröffnen, Einheit und Differenzierung, Gegensätze, Wechselwirkungen, räumliche Beziehungen und Veränderungsprozesse zu erfassen.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) entsteht daraus ein dialektisches Verständnis, bei dem Zustände und Wirkungen aus ihren Beziehungen und Veränderungen heraus betrachtet werden.

Philosophie besitzt zugleich eine erkenntniskritische Funktion.

Menschliche Wahrnehmung ist begrenzt, Begriffe können mehrdeutig sein und bestehende Überzeugungen beeinflussen, wie Beobachtungen interpretiert werden.

Erkenntnis verlangt deshalb die Bereitschaft, zwischen:

  • Beobachtung und Deutung,
  • Annahme und Begründung
  • Wissen und Behauptung

zu unterscheiden.

Damit wird Philosophie innerhalb der Ausdrucksform Wissenschaft zu einem verbindenden Element zwischen Denken und Erfahrung.

Sie hilft, Begriffe zu klären, Voraussetzungen sichtbar zu machen, Zusammenhänge logisch zu ordnen und die eigenen Schlussfolgerungen kritisch zu hinterfragen.

Für das Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) bedeutet Erkenntnis deshalb nicht lediglich, möglichst viele Informationen zu sammeln.

Entscheidend ist die Fähigkeit:

  • Zusammenhänge zu verstehen
  • Aussagen begründet einzuordnen
  • aus Erkenntnissen nachvollziehbare Schlussfolgerungen abzuleiten

Philosophie schafft hierfür den begrifflichen und erkenntnistheoretischen Rahmen, innerhalb dessen wissenschaftliche Beobachtung und Untersuchung sinnvoll eingeordnet werden.

Quellenkritik, Überlieferung, Überprüfbarkeit und Authentizität

Innerhalb der Ausdrucksform Wissenschaft des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) besitzt die Frage nach der Herkunft und Verlässlichkeit von Erkenntnissen besondere Bedeutung.

  • Überlieferte Aussagen
  • historische Berichte
  • mündliche Traditionen
  • schriftliche Quellen
  • spätere Interpretationen

können sich in Aussagekraft, Nähe zum ursprünglichen Geschehen und Überprüfbarkeit erheblich unterscheiden.

Quellenkritik bedeutet deshalb zunächst, zwischen unterschiedlichen Ebenen zu unterscheiden: zwischen einer ursprünglichen Quelle und einer späteren Wiedergabe, zwischen dokumentierter Aussage und mündlicher Überlieferung, zwischen Beobachtung und Interpretation sowie zwischen historisch belegbarer Information und einer erst nachträglich entstandenen Deutung.

Dabei verliert eine Überlieferung nicht allein deshalb ihren Wert, weil sie mündlich weitergegeben wurde.

Mündliche Überlieferungen können Wissen, Erfahrungen und Lehrinhalte über Generationen hinweg bewahren.

Zugleich verändern sich ihre Bedingungen mit jeder Weitergabe.

Herkunft, Überlieferungsweg, historischer Kontext, innere Konsistenz und mögliche Übereinstimmungen mit anderen Quellen müssen deshalb berücksichtigt werden, wenn ihre Aussagekraft beurteilt werden soll.

Dasselbe gilt für schriftliche Quellen.

Auch ein überliefertes Dokument stellt nicht automatisch einen endgültigen Beweis dar.

Entstehungszeit, Verfasser, Zweck, historische Situation, spätere Bearbeitungen und die Frage, ob eine Aussage aus eigener Erfahrung oder aus bereits vorhandenen Überlieferungen übernommen wurde, können für ihre Bewertung entscheidend sein.

Für das Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) ist diese Unterscheidung besonders dort bedeutsam, wo Aussagen über Ursprung, Entwicklung, Traditionslinien, historische Personen, Lehrinhalte oder die ursprüngliche Gestalt einer Kunst beurteilt werden sollen.

Unterschiedliche Quellen können einander bestätigen, ergänzen oder widersprechen.

Wissenschaftliche Betrachtung verlangt deshalb, solche Unterschiede sichtbar zu machen, anstatt sie vorschnell zu einer scheinbar eindeutigen Überlieferung zusammenzuführen.

Zur Überprüfbarkeit gehört darüber hinaus die Frage, welche Art von Aussage überhaupt geprüft werden kann.

Historische Behauptungen verlangen andere Nachweise als Aussagen über körperliche Wirkungen, mechanische Zusammenhänge oder praktische Funktionsfähigkeit.

Dokumente, unabhängige Quellen, materielle Zeugnisse, Beobachtungen, Messungen oder praktische Untersuchungen besitzen entsprechend unterschiedliche Bedeutung.

Entscheidend ist daher eine möglichst klare Trennung zwischen überliefertem Wissen, historischer Wahrscheinlichkeit, belegbarer Tatsache, überprüfbarer Aussage und gegenwärtiger Interpretation.

Wo ein sicherer Nachweis möglich ist, sollte er gesucht werden.

Wo er fehlt, muss auch diese Grenze der Erkenntnis erkennbar bleiben.

Quellenkritik und Überprüfbarkeit dienen innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) nicht der Abwertung von Tradition.

Sie schaffen vielmehr die Voraussetzung, Überlieferung genauer zu verstehen, ihren jeweiligen Erkenntniswert einzuschätzen und zwischen gesichertem Wissen, begründeter Annahme und nicht überprüfbarer Aussage unterscheiden zu können.

Traditionelle Erkenntnismethoden und moderne Wissenschaft

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) stehen traditionelle Erkenntnisse und moderne Wissenschaft nicht in einem grundsätzlichen Gegensatz.

Sie entstammen unterschiedlichen historischen und methodischen Zusammenhängen, können jedoch auf dieselben Erscheinungen, Prozesse und Wirkungszusammenhänge gerichtet sein und diese aus unterschiedlichen Perspektiven beschreiben.

Die überlieferten chinesischen Erkenntnistraditionen entwickelten Begriffe und Ordnungsmodelle, mit denen Natur, Mensch, Bewegung, Gesundheit, Veränderung und Wirkung erfasst und miteinander in Beziehung gesetzt wurden.

Moderne Wissenschaften verfügen demgegenüber über spezialisierte Methoden, Begriffe und Messverfahren, mit denen einzelne Zusammenhänge differenziert untersucht und beschrieben werden können.

Für das Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) eröffnet sich daraus die Möglichkeit, überlieferte Erkenntnisse mit heutigen wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen, genauer zu beschreiben und dort, wo entsprechende Nachweise möglich sind, zu bestätigen.

Ebenso können moderne Erkenntnisse dazu beitragen, traditionelle Aussagen zu präzisieren, ihre Anwendungsbereiche genauer einzugrenzen oder historische Vorstellungen neu einzuordnen.

Dabei werden traditionelle Begriffe nicht vorschnell mit modernen wissenschaftlichen Begriffen gleichgesetzt.

Ein historisches chinesisches Ordnungsmodell und eine heutige naturwissenschaftliche Theorie können ähnliche Erscheinungen betreffen, ohne deshalb dieselbe begriffliche oder methodische Struktur zu besitzen.

Entscheidend ist, welche konkreten Aussagen gemacht werden, welche Zusammenhänge beschrieben werden und in welchem Umfang sich zwischen unterschiedlichen Erkenntnissystemen nachvollziehbare Beziehungen herstellen lassen.

Diese Verbindung betrifft unterschiedliche Bereiche des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳).

In der Gesundheits- und Heilkunde können beispielsweise überlieferte Beobachtungen mit Erkenntnissen aus Medizin, Physiologie oder Psychologie in Beziehung gesetzt werden.

In der Kampfkunst ermöglichen Biomechanik, Bewegungswissenschaft und Physik eine differenzierte Betrachtung von Kraft, Struktur und Bewegung.

Die Waffenlehre berührt unter anderem Mechanik und Materialwissenschaften, während Wahrnehmungs-, Lern- und Entscheidungsprozesse mit Erkenntnissen aus Psychologie und Neurowissenschaften verglichen werden können.

Moderne Wissenschaft dient innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) weder dazu, Tradition pauschal zu bestätigen, noch dazu, sie allein aufgrund ihres historischen Ursprungs zu verwerfen.

Sie eröffnet vielmehr eine zusätzliche Ebene der Beschreibung, Einordnung und Differenzierung.

Traditionelle Erkenntnis und moderne Wissenschaft können sich auf diese Weise gegenseitig ergänzen:

Die Überlieferung bewahrt langfristig entwickelte Beobachtungs- und Ordnungsmodelle;

moderne Wissenschaft stellt Instrumente zur Verfügung, mit denen einzelne Aussagen und Wirkungszusammenhänge genauer untersucht und verständlich beschrieben werden.

Für das Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) entsteht daraus ein Erkenntnisverständnis, das Tradition bewahrt, ohne auf Prüfung zu verzichten, und moderne Wissenschaft nutzt, ohne historische Erkenntnistraditionen auf heutige Fachbegriffe zu reduzieren.

Beobachten – erfassen – messen – auswerten – anwenden

Innerhalb der Ausdrucksform Wissenschaft des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) werden Erkenntnisse nicht allein theoretisch betrachtet. Sie sollen sich dort, wo dies möglich ist, beobachten, erfassen, messen, auswerten und praktisch anwenden lassen. Damit entsteht ein Erkenntnisprozess, in dem theoretische Annahmen und praktische Erfahrung fortlaufend aufeinander bezogen werden.

Beobachten

Am Anfang steht die genaue Beobachtung eines Vorgangs.

Bewegungen, körperliche Reaktionen, Veränderungen, Wirkungen oder wiederkehrende Zusammenhänge müssen zunächst so wahrgenommen und beschrieben werden, dass zwischen tatsächlicher Beobachtung und anschließender Interpretation unterschieden werden kann.

Beobachtung schafft damit die Grundlage für weitere Fragen:

Was verändert sich?

Unter welchen Bedingungen geschieht dies?

Welche Faktoren treten gemeinsam auf?

Welche Beziehungen lassen sich erkennen?

Wie entwickelt sich der Vorgang im zeitlichen Verlauf?

Erfassen

Auf die Beobachtung folgt das Erfassen der relevanten Merkmale und Bedingungen.

Beobachtete Vorgänge werden dabei geordnet, voneinander abgegrenzt und in ihren wesentlichen Eigenschaften festgehalten. Ziel ist es, aus einzelnen Wahrnehmungen bestimmbare Größen, Zustände, Strukturen, Beziehungen und Veränderungen zu gewinnen, die einer weiteren Untersuchung zugänglich sind.

Erfassen bedeutet, Beobachtungen in eine strukturierte und nachvollziehbare Form zu überführen.

Dabei stellen sich insbesondere die Fragen:

Welche Merkmale sind relevant?

Welche Größen oder Zustände lassen sich bestimmen?

Welche Strukturen lassen sich erkennen?

Welche Beziehungen bestehen zwischen ihnen?

Welche Veränderungen lassen sich eindeutig festhalten?

Messen

Wo ein Vorgang quantitativ erfasst werden kann, ermöglicht die Messung eine genauere Beschreibung.

Größen wie:

  • Zeit
  • Strecke
  • Winkel
  • Geschwindigkeit
  • Beschleunigung
  • Kraft
  • Belastung
  • physiologische Veränderungen

können je nach Untersuchungsgegenstand messbare Anhaltspunkte liefern.

Für das Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) besitzt dies auch im Zusammenhang mit Qi (氣) Bedeutung.

Wird Qi (氣) als Vektorgröße und Informationsträger verstanden, richtet sich die wissenschaftliche Untersuchung insbesondere auf die Frage, welche Intensität, Richtung, Veränderung, zeitlicher Verlauf und beobachtbare Wirkung innerhalb eines konkreten Prozesses festgestellt werden.

Nicht jeder Aspekt eines traditionellen Begriffes muss unmittelbar messbar sein; dort, wo messbare Wirkungen vorliegen, können diese jedoch Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung werden.

Auswerten

Nach Beobachtung und Messung folgt die Auswertung.

Eine Annahme gewinnt nicht allein dadurch Gültigkeit, dass sie überliefert wurde oder innerhalb einer Theorie schlüssig erscheint.

Entscheidend ist, ob sich die daraus abgeleiteten Aussagen unter den jeweils erforderlichen Bedingungen nachvollziehen lassen.

Dabei können unterschiedliche Fragestellungen auch unterschiedliche Formen der Prüfung und Auswertung verlangen.

Eine mechanische Aussage kann experimentell untersucht werden, eine körperliche Wirkung benötigt gegebenenfalls physiologische oder medizinische Untersuchungsmethoden, und die Funktionsfähigkeit einer kämpferischen Handlung muss sich letztlich auch unter praktischen Bedingungen bewähren.

Für das Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) gilt deshalb der bereits an anderer Stelle formulierte Grundsatz:

Jede philosophische Diskussion findet ihre entscheidende Prüfung in der Praxis.

Praxis ersetzt dabei nicht die wissenschaftliche Untersuchung.

Sie ergänzt sie dort, wo eine Lehre einen Anspruch auf konkrete Funktion und Wirkung erhebt.

Anwenden

Erkenntnis erhält innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) ihren besonderen Wert durch die Anwendung.

Beobachtete und geprüfte Zusammenhänge sollen dazu beitragen, Handlungen genauer zu verstehen, Methoden weiterzuentwickeln und praktische Entscheidungen auf eine bessere Grundlage zu stellen.

Die Anwendung führt zugleich zurück zur Beobachtung.

Erst in der praktischen Umsetzung wird sichtbar, ob eine Annahme unter veränderten Bedingungen weiterhin trägt, welche Grenzen sie besitzt, und welche neuen Fragen entstehen.

Wissenschaftlicher Erkenntnisgewinn bildet deshalb keinen abgeschlossenen Vorgang, sondern einen fortlaufenden Prozess:

beobachten → erfassen → messen → auswerten → anwenden → erneut beobachten.

Dieser Kreislauf verbindet innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) Theorie, Untersuchung und Praxis.

Erkenntnisse werden nicht allein gesammelt, sondern fortwährend daran gemessen, wie genau sie Wirkungszusammenhänge beschreiben und in welchem Umfang sie sich unter den jeweiligen Bedingungen nachvollziehen und praktisch nutzen lassen.

Wissenschaft als Verbindung der Ausdrucksformen

Die Ausdrucksform Wissenschaft steht innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) in besonderer Weise mit allen anderen Ausdrucksformen in Verbindung.

Sie richtet den Blick auf die Frage, welche Gesetzmäßigkeiten, Strukturen, Prozesse, Wirkungszusammenhänge und überprüfbaren Beziehungen den jeweiligen Bereichen zugrunde liegen und wie diese beschrieben, geordnet, untersucht, überprüft und miteinander in Beziehung gesetzt werden.

In der Gesundheits- und Heilkunde betrifft dies unter anderem den menschlichen Organismus, Regulations- und Regenerationsprozesse, Bewegung, Atmung, Ernährung, Wahrnehmung und psychische Vorgänge.

Medizin, Physiologie, Biologie, Psychologie und weitere Wissenschaftsbereiche können dazu beitragen, solche Zusammenhänge genauer zu untersuchen und einzuordnen.

In der Kampfkunst richtet sich der wissenschaftliche Blick insbesondere auf Bewegung, Körperstruktur, Gleichgewicht, Kraftentwicklung, Kraftübertragung, Geschwindigkeit, Beschleunigung, Wahrnehmung und Reaktion bzw. Aktion.

Physik, Biomechanik und Bewegungswissenschaft eröffnen Möglichkeiten, praktische Wirkungsprinzipien differenziert zu beschreiben.

Die Kriegskunst berührt andere wissenschaftliche Fragestellungen.

Hier treten insbesondere Entscheidung, Planung, Strategie, Taktik, Kräfteverhältnisse, menschliches Verhalten und die Entwicklung komplexer Situationen hervor.

Psychologie, Sozialwissenschaften, Geschichtswissenschaft, Philosophie und unterschiedliche Formen systematischer Analyse können entsprechende Zusammenhänge erschließen.

Innerhalb der Sicherheitslehre stehen Fragen der Wahrnehmung von Gefährdungen, Risikoeinschätzung, Entscheidungsfähigkeit, menschlichem Verhalten und der Wirksamkeit von Schutzmaßnahmen im Mittelpunkt. Wissenschaftliche Erkenntnisse können dazu beitragen, Gefahrenlagen genauer zu beurteilen und sicherheitsbezogene Handlungskonzepte weiterzuentwickeln.

Die Waffenlehre verbindet sich besonders mit Mechanik, Materialwissenschaft, Konstruktion, Ergonomie und Bewegungslehre.

Eigenschaften von Materialien, Hebelwirkungen, Schwerpunkt, Trägheit, Kraftübertragung und technische Gestaltung lassen sich hier unmittelbar mit der praktischen Beherrschung äußerer Mittel verbinden.

Auch die Ausdrucksform Kunst besitzt wissenschaftliche Bezüge.

Wahrnehmung, Proportion, Form, Raum, Bewegung, Material, Gestaltung und Ausdruck können unter anderem aus psychologischer, mathematischer, physikalischer, ästhetischer oder kulturwissenschaftlicher Perspektive untersucht werden.

Wissenschaft erklärt dabei nicht die Kunst selbst, kann jedoch bestimmte Bedingungen und Strukturen ihres Entstehens und ihrer Wahrnehmung genauer beschreiben.

Besonders eng ist die Verbindung zur Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre.

  • Lernen
  • Erinnern
  • Aufmerksamkeit
  • Wahrnehmung
  • Informationsverarbeitung
  • Erkenntnisbildung

gehören zu den zentralen Gegenständen von Psychologie, Neurowissenschaften und Lernforschung und eröffnen damit vielfältige Möglichkeiten des Vergleichs und der Untersuchung.

Wissenschaft bildet innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) deshalb keine übergeordnete Instanz, die die anderen Ausdrucksformen ersetzt.

Sie schafft vielmehr einen gemeinsamen Erkenntnis- und Untersuchungsrahmen, durch den Aussagen aus unterschiedlichen Bereichen genauer beschrieben, miteinander verglichen und überprüft werden können.

Gerade darin liegt ihre verbindende Funktion:

  • Gesundheit und Heilkunde
  • Kampfkunst
  • Kriegskunst
  • Sicherheitslehre
  • Waffenlehre
  • Wissenschaft
  • Kunst sowie
  • Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre

erscheinen als unterschiedliche Ausdrucksformen des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳), können jedoch jeweils unter der Frage untersucht werden, welche Beziehungen, Gesetzmäßigkeiten und Wirkungen ihnen zugrunde liegen.

So trägt die Ausdrucksform Wissenschaft dazu bei, die unterschiedlichen Bereiche des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) nicht nur praktisch miteinander zu verbinden, sondern ihre Zusammenhänge auch begrifflich, methodisch und erkenntnisorientiert nachvollziehbar zu machen.

7. Kunst

Die Kunst (藝) – Yi bildet eine der acht Ausdrucksformen des

Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) – Die Kampfkunst des Himmels und des Feuers.

Sie umfasst innerhalb des Systems nicht allein die Hervorbringung ästhetischer Werke, sondern ein weiter gefasstes Verständnis von Gestaltung, Ausdruck, Ausdrucksform, kultiviertem Können und der Entwicklung bis zur Meisterschaft (功夫).

Kunst (藝) entsteht dort, wo eine Fähigkeit nicht nur zweckmäßig ausgeführt, sondern über die dafür notwendige Zeit verfeinert, bewusst gestaltet und zu einer eigenständigen Ausdrucksform entwickelt wird.

Technik bildet dafür eine Grundlage, erschöpft die Kunst (藝) jedoch nicht.

Erst das Zusammenspiel von Können, Wahrnehmung, Verständnis, Form und individueller Gestaltung verleiht einer Handlung oder einem Werk seine künstlerische Qualität.

Dieses Verständnis entspricht zugleich einer Tradition, in der die Grenzen zwischen:

  • Kunst
  • Gelehrsamkeit
  • Handwerk
  • körperlicher Kultivierung
  • entwickeltem Können

weniger scharf gezogen wurden, als es die heutige Einteilung einzelner Fach- und Kunstbereiche häufig vermuten lässt.

Sprache, Schrift, Bild, Klang und körperliche Bewegung konnten ebenso Gegenstand künstlerischer Verfeinerung sein wie die hochentwickelte Beherrschung komplexer praktischer Fähigkeiten.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) besitzt Kunst (藝) deshalb sowohl eine schöpferische als auch eine entwicklungsbezogene Dimension.

Sie ermöglicht, Wahrnehmungen, Gedanken und Erfahrungen in eine gestaltete Form zu überführen und zugleich die eigenen Fähigkeiten durch fortgesetzte Übung immer weiter zu differenzieren.

Kunst (藝) wird damit sowohl zum Ausdruck des bereits Erreichten als auch zum Weg weiterer Verfeinerung.

Die Ausdrucksform Kunst umfasst daher unterschiedliche Bereiche – von:

  • Dichtung und Literatur (詩文)
  • Malerei (畫)
  • Kalligraphie (書法)
  • Musik (樂)
  • darstellender Kunst (表演藝術)

bis zu Formen kultivierter Bewegung und hochentwickelten Könnens.

Auch:

  • Kampfkunst (武術)
  • Kriegskunst (兵法)
  • Schwertkampf (劍)
  • Bogenschießen (射)
  • Reiten (御)

können unter diesem Gesichtspunkt betrachtet werden, sofern nicht ihre praktische Funktion, sondern Form, Beherrschung, Gestaltung, Ausdruck und Meisterschaft (功夫) im Mittelpunkt stehen.

Entscheidend ist damit nicht allein, was hervorgebracht oder ausgeführt wird, sondern wie weit eine Fähigkeit verstanden, entwickelt und gestaltet worden ist.

Kunst (藝) bezeichnet innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) jene Ebene, auf der Können über die bloße Funktion hinaus zu bewusster Form, Ausdruck und Meisterschaft (功夫) gelangt.

Einordnung in die Lehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳)

Die Ausdrucksform Kunst ist innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) in dieselbe innere Ordnung eingebunden wie die übrigen Bereiche des Systems.

Tao (道), Qi (氣) und die fünf Ordnungslehren bilden auch hier den grundlegenden Bezugsrahmen für Gestaltung, Verhältnis, Bewegung, Veränderung und Ausdruck.

Das Tao (道) bezeichnet den übergeordneten Zusammenhang, innerhalb dessen Form, Handlung und Wirkung verstanden werden.

In der Kunst (藝) richtet sich der Blick damit nicht allein auf das einzelne Werk oder die einzelne Bewegung, sondern ebenso auf das Verhältnis der einzelnen Elemente zum Gesamtzusammenhang.

Qi (氣) beschreibt innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) Prozesse, Handlungen und Wirkungen als Vektorgröße und Informationsträger. Auch im künstlerischen Ausdruck besitzt eine Handlung Richtung, Intensität und Wirkung und vermittelt zugleich Information.

Linie, Klang, Bewegung, Rhythmus oder sprachliche Gestaltung können auf diese Weise nicht nur Formen hervorbringen, sondern zugleich Inhalte, Stimmungen und Beziehungen transportieren.

Die fünf Ordnungslehren eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf künstlerische Gestaltung:

Tai Chi (太極) richtet den Blick auf die Einheit eines Werkes oder einer Handlung und auf das Verhältnis seiner unterschiedlichen Bestandteile zum Ganzen.

Yin–Yang (陰陽) zeigt sich in komplementären Verhältnissen wie Ruhe und Bewegung, Leere und Fülle, Spannung und Lösung, Stärke und Zurückhaltung oder Klang und Stille.

Wu Xing (五行) erschließt Veränderung, Übergang, Regulation sowie das wechselseitige Hervorbringen und Begrenzen unterschiedlicher Ausdrucksqualitäten.

Pa Kua (八卦) eröffnet insbesondere die räumliche Dimension von Richtung, Position, Betrachtungswinkel, Verhältnis und Bewegung.

I Ging (易經) richtet den Blick auf Zustände, Konstellationen, Übergänge, Entwicklungen und Veränderungsprozesse und damit auf die Entwicklung einer Form im zeitlichen oder gestalterischen Verlauf.

Auch die fünf Lehr- und Erscheinungsformen

  • Qi Kung (氣功) - „Arbeit mit Qi“
  • Nei Kung (內功)- „innere Arbeit“
  • Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) - „klassisches Tai Chi Chuan der Familie Chen“ | „klassische Traditionslinie Chen“
  • Pa Kua Chang (八卦掌) - wörtlich „Handfläche der acht Trigramme“
  • Xing Yi Chuan (形意拳) - „Faustkunst der Form und Intention“

stehen mit der Ausdrucksform Kunst in Verbindung.

In ihnen werden Körperorganisation, Bewegung, Rhythmus, Richtung, Kraftführung und Ausdruck praktisch kultiviert.

Ihre künstlerische Bedeutung liegt dabei nicht in einer bloßen äußeren Form, sondern in der zunehmenden Beherrschung und bewussten Gestaltung von Bewegung und Wirkung.

Die Ausdrucksform Kunst zeigt besonders deutlich, wie sich grundlegende Prinzipien des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) in Form, Bewegung, Klang, Sprache, Raum und gestalteter Handlung ausdrücken können.

Kunst (藝) ist innerhalb des Systems keine von der übrigen Lehre getrennte Zugabe, sondern eine weitere Möglichkeit, dieselben Ordnungs- und Wirkungszusammenhänge wahrzunehmen, zu gestalten und zum Ausdruck zu bringen.

Kunst und Künste im historischen China

Im historischen China entwickelte sich ein weit gefasstes Verständnis von:

  • Kunst
  • Können
  • kultivierter Fähigkeit.

Künstlerische Betätigung war dabei nicht ausschließlich auf die Hervorbringung ästhetischer Werke beschränkt, sondern konnte zugleich mit Bildung, Persönlichkeitsentwicklung, körperlicher Schulung, gesellschaftlicher Stellung und der Verfeinerung praktischer Fähigkeiten verbunden sein.

Ein frühes Beispiel dafür bilden die sogenannten Sechs Künste – Liu Yi (六藝).

Zu ihnen wurden traditionell:

  • Riten – Li (禮)
  • Musik – Yue (樂)
  • Bogenschießen – She (射)
  • Wagenlenken – Yu (御)
  • Schrift – Shu (書)
  • Zahlen und Rechnen – Shu (數)

gezählt.

Bereits diese Zusammenstellung zeigt, dass sprachlich-geistige, mathematische, musikalische, bildnerisch-gestalterische und körperlich-praktische Fähigkeiten innerhalb eines gemeinsamen Bildungsideals nebeneinanderstehen konnten.

Kunst und Bildung umfassten sowohl geistige als auch körperliche Kultivierung.

Später wurden insbesondere die Vier Künste des Gelehrten – Qin Qi Shu Hua (琴棋書畫) zu einem wichtigen Ausdruck kultivierter Bildung:

  • Qin (琴) – das Spiel der Guqin (古琴) (Musikinstrument)
  • Bezeichnet die Kunst des Guqin-Spiels. Die Guqin (古琴) ist eine traditionelle siebensaitige chinesische Zither, deren Spiel mit musikalischer Bildung, Konzentration, innerer Sammlung, ästhetischer Schulung und Selbstkultivierung verbunden ist.
  • Qi (棋) – strategisches Spiel mit dem Brettspiel Weiqi (圍棋) (Go-Spiel)
  • Bezeichnet die Kunst des strategischen Brettspiels. Gemeint ist insbesondere Weiqi (圍棋), im Westen als „Go“ bekannt, das strategisches Denken, Vorausplanung, Mustererkennung und das Erfassen räumlicher Beziehungen fordert.
  • Shu (書) – Kalligraphie als die Kunst des Schreibens
  • Bezeichnet die chinesische Kalligraphie als eigenständige Kunstform. Schriftzeichen werden dabei nicht nur geschrieben, sondern durch Pinselführung, Rhythmus, Form, Bewegung und Komposition künstlerisch gestaltet.
  • Hua (畫) – Malerei als die Kunst des bildnerischen Gestaltens
  • Bezeichnet die traditionelle chinesische Malerei. Sie arbeitet insbesondere mit Pinsel und Tusche und verbindet Darstellung, Komposition, Bewegung, Ausdruck und die Erfassung des Wesens eines Motivs.

Diese vier Künste (琴棋書畫) verbanden künstlerische Gestaltung, Konzentration, Wahrnehmung, Urteilskraft und Selbstkultivierung und standen zugleich in enger Beziehung zur chinesischen Gelehrtenkultur.

Auch Dichtung und Literatur (詩文), Musik (樂), Malerei (畫) und Kalligraphie (書法) entwickelten sich nicht vollkommen unabhängig voneinander.

Schrift konnte zugleich sprachlicher Inhalt und bildnerischer Ausdruck sein;

Dichtung konnte mit Malerei (畫) und Kalligraphie (書法) verbunden werden;

Musik (樂) verband zeitliche Ordnung, Klang und Ausdruck.

Gerade diese Beziehungen zeigen, dass einzelne Kunstformen häufig als unterschiedliche Möglichkeiten verstanden wurden, Wahrnehmung, Erkenntnis und Gestaltung in eine kultivierte Form zu überführen.

Daneben besaßen auch körperliche und praktische Künste einen eigenen Stellenwert.

Bogenschießen (射) und Reiten (御) konnten über ihre unmittelbare Zweckmäßigkeit hinaus als Ausdruck von Beherrschung, Haltung und Kultivierung verstanden werden.

In diesem weiteren Kunstverständnis finden auch Kampf- und Kriegskünste (武藝 und 兵法) ihren Platz: nicht allein aufgrund ihrer praktischen Funktion, sondern aufgrund des hohen Grades an Können, Erfahrung und Meisterschaft (功夫), den ihre Beherrschung verlangt.

Die einzelnen Kunstformen unterschieden sich in ihren Mitteln und Ausdrucksweisen, standen jedoch innerhalb eines gemeinsamen kulturellen Zusammenhangs.

Sprache, Schrift, Bild, Klang, Bewegung und praktische Fähigkeit konnten jeweils zu Trägern einer über lange Zeit entwickelten und verfeinerten Kunst werden.

Für die Ausdrucksform Kunst des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) ist gerade dieses umfassende historische Verständnis bedeutsam.

Es eröffnet einen Kunstbegriff, in dem ästhetische Gestaltung und hochentwickeltes Können nicht grundsätzlich voneinander getrennt werden und in dem Dichtung, Malerei (畫), Musik (樂) und Kalligraphie (書法) ebenso wie Bewegung, Bogenschießen (射), Reiten (御), Kampfkunst und Kriegskunst (武藝 und 兵法) unter dem Gesichtspunkt ihrer Kultivierung und Meisterschaft (功夫) betrachtet werden.

Literatur und Schriftkultur | Wen (文)

Der chinesische Begriff Wen (文) bezeichnet einen weit gefassten Zusammenhang von:

  • Schrift
  • Literatur
  • Bildung
  • Kultur
  • kultivierter Form.

Er reicht damit deutlich über das hinaus, was im Deutschen unter Belletristik oder Literatur im engeren Sinn verstanden wird.

Innerhalb der chinesischen Gelehrtentradition steht Wen (文) für die Fähigkeit, Gedanken, Erfahrungen, Erkenntnisse, Wissen und Werte sprachlich und schriftlich zu ordnen, zu formulieren, zu gestalten, zu bewahren und kulturell weiterzugeben.

Die Literatur und Schriftkultur (文) bildet deshalb innerhalb der Ausdrucksform Kunst einen eigenen Bereich.

Ihr wesentliches Gestaltungsmittel ist die Sprache.

Durch Wortwahl, Rhythmus, Aufbau, Verdichtung, Bildhaftigkeit und sprachliche Form können Gedanken und Wahrnehmungen so gestaltet werden, dass über die bloße Informationsvermittlung hinaus ein eigenständiger Ausdruck entsteht.

Im historischen China besaßen insbesondere Dichtung und Poesie – Shi Ci (詩詞) einen hohen Stellenwert.

Literarisches Können galt nicht allein als Beherrschung der Sprache, sondern zugleich als Ausdruck von:

  • Bildung,
  • Wahrnehmungsfähigkeit
  • kultiviertem Denken

Die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge in einer präzisen, verdichteten oder bildhaften Form auszudrücken, wurde über lange Zeit als Teil gelehrter und künstlerischer Bildung gepflegt.

Zur Literatur und Schriftkultur (文) gehört darüber hinaus die Fähigkeit, Wissen und Erfahrung dauerhaft in „sprachlicher Form“ zu bewahren, zu ordnen und weiterzugeben.

Schrift ermöglicht, Erkenntnisse über den unmittelbaren Augenblick hinaus verfügbar zu machen, zu bewahren, miteinander zu vergleichen, zu kommentieren und über Generationen hinweg fortzuführen.

Damit verbindet dieser Bereich künstlerischen Ausdruck mit kultureller Überlieferung.

Literarische Gestaltung kann dabei unterschiedliche Formen annehmen. Dazu gehören:

  • Dichtung
  • erzählende Prosa
  • Geschichten
  • Essays
  • andere bewusst gestaltete Sprachformen

Entscheidend ist nicht allein der Inhalt, sondern die Art, wie Sprache eingesetzt wird, um Bedeutungen zu verdichten, Beziehungen sichtbar zu machen, Vorstellungen zu formen, Empfindungen anzusprechen und beim Leser innere Bilder entstehen zu lassen.

Eine besondere Funktion besitzen dabei Metapher, Symbol und bildhafte Sprache.

Sie ermöglichen es, komplexe Gedanken nicht ausschließlich analytisch zu beschreiben, sondern in eine Form zu überführen, die mehrere Bedeutungsebenen miteinander verbinden kann.

Gerade philosophische und erkenntnisbezogene Inhalte können dadurch in einer verdichteten sprachlichen Gestalt vermittelt werden.

Für das Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) besitzt dieser Bereich deshalb besondere Bedeutung, weil die Lehre nicht nur praktisch ausgeübt, sondern auch sprachlich gefasst, erklärt und überliefert wurde.

Die Qualität der Sprache beeinflusst dabei, wie genau Zusammenhänge beschrieben und wie verständlich komplexe Inhalte vermittelt werden.

Historisch besonders eng und ausdrücklich als Einheit verbunden waren Dichtung (詩), Kalligraphie (書法) und Malerei (畫). Diese Verbindung wurde als die „Drei Vollkommenheiten“ (三絕) – San Jue verstanden und ist vor allem seit der Song- und Yuan-Zeit für die chinesische Gelehrtenkultur gut belegt.

Ein Gedicht konnte Teil eines Bildes werden und seine schriftliche Ausführung zugleich kalligraphische Kunst darstellen.

Innerhalb dieses Abschnitts steht jedoch ausschließlich die sprachliche und schriftkulturelle Dimension im Mittelpunkt.

Die gestalterische Form des einzelnen Schriftzeichens und die Bewegung des Pinsels werden eigenständig im Bereich Kalligraphie (書法) behandelt.

Literatur und Schriftkultur (文) bezeichnet innerhalb der Kunst (藝) nicht nur das Verfassen literarischer Texte, sondern die umfassendere Fähigkeit, Sprache, Schrift, Denken, Wissen und kulturelle Überlieferung in eine bewusst gestaltete Form zu bringen.

Malerei | Hua (畫)

Die Malerei (畫) gehört zu den bedeutenden traditionellen Kunstformen Chinas und entwickelte ein eigenes multidimensionales Verständnis von:

  • Linie (線) – Xian
  • Die Linie bildet eines der grundlegenden Gestaltungsmittel der chinesischen Malerei. Sie beschreibt nicht nur Konturen, sondern vermittelt durch Verlauf, Stärke, Rhythmus und Pinselführung zugleich Bewegung und Charakter einer Form.
  • Fläche (面) – Mian
  • Die Fläche entsteht aus dem Verhältnis von Form, Begrenzung und Ausdehnung. Sie bestimmt, wie einzelne Bildelemente räumlich zueinander stehen und wie Gewicht, Dichte und Ausgewogenheit innerhalb der Komposition wahrgenommen werden.
  • Raum und Komposition (經營位置) – Jingying Weizhi
  • Raum und Komposition bezeichnen die bewusste Anordnung und Beziehung der Bildelemente zueinander. Position, Abstand, Richtung, Gewichtung und Verteilung bestimmen dabei die innere Ordnung des Bildes.
  • Leere (留白) – Liubai
  • Die Leere ist kein ungenutzter Raum, sondern ein bewusst gestalteter Bestandteil des Bildes. Unbemalte Bereiche schaffen Offenheit, Tiefe, Spannung und Beziehungen zwischen den dargestellten Formen.
  • Bewegung und Dynamik (勢) – Shi
  • Bewegung und Dynamik beschreiben die gerichtete Wirkung und den inneren Verlauf einer Darstellung. Linien, Formen und Anordnungen können dadurch Ruhe, Spannung, Beschleunigung oder eine bestimmte Bewegungsrichtung vermitteln.
  • Ausdruck und innere Lebendigkeit (氣韻生動) – Qiyun Shengdong
  • Ausdruck und innere Lebendigkeit bezeichnen die Fähigkeit eines Bildes, über seine äußere Form hinaus eine innere Wirkung hervorzubringen. Entscheidend ist, dass Form, Bewegung, Rhythmus und Ausdruck zu einer lebendigen Gesamtheit verbunden werden.

Besonders in der chinesischen Tuschemalerei – Shui Mo Hua (水墨畫) steht nicht allein die möglichst naturgetreue Wiedergabe eines Gegenstandes im Mittelpunkt, sondern die Fähigkeit, dessen Charakter, Stimmung und innere Bewegung mit möglichst klaren gestalterischen Mitteln sichtbar zu machen.

Von besonderer Bedeutung ist dabei das Verhältnis von Leere und Fülle – Xu Shi (虛實).

Unbemalte Flächen besitzen keine bloß passive Funktion, sondern werden bewusst in die Komposition einbezogen.

Sie schaffen Raum, führen den Blick und treten mit den ausgeführten Formen in Beziehung.

Das Bild entsteht damit nicht allein aus dem Gemalten, sondern ebenso aus dem Verhältnis zwischen dem Sichtbaren und dem bewusst Freigelassenen.

Auch die Linie besitzt eine zentrale Funktion.

Stärke, Geschwindigkeit, Richtung, Verlauf und Rhythmus eines Pinselstrichs bestimmen wesentlich die Wirkung einer Form. Bewegung kann dadurch selbst in einem unbewegten Bild erfahrbar werden.

Ein einzelner Strich kann Spannung oder Ruhe, Schwere oder Leichtigkeit, Nähe oder Entfernung vermitteln.

Eine besondere Verbindung besteht zur Ordnungslehre des Wu Xing (五行).

Den fünf Wandlungsphasen (五行) sind in der chinesischen Tradition bestimmte Farben, Himmelsrichtungen, Jahreszeiten, Emotionen und weitere Qualitäten zugeordnet.

  • Holz (木) steht mit Qing (青), einem blau-grünen Farbspektrum
  • Feuer (火) mit Rot (赤)
  • Erde (土) mit Gelb (黃)
  • Metall (金) mit Weiß (白)
  • Wasser (水) mit Schwarz (黑)

in Beziehung.

Farbe kann dadurch über ihre rein gestalterische Funktion hinaus zugleich Träger von Ordnung, Beziehung und symbolischer Bedeutung werden.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) eröffnet Wu Xing (五行) damit auch für die Malerei (畫) eine zusätzliche Möglichkeit, Farbe, Veränderung und kompositorische Beziehungen innerhalb eines größeren Ordnungszusammenhangs zu betrachten.

Eine besondere Ausprägung bildet die freie, expressive Tuschemalerei Xie Yi (寫意).

Sie richtet sich weniger auf die vollständige Ausarbeitung jedes Details als auf den charakteristischen Ausdruck eines Motivs.

Durch Reduktion, gezielte Pinselbewegung und bewusste Komposition soll das Wesentliche einer Erscheinung hervortreten.

Für die Ausdrucksform Kunst des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) ist besonders interessant, dass sich in der Malerei (畫) grundlegende Beziehungen von Ganzem und Teil, Leere und Fülle, Ruhe und Bewegung, Richtung und Raum sowie Nähe und Ferne unmittelbar gestalterisch erfahren lassen.

Eine Komposition erhält ihre Wirkung nicht aus einem einzelnen Element, sondern aus dem Verhältnis aller Bestandteile zueinander.

Malerei (畫) verlangt deshalb sowohl Wahrnehmung als auch Gestaltung.

Der Künstler muss Formen (2D/3D), Proportionen, räumliche Beziehungen, Licht- und Farbverhältnisse und charakteristische Eigenschaften erkennen und anschließend entscheiden, welche davon hervorgehoben, reduziert oder bewusst unausgeführt bleiben.

Das Bild entsteht dadurch als Ergebnis einer Auswahl und Ordnung, nicht als bloße Ansammlung einzelner Details.

In der chinesischen Kunsttradition besteht eine besonders enge Beziehung zwischen:

Musik (樂) | Malerei (畫), Dichtung (詩) und Kalligraphie (書法).

Diese Verbindung wird hier jedoch nur insofern berücksichtigt, als sie die Malerei ergänzt.

Die spezifische Kunst der Schrift und Pinselbewegung wird im folgenden Abschnitt Kalligraphie (書法) eigenständig behandelt.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) zeigt die Malerei (畫) besonders anschaulich, wie Wahrnehmung, Ordnung und Ausdruck in eine sichtbare Form überführt werden können.

Entscheidend ist nicht allein die technische Beherrschung des Pinsels, sondern die Fähigkeit, aus Linie (線), Fläche (面), Raum und Komposition (經營位置), Leere (留白), Bewegung und Dynamik (勢) sowie Ausdruck und innerer Lebendigkeit (氣韻生動) ein stimmiges und wirkungsvolles Ganzes entstehen zu lassen.

Kalligraphie | Shufa (書法)

Die Kalligraphie (書法) nimmt innerhalb der chinesischen Kunsttradition eine besondere Stellung ein.

Schrift dient hier nicht allein der Vermittlung sprachlicher Inhalte, sondern wird selbst zur gestalteten Bewegung.

Ein Schriftzeichen entsteht aus einer Folge eindeutig geführter Striche, die seine Form und seinen Ausdruck bestimmen:

  • Ansatz (起筆) – Qibi
  • Richtung und Bewegungsimpuls (筆勢) – Bishi
  • Verlauf und Pinselführung (行筆) – Xingbi
  • Geschwindigkeit (遲速) – Chisu
  • Druck und Entlastung (提按) – Ti’an
  • Übergang und Richtungswechsel (轉折) – Zhuanzhe
  • Abschluss (收筆) – Shoubi
  • Ansatz (起筆) – Qibi
  • Der Ansatz bezeichnet den Beginn eines Striches. Die Art, wie der Pinsel aufgesetzt und in die Bewegung geführt wird, bestimmt bereits Richtung, Charakter und Spannung des entstehenden Striches.
  • Richtung und Bewegungsimpuls (筆勢) – Bishi

Bishi bezeichnet die gerichtete Dynamik beziehungsweise Bewegungstendenz des Pinsels. Sie bestimmt, wohin sich ein Strich entwickelt, wie seine Bewegung fortgeführt wird und welche innere Spannung dabei entsteht.

  • Verlauf und Pinselführung (行筆) – Xingbi

Der Verlauf bezeichnet die Führung des Pinsels während des eigentlichen Schreibvorgangs. Richtung, Bewegung, Hebung, Senkung und Drehung des Pinsels formen dabei die Dreidimensionalität, den Charakter und die Stärke des „Striches“.

  • Geschwindigkeit (遲速) – Chisu

Die Geschwindigkeit bestimmt den zeitlichen Verlauf der Pinselführung. Langsame und schnelle Bewegungen erzeugen unterschiedliche Spannungen, Strukturen und Ausdrucksqualitäten und müssen entsprechend der jeweiligen Form bewusst eingesetzt werden.

  • Druck und Entlastung (提按) – Ti’an

Ti’an bezeichnet das Wechselspiel zwischen dem Anheben und dem Niederdrücken des Pinsels. Dadurch verändern sich Stärke, Gewicht, Dichte, Spannung und Ausdruck eines Striches.

  • Übergang und Richtungswechsel (轉折) – Zhuanzhe

Zhuanzhe bezeichnet den Übergang zwischen unterschiedlichen Bewegungsrichtungen. Durch Drehen, Wenden oder Brechen der Pinselführung entstehen Rundungen, Winkel und Verbindungen zwischen einzelnen Strichabschnitten.

  • Abschluss (收筆) – Shoubi

Der Abschluss bezeichnet die Art, wie ein Strich beendet wird. Der Pinsel kann zurückgeführt, angehoben oder in seiner Bewegungsrichtung auslaufen, wodurch der Strich einen geschlossenen, offenen, kräftigen, feinen oder weichen Abschluss erhält.

Der Pinsel macht dabei den Entstehungsprozess unmittelbar sichtbar. Die Linie bewahrt die Bewegung, aus der sie hervorgegangen ist:

  • Beschleunigung und Verzögerung
  • Kraft und Zurücknahme
  • Hebung und Senkung
  • Kontinuität und Unterbrechung
  • Richtungswechsel und Übergänge

bleiben im ausgeführten Strich erkennbar.

Kalligraphie (書法) ist deshalb nicht lediglich Gestaltung mit der Hand, sondern eine Verbindung von:

  • Musik (樂)
  • Körperorganisation
  • Wahrnehmung
  • Bewegung
  • präziser Führung eines äußeren Mittels

Gerade hierin besteht innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) eine unmittelbare Verbindung zur Kampfkunst.

Eine Bewegung kann:

  • mit der bloßen Hand
  • mit einer Waffe
  • mit dem Pinsel

ausgeführt werden.

Zweck und Wirkung unterscheiden sich grundlegend, doch die Qualität der Ausführung hängt in allen drei Fällen davon ab, wie eindeutig eine Bewegung begonnen, geführt, beschleunigt, verändert und beendet wird.

Richtung, Zeit, Kraftdosierung, Körperorganisation und Übergang bestimmen dabei, ob die Handlung klar und kontrolliert ausgeführt wird.

Besonders anschaulich wird diese Beziehung am Aufbau chinesischer Schriftzeichen.

Ein Zeichen ist nicht lediglich ein fertiges Bild, sondern entsteht aus einer geordneten Abfolge von Bewegungszügen.

Jeder Strich besitzt:

  • einen Anfang (der weit von dem Sichtbaren entfernt ist)
  • eine Richtung
  • eine charakteristische Führung
  • eine eigene Dynamik
  • einen Abschluss

Seine Bedeutung innerhalb des Ganzen ergibt sich zugleich aus seinem Verhältnis zu den übrigen Strichen.

In vergleichbarer Weise wird auch eine Technik des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) nicht allein durch ihre Endposition bestimmt.

Entscheidend ist der gesamte Bewegungsverlauf, durch den Richtung, Struktur und Wirkung entstehen.

Damit lässt sich eine Technik wie eine bewegte Struktur lesen.

Einzelne Bewegungszüge können aufeinanderfolgen, ineinander übergehen, sich voneinander lösen, ihre Richtung verändern oder sich zu einer komplexeren Gesamtform verbinden.

Ob diese Bewegung mit den Händen, einer traditionellen Waffe oder einem Pinsel ausgeführt wird, verändert das Medium und die konkrete Wirkung – nicht jedoch die grundlegende Anforderung, Bewegung bewusst zu organisieren und präzise zu führen.

Auch die Beziehung zwischen Schriftzeichen und Bedeutung ist für diesen Zusammenhang substanziell.

Die sichtbare Form eines Zeichens trägt Information,

die unsichtbare, die verborgene.

Zugleich entsteht ein der Zeit und dem Raum entzogenes Meisterwerk.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) lässt sich darin eine Verbindung zum Verständnis des Qi (氣) als Vektorgröße und Informationsträger erkennen:

„Bewegung“ besitzt Richtung und Intensität und übermittelt zugleich Information über Verlauf, Veränderung und Wirkung.

Der „kalligraphische Strich“ macht diesen Prozess sichtbar, während er in der Kampfkunst unmittelbar körperlich oder über eine Waffe wirksam wird.

Die Verbindung zur Kriegskunst liegt stärker auf der Ebene von Ordnung und bewusster Führung.

Wie eine kalligraphische Komposition aus einzelnen Strichen entsteht, deren Stellung und Verhältnis über die Qualität des Ganzen entscheiden, setzt auch komplexes Handeln voraus, einzelne Bewegungen und Entscheidungen innerhalb eines übergeordneten Zusammenhangs zu organisieren.

Der einzelne Zug erhält seine Bedeutung aus seiner Funktion innerhalb der Gesamtstruktur.

Kalligraphie (書法) zeigt besonders deutlich, wie eng Form, Ausführung, Zeit, ästhetische und künstlerische Rationalitäten untereinander agieren.

Das Schriftzeichen ist nicht unabhängig von der Bewegung zu verstehen, die es hervorbringt; ebenso ist eine Technik nicht unabhängig von ihrem Bewegungsweg, ihrer Richtung und ihrer konkreten Ausführung zu betrachten.

Pinsel, Hand und Waffe werden zu unterschiedlichen Mitteln, durch die organisierte Bewegung Form beziehungsweise Wirkung erhält.

Musik | Yue (樂)

Die Musik (樂) nimmt innerhalb der chinesischen Kunsttradition einen besonderen Stellenwert ein.

Sie gestaltet nicht den sichtbaren Raum, sondern vor allem:

  • Zeit und zeitliche Gliederung (節) – Jie
  • Klang und Ton (音) – Yin
  • Rhythmus (節奏) – Jiezou
  • Beziehung und Harmonie (和) – He
  • Veränderung und Variation (變) – Bian
  • Zeit und zeitliche Gliederung (節) – Jie

Die zeitliche Gliederung ordnet musikalische Vorgänge in Abschnitte, Einsätze, Fortführungen, Übergänge und Abschlüsse. Sie bestimmt, wann ein Klang beginnt, wie lange er besteht, wann er sich verändert, wann er endet und in welchem zeitlichen Verhältnis einzelne musikalische Ereignisse zueinanderstehen. 節 (Jie) bezeichnet dabei Gliederung, Maß und geregelte Ordnung und wurde auch im Zusammenhang mit der zeitlichen Ordnung von Musik verwendet.

  • Klang und Ton (音) – Yin

Yin (音) bezeichnet nicht lediglich einen beliebigen Laut, sondern den musikalisch geordneten Klang. Im klassischen Yue Ji (樂記) – klassische chinesische Abhandlung über Musik und musikalische Ordnung, entsteht Yin (音) dort, wo hervorgebrachte Klänge eine geordnete Form annehmen. Klang erhält damit Höhe, Intensität, Charakter, Verlauf und musikalische Bedeutung.

  • Rhythmus (節奏) – Jiezou

Der Rhythmus ordnet die zeitliche Folge musikalischer Ereignisse durch Unterschiede von Dauer, Bewegung, Betonung, Pausierung und Wiederkehr. Er lässt einzelne Klänge nicht isoliert nebeneinanderstehen, sondern verbindet sie zu einem zeitlich gegliederten Verlauf. Der traditionelle Begriff 節奏 (Jiezou) bezeichnet diese rhythmische beziehungsweise metrische Ordnung; historische Musiktexte verwenden ihn für die Gliederung musikalischer Bewegung.

  • Beziehung und Harmonie (和) – He

He (和) bezeichnet das ausgewogene Zusammenwirken unterschiedlicher Klänge und musikalischer Kräfte. Entscheidend ist nicht ihre Gleichförmigkeit, sondern ein Verhältnis, in dem Verschiedenes aufeinander bezogen und zu einer zusammenhängenden Wirkung geführt wird. Im Yue Ji (樂記) erhält dieser Gedanke eine umfassende Bedeutung: Musik wird dort ausdrücklich als Ausdruck der „Harmonie von Himmel und Erde“ (天地之和) beschrieben.

  • Veränderung und Variation (變) – Bian

Bian (變) bezeichnet Veränderung und Wandlung innerhalb des musikalischen Geschehens. Töne antworten aufeinander, verändern Richtung, Höhe, Intensität, Verlauf oder Ausdruck und führen dadurch zu neuen musikalischen Gestalten. Im Yue Ji (樂記) heißt es: 聲相應,故生變;變成方,謂之音。Sinngemäße Übersetzung: „Wenn Klänge aufeinander antworten, entsteht Veränderung; nimmt diese Veränderung eine geordnete Gestalt an, wird sie Ton genannt.“ Der Text beschreibt damit einen Prozess, in dem aus der wechselseitigen Beziehung der Klänge Veränderung entsteht und diese durch ihre Ordnung musikalische Gestalt gewinnt.

Töne erhalten ihre Wirkung nicht isoliert, sondern durch ihre Beziehung zueinander, durch Dauer und Abstand, Wiederholung und Variation sowie durch den Wechsel von Klang und Stille.

Bereits im klassischen chinesischen Bildungsverständnis gehörte Musik (樂) zu den Sechs Künsten (六藝).

Sie wurde damit nicht allein als Unterhaltung verstanden, sondern als kultivierte Fähigkeit, in der Hören, Ordnung, Maß, Ausdruck und Beherrschung miteinander verbunden sind.

Besonders die Guqin (古琴), die bereits bei den Vier Künsten (琴棋書畫) genannt wurde, entwickelte sich zu einem bedeutenden Instrument der chinesischen Gelehrtenkultur.

Eine Besonderheit chinesischer Musiktheorie liegt in der Verbindung musikalischer Strukturen mit umfassenden Ordnungsvorstellungen.

Die traditionelle pentatonische Grundordnung unterscheidet die fünf Töne – Wu Yin (五音).

Innerhalb traditioneller Zuordnungssysteme wurden diese auch mit den fünf Wandlungsphasen des Wu Xing (五行) in Beziehung gesetzt:

  • Gong (宮) – Erde (土)
  • Shang (商) – Metall (金)
  • Jue (角) – Holz (木)
  • Zhi (徵) – Feuer (火)
  • Yu (羽) – Wasser (水)

Eine weitere traditionelle Ordnung verbindet die Musik (樂) mit dem Pa Kua (八卦).

Neben der Fünferordnung der Töne kennt die chinesische Musiktradition die Acht Klänge – Ba Yin (八音).

Dabei werden Musikinstrumente nach acht Materialien beziehungsweise Klangkörpern geordnet.

Diese acht Gruppen wurden in traditionellen kosmologischen Zuordnungssystemen mit den acht Trigrammen des Pa Kua (八卦) verbunden.

Qian(乾)(☰)– Stein (石)
Dui(兌)(☱)– Metall (金)
Li(離)(☲)– Seide (絲)
Zhen(震)(☳)– Bambus (竹)
Xun(巽)(☴)– Holz (木)
Kan(坎)(☵)– Leder (革)
Gen(艮)(☶)– Kürbis (匏)
Kun(坤)(☷)– Erde/Ton (土)

Damit erscheint Musik (樂) innerhalb der traditionellen chinesischen Ordnungsvorstellungen in unterschiedlichen, miteinander verbundenen Strukturen.

Die fünf Töne (五音) lassen sich mit dem Wu Xing (五行), die acht Klanggruppen (八音) mit dem Pa Kua (八卦) in Beziehung setzen.

Musikalische Ordnung wird dadurch nicht allein über einzelne Töne verstanden, sondern zugleich über Beziehungen, Zuordnungen, Wandel und die Stellung einzelner Elemente, bis zur Vollendung innerhalb eines größeren Gefüges.

Besonders deutlich zeigt sich dies am Rhythmus.

Rhythmus entsteht aus zeitlicher Ordnung und macht Unterschiede von Beschleunigung und Verlangsamung, Spannung und Lösung, Wiederholung und Unterbrechung erfahrbar.

Ebenso wichtig ist die Stille. Sie bildet nicht bloß die Abwesenheit von Klang, sondern strukturiert den musikalischen Verlauf und beeinflusst Erwartung, Spannung und Wirkung.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) besitzt Musik (樂) deshalb auch eine besondere Beziehung zur Bewegung.

Bewegungen besitzen ebenso wie musikalische Abläufe Tempo und Rhythmus, Akzent und Übergang, Pause, Intensität und Multidimensionalität.

Eine gleichförmige Abfolge erzeugt eine andere Wirkung als ein Wechsel von Geschwindigkeit und Intensität.

Musik (樂) macht solche zeitlichen Beziehungen in einer besonders unmittelbaren Form wahrnehmbar.

Auch in den Lehr- und Erscheinungsformen sowie in der Kampfkunst spielen Zeit und Rhythmus eine wichtige Rolle.

Die Verbindung liegt jedoch nicht darin, kämpferische Bewegungen wie musikalische Abläufe auszuführen, sondern in der gemeinsamen Fähigkeit, Zeit zu gliedern, Veränderungen wahrzunehmen und den geeigneten Augenblick für eine Handlung beziehungsweise einen Ausdruck zu erkennen.

Musik (樂) zeigt innerhalb der Ausdrucksform Kunst besonders deutlich, dass Ordnung nicht allein räumlich oder sichtbar sein muss.

Klang, Zeit, Rhythmus, Stille und Multidimensionalität können zu einem strukturierten Ganzen verbunden werden, dessen Wirkung aus dem Verhältnis seiner einzelnen Teile und ihrer fortwährenden Veränderung entsteht.

Theater | Xi (戲) und chinesisches Musiktheater | Xiqu (戲曲)

Theater (戲) und chinesisches Musiktheater (戲曲) verbinden unterschiedliche künstlerische Mittel zu einer gemeinsamen Aufführung und lassen Handlung, Charaktere und Bedeutungen unmittelbar erfahrbar werden:

  • Sprache und Rezitation (念白) – Nianbai
  • Stimme und Gesang (唱腔) – Changqiang
  • Musik (樂) – Yue
  • Bewegung und Körperspiel (身段) – Shenduan
  • Gestik (手法) – Shoufa und Blickausdruck (眼法) – Yanfa
  • Raum und Bühnenordnung (戲臺) – Xitai
  • Kleidung und Bühnenausstattung (行頭) – Xingtou
  • Requisiten und szenische Mittel (砌末) – Qimo
  • Sprache und Rezitation (念白) – Nianbai
  • Die Rezitation bezeichnet die gesprochene Sprache des chinesischen Musiktheaters. Sie dient nicht lediglich der Vermittlung von Text, sondern gestaltet durch Aussprache, Rhythmus, Betonung, Geschwindigkeit und Stimmführung zugleich Charakter, Stimmung und Bedeutung einer Szene.
  • Stimme und Gesang (唱腔) – Changqiang

Der Gesang verbindet Stimme und Sprache zu einer musikalisch geordneten Ausdrucksform. Tonhöhe, Klangfarbe, Atemführung, Artikulation und melodische Gestaltung dienen dazu, innere Zustände, Charakter und dramatische Entwicklung einer Figur hörbar werden zu lassen.

  • Musik (樂) – Yue

Die Musik begleitet und strukturiert das Bühnengeschehen. Sie trägt zeitliche Ordnung, Atmosphäre, Charakterzeichnung, dramatische Spannung und den Fortgang der Handlung und steht dabei in unmittelbarer Beziehung zu Sprache, Gesang und Bewegung.

  • Bewegung und Körperspiel (身段) – Shenduan

Das Körperspiel umfasst die stilisierte und bewusst geordnete Bewegung des Körpers auf der Bühne. Haltung, Schritt, Drehung, Geste und Übergang folgen bestimmten Formen und verwandeln alltägliche Bewegung in eine künstlerisch gestaltete Bewegungssprache.

  • Gestik (手法) – Shoufa und Blickausdruck (眼法) – Yanfa

Handgestik und Blickführung gehören zu den grundlegenden Ausdrucksmitteln des chinesischen Theaters. Hände und Augen zeigen nicht nur äußere Handlungen, sondern vermitteln Aufmerksamkeit, Absicht, Beziehung, Emotion und Charakter einer Figur. Der Blick erhält dabei eine besonders wichtige Funktion für die Führung von Wahrnehmung und Ausdruck.

  • Raum und Bühnenordnung (戲臺) – Xitai

Der Bühnenraum wird im traditionellen chinesischen Theater häufig nicht naturalistisch abgebildet, sondern durch Bewegung, Positionierung, Blickführung, Sprache und wenige Gegenstände symbolisch erzeugt. Eine einfache Anordnung wie „ein Tisch und zwei Stühle“ (一桌二椅) – Yi Zhuo Er Yi kann je nach Handlung unterschiedliche Orte und räumliche Situationen darstellen.

  • Kleidung und Bühnenausstattung (行頭) – Xingtou

Xingtou (行頭) bezeichnet die traditionelle Bühnenkleidung einschließlich Gewändern, Kopfbedeckungen und weiterer Ausstattung einer Figur. Form, Farbe, Muster, Material und Trageweise können gesellschaftliche Stellung, Funktion, Charakter und symbolische Bedeutung einer Rolle sichtbar machen.

  • Requisiten und szenische Mittel (砌末) – Qimo

Qimo (砌末) bezeichnet die auf der Bühne verwendeten Requisiten und szenischen Gegenstände. Sie können Alltagsgegenstände, Waffen, Verkehrsmittel, räumliche Markierungen oder symbolische Gegenstände darstellen. Ihre Bedeutung entsteht häufig erst durch die Handlung des Darstellers und den Zusammenhang der jeweiligen Szene.

Anders als Literatur oder Malerei (畫) entsteht die eigentliche Gestalt dieser Kunstformen erst im Vollzug der Aufführung.

Der ältere chinesische Begriff Xi (戲) besitzt ein breites Bedeutungsspektrum und kann Spiel, Schauspiel oder szenische Aufführung bezeichnen.

Xiqu (戲曲) bezeichnet die traditionsreichen Formen des chinesischen Musiktheaters, die im Deutschen häufig vereinfachend als chinesische Oper bezeichnet werden.

Dabei handelt es sich nicht um eine einzige einheitliche Form, sondern um unterschiedliche regionale und historische Traditionen, in denen Gesang (唱腔), gesprochenes Wort (念白), Musik (樂), Bühnenraum (戲臺) und körperliche Darstellung (身段) miteinander verbunden werden.

Besonders charakteristisch ist die enge Verbindung von Körper und Ausdruck.

Haltung, Blickrichtung, Schritt, Geste und Bewegungsfolge können ebenso bedeutungstragend sein wie das gesprochene oder gesungene Wort.

Bewegungen werden deshalb nicht ausschließlich nach ihrer praktischen Funktion beurteilt, sondern nach ihrer Form, Klarheit, Führung, Multidimensionalität und Ausdruckskraft. Selbst kleine Veränderungen können die Wahrnehmung einer Figur oder einer Handlung grundlegend verändern.

Das chinesische Musiktheater (戲曲) entwickelt daraus eine stark strukturierte Bühnensprache.

Bestimmte Bewegungen, Gesten, Haltungen, Wege durch den Raum, Kostüme und Formen der Maskierung können Eigenschaften einer Figur, Beziehungen oder Handlungssituationen vermitteln.

Die Bühne wird dadurch zu einem Raum, in dem Bewegung selbst Information trägt und nicht jede Handlung naturalistisch dargestellt werden muss.

Theater (戲) kann als eine der umfassendsten und anspruchsvollsten Künste verstanden werden.

Ein guter Schauspieler muss weit mehr beherrschen als Sprache oder einstudierte Bewegungen.

Er muss Menschen genau beobachten, Verhalten verstehen, Emotionen erkennen, unterschiedliche Charaktere nachvollziehen und die eigene Stimme, Mimik und Gestik, Haltung, Bewegung und Multidimensionalität so verändern können, dass eine andere Person glaubhaft Gestalt annimmt.

Schauspiel verlangt damit zugleich Wahrnehmungsfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Vorstellungskraft, Selbstkontrolle und die bewusste Gestaltung des eigenen Ausdrucks.

Zu dieser Kunst gehört auch die Fähigkeit, eine glaubhafte Wirklichkeit zu erzeugen.

Der Schauspieler stellt etwas dar, das im Augenblick nicht tatsächlich geschieht, und lässt es dennoch überzeugend erscheinen. Theater (戲) arbeitet daher mit bewusst erzeugten, in den meisten Fällen zeitlich verzögerten Illusionen.

Dabei geht es nicht um Täuschung im negativen Sinn, sondern um die Fähigkeit, Wahrnehmung gezielt zu gestalten und durch Stimme, Körper, Bewegung, Verhalten und Ausdruck eine bestimmte Wirklichkeit entstehen zu lassen.

Der Schauspieler muss diese Wirklichkeit jedoch nicht nur für das Publikum erzeugen.

Er muss sie bis zu einem gewissen Grad auch für sich selbst herstellen können.

Vorstellungskraft ermöglicht ihm, auf eine gedachte Situation körperlich und emotional so zu reagieren, als wäre sie gegenwärtig.

Er versetzt sich bewusst in einen anderen Zustand, übernimmt eine Rolle, verändert Haltung, Ausdruck und innere Ausrichtung und kann dadurch Reaktionen hervorbringen, die innerhalb der dargestellten Situation glaubwürdig erscheinen.

Dieses bewusste „Als-ob“ ist keine Selbsttäuschung im alltäglichen Sinn, sondern eine hochentwickelte Form der Vorstellung, Konzentration und Selbststeuerung.

Gerade darin liegt auch eine besondere Nähe zur Menschenkenntnis.

Wer unterschiedliche Menschen überzeugend darstellen will, muss feine Unterschiede in Verhalten, Bewegungsmustern, Sprache, Emotionen und Reaktionen wahrnehmen können.

Zugleich muss er verstehen, wie das eigene Auftreten auf andere wirkt.

Theater (戲) schult daher nicht nur Ausdruck, sondern auch die Fähigkeit, Wirkung vorauszusehen, Wahrnehmung zu beeinflussen, Perspektiven zu wechseln und zwischen äußerer Erscheinung und innerem Zustand zu unterscheiden.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) ist dieser Zusammenhang besonders bedeutsam.

Auch hier spielen Wahrnehmung, Menschenkenntnis, Selbststeuerung, Ausdrucksfähigkeit und die bewusste Wirkung des eigenen Auftretens eine wichtige Rolle.

Ein Mensch kann Ruhe zeigen, obwohl er unter Spannung steht, Entschlossenheit vermitteln, ohne aggressiv aufzutreten, Unsicherheit verbergen oder durch Haltung, Blick und Bewegung gezielt eine bestimmte Wirkung erzeugen.

Die Verbindung zum Theater (戲) liegt daher nicht im bloßen „Spielen einer Rolle“, sondern in der Fähigkeit, den eigenen körperlichen und mentalen Ausdruck bewusst zu gestalten und seine Wirkung auf andere zu verstehen.

Gerade weil Theater (戲) Sprache, Stimme, Bewegung, Körperbeherrschung, Wahrnehmung, Vorstellungskraft und Menschenkenntnis miteinander verbindet, kann es innerhalb dieses erweiterten Kunstverständnisses als eine der höchsten und umfassendsten Formen künstlerischer Meisterschaft (功夫) betrachtet werden.

All dies – sowohl die äußere als auch die innere Form des Theaters – führt dazu, dass

Theater zur höchsten Kunst des Lebens erhoben wird.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) ist insbesondere dieses Verhältnis von Intention, Bewegung und wahrnehmbarer Wirkung von Interesse.

Eine körperliche Handlung besitzt nicht nur eine äußere Form.

Richtung, Geschwindigkeit, Haltung, Rhythmus, Spannung und zeitliche Abstimmung beeinflussen zugleich, wie sie erscheint und welche Information sie vermittelt.

Der Körper wird damit – ähnlich wie in anderen Bewegungskünsten – zu einem bewusst geführten Ausdrucksmittel.

Eine weitere Verbindung besteht in der Fähigkeit, unterschiedliche Elemente gleichzeitig zu koordinieren.

Eine Aufführung verlangt die Abstimmung des eigenen Körpers mit Raum, Zeit, anderen Personen, Musik (樂) und Handlung.

Der einzelne Darsteller muss seine eigene Bewegung beherrschen und zugleich ihre Stellung innerhalb eines größeren Ablaufs erkennen.

Dadurch entsteht eine Kunstform, deren Qualität nicht aus einem einzelnen Element hervorgeht, sondern aus dem präzisen Zusammenspiel vieler Ebenen.

Theater (戲) und Oper (戲曲) zeigen innerhalb der Ausdrucksform Kunst besonders deutlich, wie aus Sprache, Klang, Körper, Bewegung, Raum und Gestaltung ein gemeinsames Werk entstehen kann.

Sie verbinden mehrere künstlerische Ausdrucksmittel, ohne ihre Eigenständigkeit aufzuheben, und machen sichtbar, wie Bedeutung nicht allein durch Worte oder Bilder, sondern ebenso durch Handlung, Präsenz und gestaltete Bewegung vermittelt werden kann.

Tanz | Wu (舞)

Der Tanz (舞) gehört zu den ältesten Formen künstlerischen Ausdrucks.

Im historischen China war er eng mit Musik (樂), Ritual, höfischer Kultur und zeremonieller Darstellung verbunden.

Der menschliche Körper selbst wird dabei zum Gestaltungsmittel:

  • Haltung und Körpergestalt (舞容) – Wurong
  • Schritt und Fortbewegung (進退) – Jintui
  • Drehung (旋) – Xuan
  • Gewichtsverlagerung (重心轉移) – Zhongxin Zhuanyi
  • Richtung und Ausrichtung (向) – Xiang
  • Geschwindigkeit (遲速) – Chisu
  • Räumliche Anordnung (綴兆) – Zhuizhao und Formation (行列) – Hanglie
  • Ausdruck und innere Intention (志意) – Zhiyi
  • Haltung und Körpergestalt (舞容) – Wurong

Die Körpergestalt bestimmt die sichtbare Form des Tanzes. Aufrichtung, Neigung, Beugung, Streckung und Spannung verändern die Erscheinung des Körpers und prägen den Ausdruck einer Bewegung.

  • Schritt und Fortbewegung (進退) – Jintui

Jintui (進退) bezeichnet das Voranschreiten und Zurückweichen und steht damit für die gerichtete Fortbewegung innerhalb des Tanzes. Schritte bestimmen Position, Distanz, Bewegungsrichtung, räumliche Beziehung und Übergang und verbinden einzelne Bewegungen zu einem fortlaufenden Ablauf.

  • Drehung (旋) – Xuan

Die Drehung verändert die Ausrichtung des Körpers und eröffnet neue Bewegungsrichtungen. Sie verbindet Achse, Körperführung, Orientierung, Dynamik und räumlichen Wechsel und kann dadurch sowohl den Verlauf einer Bewegung als auch ihre sichtbare Wirkung verändern.

  • Gewichtsverlagerung (重心轉移) – Zhongxin Zhuanyi

Die Gewichtsverlagerung bildet eine wesentliche Voraussetzung für Gleichgewicht und Bewegungsführung. Durch das Übertragen des Körpergewichts zwischen Füßen und Körperbereichen entstehen Stabilität, Instabilität, Vorbereitung, Bewegungsimpuls und Übergang.

  • Richtung und Ausrichtung (向) – Xiang

Die Richtung bestimmt, wohin sich Körper, Bewegung und Aufmerksamkeit orientieren. Vorwärts, rückwärts, seitlich, diagonal und in wechselnden Ausrichtungen entstehen unterschiedliche räumliche Beziehungen und Wirkungen.

  • Geschwindigkeit (遲速) – Chisu

Chisu (遲速) bezeichnet das Verhältnis von langsamer und schneller Bewegung. Veränderungen der Geschwindigkeit beeinflussen Rhythmus, Spannung, Dynamik, Übergang und Ausdruck und strukturieren zugleich den zeitlichen Verlauf des Tanzes.

  • Räumliche Anordnung (綴兆) – Zhuizhao und Formation (行列) – Hanglie

Zhuizhao (綴兆) bezeichnet die räumlichen Positionen des Tanzes, während Hanglie (行列) die Anordnung der Tanzenden in Reihen und Formationen beschreibt. Position, Abstand, Richtung, Gruppierung und Bewegung im Raum bestimmen dabei die räumliche Ordnung einer Aufführung.

  • Ausdruck und innere Intention (志意) – Zhiyi

Die innere Intention gibt der Bewegung ihre Bedeutung und Ausrichtung. Vorstellung, Aufmerksamkeit, Empfindung, Absicht und geistige Haltung prägen die Ausführung und ermöglichen es, dass die äußere Bewegung einen inneren Zustand oder eine bestimmte Bedeutung zum Ausdruck bringt.

Anders als bei Malerei (畫) oder Kalligraphie (書法) bleibt die gestaltete Form nicht dauerhaft bestehen.

Sie entsteht im Augenblick der Bewegung und verändert sich fortwährend.

Jede Position geht aus einer vorhergehenden hervor und bereitet zugleich die nächste vor.

Entscheidend ist deshalb nicht allein die einzelne Haltung, sondern der Zusammenhang aus Übergang, Verlauf und Gesamtform.

Tanz (舞) gestaltet den Raum durch Bewegung.

Vorwärts und rückwärts, Öffnen und Schließen, Steigen und Sinken, Drehen und Ausrichten sowie Annähern und Entfernen verändern fortlaufend die Beziehung des Körpers zu seiner Umgebung.

Linien, Kreise, Bögen, Spiralen und Richtungswechsel werden nicht gezeichnet, sondern körperlich durchlaufen.

Der Raum wird dadurch zu einem Bestandteil der künstlerischen Gestaltung.

Ebenso wesentlich ist die Gestaltung der Zeit.

Bewegung kann langsam oder schnell, gleichmäßig oder wechselhaft, kontinuierlich oder unterbrochen erfolgen.

Pause und Bewegung, Spannung und Lösung sowie Beschleunigung und Verzögerung beeinflussen den Ausdruck ebenso stark wie die sichtbare Form.

Dadurch besteht eine unmittelbare Verbindung zur Musik (樂), deren Rhythmus und zeitliche Ordnung körperlich aufgenommen, beantwortet oder bewusst kontrastiert werden können.

Die Qualität des Tanzes (舞) beruht zugleich auf einer hohen Körperbeherrschung.

Gleichgewicht, Koordination, Beweglichkeit, Stabilität und die Fähigkeit, einzelne Körperbereiche mit dem ganzen Körper zu verbinden, ermöglichen erst eine freie und präzise Gestaltung.

Technische Beherrschung bildet dabei die Grundlage, wird jedoch erst dann zur Kunst, wenn aus kontrollierter Bewegung ein eigenständiger Ausdruck entsteht.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) besitzt dieser Zusammenhang besondere Bedeutung.

Auch die Lehr- und Erscheinungsformen arbeiten mit Haltung, Gewichtsverlagerung, räumlicher Orientierung, Richtungswechseln, Übergängen und der Organisation des gesamten Körpers.

Im Tanz (舞) werden diese Möglichkeiten jedoch nicht nach kämpferischer Zweckmäßigkeit beurteilt, sondern danach, wie Bewegung gestaltet, wahrgenommen und zum Ausdrucksmittel entwickelt werden kann.

Eine besonders enge Verbindung besteht zur Kampfkunst und zur Ausführung ihrer Techniken.

Auch dort wird eine Bewegung nicht nur durch ihre Endposition bestimmt, sondern durch den gesamten Weg ihrer Entstehung: Ansatz, Gewichtsverlagerung, Körperausrichtung, Schritt, Drehung, Richtungswechsel, Beschleunigung, Übergang und Abschluss bilden eine zusammenhängende Bewegungsfolge.

Hand-, Arm- und Beintechniken entstehen dabei aus der koordinierten Bewegung des gesamten Körpers und erhalten ihre Qualität durch Zeit, Gleichgewicht, räumliche Führung, Kraftübertragung und präzise Abstimmung der einzelnen Bewegungsanteile.

Tanz (舞) und Kampfkunst unterscheiden sich in Zweck und Wirkung, können jedoch auf vergleichbare körperliche Grundlagen zurückgreifen.

Eine Drehung, ein Schritt, eine Verlagerung des Körperschwerpunktes oder eine geführte Armbewegung kann Bestandteil einer tänzerischen Gestaltung ebenso wie einer kämpferischen Technik sein.

Entscheidend ist, wohin die Bewegung geführt wird, mit welcher Intention sie erfolgt und welche Wirkung sie erzielen soll. Gerade dadurch wird sichtbar, wie aus ähnlichen Bewegungsgrundlagen unterschiedliche Ausdrucksformen entstehen können.

Für das Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) ist dieser Zusammenhang besonders interessant, weil Techniken nicht als isolierte Bewegungen verstanden werden.

Sie entstehen aus fortlaufenden Übergängen, verändern Richtung und Distanz und verbinden einzelne Aktionen zu einem größeren Bewegungszusammenhang.

Der Tanz (舞) macht dieselben grundlegenden Fähigkeiten – Körperführung, Raumgefühl, Rhythmus, Gleichgewicht und fließende Übergänge – unter künstlerischen Gesichtspunkten sichtbar.

Die Ordnungslehren eröffnen zusätzliche Betrachtungsebenen.

Yin–Yang (陰陽) lässt sich etwa in Beziehungen zwischen Ruhe und Bewegung, Öffnen und Schließen, Steigen und Sinken, Spannung und Lösung sowie Annäherung und Entfernung erkennen. Die Interaktion steht im Vordergrund.

Pa Kua (八卦) bietet einen Bezug zur räumlichen Orientierung, zu Richtungen, Positionswechseln und kreisförmigen Bewegungsverläufen.

Wu Xing (五行) richtet den Blick auf Veränderung und Übergang, während

Tai Chi (太極) die einzelne Bewegung stets im Zusammenhang mit dem übergeordneten Ganzen betrachten lässt.

Tanz (舞) macht besonders anschaulich, dass der menschliche Körper nicht nur handeln, sondern auch gestalten und ausdrücken kann.

Bewegung wird zur Kunst, wenn die Gestaltungsfähigkeiten dies zulassen.

Der Ausdruck des Körpers in Verbindung mit Raum, Zeit und Rhythmus führt zu einem zusammenhängenden Ganzen.

Kampfkunst als Kunstform | Wuyi (武藝)

Der traditionelle Begriff Wuyi (武藝) verbindet das Kämpferische mit dem Gedanken kultivierten Könnens.

Er verweist nicht nur auf die Fähigkeit, sich in einer Auseinandersetzung zu behaupten, sondern auf eine Kunst, deren Beherrschung durch Studium, Praktizieren, Kultivierung, Erfahrung sowie das Verständnis taoistischer Theorie und Künste schließlich zu einer universellen Meisterschaft (功夫) führt.

Gerade diese Verbindung macht Kampfkunst (武藝) innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) zu einer eigenständigen Ausdrucksform der Kunst.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Eine Kampfkunsttechnik ist zunächst eine zweckgerichtete Handlung.

Zur Kunst (藝) wird sie jedoch dort, wo ihre Ausführung über bloße Funktion hinaus eine hohe Qualität erreicht. Körperorganisation, Richtung, Distanz, Zeit, Geschwindigkeit, Kraftdosierung, Gleichgewicht und Übergänge müssen so miteinander verbunden werden, dass die außergewöhnlichen Bewegungen, außergewöhnlich präzise, kontrolliert und zugleich natürlich ausgeführt werden.

Die sichtbare Einfachheit einer meisterhaften Technik kann dabei das Ergebnis jahrelangen Studiums sein, kann aber außergewöhnlich schnell erreicht werden – alles ist möglich.

Wie bei der Kalligraphie (書法) entscheidet nicht allein die Endposition über die Qualität der Ausführung.

Eine Technik besitzt einen Ansatz, einen Verlauf, Richtungs- und Geschwindigkeitsveränderungen, Übergänge und einen Abschluss.

Ob sie mit der Hand, dem Arm, dem Bein, dem gesamten Körper oder einer Waffe ausgeführt wird, verändert das Mittel, nicht aber die grundlegende Aufgabe, Bewegung bewusst zu organisieren und zu perfektionieren.

Die Technik erhält ihre Gestalt aus dem gesamten Bewegungsprozess.

Auch die Beziehung zum Tanz (舞) wird hier sichtbar.

Beide Künste verlangen Körperbeherrschung, räumliche Orientierung, Gewichtsverlagerung, Rhythmus und die Fähigkeit, einzelne Bewegungen zu einem zusammenhängenden Ablauf zu verbinden.

Ihre Zielsetzung unterscheidet sich grundlegend: Im Tanz (舞) wird Bewegung vor allem als Ausdruck gestaltet, in der Kampfkunst (武藝) muss sie eine konkrete kämpferische Wirkung entfalten.

Gerade dieser Unterschied zeigt, wie dieselben körperlichen Grundlagen durch Intention und Zweck zu unterschiedlichen Kunstformen werden können.

Kampfkunst (武藝) besitzt darüber hinaus eine eigene Formensprache.

Haltung, Schritt, persönliche Einstellung, Linie, Kreis, Spiralbewegung, Öffnen und Schließen, Steigen und Sinken sowie der Wechsel von Ruhe und Bewegung bilden keine zufällige Aneinanderreihung körperlicher Aktionen.

Im Gegenteil – Sie werden bewusst geordnet und miteinander verbunden.

Mit zunehmendem Können verschwinden überflüssige Bewegungen, Übergänge werden klarer und die Ausführung gewinnt an Ökonomie, Präzision und Geschlossenheit.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) erhalten die Ordnungslehren dabei eine unmittelbar praktische und zugleich künstlerische Dimension.

Yin–Yang (陰陽) wird in wechselnden Beziehungen von Spannung und Lösung, Öffnen und Schließen oder Angriff und Zurücknahme sichtbar.

Wu Xing (五行) richtet den Blick auf Veränderung, Übergang und gegenseitige Beeinflussung unterschiedlicher Bewegungsqualitäten.

Pa Kua (八卦) erschließt Richtung, Position und räumliche Veränderung.

Tai Chi (太極) lässt einzelne Aktionen als Bestandteile eines zusammenhängenden Ganzen erkennen, während das

I Ging (易經) die Aufmerksamkeit auf Zustände und deren Veränderung richtet.

Die künstlerische Qualität einer Kampfkunst (武藝) zeigt sich deshalb nicht in dekorativer oder besonders spektakulärer Bewegung.

Sie entsteht vielmehr aus der zunehmenden Übereinstimmung von Absicht, Wahrnehmung, Körperorganisation, Bewegung und Wirkung.

Eine Bewegung wirkt dann nicht künstlich gestaltet, sondern selbstverständlich, obwohl ihr eine hohe technische und körperliche Differenzierung zugrunde liegt.

Mit fortschreitender Entwicklung verändert sich auch das Verhältnis zwischen festgelegter Technik und freier Anwendung. Erlernte Formen schaffen zunächst Orientierung und Struktur.

Mit wachsender Erfahrung werden ihre zugrunde liegenden Prinzipien so weit verinnerlicht, dass Bewegung nicht mehr ausschließlich aus bewusst abgerufenen Einzeltechniken zusammengesetzt werden muss.

Können beginnt sich in situationsgerechter, unmittelbarer und dennoch geordneter Handlung auszudrücken.

Gerade darin liegt eine wesentliche Verbindung zwischen Kunst (藝) – Yi und Meisterschaft (功夫) – Kung Fu = durch „langes Üben“, Erfahrung und Kultivierung erworbenes Können bzw. hohe Beherrschung einer Kunst. | (大成) – Dacheng = große Vollendung, große Errungenschaft, vollendete Beherrschung.

Die Entwicklung innerhalb einer Kunst (藝) lässt sich in der klassischen chinesischen Bildsprache als ein schrittweises Vorankommen von den ersten Grundlagen bis zu tiefer Beherrschung verstehen.

Der Beginnende (初學) – Chuxue bemüht sich um die korrekte Ausführung einer Technik

der Fortgeschrittene (升堂) – Shengtang versteht ihre Zusammenhänge

der Meisterhafte (入室) – Rushi kann aus denselben Grundlagen frei und angemessen handeln

Der Beginnende (初學) – Chuxue bemüht sich um die korrekte Ausführung einer Technik

Chuxue (初學) bezeichnet den Beginn des Lernens.

Im Vordergrund stehen das Erlernen der Grundlagen, die korrekte Ausführung, die bewusste Wiederholung, die Festigung des Gelernten und das allmähliche Verständnis grundlegender Zusammenhänge.

Der Fortgeschrittene (升堂) – Shengtang versteht ihre Zusammenhänge

Shengtang (升堂) bedeutet wörtlich, „die Halle zu betreten“.

Der Lernende hat die Grundlagen bereits überschritten, erkennt Zusammenhänge und beginnt, Prinzipien, Beziehungen, Wirkungen, Anwendungsmöglichkeiten und übergeordnete Strukturen zunehmend selbstständig zu verstehen.

Der Meisterhafte (入室) – Rushi kann aus denselben Grundlagen frei und angemessen handeln.

Rushi (入室) bedeutet, „in die innere Kammer einzutreten“.

Der Begriff steht bildlich für eine tiefe Durchdringung der Lehre.

Technik, Prinzipien, Erfahrung, Urteilskraft und freie Anwendung verbinden sich zu einer Form der Beherrschung, in der nicht mehr einzelne Abläufe im Vordergrund stehen, sondern angemessenes Handeln aus den Grundlagen selbst entsteht.

Diese drei Stufen sind keine formalen Rangbezeichnungen der chinesischen Kampfkunst, sondern eine klassische Metapher für die fortschreitende Beherrschung von Wissen, Fertigkeiten und Künsten.

Kampfkunst (武藝) wird zur Kunst (藝), wenn Technik nicht mehr nur beherrscht, sondern verstanden, verfeinert und schließlich in selbstverständliches Können überführt wird.

Kriegskunst als Kunstform | Bingfa (兵法)

Der traditionelle Begriff Bingfa (兵法) bezeichnet die Lehre der kriegerischen Methoden und Ordnungen und wird als Kriegskunst (兵法) wiedergegeben.

Der Begriff verweist dabei auf weit mehr als die unmittelbare Durchführung eines Kampfes.

Die Kriegskunst (兵法) verlangt:

  • Fähigkeiten, um komplexe Situationen zu erfassen
  • unterschiedliche Einflussgrößen miteinander in Beziehung setzen zu können
  • aus ihnen eine übergeordnete Ordnung des Handelns zu entwickeln

Als Kunstform unterscheidet sich die Kriegskunst (兵法) deshalb wesentlich von der einzelnen kämpferischen Technik.

Während sich die Kampfkunst (武藝) unmittelbar im Handeln des einzelnen Menschen ausdrückt, richtet sich die Kriegskunst (兵法) auf größere Zusammenhänge von Raum, Zeit, Menschen, Kräften, Möglichkeiten und Veränderungen.

Ihre künstlerische Qualität liegt darin, diese unterschiedlichen Elemente nicht isoliert zu betrachten, sondern zu einem schlüssigen Handlungsgefüge zusammenzuführen.

Kriegskunst (兵法) verlangt eine besondere Form der Wahrnehmung und Urteilskraft.

Eine Situation ist selten vollständig bekannt oder unveränderlich.

Bedingungen können sich verschieben, Menschen unterschiedlich reagieren und Entscheidungen neue Ausgangslagen hervorbringen.

Meisterschaft (功夫) zeigt sich daher in der Fähigkeit:

  • das Wesentliche zu erkennen,
  • Entwicklungen vorauszudenken und
  • das eigene Handeln an veränderte Bedingungen anzupassen, ohne dabei das übergeordnete Ziel aus dem Blick zu verlieren.

Eine besondere Bedeutung besitzt die Gestaltung von Beziehungen.

Eigene Möglichkeiten und Grenzen müssen ebenso berücksichtigt werden wie diejenigen des Gegenübers.

Die Kunst des Krieges (兵法) zeichnet sich durch eine differenzierte Betrachtung der Zustände und Handlungsmöglichkeiten aus:

  • Stärke und Schwäche,
  • Nähe und Distanz,
  • Handlung und Zurückhaltung,
  • Offenheit und Verbergen,
  • Abwarten und Handeln.

Diese Gegensätze erhalten ihre jeweilige Bedeutung erst aus der konkreten Situation.

Die Kriegskunst (兵法) besteht deshalb nicht in der Anwendung eines starren Schemas, sondern in der Fähigkeit, Beziehungen zu erkennen und angemessen zu gestalten.

Damit verbindet sie sich auch mit der Menschenkenntnis.

Wer komplexe Auseinandersetzungen verstehen will, muss nicht allein Bewegungen oder äußere Handlungen wahrnehmen, sondern ebenso Interessen, Absichten, Erwartungen, Unsicherheiten und mögliche Reaktionen berücksichtigen.

Das eigene Auftreten kann dabei ebenfalls Teil der Gestaltung werden.

Entschlossenheit kann sichtbar gemacht, Absicht verborgen, Sicherheit vermittelt, Unsicherheit erzeugt oder eine bestimmte Wahrnehmung bewusst hervorgerufen werden.

Wie im Theater (戲) geht es um die Erkenntnis, dass äußere Erscheinung und innere Wirklichkeit nicht immer identisch sein müssen.

Die Kriegskunst (兵法) besitzt dadurch auch eine ausgeprägte schöpferische Dimension.

Eine schwierige Lage lässt sich nicht immer durch ein bereits bekanntes Verfahren lösen.

Erfahrung und überlieferte Prinzipien schaffen Orientierung, doch ihre Anwendung verlangt häufig eine neue Verbindung vorhandener Möglichkeiten.

Kunst (藝) beginnt dort, wo Wissen und Können so weit entwickelt sind, dass aus ihnen situationsgerechte, eigenständige und zugleich geordnete Lösungen entstehen.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) lässt sich diese Fähigkeit besonders über die Ordnungslehren betrachten.

Yin–Yang (陰陽) – Die komplementären, polaren Wirkprinzipien – verdeutlicht wechselnde Beziehungen gegensätzlicher und komplementärer Kräfte.

Wu Xing (五行) – Die fünf Wandlungsphasen – richtet den Blick auf Veränderungsprozesse und gegenseitige Beeinflussung.

Pa Kua (八卦) – Die acht Trigramme – eröffnet eine räumliche Betrachtung von Position, Richtung und Veränderungsmöglichkeiten.

Das I Ging (易經) – Der Klassiker der Wandlungen – befasst sich mit Zuständen und Übergängen, während

Tai Chi (太極) – Das „höchste Äußerste“ – die einzelnen Vorgänge stets als Bestandteile eines übergeordneten Zusammenhangs erkennen lässt.

Auch die Beziehung zur Kunst (藝) liegt gerade in dieser Fähigkeit, Teile zu einem Ganzen zu ordnen.

Wie eine Komposition nicht aus einzelnen Tönen, ein Bild nicht aus voneinander unabhängigen Linien und ein Theaterstück nicht aus isolierten Handlungen besteht, entsteht auch Kriegskunst (兵法) erst aus dem Verhältnis ihrer einzelnen Elemente. Zeitpunkt, Richtung, Entscheidung, Handlung und Reaktion erhalten ihre Bedeutung durch ihre Stellung innerhalb des Gesamtgeschehens.

Der Unterschied zur Kampfkunst (武藝) als Kunstform bleibt dabei eindeutig. Kampfkunst (武藝) gestaltet und vervollkommnet vor allem die unmittelbare körperliche und mentale Handlung im Kampf.

Kriegskunst (兵法) gestaltet den übergeordneten Zusammenhang, innerhalb dessen einzelne Handlungen überhaupt Bedeutung erhalten.

Beide können ineinandergreifen, betrachten jedoch unterschiedliche Ebenen desselben Geschehens.

Kriegskunst (兵法) wird zur Kunst (藝), wenn Wissen, Erfahrung, Menschenkenntnis, Urteilskraft, Vorstellungskraft und Entscheidungsfähigkeit so weit entwickelt sind, dass auch unter wechselnden und unvollständigen Bedingungen ein geordnetes, angemessenes und vorausschauendes Handeln möglich wird.

Ihre Meisterschaft (功夫) zeigt sich daher weniger in der Menge einzelner Verfahren als in der Fähigkeit, komplexe Wirklichkeit zu erfassen und aus ihr eine klare Form des Handelns entstehen zu lassen.

Die Einheit der Kunst (藝), des Könnens (技能) und der Meisterschaft (功夫)

Kunst (藝) – Yi = Kunst, kultivierte Fähigkeit, Kunstfertigkeit.

Können (技能) – Jineng = praktische Fähigkeit bzw. die Fähigkeit, eine bestimmte Technik oder Fertigkeit zu beherrschen und anzuwenden.

Meisterschaft (功夫) – Kung Fu = durch Übung, Arbeit, Erfahrung und Vertiefung erworbenes hohes Können bzw. ein hoher Grad der Beherrschung.

Kunst (藝) – Yi, Können (技能) – Jineng und Meisterschaft (功夫) – Kung Fu bilden keine voneinander getrennten Bereiche.

Sie bezeichnen unterschiedliche Entwicklungsstufen und Qualitäten desselben Prozesses.

Können (技能) entsteht durch Lernen, Übung, Anwendung, Erfahrung und Reflexion.

Kunst (藝) beginnt dort, wo das Beherrschte nicht nur korrekt ausgeführt, sondern bewusst gestaltet, situationsgerecht eingesetzt, eigenständig variiert, in größere Zusammenhänge eingeordnet und zu einer eigenen Ausdrucksform entwickelt wird.

Meisterschaft (功夫) bezieht zusätzlich einen Grad der Beherrschung ein, in dem sich Wissen, Erfahrung, Wahrnehmung, Urteilskraft und Handlung zu einer selbstverständlichen Einheit verbinden.

Das Ideal des Kung Fu (功夫) Meisters

Bereits vor mehr als 2.500 Jahren beschrieb der ehrenhafte Konfuzius ein Ideal des Kung Fu (功夫) Meisters, das bis heute nichts an seiner Bedeutung verloren hat:

Er ist ein Mensch voller Kraft und Menschlichkeit, Gerechtigkeit und Weisheit, Bescheidenheit, Vollkommenheit und Mitgefühl.

Bleiben Sie diesem Ideal treu!

Die Grundlage bildet zunächst die Technik.

Wer schreiben, malen, musizieren, tanzen, kämpfen, eine Waffe oder einen Pinsel führen will, muss nach der Lehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) zunächst die zugrunde liegende Systematik verstehen und anschließend die erforderlichen Techniken, Verfahren, Prinzipien, Regeln und Formen erlernen.

Technik (技術) – Jishu schafft Struktur und ermöglicht Wiederholbarkeit.

Sie ist jedoch nicht das Ziel der Entwicklung.

Eine technisch korrekte Ausführung kann noch starr, angestrengt oder ausschließlich nachgeahmt sein.

Erst durch fortgesetzte Erfahrung entsteht die Fähigkeit, das Erlernte zu verstehen, zu variieren und an unterschiedliche Bedingungen anzupassen.

Können (技能) zeigt sich deshalb nicht allein darin, etwas ausführen zu können, sondern in der zunehmenden Verfügung über das Erlernte.

Bewegungen werden sicher ausgeführt, Wahrnehmung systematisch differenziert und Entscheidungen klar getroffen und umgesetzt.

Einzelne Bestandteile müssen nicht mehr ständig bewusst kontrolliert werden, sondern beginnen sich zu einem zusammenhängenden Ganzen zu verbinden.

Der Begriff Kung Fu (功夫) verweist auf eine solche durch langandauernde Arbeit und Übung erworbene Fähigkeit.

Er ist nicht auf Kampfkunst (武藝) beschränkt.

Auch ein Musiker, Kalligraph, Maler, Handwerker oder Künstler kann ein hohes Kung Fu (功夫) entwickeln.

Entscheidend ist die (über längere Zeit) kultivierte Qualität des Könnens – die Verbindung von Ausdauer, Erfahrung, Präzision, Verständnis und eine außergewöhnlich Reife.

Auf dieser Grundlage kann Können (技能) zur Kunst (藝) werden.

Der Kalligraph folgt nicht mehr lediglich vorgegebenen Strichfolgen, sondern lässt aus ihnen einen eigenen Ausdruck entstehen.

Der Musiker spielt nicht nur die richtigen Töne, sondern gestaltet Klang, Zeit und Stille.

Der Schauspieler spricht nicht lediglich einen Text, sondern erschafft eine glaubhafte Wirklichkeit.

Der Tänzer führt keine bloße Folge von Bewegungen aus, sondern gestaltet Körper und Raum.

Der Kampfkünstler vollzieht nicht nur eine erlernte Technik, sondern kann Bewegung, Distanz, Richtung, zeitliche Abfolge und Wirkung an eine konkrete Situation anpassen.

Der Kriegskünstler kann Lage, Kräfteverhältnisse, Strategie, Taktik und Führung dauerhaft gestalten und an die Entwicklung einer Auseinandersetzung anpassen.

Die verschiedenen Kunstformen unterscheiden sich durch ihre Mittel und Wirkungen:

  • „Sprache formt Gedanken“
  • „der Pinsel erzeugt Linien“
  • „Musik gestaltet Klang und Zeit“
  • „Schwertkunst gestaltet Rationalität“
  • „Tanz gestaltet Bewegung und Raum“
  • „Theater verbindet Körper, Sprache und Vorstellung“
  • „Kampfkunst organisiert körperliches Handeln“
  • „Kriegskunst gestaltet komplexe Beziehungen und Handlungsmöglichkeiten“

In allen Fällen entsteht Kunst (藝) jedoch erst dann vollständig, wenn das verwendete Mittel so weit beherrscht wird, dass es dem Ausdruck und der Handlung nicht mehr im Wege steht.

Meisterschaft (功夫) geht noch einen Schritt weiter.

Sie bedeutet nicht, möglichst viele Techniken oder Verfahren angesammelt zu haben.

Meisterschaft (功夫) zeigt sich vielmehr darin, das Wesentliche einer Kunst so tief verstanden und verinnerlicht zu haben, dass aus grundlegenden Prinzipien angemessene Lösungen entstehen.

Das Erlernte muss nicht mehr mechanisch reproduziert werden, sondern steht frei zur Verfügung.

Damit verändert sich auch das Verhältnis zwischen Form und Freiheit.

Am Beginn benötigt der Lernende klare Vorgaben, festgelegte Abläufe und wiederholbare Formen.

Mit wachsendem Können (技能) wird deren innerer Zusammenhang verständlich.

Meisterschaft (功夫) ermöglicht schließlich, von der äußeren Form abzuweichen, ohne ihre tragenden Prinzipien zu verlieren.

Freiheit entsteht daher nicht durch die Aufhebung der Ordnung, sondern durch deren so weitgehende Beherrschung, dass sie flexibel und schöpferisch genutzt werden kann.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) erhält diese Entwicklung besondere Bedeutung durch die Einheit der Theorie und Praxis.

Die Lehre soll nicht lediglich gewusst und die Praxis nicht lediglich ausgeführt werden.

Erkenntnis muss sich im Handeln zeigen, während praktische Erfahrung wiederum das Verständnis vertieft.

Theorie, Wahrnehmung, Bewegung, Erfahrung und Wirkung werden dadurch zunehmend miteinander verbunden.

Meisterschaft (功夫) schließt deshalb auch die Fähigkeit ein, Neues hervorzubringen.

Wer die zugrunde liegenden Prinzipien verstanden hat, kann auf Situationen reagieren, für die keine fertige Lösung vorgegeben wurde.

Er kann gestalten, ohne den inneren Zusammenhang der Kunst (藝) zu verlieren.

Kreativität entsteht hier nicht aus Beliebigkeit, sondern aus der Tiefe des eigenen Talents und dem inneren Bedürfnis nach künstlerischer Gestaltung.

Ebenso gehört zur Meisterschaft (功夫) die Fähigkeit, Wissen und Können weiterzugeben.

Eine Kunst (藝) bleibt nur lebendig, wenn ihre Prinzipien verstanden, praktiziert, erklärt und an folgende Generationen vermittelt werden können.

Die Einheit von Kunst (藝), Können (技能) und Meisterschaft (功夫) beschreibt damit einen fortschreitenden Entwicklungsweg:

  • vom Erlernen der authentischen, unveränderten Form über
  • das Beherrschen und Verstehen bis hin
  • zur traditionellen, meisterhaften Anwendung.

Unterschiedliche Künste folgen unterschiedlichen Formen der Gestaltung – doch überall zeigt sich Meisterschaft (功夫) dort, wo Wissen, Wahrnehmung, Erfahrung, Technik und Ausdruck zu einem selbstverständlichen Ganzen werden.

8. Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre

Die Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre bildet eine der acht Ausdrucksformen des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳).

Sie befasst sich mit den Voraussetzungen und Prozessen, durch die der Mensch:

Informationen wahrnimmt,

verarbeitet,

versteht,

„speichert“,

erinnert und

in Wissen,

Erkenntnis und

Können überführt.

Im Mittelpunkt steht dabei nicht eine einzelne Fähigkeit.

Lernen und Erkenntnis entstehen aus dem Zusammenwirken zahlreicher kognitiver, emotionaler, sensorischer, motorischer und körperlicher Fähigkeiten.

Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Urteilsfähigkeit und Handlung greifen ineinander und bestimmen gemeinsam, wie zuverlässig Informationen aufgenommen, verfügbar gemacht und angewendet werden können.

Gedächtnis ermöglicht, Erfahrungen und Wissen über den Augenblick hinaus zu bewahren.

Lernen verbindet neue Inhalte mit bereits Bekanntem.

Erkenntnis entsteht dort, wo weiterführende Schlussfolgerungen gewonnen werden können.

Die Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre des

Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳)

Ihr Gegenstand reicht bis zur Entwicklung komplexer Fähigkeiten und von der bewussten Aneignung eines Inhalts bis zu seiner sicheren und situationsgerechten Wiedergabe und Anwendung.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) schafft diese Ausdrucksform damit eine wesentliche Voraussetzung dafür, Wissen nicht nur zu übernehmen, sondern zu verstehen, zu bewahren, zu prüfen, weiterzugeben und praktisch verfügbar zu machen.

Einordnung in die Lehre des Q.L.W.C.C. | Ultima Memoria (UM) (致 知 銘 心 學)

Die Ultima Memoria (UM) (致 知 銘 心 學) | Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre besitzt innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) eine grundlegende Funktion.

Ultima Memoria (UM) (致 知 銘 心 學) – Zhizhi Mingxin Xue
„Lehre des Erkennens und tiefen Verinnerlichens“

Ein komplexes System kann nur in dem Maße verstanden, bewahrt und weitergegeben werden, wie der Mensch in der Lage ist, das Wissen zuverlässig aufzunehmen, zu verstehen, miteinander zu verbinden, zu erinnern und auf neue Zusammenhänge zu übertragen – anzuwenden.

Lernen und Erkenntnis sind deshalb keine nachgeordneten Begleiterscheinungen der Lehre, sondern Voraussetzungen ihres Bestehens.

Die grundlegenden Prinzipien

  • Tao (道) – das oberste Prinzip
  • Qi (氣) – das Wirkprinzip

die fünf Ordnungslehren

  • Tai Chi (太極 ) – Das „höchste Äußerste“
  • Yin–Yang (陰陽) – komplementäre, polare Wirkprinzipien
  • Wu Xing (五行) – Die fünf Wandlungsphasen
  • Pa Kua (八卦) – Die acht Trigramme
  • I Ging (易經) – Der Klassiker der Wandlungen

die fünf Lehr- und Erscheinungsformen

  • Qi Kung (氣功) - „Arbeit mit Qi“
  • Nei Kung (內功)- „innere Arbeit“
  • Chen Tai Chi Chuan (陳氏太極拳) - „klassisches Tai Chi Chuan der Familie Chen“ | „klassische Traditionslinie Chen“
  • Pa Kua Chang (八卦掌) - wörtlich „Handfläche der acht Trigramme“
  • Xing Yi Chuan (形意拳) - „Faustkunst der Form und Intention“

und die acht Ausdrucksformen

  • Gesundheit und Heilkunde
  • Kampfkunst
  • Kriegskunst
  • Sicherheitslehre
  • Waffenlehre
  • Wissenschaft
  • Kunst
  • Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre

zeigen, wie das System dargestellt wird.

Das Tao (道) bildet dabei den übergeordneten Zusammenhang, innerhalb dessen Einzelwissen nicht isoliert betrachtet wird.

Qi (氣) beschreibt innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) Prozesse, Handlungen und Wirkungen und ist dabei lediglich Träger der Information.

Qi (氣) trägt die Information des Einzelnen ebenso wie dessen Beziehung zum Ganzen.

Der Mensch besitzt jedoch keinen unmittelbaren und vollständigen Zugang zu dieser Gesamtheit.

Die fünf Ordnungslehren eröffnen unterschiedliche Möglichkeiten, komplexe Informationen zu strukturieren.

Tai Chi (太極) – verdeutlicht das Verhältnis des Einzelnen zum Ganzen,

Yin–Yang (陰陽) – komplementäre Beziehungen und Unterschiede,

Wu Xing (五行) – Veränderungsprozesse und Wechselwirkungen,

Pa Kua (八卦) – Positionen, Richtungen und Beziehungsstrukturen und das

I Ging (易經) – Zustände sowie deren Übergänge.

Gemeinsam schaffen sie ein Gefüge, innerhalb dessen Wissen verstanden und verarbeitet werden kann.

Wahrnehmung, Erinnerung, körperliche Erfahrung, Wiederholung und Korrektur müssen so zusammenwirken, dass zugrunde liegende Prinzipien verstanden und schließlich sicher angewendet werden können.

Gerade für die Bewahrung des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) ist diese Fähigkeit entscheidend.

Überlieferung verlangt ein zuverlässiges Gedächtnis; Verständnis verlangt eine Auseinandersetzung;

Bewahrung verlangt auch die Fähigkeit, Erkenntnisse kritisch zu prüfen.

Die Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre kultiviert wesentliche menschliche Fähigkeiten, auf denen systematische Untersuchung und Überprüfung aufbauen.

Lernen, Erkenntnis und Kultivierung im historischen China

Lernen und Erkenntnis waren im historischen China häufig eng mit dem Gedanken persönlicher Kultivierung verbunden.

Wissen sollte nicht lediglich aufgenommen und bewahrt, sondern durch Studium, Übung, Anwendung, Erfahrung und fortgesetzte Auseinandersetzung so weit verinnerlicht werden, dass es Wahrnehmung, Urteil, Verhalten, Handlung und Können prägen konnte.

Lernen besaß damit von Beginn an eine praktische Dimension.

Dabei existierte keine einheitliche chinesische „Lern- oder Erkenntnislehre“ im modernen Sinn.

Unterschiedliche philosophische, gelehrte und praktische Traditionen entwickelten eigene Zugänge.

In konfuzianisch geprägten Bildungstraditionen spielten Studium, Wiederholung, Reflexion, Anwendung und persönliche Vervollkommnung eine zentrale Rolle.

Taoistische Traditionen richteten den Blick stärker auf Beobachtung, Erfahrung, Veränderung, Natürlichkeit und das Erfassen von Zusammenhängen.

Medizinische, mathematische, astronomische, handwerkliche und kämpferische Wissensgebiete verlangten, um die Effizienz auf Dauer zu bewahren, wiederum jeweils eigene Formen der Aneignung und praktischen Erprobung.

Besonders anschaulich zeigt sich die Verbindung geistiger und praktischer Bildung in den Sechs Künsten – Liu Yi (六藝).

  • Riten (禮)
  • Musik (樂)
  • Bogenschießen (射)
  • Wagenlenken (御)
  • Schrift (書)
  • Zahlen und Rechnen (數)

verbanden soziale, kulturelle, symbolische, körperliche und rechnerische Fähigkeiten innerhalb eines umfassenderen Bildungsideals.

Bildung beschränkte sich damit nicht auf sprachlich vermitteltes Wissen, sondern forderte ebenso weitere kognitive Fähigkeiten der Lernenden:

  • Körperbeherrschung
  • Wahrnehmung
  • musikalisches Verständnis
  • Schriftkompetenz
  • mathematisches Denken

Auch die Wissensüberlieferung stellte hohe Anforderungen an Lernen und Gedächtnis.

Wissen wurde schriftlich, mündlich und praktisch weitergegeben.

Klassische Texte wurden gelesen, erinnert, kommentiert, verglichen und diskutiert;

Erinnern und Verstehen – Überlieferung musste zuverlässig bewahrt werden.

Diese Verbindung von Lernen, Erinnerung, Erfahrung, Reflexion und Kultivierung bildet einen wichtigen historischen Hintergrund der Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳)

Die komplette Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) ist heutzutage unter dem Namen Ultima Memoria (UM) (致 知 銘 心 學) bekannt und zugänglich und wird innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert.

Ultima Memoria (UM) (致 知 銘 心 學) – Zhizhi Mingxin Xue
„Lehre des Erkennens und tiefen Verinnerlichens“

Wer komplexes Wissen bewahren, verstehen, prüfen, reflektieren und praktisch beherrschen will, muss zugleich die Fähigkeiten entwickeln, die ein solches Lernen und Erkennen überhaupt ermöglichen.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Die Infrastruktur kognitiver Leistungsfähigkeiten

Kognitive Leistungsfähigkeiten beruhen nicht allein auf Intelligenz, Gedächtnis oder Wissen.

Sie entstehen aus dem Zusammenwirken zahlreicher mentaler, sensorischer, motorischer, emotionaler und körperlicher Grundlagen sowie aus der Fähigkeit, diese miteinander zu koordinieren und situationsgerecht einzusetzen.

Dieses zusammenhängende Gefüge bildet die Infrastruktur kognitiver Leistungsfähigkeiten.

Infrastruktur bezeichnet hier zunächst die funktionalen Voraussetzungen, auf denen Wahrnehmen, Denken, Lernen, Erinnern, Entscheiden und Handeln beruhen.

Eine einzelne stark ausgeprägte Fähigkeit genügt dafür nicht:

  • Gedächtnis benötigt Konzentration, Aufmerksamkeit und Wahrnehmung
  • Wissen muss abrufbar sein
  • Entscheidungen setzen Verarbeitung und Urteilsfähigkeit voraus

Leistungsfähigkeit entsteht daher wesentlich aus dem koordinierten Zusammenspiel unterschiedlicher Fähigkeiten.

Kognitive Fähigkeiten (Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) spezifisch)

Zu diesem Gefüge gehören Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Verarbeitungsgeschwindigkeit, Gedächtnis, Lernen und Wissensorganisation ebenso wie exekutive Funktionen, Urteils- und Entscheidungsfähigkeit, Kreativität sowie soziale und emotionale Kognition.

Sie ermöglichen, Informationen auszuwählen, zu verarbeiten, zu bewahren, miteinander zu verbinden und für Denken und Handeln verfügbar zu machen.

Erweitert werden diese Fähigkeiten durch Sprache, Schrift, Zahlen, mathematisches Denken und Darstellungen.

Solche kulturell entwickelten Mittel ermöglichen, Informationen zu verdichten, zu ordnen, außerhalb des unmittelbaren Erlebens festzuhalten und komplexe Beziehungen sichtbar und bearbeitbar zu machen.

Kognition, Bewegung und körperliche Fähigkeiten (Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) spezifisch)

Kognitive Leistung ist zugleich mit Wahrnehmung und Bewegung verbunden.

Räumliche Orientierung, Auge-Hand- und Auge-Fuß-Koordination, Reaktionsfähigkeit, zeitliche Abstimmung, Rhythmus, Bewegungsplanung und motorisches Lernen verlangen eine fortlaufende Abstimmung sensorischer Informationen, kognitiver Verarbeitung und körperlicher Handlung.

Grob- und Feinmotorik, Koordination, Gleichgewicht und Bewegungsautomatisierung bestimmen mit, wie präzise und zuverlässig eine erkannte oder gelernte Handlung ausgeführt werden kann.

Auch körperliche Leistungsfähigkeit gehört zu diesem Gesamtgefüge.

Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit, Mobilität, Stabilität, Belastungsverträglichkeit und Regenerationsfähigkeit beeinflussen die Bedingungen, unter denen kognitive, sensomotorische und motorische Leistungen praktisch und dauerhaft erbracht werden können.

Erlernte Fertigkeiten und komplexe Leistungen (Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) spezifisch)

Auf diesen Fähigkeiten bauen erlernte Fertigkeiten und komplexe Anwendungsleistungen auf.

Akademische, berufliche, sportliche, musikalische und künstlerische, handwerklich-technische sowie alltagspraktische Fähigkeiten beruhen jeweils auf unterschiedlichen Kombinationen der zugrunde liegenden Funktionen.

Gleiches gilt für körperliche Ausdrucks- und Darstellungsfähigkeit.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) ist diese Gesamtbetrachtung besonders bedeutsam.

Das System verlangt gleichzeitig Wahrnehmung, Erinnerung, Verständnis, räumliche Orientierung, Bewegungslernen, Urteilsfähigkeit, körperliche Kontrolle und die Fähigkeit, erworbene Prinzipien auf wechselnde Situationen zu übertragen. Entscheidend ist daher nicht die isolierte Entwicklung einzelner Fähigkeiten, sondern deren Verbindung zu einem gemeinsam nutzbaren Leistungsgefüge.

Zwei Ebenen der Infrastruktur

Der Begriff Infrastruktur besitzt innerhalb dieses Zusammenhangs zwei miteinander verbundene Bedeutungsebenen.

Auf der übergeordneten Ebene der Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre bezeichnet er das funktionale Gefüge menschlicher Leistungsfähigkeiten – also die miteinander verbundenen kognitiven, sensorischen, emotionalen, sensomotorischen, motorischen und körperlichen Grundlagen, auf denen Lernen, Erinnern, Erkennen, Entscheiden und Handeln beruhen.

In der praktischen Anwendung durch Ultima Memoria (UM) (致 知 銘 心 學) erhält der Begriff eine konkret operationalisierte Bedeutung.

Ultima Memoria (UM) (致 知 銘 心 學) versteht sich als:

Moderne, digitale, globale Infrastruktur zur Erfassung, Messung, gezielten Weiterentwicklung, Schulung, Prüfung, Zertifizierung, Dokumentation und Archivierung individuell ausgeprägter und systematisch operationalisierbarer kognitiver Leistungsfähigkeiten.

Beide Ebenen stehen miteinander in Beziehung, sind jedoch nicht identisch:

Die Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre beschreibt das übergeordnete Gefüge und seine Voraussetzungen;

Ultima Memoria (UM) (致 知 銘 心 學) schafft für ausgewählte kognitive Leistungsfähigkeiten eine konkrete Struktur, innerhalb derer sie systematisch erfasst, entwickelt, gemessen, überprüft und dokumentiert werden können.

Kognition, Körper und Bewegung

Kognitive Leistungsfähigkeiten zeigen sich nicht nur im Denken, sondern ebenso in der Fähigkeit, Wahrnehmung in gezielte körperliche Handlung zu überführen.

Räumliche Orientierung, Koordination, Reaktionsfähigkeit, zeitliche Abstimmung und Bewegungsplanung entstehen aus dem Zusammenspiel sensorischer Informationen, kognitiver Steuerung und motorischer Umsetzung.

Besonders deutlich wird dies bei der Auge-Hand- und Auge-Fuß-Koordination.

Position, Entfernung, Richtung, Geschwindigkeit und Bewegung müssen so erfasst werden, dass eine Handlung räumlich und zeitlich passend ausgeführt wird.

Auch zeitliche Koordination und Rhythmus beruhen auf dieser Abstimmung: Eine Bewegung kann technisch richtig sein und dennoch ihre Wirkung verlieren, wenn sie zu früh, zu spät oder in einem ungeeigneten zeitlichen Zusammenhang ausgeführt wird.

Komplexe Bewegungen müssen darüber hinaus geplant, gegliedert und sequenziert werden.

Einzelne Teilbewegungen werden zu einem geordneten Ablauf verbunden und durch „wiederholte Ausführung“, Rückmeldung und Korrektur zunehmend perfektioniert.

Durch motorisches Lernen können solche Abläufe schließlich so weit gefestigt werden, dass sie sicher, flüssiger und zunehmend automatisiert verfügbar sind.

Für das Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) besitzt dieser Zusammenhang grundlegende Bedeutung.

Eine Technik muss nicht nur verstanden, sondern räumlich und zeitlich organisiert, koordiniert ausgeführt, ausgewertet und an Veränderungen angepasst werden.

Arm-, Hand-, Bein-, Fuß- und Waffenbewegungen entstehen dabei aus der Verbindung von Wahrnehmung, Zielsetzung, Körperorganisation, Bewegung und unmittelbarer Rückmeldung.

Kognition, Körper und Bewegung bilden einen gemeinsamen Funktionszusammenhang.

Eine Bewegung wird nicht allein dadurch beherrscht, dass ihre äußere Form bekannt ist, sondern erst dann, wenn sie wahrnehmungsgeleitet geplant, koordiniert ausgeführt, durch Erfahrung perfektioniert und zuverlässig verfügbar gemacht wird.

Vom Lernen zum Können

Das Lernen gewinnt seine volle Bedeutung dort, wo erworbenes Wissen zu zuverlässig verfügbarem Können wird.

Einen Zusammenhang zu verstehen oder eine Handlung erklären zu können, bedeutet noch nicht, sie unter wechselnden Bedingungen sicher ausführen zu können.

Erst durch Anwendung, Rückmeldung und Erfahrung wird Wissen zunehmend in eine praktisch nutzbare Fähigkeit überführt.

Dabei entstehen erlernte Fertigkeiten und komplexe Anwendungsleistungen.

Dazu gehören akademische und berufliche Fähigkeiten ebenso wie sportliches, musikalisches und künstlerisches Können, handwerklich-technische Fertigkeiten, alltagspraktische Fähigkeiten sowie körperliche Ausdrucks- und Darstellungsfähigkeit.

Jede dieser Leistungen verbindet unterschiedliche Wissensbestände und Teilfähigkeiten zu einer auf bestimmte Anforderungen ausgerichteten Handlungskompetenz.

Mit zunehmender Erfahrung verändert sich die Qualität der Ausführung.

Einzelne Handlungsschritte müssen immer weniger isoliert bedacht werden, Zusammenhänge werden schneller erkannt und vorhandenes Wissen kann flexibler auf neue Situationen übertragen werden.

Können zeigt sich deshalb nicht allein in fehlerfreier Wiederholung, sondern vor allem in der Fähigkeit, Gelerntes situationsgerecht anzuwenden, anzupassen und miteinander zu verbinden.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) ist dieser Übergang besonders wichtig.

Eine Technik, ein Prinzip oder eine Ordnungsstruktur ist erst dann wirklich verfügbar, wenn sie nicht nur erinnert und verstanden, sondern auch unter veränderten Bedingungen angewendet wird.

Theorie und Praxis verbinden sich dadurch zunehmend:

Wissen beeinflusst das Handeln, während praktische Erfahrung das Verständnis differenziert.

Vom Lernen zum Können führt kein einzelner Schritt, sondern ein fortlaufender Entwicklungsprozess.

Aus aufgenommenem Wissen entsteht durch Anwendung, Erfahrung und Transfer eine dialektische Fähigkeit, die schließlich zunehmend sicher, flexibel und selbstständig eingesetzt werden kann.

Verständnis, Urteilsbildung und Erkenntnislehre

Verständnis entsteht dort, wo einzelne Informationen nicht nur erinnert, sondern in ihren Beziehungen zueinander erfasst werden.

Aus Fakten werden Zusammenhänge, aus Zusammenhängen Muster und aus Mustern übergeordnete Strukturen.

Verstehen bedeutet deshalb, Bedeutungen, Ursachen, Wechselwirkungen, Abhängigkeiten und Zusammenhänge so zu erfassen, dass Wissen nicht bloß vorhanden, sondern innerlich geordnet und nachvollziehbar wird.

Urteilsbildung setzt dieses Verständnis in Beziehung zu einer konkreten Fragestellung oder Situation.

Informationen müssen gewichtet, differenziert, Zusammenhänge geprüft, Unsicherheiten berücksichtigt und mögliche Folgen gegeneinander abgewogen werden.

Ein tragfähiges Urteil entsteht daher nicht allein aus Wissensmenge, sondern aus der Fähigkeit, Relevantes von Unwesentlichem zu unterscheiden und Zusammenhänge angemessen zu bewerten.

Erkenntnis geht noch darüber hinaus.

Sie entsteht, wenn aus Wahrnehmung, Wissen, Erfahrung, Reflexion und Urteil ein neuer oder vertiefter Zusammenhang hervorgeht.

Dazu gehören Mustererkennung, Schlussfolgerung und Transfer: Ein Prinzip wird nicht nur in seinem ursprünglichen Kontext gedacht, sondern kann auch in einer veränderten Situation wiedererkannt und sinnvoll angewendet werden.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) bedeutet Erkenntnis zugleich, aus dem im Qi (氣) enthaltenen universellen Informationszusammenhang Beziehungen, Ordnungen und Bedeutungen zu erschließen.

Auch Kreativität gehört in diesen Zusammenhang.

Neue Lösungen entstehen häufig dadurch, dass bereits vorhandenes Wissen anders geordnet, bisher getrennte Bereiche miteinander verbunden oder bekannte Prinzipien auf neue Probleme übertragen werden.

Kreativität steht damit nicht außerhalb von Wissen und Erfahrung, sondern kann aus deren neuartiger Verbindung und Weiterführung entstehen.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) besitzt diese Fähigkeit besondere Bedeutung.

Die Lehre verlangt, Einzelheiten nicht isoliert zu betrachten, sondern Beziehungen zwischen Prinzipien, Ordnungslehren, Lehr- und Erscheinungsformen und unterschiedlichen Ausdrucksformen zu erkennen.

Erkenntnis zeigt sich dort, wo der Lernende nicht nur weiß, was etwas ist, sondern versteht, warum es so ist, womit es zusammenhängt und welche Konsequenzen sich daraus ergeben – eine dialektische Kausalität ist unverzichtbar.

Verständnis, Urteilsbildung und Erkenntnis bilden eine fortschreitende Verbindung:

Information wird zu Wissen, Wissen zu Verständnis und Verständnis wird zu Erkenntnis.

Erst wenn Zusammenhänge erfasst, beurteilt und auf neue Situationen übertragen werden, wird Wissen zu einer Grundlage eigenständigen Denkens und Handelns.

Gedächtnis als Grundlage verfügbarer Leistung

Das Gedächtnis bildet eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass Wahrgenommenes, Erlerntes und Erfahrenes über den unmittelbaren Augenblick hinaus verfügbar bleibt.

Es ermöglicht, Informationen zu speichern, frühere Erfahrungen wieder aufzurufen und vorhandenes Wissen für neue Aufgaben, Entscheidungen und Handlungen nutzbar zu machen.

Entscheidend ist dabei nicht allein, wie viel ein Mensch behalten kann.

Gedächtnisleistung zeigt sich ebenso darin, wie präzise, dauerhaft, wie schnell, differenziert und wie zuverlässig Informationen gespeichert und wieder abgerufen werden können.

Wissen besitzt für eine konkrete Leistung nur dann praktischen Wert, wenn es im benötigten Augenblick tatsächlich verfügbar wird.

Die Qualität des Erinnerns hängt zudem davon ab, wie Informationen organisiert und miteinander verknüpft wurden.

Wissensbestände, die mehrere Zugänge zu einem Inhalt bieten, erleichtern den Abruf.

Gedächtnis ist damit nicht lediglich ein Speicher, sondern Bestandteil eines größeren Systems, in dem Informationen für die weitere Verarbeitung bereitgestellt werden.

Innerhalb des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) betrifft dies theoretisches Wissen ebenso wie Prinzipien und Erfahrungen.

Eine Technik oder ein Zusammenhang muss nicht nur einmal gelernt, sondern so weit verfügbar werden, dass er unter veränderten Bedingungen zuverlässig erinnert und angewendet wird.

Gerade in Situationen mit begrenzter Zeit erhält die unmittelbare Verfügbarkeit bereits erworbenen Wissens und Könnens besondere Bedeutung.

Gedächtnis bildet damit eine wesentliche Grundlage verfügbarer Leistung.

Seine Qualität entscheidet mit darüber, ob erworbenes Wissen lediglich vorhanden ist oder präzise, schnell und situationsgerecht genutzt werden kann.

Genau diese Verbindung zwischen Speicherung, Abruf und tatsächlicher Verfügbarkeit schafft zugleich eine wichtige Grundlage für die praktische Anwendung innerhalb von Ultima Memoria (UM) (致 知 銘 心 學).

Ausdrucksform Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre | Ausdrucksform Wissenschaft

Zwischen der Ausdrucksform Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre und der Ausdrucksform Wissenschaft besteht eine unmittelbare Verbindung.

Wissenschaftliche Untersuchung setzt Fähigkeiten voraus, die es dem Menschen überhaupt erst ermöglichen, zu beobachten, zu unterscheiden, zu erinnern, zu vergleichen, zu messen, zu dokumentieren und Schlussfolgerungen zu ziehen.

Die Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre richtet den Blick dabei auf die Leistungsfähigkeit des erkennenden Menschen.

  • Wahrnehmung muss hinreichend genau sein
  • Aufmerksamkeit über einen notwendigen Zeitraum aufrechterhalten werden können
  • Beobachtungen müssen erinnert oder zuverlässig festgehalten
  • unterschiedliche Ergebnisse miteinander verglichen
  • Schlussfolgerungen nachvollziehbar überprüft werden

Ebenso erforderlich sind Wissensorganisation, Urteilsfähigkeit und die Fähigkeit, eigene Annahmen zu korrigieren, wenn Beobachtung oder Prüfung ihnen widersprechen.

Die Wissenschaft setzt auf dieser Grundlage an und stellt Methoden bereit, mit denen Erkenntnisse systematisch gewonnen, beschrieben und überprüft werden können.

Beobachtung, Messung, Vergleich, wiederholbare Prüfung und nachvollziehbare Dokumentation erhalten ihren wissenschaftlichen Wert jedoch erst dadurch, dass sie präzise durchgeführt und ausgewertet werden.

Die Qualität der eingesetzten Methode und die Leistungsfähigkeit des Menschen, der sie anwendet, stehen deshalb in einem funktionalen Zusammenhang.

Für das Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) besitzt diese Beziehung besondere Bedeutung.

Überlieferte Erkenntnisse, theoretische Aussagen und praktische Wirkungen sollen nicht allein übernommen werden.

Sie müssen verstanden, miteinander verglichen und beobachtet, überprüft und in der Praxis nachvollzogen werden.

Die Entwicklung von Physiologie, Wahrnehmung, Gedächtnis, Lernfähigkeit und Urteilskraft schafft dafür wesentliche menschliche Voraussetzungen.

Die beiden Ausdrucksformen erfüllen unterschiedliche, aber aufeinander bezogene Aufgaben:

  • Die Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre betrachtet und entwickelt die Voraussetzungen, durch die der Mensch Wissen filtern, aufnehmen, ordnen, verstehen und daraus Erkenntnisse bilden kann.
  • Die Wissenschaft stellt die methodischen Verfahren bereit, mit denen Erkenntnisse systematisch untersucht und überprüft werden.

Erst im Zusammenwirken beider Ebenen entsteht die Möglichkeit, komplexe Inhalte nicht nur zu erlernen, sondern präzise zu erfassen, systematisch einzuordnen, kritisch zu beurteilen und nachvollziehbar zu prüfen.

Ultima Memoria (UM) (致 知 銘 心 學) – Zhizhi Mingxin Xue | die praktische Anwendung

Ultima Memoria (UM) (致 知 銘 心 學) – Zhizhi Mingxin Xue

„Lehre des Erkennens und tiefen Verinnerlichens“

Ultima Memoria (UM) (致 知 銘 心 學) bildet eine konkrete praktische Anwendung ausgewählter Bereiche der Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre.

Während die übergeordnete Lehre die Voraussetzungen und Zusammenhänge menschlicher Leistungsfähigkeit beschreibt, filtert Ultima Memoria (UM) (致 知 銘 心 學) bestimmte kognitive Fähigkeiten, erfasst, misst und überprüft diese systematisch, bereitet sie weiter auf und operationalisiert sie.

Ultima Memoria (UM) (致 知 銘 心 學) versteht sich als:

Globale Infrastruktur zur Erfassung, Messung, gezielten Weiterentwicklung, Schulung, Prüfung, Zertifizierung, Dokumentation und Archivierung individuell ausgeprägter und systematisch operationalisierbarer kognitiver Leistungsfähigkeiten.

Der entscheidende Schritt liegt dabei in der Operationalisierung.

Eine kognitive Fähigkeit muss so gedacht und gegliedert werden, dass ihre konkrete Ausprägung beobachtbar, erfassbar und messbar wird.

Erst dadurch können Ausgangszustände bestimmt, Entwicklungen nachvollzogen und Ergebnisse miteinander verglichen werden.

Auf dieser Grundlage verbindet Ultima Memoria (UM) (致 知 銘 心 學) Erfassung, Messung und Operationalisierung miteinander.

Die Ultima Memoria (UM) (致 知 銘 心 學) – Infrastruktur für kognitive Leistungsfähigkeiten ist eine übergeordnete systemische Struktur, die unterschiedliche kognitive Leistungsfähigkeiten erfasst, misst, gezielt weiterentwickelt, überprüft, zertifiziert und dokumentiert.

Ultima Memoria (UM) (致 知 銘 心 學) in gegenwärtiger Form, ist ein modernes, hoch digitalisiertes System, welches in der Lage ist, die grundlegenden Parameter des Gedächtnisses neu zu denken:

  • Umfang des Gedächtnisses
  • Geschwindigkeit des Gedächtnisses
  • Ausprägungs- und Präzisionsform des Gedächtnisses
  • das Langzeitgedächtnis

In Phase (1) eins:

erfolgt die Messung und Analyse des Ist-Zustandes der oben genannten Fähigkeiten des Auszubildenden.

In Phase (2) zwei:

erfolgt die Schulung und damit eine gezielte und messbare Steigerung der oben genannten Gedächtnisleistungen des Auszubildenden.

A.Messbare Steigerung des Umfangs des Gedächtnisses*
B.Messbare Steigerung der Geschwindigkeit des Gedächtnisses*
C.Messbare Steigerung der Ausprägungs- und Präzisionsform des Gedächtnisses*
D.Messbare Steigerung des Langzeitgedächtnisses*

A – Messbare Steigerung des Umfangs des Gedächtnisses

A.1eine garantierte zweifache (2×) messbare Steigerung des bestehenden Umfangs des Gedächtnisses | P1 Programm* – S2/200 UdesG (Umfang des Gedächtnisses)binnen (7) sieben Tage
A.2eine garantierte dreifache (3×) messbare Steigerung des bestehenden Umfangs des Gedächtnisses | P2 Programm* – S3/300 UdesG (Umfang des Gedächtnisses)binnen (10) zehn Tage
A.3eine garantierte zehnfache (10×) messbare Steigerung des bestehenden Umfangs des Gedächtnisses | P3 Programm* – S10/1000 UdesG (Umfang des Gedächtnisses)binnen (14) vierzehn Tage

B – Messbare Steigerung der Geschwindigkeit des Gedächtnisses

B.1eine garantierte zweifache (2×) messbare Steigerung der bestehenden Geschwindigkeit des Gedächtnisses | P1 Programm* – S2/200 GdesG (Geschwindigkeit des Gedächtnisses)binnen (7) sieben Tage
B.2eine garantierte dreifache (3×) messbare Steigerung der bestehenden Geschwindigkeit des Gedächtnisses | P2 Programm* – S3/300 GdesG (Geschwindigkeit des Gedächtnisses)binnen (10) zehn Tage
B.3eine garantierte zehnfache (10×) messbare Steigerung der bestehenden Geschwindigkeit des Gedächtnisses | P3 Programm* – S10/1000 GdesG (Geschwindigkeit des Gedächtnisses)binnen (14) vierzehn Tage

C – Messbare Steigerung der Ausprägungs- und Präzisionsform des Gedächtnisses

C.1eine garantierte zweifache (2×) messbare Steigerung der bestehenden Ausprägungs- und Präzisionsform des Gedächtnisses | P1 Programm* – S2/200 APdesG (Ausprägungs- und Präzisionsform des Gedächtnisses)binnen (7) sieben Tage
C.2eine garantierte dreifache (3×) messbare Steigerung der bestehenden Ausprägungs- und Präzisionsform des Gedächtnisses | P2 Programm* – S3/300 APdesG (Ausprägungs- und Präzisionsform des Gedächtnisses)binnen (10) zehn Tage
C.3eine garantierte zehnfache (10×) messbare Steigerung der bestehenden Ausprägungs- und Präzisionsform des Gedächtnisses | P3 Programm* – S10/1000 APdesG (Ausprägungs- und Präzisionsform des Gedächtnisses)binnen (14) vierzehn Tage

D – Messbare Steigerung des Langzeitgedächtnisses

D.1eine garantierte zweifache (2×) messbare Steigerung des bestehenden Langzeitgedächtnisses | P1 Programm* – S2/200 LZG (Langzeitgedächtnis)binnen (7) sieben Tage
D.2eine garantierte dreifache (3×) messbare Steigerung des bestehenden Langzeitgedächtnisses | P2 Programm* – S3/300 LZG (Langzeitgedächtnis)binnen (10) zehn Tage
D.3eine garantierte zehnfache (10×) messbare Steigerung des bestehenden Langzeitgedächtnisses | P3 Programm* – S10/1000 LZG (Langzeitgedächtnis)binnen (14) vierzehn Tage

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Die Eigenschaften des Gedächtnisses:

  • Umfang des Gedächtnisses
  • Geschwindigkeit des Gedächtnisses
  • Ausprägungs- und Präzisionsform des Gedächtnisses
  • das Langzeitgedächtnis

werden erfasst, die Fähigkeiten werden geschult, gemessen und gezielt weiterentwickelt.

Dazu gehörige Prüfungen, Dokumentationen und Archivierungen ermöglichen, die erbrachten Leistungen und Entwicklungen dauerhaft und sicher festzuhalten.

Zertifizierung überführt definierte, erlangte und überprüfte Leistungen schließlich in eine formal dokumentierte Form.

Die Beziehung zur Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre bleibt dabei eindeutig:

Ultima Memoria (UM) (致 知 銘 心 學) bildet nicht die gesamte Ausdrucksform ab.

Die übergeordnete Lehre bezieht auch Wahrnehmung, Lernen, Erkenntnis, sensomotorische und körperliche Voraussetzungen, Wissensselektion und Urteilsbildung sowie den Übergang von Wissen zu Können ein.

Ultima Memoria (UM) (致 知 銘 心 學) konzentriert sich auf jene kognitiven Leistungsfähigkeiten, die sich klar bestimmen, messen und systematisch operationalisieren lassen.

Damit entsteht zugleich eine Verbindung zur Ausdrucksform Wissenschaft.

Alles, was erfasst, gemessen, geschult, verglichen oder geprüft werden muss, benötigt klare Begriffe, definierte Kriterien, festgelegte Bezugsgrößen, nachvollziehbare Verfahren, Normen und geeignete Maßstäbe.

Ultima Memoria (UM) (致 知 銘 心 學) führt deshalb die menschlichen Voraussetzungen der Gedächtnis-, Lern- und Erkenntnislehre mit dem Anspruch systematischer Messung, Analyse, Entwicklung, Überprüfung und Erfassung zusammen.

Ultima Memoria (UM) (致 知 銘 心 學) – „Lehre des Erkennens und tiefen Verinnerlichens“

macht einen Teil der übergeordneten Lehre praktisch zugänglich:

Aus der allgemeinen Frage, wie menschliche kognitive Leistungsfähigkeiten entstehen und entwickelt werden können, wird eine konkrete Infrastruktur, innerhalb derer ausgewählte Fähigkeiten sichtbar, vergleichbar, messbar, differenzierbar und überprüfbar gemacht werden.

(Diese Praktiken werden streng gehütet und geheim gehalten, ausschließlich innerhalb des Qian Li Wing Chun Chuan | Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) praktiziert und in ihrer ursprünglichen Form nur an ausgewählte Personen weitergegeben.)

(Auch die Kampf- und Kriegskunsttechniken des Q.L.W.C.C. (乾 離 詠 春 拳) unterliegen diesen Gesetzmäßigkeiten und sind nach ihnen konzipiert.)

Mindestens zwei Zeichen.